Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 12 (24.3.1893)
- Date
- 1893-03-24
- Page
- Seite 137 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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187 rze Erzähikteristische sind schon Halbaffen bei diesen nnte mnn unzählige mg „Liebe man von ' Juden in der Knill noch übe» . Bar sei der nt unsere» »-allen von! der Erd» eine klein» seine Uhr , während reift. In : Berliner - sie mn ntschland» oestlichsteü :lche unter Slich von chen z. Sn Bresla; erden nl lge, rode! )er Stern nmersck dem dnrd! hre Uhr» i müssen intfernui - hnuhr» n , so wir1 ilenderin: nfluß «; i irauf ei; welche d Haffen o i Nicht»» i in Ein'i üben wir!»;aben, t;■- e hinfällis, n wir vor erausgebe» den neuen Verhältnissen entsprächen, und dies wird ohne Zweifel in dem für das Jahr 5654 herzustellenden Luach der Fall sein. Augenblicklich ist aber der Kalender für 5653 in den Händen des Publikums, der »och ein volles halbes Jahr seinem Zwecke dienen soll; da wird denn in der That Selbsthilfe eintreten müssen, die aber ohne große Schwierigkeit auszuüben sein wird. Folgende Regel scheint am einfachsten zum gewünschten Ziele zu führen: Man merkt sich, um wie viel Minuten eine bis dahin richtig gehende Uhr am 1. April vor- oder zurückgestellt wird; genau so viel Minuten werden zn den Zeitangaben des Kalenders zugczählt oder davon abgezogen. In Berlin z. B. wird die Uhr am 1. April um 6 Minuten vorgeschoben werden müssen. Nun finden sich im Luach für Berlin die Angaben, daß am 17. Tammus die Nacht um 9 Uhr 20' und am 9. Ab um 8 Uhr 54' eintritt. Um diese Angaben mit unseren Uhren in Einklang zu bringe», hat man also nur nöthig, in beiden Füllen 6 Minuten zuzuzählen. Die Nacht wird demnach an den beiden Fasttagen eintreten, wenn unsere Uhren zu der Zeit 9 Uhr 26' resp. 9 Uhr zeigen. In Königsberg, wo am 1. April die Uhren um 22 Minuten werde» zurückgestellt werden müffen, hat man in den Kalenverangaben 22 Minuten abznziehen. Man erhält dann für die gleichen Fasttage statt 9 Uhr 32' und 9 Uhr 4' des Kalenders die um 22 Minuten frühere» Zeiten 9 Uhr 10' und 8 Uhr 42'. Wer in der Lage ist, den Meridian seines Ortes ans der Landkarte anfzusuchen, der kann mittelst einer kleinen Rechnung jederzeit finden, um wie viel Minuten die neue Zeit von der alten abweicht, wenn er nur weiß, daß jeder (Längen-) Grad Orts-Unterschied einen Zeitunterschied von vier Minuten ausmacht. Da der Hauptmeridian ungefähr 33" östlich von Ferro ist, so wird z. B. in Gumbinnen, das unter dem 40. Meridian liegt, die Uhr um 7 mal 4----28 Minuten zurückgeschoben. In Cobtcnz, das 25" östlich von Ferro, also 8" westlich vom Hanptmeridian liegt, wird die Uhr um 8 mal 4 32 Minuten vo rgcschoben, u. s. w. Die folgenden Angaben bei den Hauptstädten des Reiches werden jetzt leicht verständlich sein. Berlin 6' Breslau — 8' Karlsruhe 4- 26' Cassel 4- 22' Cöln 32' Danzig — 15' Dresden 4- 5' Frankfurt a. M. 4- §5' Hamburg 4- 20' Hannover 4- 21' Königsberg — 22' Magdeburg 4- 13' Minden München Posen Stettin Stuttgart 4- 24' 4- 14' — 8' -4- 2' 4- 23' Aus dem Nachlasse A. Bernsteins. Eine Reihe von Briefen hervorragender protestantischer Theologen, gleichfalls aus dem Nachlasse Bernsteins, beschäftigt sich ausschließlich mit den bibelkritischen Studien des geistvollen Schriftstellers. Den Reigen eröffnet der gelehrte Professor Olshausen; ihm folgen die Orientalisten und Bibelforscher Hitzig, Benary und Ditlmann. Hochgeehrter Herr! Ihre Schrift über den Ursprung der Sagen von Abraham, Isaak und Jakob, welche Sie die Freundlichkeit halten, mir zu übersenden, habe ich mit großem Interesse und wie Sie erwartet Habei', ohne hinderliches Voruriheil gelesen. Dieselbe ist ohne Zweifel bei den Forschungen über den Pentateuch, die ja noch keineswegs abgeschlossen sind, der Berücksichtigung in hohem Grade werth Am meisten gelungen scheint mir der Nachweis der Ausbildung der Jakobssage im ephraimitischenReiche, obgleich ich mir den Hergang bei dieser Ausbildung doch etwas anders denken möchte. als wie Sie ihn auffassen. Ich glaube, daß Sie tu die Beurtheilung der Verhältnisse im Orient mehr als billig moderne europäische Anschauungen hinemtragen. Es ist mir indessen nicht möglich, schriftlich und in der Kürze spezieller auf dieser! Punkt, wie auf einige andere einzugehen, die ich miindlich gern besprechen würde. Im Großen und Ganzen haben Sie mich aber nicht als einen Gegner anzusehen und wollen Sie meinen besten Dank für das Buch und seine gefällige Mittheilnng freundlich entgegen nehmen. Ihr hochachtungsvoll ergebener Berlin, den 14. Februar 1871. I Olshausen. d Sie wünschten doch, hochgeehrter Herr, Oppert's Histoire des einpires de Ghaldee et d’Assyrie feinten zu lernen, ich erlaube mir, es Ihnen anbei zu übersenden. Mit der Rückgabe hat es keine Eile Das versprochene Exemplar meiner Bemerkungen zur Genesis lege ich bei und bitte um wohlwollende Beurtheilung. Tie Anmerkung zu 37, 4 nehme ich zurück; es ist zu erklären: „sie ertragen nicht seine Erkundigung nach ihrem Befinden" (hindeutend auf V. 14), weil sie in ihm einen Spion sahen. Ihr ganz ergebener Berlin, 26. Februar 1871. I. Olshausen. Heidelberg, den 23. April 1871. Hochgeehrter Herr! Empfangen Sie zuvörderst meinen verbindlichsten Tank für die Zusendung Ihrer Schrift über die drei Patriarchen und die übrigens viel zn schmeichelhafte Formel der Adressirung Ihrem Wunsche nachkommend, habe ich eine Anzeige verfaßt, welche ich noch in das März Heft der Heidelberger Jahrbücher zu bringen hoffte; da der Redakteur in die Ferien gereist war, so muß ich vielleicht bis zum Aprilhefte mich gedulden. Sobald der Bogen, der sie enthalten soll, gedruckt sein wird, übersende ich Ihnen ein Exemplar Ich weiß fremdes Verdienst anzuerkennen: Tie Kritik hat durch Ihr Merkchen wieder einen Schritt vorwärts gethan. Ich erlaube mir auch, geeigneten Falles freimüthig meine Bedenken und Widerspruch zu äußern. Namentlich etymologische Punkte habe ich in meiner Geschichte des Volkes Israel anders gewendet, als es von Ihnen geschehen ist. Meistens referirt meine „Anzeige". Um doch selber darin auch etwas für die Wissenschaft zu leisten, habe ich bei dem beschränkten Raum meine Deutung von 1. Mos. 32, 32 wenigstens - an gedeutet. Indem ich meinen Dank wiederhole — für die Belehrung und das Vergnügen, so ich aus ihrer Schrift geschöpft habe, bleibe ich Hochachtungsvoll Ihr ergebenster F. Hitzig. Hochgeehrter Herr! Verzeihen Sie, wenn ich erst heute Ihnen meinen verbindlichsten Dank für Ihre freundliche Gabe abstatte. Ich habe die kleine Abhandlung mit dem lebhaftesten Interesse sowohl für den Gegenstand als auch für den gelehrten Verfasser gelesen und komme gern Ihrem Wunsche nach. Ihnen meine unmaßgebliche Ansicht über dieselbe mitzutheilen. Wenn ich mit Ihnen einverstanden bin, daß die Erzählung der Bücher Sam keineswegs durchgehend harmlos unbefangen, sondern theilweis auch rendenziös, so auch namentlich in den Berichten über Saul ist, so kann ich doch Ihrer Hypothese, 'so scharfsinnig und gewandt Sie dieselbe auch durchzusühreu suchen, nicht beistimmen. Ich glaube nicht, daß ein selbstständiges Buch Saul existirt hat; als die hebräische Geschichtsschreibung begann, war, meines Erachtens, Saul und seine Regierung vor David bereits in den Schatten getreten, der Hintergrund für die Regierung dieses großen Königs geworden, und die Spuren, welche Sie von einem Buch „Saul" in unsren Büchern Sam. finden, kann ich als solche nicht anerkennen. Am meisten spricht noch für Ihre Hypothese die Nameu-Herleituug 1 Sam. 1, 19, die genau genommen in der That nur auf Saul paßt, so daß man wirklich lfctp DK "nd nicht erwarten sollte. Allein Sie wissen und deuten selbst an, wie wenig genau die alttestameutlichen Schriftsteller es mit dergleichen etymologischen Anspielungen nehmen, und so muß auch hier die ungenaue, ungeschickte Ableitung passiren. Denn der ganze Inhalt des Kapitels paßt nur für den Zögling Elis und nicht für Saul, der sich keineswegs mit dem (Sonnen-) Nasiräer Simson vergleichen läßt, und ohnehin ist dies Kapitel von der folgenden Relation des ältern Erzählers dieser Bücher nicht loszureißen.