Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 10 (10.3.1893)
- Date
- 1893-03-10
- Page
- Seite 114 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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114 Bon der leider sehr zerstörten Inschrift auf der Hadad-Statue liegt in der Berliner Publikation ein Fnesimile von der Meisterhand Julius Euting's vor. Man kennt das scharfe Auge und die sichere Hand dieses Gelehrten und weis;, welches Vertrauen beide verdienen. Der Publikation ist auch eine Transskription in hebräischen Lettern beigegeben, die aber vielfach vom Faesimile abweicht. Dnrch diese Abweichungen druckte Euting stillschweigend Zweifel aus über die Lesungen des Faesimile. Durch das Faesimile ist der wesentlichste Schritt der Entzifferung gemacht. Freilich bleibt noch viel zu thun übrig, denn abgejehen von einigen sicheren Stellein die jeder Fachmann verstehen muf;, fordert die Inschrift durch viele dunkle Wörter, eigenthümliche Formen imb Wendungen, die noch durch Lücken rätselhafter gemacht werden, den ganzen Scharfsinn und die Phantasie der Epigraphiker heraus. Ich glaube, durch folgenden llebersetzungsversuch Einiges zur Aufhellung dieser Räthsel beizntragen. „(1) Ich bin Pananiinu, Sohn des Karat, König von Ja'di, der errichtet hat diese Statue dem (Gotte) Hadad . . . (2) Es standen mir zur Seite . . . (die Götter) Hadad und El und Reschef und Rakübel und Schemesch und es gaben in meine Hand Hadad und El (3) und Rakübel unb Schemesch und Reschef das Szepter voll Hilbübah. Unb es stand mir bei Reschef und was immer1) ich fasse (4) mit meiner Hand (glückt um*), und was immer ich erflehe . . . von ben Göttern, gewähren sie mir und Frieden und Sättigkeit (5) . . . ein Land von Gerste . . . (6) ein Land von Weizen und ein Land von Knoblauch (7) und ein Land . . . sie bearbeiteten den Acker und den Weingarten . . . (8) . . . Panammu. Auch bestieg ich den Thron meines Vaters und es gab Hadad in meine Hand (U) das Szepter von Hilbübah [ itnb hielt fern] Krieg und Verleumdung von dem Hause meines Vaters. Und in meinen Tagen waren Nahrungsmittel und Getränke reichlich. (10) Und in meinen Tagen . . . (11) El und Ratübel und Schemesch und Ark-Reschef. Und Ehre-) verliehen sie mir . . . (12) . . . den Göttern. Und Gaben (?) nehmen sie aus meiner Hand, und was ich bitte von den (Göttern, gewähren sie (13) sie mir und Macht . . . (Und gelobt hattet Karat den Göttern . . . gab Hadad . . . (14) . . . und bauest . . . und errichtest das Standbild des Hadad und . . . einsetzen den Panammu Sohn des Karat zum König (15) von Ja'di . . . und Panammu mein Sohn wird ergreifen das Szepter und sich setzen auf meinen Thron und Macht stützen unb Opfer darbringen (IG) dein Hadad . . . und er wird opfern . . . ein Opfer dem Hadad und gedenken der Schuld vor Hadad . . . die Seele des Panammu mit dir und du tvirst machen (?) die Seele des Panammu mit dir . . . er wird gebeuten die Seele des Panammu mit (17; . . . ein fehlerloses Opfer . . . daran er Wohlgefallen finden wird.-P Er bat Hadad und El und Rakübel und Schemesch (10) . . . und ich setzte ein . .. (20) . . . sie gaben mir Nachkommen . . . und mein Sohn lvird fassen das Szepter und besteigen den Thron des Königs (21) . . . und wird stützen die Macht und opfern . . . als ein Sühnopfer für Panammu . . . (22) mit Hadad, und du wirst machen die Seele des Hadad mit . . . von ihren Opfern sein Opfer, und er möge kein Wohlgefallen daran haben, und was immer er bitten wird, nicht möge es ihm gewähren Hadad. Und Hadad . . . nicht lvird ihm geben zu essen . . . (24) . . . und ihm vorzuenthalten . . . (Wenn er schützen wird dieses Denkmal] (25) wird er halten das Szepter in Ja'di und lvird sitzen auf G Fa inali zali. G Beachte den Status ul ».solutus auf >,, der wiederholt in den Inschriften vorkonuut und bis jetzt nicht erkannt worden ist. ''Auch der Plural auf i (ohne n) ist mißverstanden worden. 3 Arabisch nnlhija, hebräisch rasali. meinen! Throne und wird herrschen... seine Hand am Schwerte . . . oder . . . (26) er wird zerstören (?) oder in Wuth, oder . . . oder durch seinen Bogen, oder auf seinen Befehl (27) . . . befehlen zu verderben und hinznlegen an den Eingang der Höhle eines wilden Thieres, oder an einen Ort, lvo gezähmt werden wilde Thiere, oder an einen Ort . . (28) . . . gestattet zu verderben, er wird vollenden . . . und er wird sie aufstellen in seiner Mitte (29) es sagt euer Bruder: gestern . . . welches er stiftet dein Gotte seines Vaters. Wer da sagt: „er ist ein todter Mann", sage ihn! „nicht mit (30) frevelhaften! Munde sprich (?)" .... oder wenn zerstört (?) ein Nachfolger . . . (31) das Denkmal oder es mit Steinen schlägt und in Feuer verbrennt . . . und wenn er mit Steinen zerschlägt und in Feuer verbrennt . . . wenn er es zerstört (32) an seinem Orte . . . durch seinen Bogen oder durch seine Macht, oder sein Wort (33), oder auf seine Aufreizung hin . . . oder wenn du es zerstörst im Zorn . . . oder (34) darauf schreibst oder anstiftest einen fremden Mann, das; er es zerstöre . . Tie Inschrift zerfällt augenscheinlich in drei Theile. Der erste Abschnitt (Zeile 1 bis 13) erzählt von der Errichtung des Denkmals und der Verleihung der Herrschaft über das Land Ja'di an Panammu durch die Götter. Unter den fünf Gottheiten steht Hadad, dem das Tenkinal errichtet ist, an der Spitze. Der König rühmt sich des Segens und der Fülle, deren er sich und sein Volk zu erfreuen hatten. In dem zweiten Abschnitte (13 bis 24) spricht nicht König Panammu, sondern dessen Vater Karat, der seinem Sohne Panannnu vor seinem Tode den letzten Willen kundgiebt und ihm verschiedene Wünsche ans Herz legt, darunter wohl ganz besonders die Verehrung des Gottes Hadad und die Errichtung der Statue, die er zu errichten gelobt hatte und nicht mehr ausführen konnte. Den Uebergang bilden die dunklen Zeilen 13 bis 15, und die ganz« Szene erinnert lebhaft an die letztwillige Kundgebung David's welche im zweiten Buche des Königs, Kapitel 1 bis 2, geschildert wird. Der dritte Abschnitt (Zeile 24 bis 34) enthält die in den seinitischen, besonders aber in keilschriftlichen Denkmälern übliche Fluch formel gegen Jeden, der die Inschrift zerstört, von der Stelle wegschleppt den wilden Thieren zun! Zertreten hinlegt, mit Steinen zerschlägt den Narnen des Stifters auskratzt und seinen eigenen eingräbt. Solche Fluchforineln sind in fast allen alten semitischen In schriften üblich. Ansätze finden sich z. B. in der Inschrift von Byblowie ans dem Sarkophag Aschmunazars von Sidon und der aram Inschrift von Teimü. Sehr ausführliche Schlußformeln bieten di sabaischen Denkmäler. Am ausgebildetsten treten uns solche Formelauf den babylonischen und assyrischen Inschriften entgegen. Besonder weitläufig sind solche Formeln auf Kaufverträgen, die auf 'Steine oder Thontüfelchen erhalten sind. Ta werden Segenssprüche gespendc delnjenigen, der den Vertrag eiuhält, und der Fluch aller Götter an gerufen gegen Jeden, der den Vertrag bricht. Es sind wahre Muster karten von Flucharten, Plagen und Krankheiten, die als Strafe au gezählt werden für die Vertragsbrüchigen. Das; die Flüche zahlreiche sind als die Segnungen, versteht sich von selbst. Die Güter dc - Lebens lassen sich in wenigen Worten zusauunenfassen, die Unglückfälle sind so verschieden und mannigfach wie die Wechselfälle b Schicksals. Dieses Fluchformelwesen, welches einen integrirenden Bestau theil der Verträge und Bündnisse bildet, läßt zwei Abschnitte d - Pentateuch, ich meine Leoiticus Kapitel 33 und Deuter. Kapitel 2 und 28, in einen! ganz besonderen Lichte erscheinen. Beide Abschnil . bilden den Schluß von (Gesetzessammlungen, die sich als Vertust zwischen Gott und Israel repräseutiren, und lvährend der erste in i den Worten endigt: „Dies sind die Gesetze, Verordnungen mm