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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-02-17 · Heft 7 (17.2.1893) · p. Seite 84

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 7 (17.2.1893)
Date
1893-02-17
Page
Seite 84 (sequence 14)
Language
German
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84 SR. 3-1 tag hi generij Genos widerl Neunen selbstv. 9 uma: oic itf der xt . f ür 1!V Diese .' philo Stück | Denn juris i gesabedc Deo sorü <S,ty m M I abv que Gel beu bog I no: ab sv Ä la d< se * a \ , i \ J heutige Euch anreden dürften mit den Worten der Schrift: Ihr stehet heute allesammt vor dem Ewigen, eurem Gott." — Man muß eben in unseren Tagen, in welchen das religiöse Leben in vielen Streifen so sehr ermattet ist, nach jedem Mittel greifen; alte und neue Einrichtungen sollte man gleichmäßig fassen und Hochhalten, wenn sie nur dazu angethan sind, den Gottesglauben in den Herzen und in den Häusern zu festigen. — Von den patriotischen Reden 38- 40 S. 215—233, welche warme Vaterlandsliebe athmen, heben wir besonders die Trauerrede Zum Gedächtniß Sr. Majestät des Kaisers und Königs Friedrich 10. S. 233 hervor. — Als Anhang fügte M. dieser Sauunlllng noch drei Reden 41—43 S. 243—271 bei, welche sich durch ihre Art und ihren Umfang von der Gelegenheitsrede unterscheiden. Die Gabe ist uns sehr willkommen. Sowohl die Gastpredigt, welche M. einst in der neuen Synagoge zu Berlin hielt, wie auch die Predigt, welche er daselbst hielt, als er sein Amt hier antrat, machen uns mit der Manier bekannt, nach welcher M. größere Predigten airsgearbeitet zu sehen wünscht. Rückblicke auf die Geschichte Israels verbinden sich mit Ausführungen und sinnigen Deutungen aus dem reichen Schatze des jüdischer! Schriftthurrres, um die Reden geistig zu beleben, und sie, ohne daß sie das Gepräge der Gelehrsamkeit tragen, doch belehrend wirken zu lassen. Wir hätten gewünscht, noch eine Art der Gelegenheitsreden in den Kasualreden M.'s vertreten zu sehen, die Tischrede. Als ein Beispiel, wie trefflich urrd wie wirksam diese sein können, mögen die Reden gelten, welche einst Tr. Sachs und Prof. M. Lazarus bei dem Festmahle sprachen, welches die Feier des 25jährigen Amtsjubiläurrrs des Dr. Sachs schloß und welche Reden in der Sarrrmlung „Treu und Frei" von Lazarus abgedruekt sind. Bei solchen Fällen kann der Rabbiner oft ganz andere Dinge und Punkte zur Sprache bringen als bei sonstigen Kasualfälleu. Vielleicht ergänzt M. dies in einem der folgenden Bände seiner Predigten. ... 1 . . . . r — Heft 43 des 25. Bandes der „Revue des 6 lud es juives“ (Paris, A. Durlacher) hat folgenden Inhalt: -1 Levi: Le repo^ sabbat.i<|iu* des ünies damnees. — 8. Kmus: Les anlipuites irauloises dans le Talmud. — A. Epstein: La lettre d’Eldad sur les dix trihus. — M. Gaster: La source de Jalkut. 11 — D. Kaufmann: Lne Hnggadn de la France septentrionale avant appartenu :> Jacob b. Salomon. — 8. Kahn: Thomas Platter et les juifs cP Avignon. — J. Levi: Lne aumoniere judes-espagnole en pierre - G de Betheeourt: Les tresors des juifs Sephardim (suite). — .Notes et Melange«. — Bibliographie. Kpvechsaal. Geehrte Red aktivn! Als Nachtrag zu meiner in der Allg. Ztg. des Judth. Nr. 53 vom 30. Dezember 1892 widergegebenen Relation erlaube ich nur, jene Liste jüdischer Gelehrten Ostgaliziens um einige illustre Namen zu bereichern: Mordchai Strelisker, Selig Mondschein, Jacob Bodek, Naftali Mendel Schorr und Alexander Langbank, sämmtlich hervorragende Hebraisten, Kritiker, Grammatiker und Schriftsteller. B er i s ch G o ld e n b er g, Naftali $t eller, bedeutende Litteraten, Gründer und Herausgeber der auf die neuhebräische Litteratnr und deren Entwicklung von großem Einfluß gewesenen Sammelschriften: „Biknre liaifiniL „Rikurim“. M oses M o r d ch a i Juwel, Verfasser mehrerer werthvoller Bücher über Physik, Naturgeschichte, Uebersetzer der Hufelandschen Makrobiotik ins Hebräische. Mordchai Hirsch Zolles, sowie seine beiden talentvollen Söhne Jesaja und Ber Zolles, eine Familie gediegener Talmudisten und gründlicher Hebräer. Jeschaja I., ein Zeitgenosse Nappaports, machte durch das s. Z. veröffentlichte Mahnwort an die galizischen Kultusgemeinden, Kulturbestrebungen betreffend, unter dem Titel „Eth Jedaber“ großes Aufsehen. Moses L. Hermelin, Talmudist und Schriftsteller orthodoxer Schattirnng. Hirsch Mendel Pineles, bekannt durch seine berühmten Abhandlungen auf dem astronomischen Gebiete, sowie wegen dessen mit dem Astronomen und Nestor der hebräischen Litteratnr Slonimski in den hebräischen Zeitschriften ausgefochtenen fachmännischen Disputationen. Mordchai Jonas Rosenfeld. Der litterarischen Welt durch das Pseudonym „2"^"^" bekannt, von Beruf Schächter, verrieth in seinen zahlreichen Schriften tiefes talmudisches Wissen und gründliche Midrasch-Kenntnisse. Noch zweier Führer auf dem Gebiete des talmudischen und des gesammten jüdischen Wissens sei hier zu deren Ruhme zu gedenken: R. L. Nathansohn s. A., Vater des vom Rabbiner Dr. Zimmels aufgeführten N. Josef Saul s. A Rabbiner zu Lemberg, ein Schöngeist im vollen Sinnesworte. Materiell unabhängig, widmete der Rabbi sein ganzes Leben dem Studium des Talmud und der jüdischen Wissenschaft, zn deren Ergründung ihm die Kenntnisse profaner Sprachen öfters verhalfen. Sein gediegenes Auslegen verwickelter Bibelstellen auf Grund talmudischer Schlüffe unter Zuhilfnahme der Naturgeschichte und anderer Disziplinen versetzte seine Zuhörer, die nach dessen Hinscheiden seine Entdeckungen in Druck legten, öfters in Staunen. Seine überaus schwächliche Körperkonstitution verhinderte ihn an der Ausführung so mancher großer Ideen. R. Jesaja Meier Kahane-Schapira, Rabbiner zu Czortkow. Ein tiefer Kenner des Talmuds und der neueren rabbinischen Litteratnr, genoß derselbe wegen seiner lehrreichen Beiträge in den hebräischen Zeitschriften den Gelehrtenruf auch weit über die engeren Grenzen seines Heimathlandes. In Erinnerung Aller leben noch seine s. Z. im „Hamagid" veröffentlichten Edikte der Vierländer-Rabbiner-Synode zu Jaroslau gegen die 31t jener Zeit sich verallgemeinernde Unsitte der Beschenkung und Beeinflussung der Gemeinden bei der Wahl bezw. Aufnahme nicht qualifizirter Rabbiner, die Sch. durch seine reichhaltigen Glossen beleuchtete Sch. verstand allerdings unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen sich in seiner nach dem Osten vorgeschobenen Gemeinde, woselbst eine alte Wunderrabbi-Dynastie hauste, eine dominireude Stellung zu verschaffen und selbst dieser vermöge seiner Aufrichtigkeit und Gelehrsamkeit zn imponiren! Lemberg, im Januar. I. Perlberger. Graudeuz, den 3. Februar 1803. Sehr geehrter Herr Redakteur! Es ist schon vielfach die Frage aufgeworfen worden, ob es nicht von großem Nutzen für Juden und Judenthum wäre, wenn auch anderwärts Gymnasien und Realschulen nach dem Muster von Frankfurt und Hamburg gegründet würden. Der Hauptgrund gegen diesen Plan lag wohl stets in der Befürchtung, daß diese Absonderung den Juden zum Vorwurf gemacht werden könnte. In der That soll ja die gemeinsame Schule zur Freundschaft und Kameradschaft der Kinder aller Konfessionen führen. Wie die Sachen aber leider jetzt liegen, ist dies kaum der Fall. Der Antisemitisntus hat sich leider auch in den Schulen eingenistet, wo die jüdischen Schüler nicht nur vielfache Ehikanc und Verhöhnung von ihren christlichen Schulkameraden erdulden, sondern sogar von manchen antisemitischen Lehrern Kränkung und Zurücksetzung ertragen müssen. Ein Professor am hiesigen Gymnasium fuhr diese Woche einen jüdischen Tertianer, der sich weigerte, am Sabbath zu schreiben, barsch an: „Schert Euch doch in ein jüdisches Gymnasium, hier ist eine evangelische Anstalt." Wenn die jüdische Jugend bei einer solchen Behandlung nicht verzagt, ist cs zu bewundern. Wie soll sie begeistert sein für ihre Religion, wenn sie von der Erhabenheit leider viel zu wenig Kenntniß hat und sie nur etwa nach der Definition von Heine „Das Judenthmn ist ein Unglück" kennt. Unter den jetzigen Umständen wäre wohl die Gründung von höheren jüdischen Schulen wenigstens in den größeren jüdischen Gemeinden ein Segen. Die jüdische Jugend könnte mit dem allgemeinen Wissen auch jüdische Kenntnisse erwerben, jüdische Studenten könnten getrost Philologie studireu, da sie Aussicht auf Anstellung hätten, und das Judenthum würde sich sicher dadurch heben. W. Pr iw in, Kantor. Truck und Vertag von Rudolf Moye in Berlin. VeranNvorlllch für die Redaktion. Mar Baucbwrtz in Berlin.

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