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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-02-10 · Heft 6 (10.2.1893) · p. Seite 66

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 6 (10.2.1893)
Date
1893-02-10
Page
Seite 66 (sequence 8)
Language
German
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66 weiblichen Namen, als aus dem Deutschen, Altdeutschen, Gothischen und aus anderen Idiomen: Adolf, Arnhold, Bernhard, Carl, Erich, Ernst, Gottschalk, Heinrich, Hermann, Otto, Ludwig, Siegfried, Siegmund, Richard, Robert. Rudolf; — Mathilde, Minna, Jda, Gertrud, Hedwig, Elfriede, Ella, Adelheid, Amalie, Emma, Bertha u. o. a.; aus dem Lateinischen: Paul, August, Martin Benedikt (Bendix), Moritz, Julius, Leopold, Victor, Felix; — Pauline, Regina, Lanra, Flora, Franziska, Emilie, Amanda, Auguste, Karoline, Klara Agnes u. a.; aus dem Griechischen: Philipp, Alexander (Alex), Theodor, Isidor; — Therese, Sophie, Margarethe Melanie, Helene, Dorothea und die Umkehrung dieses Namens: Theodora (Dora); aus dem Englischen: Wilhelm, Eduard; — Nanuy, Jenny. Sally; aus dem Französischen: Louis; — Louise, Henriette(Henny,Jettchen); aus dem Russischen: Feodor: — Olga; aus dem Italienischen: Bella; aiis dem Schwedischen: Gustav u. s. w. u. s. w. — Freilich sind alle diese Namen nicht direkt aus ihrer eigentlichen Heimath, sondern auf oem Unrwege durch das deutsche Vaterland, nachdem sie daselbst das Heimathrecht erworben, bei den deutschen Juden eingewandert; allein sie beweisen einestheils den Drang der Juden, nach allen Richtungen den Anforderungen der Schönheit gerecht zu werden, und widerlegen andererseits das noch immer hervortretende Vorurtheil, daß die Juden das Bestreben Hütten, sich in Lebensweise, Sprache, Sitten und Gewohnheiten von ihren deutschen Stammesbrüdern und Schwestern abzuschließen, Tie in einem großen Theile von Deutschland festgehaltene Sitte, verstorbene Eltern oder Großeltern dadurch 31t ehren, daß man ihre Namen auf die Neugeborenen übertrügt?) ist mit dem Streben, bei der Namengebung zugleich die Gesetze der Schönheit zur Geltung zu bringen, häufig schon in argen Konflikt gerathen. Anfangs hielt mau darauf, indem man die ursprünglichen Namen einfach beseitigte, wenigstens einen anklingenden Konsonanten oder Vokal desselben beizubehalten, und so ist aus den: Abraham — Albert, aus Moses — Moritz, aus Samuel — Sicguumd, aus Rahel — Regina, ans Blümchen — Bertha u. s. w. geworden. Aber auch die so gefrmdenen neuen Namen konnten, wenn auch nicht jüdischen Ursprungs, doch immerhin insofern noch als jüdische gelten, als sie, wie oben schon gesagt, von Juden vorzugsweise verwendet wurden. Dian glaubte nun, der Pflicht der Pietät schon dadurch genügen zu können, daß man zwar dem Kinde einen freigewählten schönen Namen beilegte, aber auf dem Standesamte oder von dem Mohcl den eigentlich jüdischen Namen eintragen ließ, an den man dann später meist gar nicht mehr dachte. Manche freilich haben dabei gewiß nicht ausschließlich ästhetische Rücksichten walten lassen, sondern hielten es wohl nicht für durchaus nothwendig oder zeitgemäß, sich schon durch ihre Namen als von jüdischer Herkunft legitimiren 31t müssen. Durch das gedachte Verfahren ist nun früher, wie Verfasser dieser Zeilen aus eigener Erfahrung bezeugen kann, heillose Verwirrung entstanden. Es wurde nach einem Militärpflichtigen Moses gesucht und man konnte nur einen Martin finden. Lange Protokolle und Zellgenvernehmungen konnten erst die Identität der beiden Namen feststellen. Einer jungen Dame, die sich 311 verheirathen im Begriff stand, wurde längere Zeit der Geburtsscheiri vorenthalten, da sie nicht i) Bon dieser Sitte weiß übrigens das jüdische Alterthum nichts. Sie ist neueren Ursprungs ilnd nicht, oder doch wohl nur vereinzelt, über die deutsche Grenze gekommen. Im biblischen Alterthum z. B wurden die Namen in Anlehnung an irgend eine wichtige Begebenheit (lneistens von den Müttern) frei gebildet. So hat Jakob, der in den pietätvollsten Ausdrücken von seinen Vätern Abraham und Isaak spricht, keinen seiner zwölf Söhne nach ihnen benannt, ebensowenig wie seine Tochter Dina nach einer der berühmten vier Stammuiütter. allders wußte, als daß sie Regiua heiße, ihr inzwischen verstorbener Vater aber auf dem Standesamte Rechte hatte eintrageu lassen. Bon so rührender Pietät mm and) der Wunsch Zeugniß giebt. die Namen ehrwürdiger Vorfahren in der Familie von Geschlecht zu Geschlecht zu erhalten, so wird doch wohl schwerlich Jemand behaupten wollen, daß durch die oben geschilderte Art der Numenverdrehung oder Verunstaltung auch nur ein Schein dieser Pietät gewahrt wurde. d Urb er das zweite Targum zum Suche Esther. Ein Vortrag von Rabbiner Dr. S. Gelbhaus in Prag Außer dem Exodus aus Aegypten giebt es fein Ereignis;, welches einen so tiefen Eindrnek ans die Phantasie des jüdischen Volkes machte, als die Errettung der Juden aus der Hand Hainaus zur Regiernugszeit des persischen Großkönigs Ahasverus. Selbst die Befreiung von der syrischen Herrschaft und die Heldenthaten der Makkabäer treten vor der Bedeninng dieser Begebenheit zurück. Dieses bekundet sich in der verschiedartigen Stellung, welche dieselben in der jüdischen Litteratur einnehmen. Der Schilderung der Hasinonäerkämpfe und Siege wird kein Platz in der Bibel eiugeräumt, während das Buch Esther einen Bestandtheil des Kanons bildet. Dein entsprechend ist auch die Rangstufe, welche demselben im rabbinischen Schriftthnm angewiesen wurde. Während die ganze inakkabüische Bewegung im Talmud nur flüchtig erwähnt wird und selbst die Vorschriften für das Lichtweihfest nur in einem andere Satzungen behandelnden Kompendium Vorkommen, wird der Inhalt des Buches Esther in einem eigenen Traktat, Megilah genannt, abgehandelt. Dieses ist ein Vorzug, der auch dem Bericht über den Auszug aus Aegypten und den an denselben sich knüpfenden Vorschriften eingerünint wurde, indem ihnen ein besonderer Traktat, Namens Pessachim, gcividmct lvurde. Wie groß mid wichtig dieses Ereigniß in den Augen der maßgebenden Kreise war, ersieht man daraus, daß, obwohl auch in späterer Zeit von stattgehabten Wunder» berichtet wird, das Ereigniß zur Zeit Ahasverus' als das letzte sichtbare Eingreifen der Vorsehung in die menschlichen Geschicke bezeichnet wird (Joma 29). Ja, es wird sogar in gewisser Beziehung demselben eine höhere Bedeiitnng nls der Befreiung vom pharaonischen Joche beigelegt, indem „jene aus der Knechtschaft in die Freiheit, diese vom Tode zum Leben führte". So bedeutend erscheint dem Alterthum diese Begebenheit, daß es von ihr behauptet, sie werde selbst am Ende der Tage ihren Werth nicht verlieren. Es ist daher begreiflich, daß in einer Zeit, in welcher die meisten biblischen Schriften ans dem hebräischen Urtext in das Aramäische übersetzt wurden, auch das Buch Esther eine Uebertragung in diese Sprache erfuhr. Ja, während die späteren Schriften der Bibel, Daniel, Esra und Nehemia, keine Uebersetzungen haben, obwohl in den zwei ersten hebräische Stücke Vorkommen und das letzte ganz hebräisch geschrieben ist, Heft das Buch Esther sogar zwei öffentlich recipirte Uebertragungen. Wir besitzen nämlich zu demselben zwei aramäische Paraphrasen. Die erste steht gewöhnlich an der Seite des Textes der fünften Rolle, die zweite befindet sich in der Regel nach derselben in den Pentateuchansgaben und wird „Targum Schein" genannt. Dasselbe gehört zu der Kategorie der Bibelübersetzungen, welche unter dem Name» Targnniim bekannt ist. Es ist daher angezcigt, bevor wir in die Würdigung desselben eintreten, einige Bemerkungen über die genannten Uebertragungen vorausznschicken. Die ersten Anfänge einer Uebersetzung des hebräischen Textes in das Aramäische reichen bis in die Zeit Esras hinauf. Durch Abkehr der I Zeiten halt i Moses welche durch durch Theile Besoiü Schrif welche Penta Überset Spraci einer e des zn Trakte zählt, man i versteck 91 in jen der P scheu 5 tragnn Aber 1 als dl wickelt! das A so hat im M Schrif! Mehrh Aramc ihm a! T lvelche noch > läuten älteren gillah T legung pheten Ehaga schreibe wie Ml Onkelc Schechi theils beiden beigem mäism erschien Begeist auf. ' wurdet rungen durfte. gebraul

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