Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-02-17 · Heft 7 (17.2.1893) · p. Seite 78

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 7 (17.2.1893)
Date
1893-02-17
Page
Seite 78 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3227986-3227994--49529-3271099
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

78 97.4 tag gern Gei wid Ms nn oie 'oet phi SL De jw 8« be' A s° <$; s q» G b( bi n i o s 1 ü> \ / ii Stets haben die Mitglieder, getreu diesem Prinzip, ihre Aufgabe erfüllt, zumeist auf ihre eigene Kraft angewiesen und nur wenig unterstützt von jenen Männern, deren Beruf sie eigentlich verpflichtete, sich sua sponte in den Dienst dieses Vereins zu stellen. Bisher haben dem Verein 98 Mitglieder angehört, mit Rücksicht auf die eben angeführten Gründe eine immerhin hohe Zahl. Sämmtliche Fakultäten waren vertreten. Die Mediziner arbeiteten eben so eifrig wie die Theologen. Wo so einmüthig unter den Studenten aller Fakultäten für einen idealen Zweck gekämpft wurde, da konnte auch jene Forderung nicht unerfüllt bleiben, die jeder akademische Verein auf sein Banner geschrieben hat, die Pflege der Freundschaft und Geselligkeit, die Förderung des gemeinsamen wissenschaftlichen Strebens. Seinen wissenschaftlichen Aufgaben suchte der Verein vornehmlich durch Vorträge bezw. Referate gerecht zu werden. Während des ganzen Deeenniums wurden 186 Vorträge gehalten, eine Zahl, die am besten auf eine rege Vereinsthätigkeit schließen läßt. 163 Vorträge wurden von den Mitgliedern selbst, resp. den alten Herren gehalten, die übrigen 23 Vorträge verdankt der Verein Männern der Wissenschaft. Unter den Letzteren sind besonders zu nennen die Herren Dr. David Cassel, Dr. Gustav Karpeles, Dr. Immanuel Ritter, Dr. Jakob Egers, Dr. Joel Müller, Dr. Adolf Rosenzweig und Prof. Dr. Martin Philippson. Ein besonderes Verdienst um den Verein erwarb sich Dr. David Cassel. Er war es, der demselben den ersten Vortrag im ersten Semester gehalten hat, er war es, der sich trotz seines hohen Alters unausgesetzt zu Vorträgen bereit finden ließ. Gern und oft kam er in den Verein. Neun Vorträge hat er in demselben gehalten, der beste Beweis dafür, daß er ihm sehr zugethan war. Der Verein zollte ihm aber auch eine besondere Anerkennung, indem er ihn bereits im ersten Jahre zum Ehrenmitgliede ernanntest) Cassel wußte diese Ehre auch zu schätzen. Das merkte Verfasser dieser Zeilen besonders im September vorigen Jahres, als er im Aufträge der Kommission für die Herausgabe einer Festschrift zum 10. Stiftungsfest den greisen Gelehrten um einen wiffmschaftlichen Beitrag anging. Ohne sich's zu überlege», sagte er zu. Mer hätte damals geahnt, daß dieser Beitrag Cassels letzte Arbeit für den Verein und vielleicht überhaupt werden würde. Während der Verein sich mitten in den Vorbereitungen zum Feste befand, an dem er sich mit seinem einzigen Ehrenmitgliede über das zurückgelegte Decennium freuen wollte, da entriß ihn der grausame Tod und schlug eine Lücke im Verein, die nur sehr schwer wird ausgefüllt werden können. Seine Thätigkeit für den Verein sichert ihm bei allen jetzigen und früheren Vereiusmitgliedern ein unauslöschlich treues Andenken. Bon den zahlreichen Vorträgen, die im Verein gehalten worden sind, sind auch mehrere drirch den Druck veröffentlicht worden; wir erinnern nur an „Die Armenverwalt» »g im alten Israel" von Cassel, an „Mendelssohn und Lessing" von Ritter, an „Jerusalem lind Caesarea" von Rosenzweig. So hat der Verein nicht nur für die Verbreitung, sondern auch für die Förderung der Wissenschaft des Judenthums gewirkt. Wohl das würdigste Denkmal setzt sich der Verein durch eine Festschrift,-) die er an seinem Jubelfeste herausgiebt, um auch öffentlich von seinem emsigen Streben Zeugnis; abzulegen und ein Bild voll seiner Entwicklung auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Die Festschrift enthält zunächst zwei wissenschaftliche Abr) Dieselbe Würde verlieh der Vereiil im vierten Jahre seines Bestehens Herrn Dr. Immanuel Ritter, Berlin, und ein Jahr später Herrn Prof. Dr. Grätz, Breslau. -) Im Verlage des Bibliographischen Bureaus zu Berlin. handluugen, die einen, wie bereits erwähnt, von Dr. David Cassel unter dem Titel „Sebulon uud Jsachar", die andere vom a. H. Direktor Julius Steinschneider: „Einiges über R. Samuel Usque's Tröstungen für Israel." Diesen beiden Arbeiten schließt sich die Chronik des Vereins au. Eine Beurtheilung dieser Festschrift wird hoffentlich an anderer Stelle dieses Blattes von berufenerer Feder erfolgen. Ueber die Art der Vorträge, die der Verein geboten hat, über seine Theilnahme an den festlichen Kundgebungen, die von der gesammten Berliner Studentenschaft ausgegangen waren, über die festlichen Veranstaltungen an den Jubiläumstagen bedeutender Männer auf dem Gebiete der Wiffenschaftdes Judenthums, über die Bibliothekverhältnisse u. s. w. mögen die freundlichen Leser, die hierfür Interesse bekunden, in der Festschrift selbst lesen; von der Sympathie, deren sich der Verein bei anderen akademisch-wissenschaftlichen Vereinen und nicht inkorporirten Studenten erfreut, wird das am Montag den 20. d. M. stattsindende Stiftungsfest selbst Kunde geben. Daß das Wirken des Vereins nicht vergeblich gewesen ist, dafür bürgt das Streben seiner alten Herren, die nach wie vor treu zu seiner Fahne halten und durch die im Juli 1891 erfolgte Gründung eines „Verbandes alter Herren" die Beziehungen der alten Herren zum Akademischen Verein für jüdische Geschichte und Litteratur dauernd aufrecht zu erhalten und dessen Interessen zn fördern suchen. So liegt denn die Geschichte eines Vereins vor uns, dem wohl Niemand bei seiner Gründung ein solches Gedeihen zu prophezeiheu wagte, dem jetzt wohl auch Niemand mehr die Berechtigung seines Bestehens absprechen wird. Mögen dem Verein noch viele solcher Männer erstehen, wie Cassel einer war! Mögen diejenigen Männer der Wissenschaft, die früher zum Verein hielten, ihm auch ferner treu bleiben! Mögen aberjauch alle Anderen, die, von falschen Auffassungen ausgehend, sich von ihm fern gehalten haben, ihm fördernd zur Seite treten! Dann wird der „Akademische Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" auch in Zukunft in alle» akademischen Kreisen die Begeisterung wecken, die eine edle Sache zu allen Zeiten gefunden hat. Mas uns dringend noth thut. Von Hulda Berge!. Zu den wichtigsten Geboten der Schrift gehört bekanntlich die Krankenpflege, und in jedem Ort, wo eine größere jüdische Gemeinde besteht, ist eine Chewra-Kadischa, ein Verein zur Krankenpflege und Beerdigung der Gemeindemitglieder, sowie auch ein Frauenverein, der die gleichen Zwecke verfolgt, vorhanden. Für die Bedürfnisie kleinerer Orte mag dies auch völlig genügen, anders liegt jedoch die Sache in größeren Städten. Wie steht es nun da mit der Krankenpflege, die der Israelit vorsindet? Den Kranken, die keine eigene Häuslichkeit besitzen oder nach besonders gefahrvollen Operationen zu Hause nicht die geeignete Behandlung finden können, stehen, abgesehen von dem sehr kostspieligen Aufenthalt in ärztlichen Privatkliniken, christliche und jüdische Kranken Häuser offen, in denen sie unentgeltlich oder für verhültnißmäßig geringe Kosten Verpflegung und Heilung erwarten können; die christlichen Krankenhäuser nehmen, mit geringen Ausnahmen, Kranke ohne Unterschied des Glaubens auf; in den Städten, wo es jüdischc Krankenhüriser giebt, erfüllen diese den gleichen Zweck und geben dem rituell lebenden Juden noch das beruhigende Bewußtsein, nicht dir Speisegesetze übertreten zu müssen. B chwerr Ende ' -er Ei ie pfl, reren Nutte oft no Geschä tue toii steht, i wenn guter and si ine g sterbo gaben krank! ouszuj oei d> krank viele 6 von se Gefäß Krank liaben, 2 Erkrai in Ml Lolch gczwu Lache oöchei Zeschc ireng on v Äochi dieser geht i infad öuntl >ets i Schm :l stä hin r chlun >ber ' ,-iese ■dt d msbr C Elan! Umfa licht i in de dring Nieni zu en bei i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.