Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 12 (24.3.1893)
- Date
- 1893-03-24
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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Ansprache ihm itber: enzen und )e hieraus Statuten Berathuiw allgemeiner mßer bei' Colmanu. lser. Achi pande, di. ichen ihre mden mi: :ung vor t erhalten Meldungen den. Dei auf ein. ehen zun :aelitischei im Sinne l Stellung ler Beden tische Ge g der zu;r erfterci )er Schul. > darnael politischen gehörein .)nagogen »aus schuß politische! den frag sausschm Hulkassen Konfession md diese: 6. d. m rchulrathe in diesen rf Grund eiten von fand a\v des her Sogliitßo. htigun n ulich in rächst ein Maschinen dies der schreiben, erke, dem :zeit mir rte Herr ordneten, hen Ver :gerschafi lt wurde. in Deutschland. Achtundzwanzigster Rechenschaftsbericht. Frankfurt a. M. >493. Dieser Verein, der älteste, welcher für die nothleidenden israelitischen rchrer und deren Hinterbliebenen im ganzen Vaterlande nach Kräften zu inrgen sich berufen fühlt, zeigt in dem veröffentlichten Jahresbericht, was -as beharrlich fortgesetzte, edle Streben wackerer Männer zu erreichen inrmag. Sechsundsiebzig Gesuche wurden im abgelaufenen Jahr mir l i,790 Mk berücksichtigt. Außerdem wurden aus dem Reservefonds MO Mk gewährt, so daß sich die Gesammtunterstühungen im Jahre h92 auf die beträchtliche Summe von 15,620 Mk. belaufen. Mit besonderem Dank hebt der Bericht die hochherzige Spende von 5000 Mk. li.rvor, welche die Freifrau Carl von Rothschild beim Hinscheiden ihrer Tochter, des Freifräulein Hannah Louise von Rothschild, dem Verein; igewendet hat. Bei den vielfachen Klagen aus Lehrerkreisen über die s traurige Lage ihrer Wittwen und Waisen ist es uns schwer begreiflich, r ß von den mehr als 2000 jüdischen Lehrern Deutschlands kaum ein Wchstel dem Verein als aktive Mitglieder angehört. Auch Seitens der! -aelitischen Gemeinden in Deutschland ist dem Verein eine regere Theilii.'.hme zu wünschen. Dafür sollten in erster Linie die Lehrer selbst zu : rken sich berufen fühlen. Wer für den oft noch recht kümmerlich? lirten israelitischen Lehrer und für seine armen Hinterbliebenen ein ' »lendes Herz hat, der muß sich dem Wunsche des sehr verdienstvollen ' ersitzenden der Achawa, des Herrn Adolf Teblüe, anschließeu, daß diesem ' .reine noch zahlreiche Gönner und Menschenfreunde beitreten mögen, r .mit er seine Segnungen in immer weitere Kreise tragen kann. * Frankfurt a. M., 20. März. Soeben ist der 15. und 16. Jahres-! richt des Mädchenstift für die Jahre 1891 und 1892 erschienen. — 7 as unter Adolf Tebldes Leitung stehende „Mädchenstift" weist schöne ' istungen auf. Die Zahl der Pfleglinge belief sich, da die Plätze der ustretenden sofort besetzt wurden, unverändert auf 24, welche sich n Alter von 16 — 24 Jahren befinden. Von den in den beiden letzten fahren Ausgetretenen haben fünf theils hier, theils auswärts gute stellen in Geschäften gefunden, eine hat an ihrem Heimathsort ein tbstündiges Geschäft errichtet, zwei sind als Kindergärtnerinnen in ieüge Familien eingetreten, eine ist ols Handarbeitslehrerin in einer aus- , artigen Erziehungs- und Unterrichrsanstalt angestellt worden und eine hat!i vortheilhaftes Engagement als Sängerin an einer benachbarten Bühne - .sunden. Was den Beruf der zeitigen Zöglinge betrifft, so sind mehrere als j > eidermacherinnen in Konfektionsgeschäften thätig, andere sind noch in! tchen in der Lehre, einige sind als Verkäuferinnen, andere als Komptoiri- > innen beschäftigt, eine erlernt das Blumenbinden, drei bilden sich zu Musik- > ßrerinnen aus, eine ist Schülerin des Lehrerinnenseminars der Elisa-! ethen-Schule, und eine, die bereits die Lehrerinnenprüfung bestanden hat,; theilt hier Privatunterricht. — Die Ausgaben betrugen im Jahre 1891! 9,543 Mark, im Jahre 1892 16,584 Mark. Möge dieser Anstalt die! ümst des Publikums erhalten bleiben.! * Darmstadt, 15. März. Der hiesige „Deutsche Reformverein"! at gestern eine Versammlung veranstaltet, in der Herr Liebermann! >'o n Sonnenberg für 30 Pfennige Entree eine seiner bekannten Reden aelt. Nach Berichten hiesiger Blätter soll das Auftreten dieses Mannes j m gestrigen Abend an Fanatismus und wüthendem Judenhaß alles; mcher Gebotene hinter sich lassen, daß ihm seine Anhänger, besonders i ie Mitglieder des veranstaltenden Vereins, zujubelten, ist natürlich. j ooit Kaufmann Ludw. Trier versuchte Herrn Liebermann von Sonnen- | ert} zu widerlegen, so gut solches unter fortwährendem Tumulte und! egenüber einer zweieinhalbstündigen Rede, die nur eine einzige Kette j uon zum Theil ungeheuerlichen Beschuldigungen bildete, möglich war.! '9anz besonders wandte sich Redner dagegen, daß den Juden und speziell i 4mi die Eigenschaft als Deutscher aberkannt werden solle, sowie gegen z die der Großh. Regierung gemachten Vorwürfe. Noch einmal ließ Herr! non Sonnenberg sein Licht leuchten, bis nach Zuständiger Dauer die! Versammlung, welche im Interesse des Friedens unserer Stadt besser j )4d)t abgehalten worden wäre, ihren Schluß fand. , wurden pn vielen kheil. - zuw irken r Unter -Waisen Oestrrrrich-Ungarn. i*% Budapest, 14. März. Der Kultus- und Unterrichtsminister Mctf Albin Csaky hat, wie das „Amtsblatt" meldet, an den Baron Atoriz Hirsch das folgende Anerkennungsschreiben gerichtet: „Durch die Güte der Frau David Bischitz konnte ich neuerdings tieferen Einblick gewinnen in die wohlthätige und menschenfreundliche Thätigkeit, die Ew. Hochgeboren in Budapest durch Ihr zu diesem Zivecke gegründetes Büreau, sowie auch schon vor Kreirung dieses Büreaus zur Hebung der Kultur in Ungarn und zur Linderung von Noth und Elend schon Jahre hindurch zu entfalten die Güte hatten. ''Aus dieser verläßlichen Quelle weiß ich, daß Ew. Hochgeboren für die kulturellen Zwecke und die Armen Ungarns, sowie durch Elementarunfälle Betroffenen größtentheils ohne Religionsuriterschied, seit dem Jahre 1878 bis heute mit beispielloser Generosität und philantrophischer Hochherzigkeit etwa 1,500,000 fl. zu opfern die Güte hatten. Mit Freuden ergreife ich die Gelegenheit, um für diese Opferwilligkeit ohne Gleichen, mit der Ew. Hochgeboren, wiewohl fern von uns, bestrebt sind, die Kultur unseres Vaterlandes zu entwickeln, sein Unterrichtswesen zu heben, die Thränen der durch Elend und Schicksalsschläge Betroffenen zu trocknen, meine aufrichtige Anerkennung auszudrücken. Empfangen u. s. w. Budapest, 27. Febr. 1893." Budapest, 14. Mürz. Das mit der Vollstreckung des Testaments Moriz Wahrmanns betraute Komitee hat die im Testament für wohlthätige Zwecke bestimmten 150,000 fl. ihrer Bestimmung zngeführt. Den jüdischen humanen und gemeinniitzigen Anstalten wurden 100,000 fl. angewiesen. — Gestern konstituirte sich ein Verein, dessen Aufgabe es sein wird, jüdische Gemeindebibliotheken zu gründen und die bestehenden zu unterstützen. - Der Ministerpräsident erklärte in einer Parlamentsdebatte, er sei nicht gesonnen, die Gleichberechtigung der Juden, deren religiöse Satzungen seit Langem bekannt seien und daher keiner besonderen Vorlage bedürften, an irgend eine Bedingung zu knüpfen; er könne nur wünschen, daß die Juden ihrer guten ungarischen Richtung treu bleiben mögen. Rußland. *** Wilna, 21. März. Die große Bibliothek, welche der Gelehrte M. Strafchun hinterlassen hat, ist jetzt den Einwohnern unserer Stadt zur Verfügung gestellt worden. Der Verstorbene, der gelehrt und wohlhabend war, sparte keine Mühe und kein Geld, seinen Bücherschatz zu bereichern. Die Bibliothek zählte Tausende von Eremplaren; und die Lesehalle, welche aufs Bequemste eingerichtet ist, steht den ganzen Tag offen. Eine solche Anstalt, deren Mangel wir bisher stark empfunden haben, wird uns zum Segen gereichen. Mögen nur die Verwalter dieser Bibliothek stets bemüht sein, die jetzt dort herrschende Ordnung auf immer zu wahren. Bei dieser Gelegenheit wollen wir bemerken, daß solche jüdische Bibliotheken seit Langem in Warschau, Odessa und Minsk eingerichtet sind. Die Warschauer Bibliothek wird, was jüdische Litteratur anbetrifft, von Sachkundigen nach der kaiserlichen Bibliothek in Petersburg als die erste in dem ganzen russischen Reiche betrachtet. — In Odessa ist jetzt ein neues Waisenhaus errichtet worden. Bei der Einweihung desselben sind die Herren Dr. Finkelstein, Dr. Gold, Dr. Gilberger, Bankier Weinstein :c. erschienen, und Rabbiner Glotsch hielt eine Rede über Erziehung der Waisen. Schon sind 50 Waisen ausgenommen worden: die Leitung dieses Hauses haben tüchtige Pädagogen übernommen. Dicht an dem Waisenhause ist ein großer Acker angekauft worden, wo die Zöglinge sich täglich eine bestimmte Zeit mit Feldbau beschäftigen. In dem ersten Waisenhause, das unter Aufsicht der geehrten Frauen von Hochmann und Rachil steht, sind gegenwärtig 57 Waisen untergebracht. — Die Frist zur Ausweisung der jüdischen Prikasziki (Kommis) aus Kiew ist bis zum Monat Mai verlängert worden. Zwar liegt die Zeit nicht so weit, doch hoffen die Unglücklichen, bis dahin irgendwo anders Stellung zu finden. — Nach dem „Woschod" werden die Juden, dazwischen auch Handwerker, aus Tobolskausgewiesen. Die Zeitung „Jekaterinoburskija Nedeljo" befürchtet mit Recht, daß diese Verbannung ein Stocken im Handel Hervorrufen wird — Kowno, 10. März. Vor Kurzem weilten hier auf ihrer Durchreise nach London der Bevollmächtigte des Baron Hirsch, der Sekretär des Auswanderungskomitees Herr Feinberg, sowie 15 Delegirte der sich zur Auswanderung nach Argentinien anschickenden Kolonisten. Die Delegirten vertreten zehn Gruppen aus Südrußland, welche nach einiger Zeit die Reise unternehmen werden, worauf nach einem Jahre, nachdem diese ersten Kolonisten sich in ihrer neuen Heimath fest niedergelassen haben werden, einer dieser Delegirten nach Rußland zurückkehren wird, um neue Kolonisten zu werben. Man nimmt an, daß die nächsten Auswanderer die jüdischen Ackerbauer im Bezirk Nowo-Alexandrowsk, Gouvernement Kowno, sein werden. Was die Kolonien selbst anbetrifft.