Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-03-10 · Heft 10 (10.3.1893) · p. Seite 120

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 10 (10.3.1893)
Date
1893-03-10
Page
Seite 120 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3227986-3227997--49598-3271171
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

120 sprangen heraus, und wenn sie nicht in dasselbe Hans eintraten, riefen sie einander zu: „Ans Wiedersehen in Schul." Der vornehmliche Erlverbszweig des Ortes besteht im Getreide- Handel, so sind die meisten Männer die Woche über auf dem Lande in der Umgegend beschäftigt und kommen zum Sabbath nach Hause. — Herzel kam gelaufen, um seine Frau abzuholeu. „Ist Niax Zelkis vielleicht heute doch einmal nach Hause gekommen?" fragte sie, denn Max hatte hie und da geschrieben, er würde, wenn seine Geschäfte es gestatteten, auf einen Sabbath kommen. Herzel lvußte es nicht. „Nun, dann gehe ich nach Lichtbenschen auf einige Augenblicke zu Anna, ja Herzelleben, Du hast doch nichts dagegen?" Herzel hatte lvohl etwas dagegen, denil er sah es nicht gern, lvenn seine Jitel am Freitag Abend ihn allein ließ. „Solange wie ich in Schul bin," dazli verstand er sich. „Gut" sagte Jitel lachend. (Fortsetzung folgt.) Fittcrarrsche Mittheilungen. Die verehrlichen Mitglieder des hebräischen Litteratur- Bereins (Mekize Nirdamim) erhalten im Laufe dieser Woche die Schriften des 8. Jahrganges, bestehend in: 1. Responsen R. Meir Rothenburgs, zweite Lieferung, zugleich Schluß. 2. M ischnah - Co mm enta r Maimonides, 7. Lieferung, zugleich Schluß. o. Machs o r Vitro, 4. Lieferung. (Im künftigen Jahrgange wird der Schluß erfolgen können.) 4. Sefer Chassidim, nach der Handschrift in Parma, 2. Lieferung. 5. Ausführliches Register zu den Hilchot Gedolot. (Geschenk des Kommentators.) 0. Hebräische Prosodie des Immanuel Frances. Ueber die im künftigen (9.) Jahrgange erscheinenden Schriften wird bei dem im Mai er. zu erwartenden Rechnungs-Abschluß Näheres mitgetheilt werden. Doch kann schon jetzt das Programm, aus welchem nach den vorhandenen Mitteln die Auswahl erfolgen wird, mitgetheilt werden. Es sind außer den fortzusetzenden Schriften noch nachstehende Werke ins Auge gefaßt: 1. Saadia Gaons unedirte Schriften, 2. Th eil. 2. Iona ibn Gannachs hebräisches Wörterbuch nach der Handschrift in der Vaticana. 8. Sammelband mit wichtigen handschriftlichen Materialien 4. Midrasch Bereschith Rabba nach Handschriften, von Dr. Theodor kritisch bearbeitet. 3. fllKJp nn:i52 von Jechieldi Pisa, bearbeitet von Dr. D.Kaufmann. Eine Fortsetzung des Diwan Jehuda ha Levi^s, worüber noch Unterhandlungen schweben. Allerdings hängt es von der Zahl der Mitglieder und der pünktlichen Einsendung des Jahresbeitrages mit zehn Mark ab, wieviel hiervoll bereits im neuen Jahrgange erscheinen wird. Berlili, am 20. Februar. Der Vorsitzende: Dr A. Berliner. > j I i! I volksbildender Vorträge" erschienen, die die rührige Verlagsbuchhandlung herarlsgiebt. Wir können die Lektüre dieser Arbeit, aus der die A. Z. d. I. in früheren Jahren bereits Proben gebracht hat, in gegenwärtiger Zeit ganz besonders empfehlen. Der Beweis dafür, daß Israel schon in der vorchristlichen Zeit ein treues Gemeinschaftsleben mit Andersgläubigen gepflegt, hat der gelehrte Verfasser durch seine geistvolle und sachkundige Darstellung überzeugend geliefert. s. U Spvechsaal. S ehr geehrter Herr Redakteur! In der Nummer 7 von: 17. Februar Ihres geschätzten Blattes bringen Sie einen Allfsatz: „Was uns dringend noth thllt", mit dessen letzter Forderung, der Heranbildung jüdischer Krankenpflegerinnen, Jederinann einverstanden sein wird. Nur gestatten Sie nlir, einige Jrrthümer oder Mißverständnisse der Verfasserin aufzuklären. Der Mangel au jüdischen Krankenpflegerinnell ist nicht aus der Theilnahmlosigkeit der jüdischen Frauen hervorgegangen, sondern aus der Unmöglichkeit, in einem der bestehenden Vereine zur Heranbildung von Pflegerinnen aufgenornmen und ausgebildet zu werden. Christliche Vereine, die so dringend frischer Kräfte bedürfen, weigern sich trotzdem, jüdische Mädchen oder Frauell aufznnehmen. In meinem nicht sehr großen Bekanntenkreise sind zwei Mädchen, die den redlichen Willen und die Vorbildung hatten, die aber beide all der Unrnöglichkeit, aufgenommen zll werden, ihr Vor. haben scheitern sahen. Es wäre also vielleicht nicht ungeeignet, wenn christliche Institute sich in diesem Punkte einer größeren Toleranz befleißigten. — Vor Allem aber müßte an jüdischen Hospitälern die Möglichkeit zur Erlernung dieses schwierigen Berufes, der mehr als einer kurzell Ausbildung bedarf, erst geschaffell werden. Wo gelernt werden soll, da lnuß auch Einer sein, der lehrt. Und so lange in den jüdischen Krankenhäusern „die Krankenpflege durch Wärterinnen besorgt wird, die von dem Ideal einer Krankenpflegerill so weit entfernt sind, wie ein Handwerker von einem feinfühlellden Künstler", so lange können dort allch keine besseren Pflegerillnen ausgebildet werden. In New-Aork besteht ein Hospital, das zugleich — in, ich glaube, zweijährigeln Kursus — eine Anzahl junger Mädchen oder Frauell gleichviel welcher Konfession kostenlos zu Wärterinnen heranbildet Nack beendigtem Kursus bestehen die Mädchen eine Prüfung, durch die ihnen bann die Befähigung zu einer wirklich sachgemäßen Pflege anerkannt und zugleich Aussicht auf reichlichen Erwerb in ihrem schweren aber segensreichen Berufe eröffnet wird. Das ganze ,.Mount, Sinai Hospila! and Training School for Nurses“ ist eine jüdische Allstall. Sollte sieb für eine ähnliche Einrichtung, wenn ein sachgemäßer Plan dazu von be rufener Seite gemacht wird, nicht auch in Deutschland unter unserell Gtaubensgenossen bald das nöthige Kapital zusammenbringen lassen? Ich bin davon ebenso fest überzeugt, wie davon, daß sich, wenn solche Anstalt erst besteht, auch bald die Anwärterinnen für den Beruf finben werden Nur müßte gleich von vornherein Sorge getragen werden, daß bei ein tretender Krankheit oder vorübergehender Beschäftigungslosigkeit und im 'Alter den Pflegerinnen eine Heimath in einer Art Mntterhaus geboten wird. Zu jeder weitereil Auskunft in Betreff jener Anstalt in New-Aort ulld allch sonst bin ich, soweit meine Kenntnisse und Erfahrungen reichen, stets gern bereit. Hochachtelld Seesen, 1. März. Frau Lina Philippson. d — Das März Heft der „M o n a t s s ch r i f t für G e s ch i ch t e u n d Wissenschaft des Judenthums" (Breslau, Schottläuder) enthält folgende Aufsätze: M. Güdenlann: Neutestamentliche Studien. II. — PH. Bloch: Die Mystiker der Gaonenzeit und ihr Einflllß auf die Liturgie. (Forts.) — IH. Epstein: Studien zum Jezira-Bllche und seinen Erklärern. — D. Kaufmann: Tie Verheerung von Ung. Brod durch ben Karuzzenüberfall vom 14. Juli 1689. — Besprechungen und Anzeigen. — Bibliographische Uebersicht über die im Jahre 1891 erschienenen Einzelschriften. (Schluß). — Dr. T o b i as Cohn: Israels Gemeinschaftsleben mit den vorchristlichen Völkern. Berlin 1899, bei Richard Lesser. — Diese kleine aber inhaltsreiche Schrift ist in der „Sammlung gemeinllütziger und Geehrter Herr Redakteur! Gestatten Sie mir, nachdem die in Ihrem geschätzen Blatte Nr. 7 abgedruckte Erklärung der Rabbiner mir nicht zur Unterzeichnung zuging, hier öffentlich kund zu geben, daß ich besagter Erklärung ihrem ganzerl Inhalte nach zustimlne. Bamberg, 27. Februar. Dr. H. Werner, Distriktsrabbiner für den Distrikt Burgebrach. Druck und Verlag von Rudolf Masse in Berlin Verantwortlich für die Redaktion- Mar Bauchwltz in Berlin

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.