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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-03-31 · Heft 13 (31.3.1893) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 13 (31.3.1893)
Date
1893-03-31
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Popularität der Tendenzen des Esra. Alls der Versammlung heraus sprach lloch Konsul Friedennrnn, seine eigenell Bemerkungen erzählend, die er auf einer Reise im Orient gernacht hatte. Er betonte die Fruchtbarkeit jener Länder, wo so weite Landstrecken noch öde lägen, die Leichtigkeit des Verkehrs mit den türkischen Beamten, und sagte dem syrischen Weizen noch eine große Zukunft aus dem Weltmarkt vorher. Erst um 12 Uhr schloß die Versammlung. L2 Berlin, 26. März. Daß sich unter den Unterzeichnern des konservativen Antrages betreffend das Verbot der Einwanderung von Israeliten in das deutsche Reich in Person des Herrn Dr. Arendt auch ein Mann findet, der selbst jüdischer Abstammung ist, verdient wohl hervorgehoben zu werden. Dr. Arendt ist aber keineswegs der einzige seiner Art. Wie die „Bresl. Ztg." mittheilt, ist auch der Oberverwaltungsgerichtsrath Hahn, dessen Name ebenfalls unter dem Antrag steht, jüdischer Abstammung. Seine Eltern waren noch Juden und liegen auf dem Breslauer jüdischen Kirchhofe begraben. Ferner stammt auch Herr v. Normann, Oberstlieutenant a. D. und Rittergutsbesitzer zu Barkow ill Hinterpommern, der Vertreter des Wahlkreises Greifenberg-Kammin, von jüdischen Eltern ab. Sein Vater war Inhaber einer bekannten Getreidefirma in Danzig und wurde erst später getauft und geadelt. Sowohl bei der Familie Hahn wie bei der Familie Normann ist eine Einwanderung alls denr Osten mindestens nicht unwahrscheinlich. * Berlin, 29. März. Der Michael Beer-Preis, der diesmal für Bildhauer jüdischer Konfession ausgeschrieben war, ist soeben zur Vertheilung gekommen. Verlangt wurden eine Komposition, ein Relief „Empfang heimkehrender Sieger" und Studien nach der Natur. Es bewarben sich nur drei Bildhauer, einer aus München und zwei aus Berlin. Der Senat der Akademie hat den Preis, der in Höhe von 2250 Mark zu einer Studienreise nach Italien bestimmt ist, dem Bildhauer Max > L e v i zuerkannt. Der Prämiirte ist aus Stuttgart gebürtig und war i Schüler von Professor Schaper.! * Rastenburg, 24. März. Die 11. Generalversammlung des Ver-! bandes der Synagogen-Gemeinden Ostpreußens, welche am z 9. d. M. in Thuteweit's Hotel Hierselbst tagte, war äußerst zahlreich j besucht. Nach einer warmen Ansprache des Verbandsvorstehers Ltadt- : rath Eichelbanm-Jnsterburg und der einstinnnigen Ernennung des früheren langjährigen Verbandsvorstehers Stadtrath Elösser zum Ehrenmitgliede ■ wurde in die reichliche Tagesordnung eingetreten. Aus derselben heben * wir hervor: 1. Den Bericht über die Verbandsverhältnisse, nach welchem fast sämmtliche 55 Gemeinden der Provinz demselben beigetreten sind. 3. Ten Bericht über die vom Verband eingerichtete und sehr segensreich wirkende Inspektion über den Religionsunterricht in den Verbandsgemeinj den. 3. Das Protokoll der im vorigen Jahre stattgefundenen Konferenz ' der jüdischen Religionslehrer der Provinz. 4. Bewilligung von Sub- I ventionen an eine Anzahl kleiner Gemeinden. 5. Den Bericht über die Hilfskasse für die Hinterbliebenen der Beamten der Gemeinden. Hauptgegenstand war endlich 6. ein von Herrn Rabbiner Dr. Bamberger gehaltener Vortrag über die Ausgaben des Judenthums in unserer Zeit. Ter Vortrag gipfelte in dem Gedanken und schloß mit der Ermahnung: unbeirrt durch die Angriffe der antisemitischen Agitation, gemäß den Ueberlieferungen der jüdischen Religion, an der Treue zu König und Vaterland, an der Bethätigung strengster Sittlichkeit und Rechtlichkeit, sowie reinster Menschenliebe festzuhalten. Das auf die Verhandlungen folgende Festmahl wurde durch einen von Rabbiner Dr Rulf-Memel ausgebrachten und begeistert aufgenommenen Toast auf den Kaiser eröffnet, denffelben folgte noch eine Reihe ernster und heiterer Trinksprüche. Die nächste Generalversammlung soll auf Einladung der Synagogengemeinde Tilsit zu Pfingsten 1894 daselbst stattfinden. Den Ausschuß pro 1693/94 bilden: I. Eichelbaum-Jnsterburg als Verbandsvorsteher, ferner die Herren Rechtsanwalt Cohn-Tilsit, Davidsohn-Lötzen, Otto Eichelbaum-Jnsterburg, M. Elösser-Jnsterburg, Fürst-Königsberg, Rechtsanwalt Gutfeld-Ortelsburg, Herz-Gerdauen, Jacoby - Rastenburg, Lublinsky-Johannisburg, Magnus-Königsberg, Rechtsanwalt Schey-Allenstein. Posen, 24. März. Das Märchen vom Ritualmord, das in kanten vor zwei Jahren zu so erregten Szenen führte, hätte gestern Abend hier beinahe ähnliche traurige Erscheinungen gezeitigt. Der Arbeiter Max Przychalla wollte nämlich gleich nach acht Uhr den kleinen dreijährigen Jungen eines seiner Verwandten nach seiner Wohnung, Breslaner-Straße io n, bringen. Er hatte, da der Kleine laut schrie, ihn auf seinen Arm genommen und suchte ihn so viel als möglich zu b sänftigen. Sein eiliger Schritt sowohl wie sein etwas jüdisches Aufsehen müssen nun wohl den Verdacht der Passanten erregt haben. Es verbreitete sich mit Blitzesschnelle in der Straße das Gerücht, daß^dc.s Kind entführt sei und von den Juden zu Ritualzwecken geschlachtet roerbm solle. Im Augenblick hatten sich Hunderte angesammelt, die auf dcu Mann eindrangen und ihm den Knaben zu entreißen suchten. Tn Arbeiter wurde zu Boden gestoßen, und er wäre schwerlich mit den, Leben davon gekommen, wenn nicht die Polizei dazwischen getreterOund ihn vor der Wuth der Menge geschützt hätte. Erst nachdem die Schuz- Leute, die den Mann kannten, die Leute über den Sachverhalt aufgeklan hatten, gelang es, die Ordnung wieder herzustellen. Przychalla fjaite indessen derartige Verletzungen davongetragen, daß er nach dem städtisch :w Krankenhaus gebracht werden mußte. 1). Breslau, 16. März. Am 8. d. Mts. verschied hier der Ehren bürger der Stadt S oh rau, Herr Dr. med. Samuel Karfunkel, m Folge eines Schlaganfalles. Dr. Karfunkel wurde 1829 in Sohruu geboren und ließ sich daselbst 1860 als Arzt nieder. Bei seiner Uebcr siedelung nach Breslau im Januar 1892 wurde er in Anerkennung fein v ärztlichen Wirksamkeit durch Beschluß des Magistrats und der Stadlverordneten zum Ehrenbürger der Stadt Sohrau ernannt. 1883 übernahm er übrigens die Badearztstelle in Jastrzemb und war nach Kräftci, bemüht, die Frequenz des Bades zu heben. — Wie lange die Pro!? vorträge der Bewerber nm die am hiesigen neuen Tempel vakante Stelle eines ersten Kantors noch andauern werden, ist noch nicht abzusehen. Aui kommenden Freitag und Sonnabend wird Herr Kantor Dworzan a t Laupheim seinen Probegesang halten. — Der hiesige „Verband zur Erziehung hilfsbedürftiger israelitischer Kinder" hat dus j 3. Jahr seiner Wirksamkeit zurückgelegt. In demselben hat der Verband > 21 Kinder in seine Obhut genommen und dadurch dem Elend entrisst u j Nur zwei von diesen Zöglingen sind auswärts, die übrigen alle in Bresluu! in achtbaren Familien in Pflege. Mit Befriedigung konstatirt der Beruh! j ein stetes Steigen der Mitgliederzahl des Verbandes und weist namentlich! Herrn Paul Altmann das Hauptverdienst daran zu. Seit der Versanwi l lung des Verbandes am 22. März 1892, in welcher der Vorschlag - es Centralkomitees, das Kassenjahr des Verbandes mit dem Kalenders, in; beginnen zu lassen, angenommen wurde, haben 16 Sitzungen stattgefundn i Die Revision der Kasse erfolgte am 5. d. M. Der Kaffenabschlnß um 1. Januar d. Js. wies an Einnahme 10,246.65 Mk., an Ansgar :it 9134.53 Mk. nach, sodaß ein Kaffenbestand von 1112 12 M. vorhanl ii war. Das Vermögen des Verbandes besteht außer diesem Baarbestai dc! aus 10,000 Mark, welche in 3V2 prozentigen Posener Pfandbriefen >m- ' gelegt sind. Das am 3. Dezember vorigen Jahres veranstaltete Wo:4 | thätigkeitskonzert brachte einen Reinertrag von 1075.15 Mark. Ein in Sommer v. Js. nach Oswih unternommener Ausflug vereinigte Pf! np linge, Pensionsgeber und Komitee-Mitglieder. n. Frankfurt a. JO., 19. März. Am Donnerstag den 16. M 6 Abends beging der Verein oder „Gesellsch ü der Brüder" in den Räumen des Gesellschaftshauses sein lOOjährt § Stiftungsfest. Der große Saal des Etablissements war mit Gewächs n, dem Bildnisse des verstorbenen Rabbiners Dr. Loewenmeyer, Ehr u Mitgliedes des Vereins, und Bildern verstorbener Vorstandsmitglic u dekorirt. Vor der an der nördlichen Schmalseite des Saales errichtecu Bühne hatte das einzige noch vorhandene Exemplar des Vereinsstall 1* vom Jahre 1793, mit einem Lorbeerkranz geschmückt, Platz gefuiü;n. Eingeleitet wurde die Festlichkeit mit einer Ouvertüre. Dieser fol.ue ein von Frl. Struck, gekleidet als Cherub, mit Flügeln und eiwm Palmenzweig, mit Ausdruck und Wärme gesprochener, von Frau Fad! besitzer Bernhardt gedichteter Prolog. Sodann hielt der Rabbiwd> verweser der hiesigen jüdischen Gemeinde, Rabbiner Dr Kaminka, a auch zur Feier des Tages eine Festschrift herausgegeben hatte, die Festrede. An diese schloß sich die Darstellung von 9 lebenden Bildc -u die Ernst und Scherz nach einem kurzen Streite darüber, wer wohl urn ihnen am Festabend die Oberhand behalten würde, gleichsam hervr zauberten. Die Bilder stellten dar: die Barmherzigkeit, Romeo Julia auf dem Dorfe, Sabbath-Anfang, Sabbath-Ausgang, Ist das auch ein Lesezeichen? (nach Hornemann), fünf Milliarden und — der Steuer, zettel!. Schön Israel in Algier, Scene aus „Nathan der Weise" und Kaffeegesellschaft aus dem Jahre 1793. Bei diesem Bilde machte sich der Er Bei de Verein; in kur schilder seier M isch steier ftamirü nab a halfen. iländen Erlös siitszw :Rorge schöne ' L siäuptl sc in fr Ter b< r oaktei wie fei sc nitisc wehren d eses d m hi chyostel w gen; u' bekl 3 unter \ gcoildel Dieteren dcnselb ft eisen u lchen adederi U itftan mge s * 1 lw.n he 11 Rot 3 auer Sadtv bi oerle >>.rr 9 n hlttz I ukrm d>, M a .chte -rzs> w iher ui - de T ckel T ule. d. 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