Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-02-10 · Heft 6 (10.2.1893) · p. Seite 63

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 6 (10.2.1893)
Date
1893-02-10
Page
Seite 63 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3227986-3227993--49505-3271074
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

63 Iben der kann, so schlag zn >ng nach Pfleglinge »nentlich len darf enstlicher Gebäude et, bietet bau, für e Kosten Zur eine lben als i bezeich- >. Was dasselbe ermögen ltenhans hes von M. ein einzelne iiiflifnt." „Waisen hiesigen m rechtitzen des braven, Keuschen g, voll- Waisenhobenen itigkeitsise, und laubensaus den der im nsgennß pendenoer aus bestehengeschieht ' aufzuickgelegt, Obgleich der Erso wird bis zur Militärchre bei ten eine e Dauer ljährlich iblirung werden; thätern, rch per- -gezahlt, aus sich im Lause der Zeit als zu klein erwiesen, wurde auf einem vom Staate geschenkten Platze im Jahr 1883 ein neues Heim für das Waisen-Jnstitnt erbaut, das geräumig und praktisch hergerichtet worden ist. Die Zahl der Zöglinge ist im Verhältniß zum Alter des Instituts immer eine geringe gewesen. Es liegt der Grund hierfür in der Thatsache, daß eine jüdische Mutter sich nur schwer von ibrein Kinde trennt und die schweren Sorgen für Erziehung und Unterhalt lieber trügt, als daß sie es aus dein Hause giebt, und dann in den in verschiedenen die Aufnahme erschwerenden statutarischen Bestimmungen. Als ein fernerer Grund hiersür muß auch die Thatsache angeführt werden, daß die verschiedenenWohlthätigkeitsvereine, als: Bespeisungs-, Bekleidungs-, Erziehungsverein rc., es den betreffenden Müttern leicht machen, ihr Kind im Hause zu halten. Mutterlose Waisen werden überhaupt nur in Ausnahmefällen in das Institut ausgenommen. 3. Das „Paulinen-Stift". Dieses Waisenhaus nimmt mir Mädchen auf und wurde im Jahre 1857 von den Gebrüdern Jaffa zum Andenken an die in dein gedachten Jahre verstorbene Gattin des I. I. Jaffa, welche den Namen „Pauline" führte, gestiftet. Der Zweck dieses Instituts besteht darin, ganz oder halbverwaisten Mädchen im Alter von 7 bis 17 Jahren unentgeltlich Berpflegnng und Erziehung zu gewähren. Auch hier werden nur Kinder solcher Berstorbenen ausgenommen, die der hiesigen israelitischen Gemeinde angehörten, und auch hier ist die Zahl der Zöglinge, die in dem eigenen Hause des Instituts wohnen, eine geringe. Die Aufsicht über die Mädchen des Stifts führt eine Direktorin, der 2 Ehrendamen zur Seite stehen. Die Verwaltung liegt in den Händen einer aus 0 Mitgliedern bestehenden Direktion und einer aus 8 Personen bestehenden Deputation. Die Zöglinge dieses Stiftes besuchen die „Israelitische Töchterschule", zn deren Vorstand auch .der Prediger der Tempelgemeinde Herr Dr. Leimdörfer gehört, wie überhaupt in dieser Anstalt der freiere» Richtung des Judenthunrs mehr Spielraum gewährt wird, als in dem vorher besprochenen Kuaben-Waiscnhause. Bei Besprechung der übrigen Vereine resp. Institute soll in erster Reihe 4. das „Krankenhaus der „Deutsch-Israelitischen Gemeinde" stehen. Dies Institut wurde im Jahre 1841 zum Andenken an Frau Betty Heine von ihrem Gatten Salomon Heine (Onkel von Heinrich Heine) erbaut und ist im Jahre 1886 renovirt, mit allen Anforderungen, die die Jetztzeit an ein modernes, auf der Höhe der Zeit stehendes Krankenhaus stellt, versehen und gehört nnbestritten zu den gesuchtesten hiesiger Stadt. Den Kranken können alle medizinischen, sowie auch Dampfbäder verabreicht werden. Außer den im Krankenhause wohnenden Acrzten z. Z. Dr. Conitzer und Dr. Israel, steht dasselbe unter Aussicht der Oberärzte Dr. Alsberg für chirurgische und Dr. Korach für medizinische Station. Im Jahre 1891 ist eine Poliklinik angebnut worden, in der Unbemittelte täglich — mit Ausschluß des Sabbaths und der jüdischen Festtage — außer von den genannten Aerzten noch von Professor Dr. Deutschmann für Augenkrauke, Dr. Unna für Haut- und Geschlechtskranke, Dr. Michael für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke und von Dr. Dehn für Nerven Elektrotherapie behandelt werden. Der Haushalt wird streng rituell geführt und betragen die tarifmäßigen Kostgelder zur Zeit in 1. Klaffe 10 M., in 2. Klasse 5 Bi. und in 3. Klasse 2,50 M. pro Tag. 5. „Leopold Gabriel Cahen-Stiftung". Diese für Rekonvaleszenten begründete Stiftung ist im Jahre 1885 von der Wittwe des in der Stiftung genannten Mannes errichtet worden und bezweckt, Unbemittelten, welche nach überstandener Krankheit auf Anrathen der Aerzte zur Wiedererlangung ihrer Kräfte eines Erholungs-Anfenthaltes auf dem Lande, an der See oder an einen Kurort bedürfen, die nöthigen Mittel zu gewähren. 6. „Der israelitische Versorgungs-Verein von 1827". Den diesem Verein zugehörigen Biitglieder», die nur einen geringen Beitrag zu zahlen haben, werden in Krankheitsfällen freie ärztliche und wundärzlliche Hilfe lind ein wöchentliches Krankengeld in angemessener Höhe gewährt. 7. „Israelitischer Verein zur Unterstützung armer Greise". Dieser 1794 gestiftete Verein hat den Ziveck, männlichen und weiblichen Greise, die durch eigene Arbeit sich ihren Lebensunterhalt nicht zu chasfen vermögen, wöchentlich Unterstützung zukommen zu lassen. 8. „Der Israelitische Wohlthätigkeitsverein von 1856". Hier wohnhafte bedürftige Israeliten erhalte» durch diesen Verein regelmäßige Unterstützungen und werden außerdem halbjährlich größere Summe» durch's Loos vertheilt; dadurch werden die glücklichen Gewinner in den Stand gesetzt, über eine größere Summe eigenmächtig verfügen zu können. 9. Der „Unterstützungs-Verein von 1829" bezweckt, durch freiivillige Beiträge solche bedürftige hiesige Israeliten, die nicht in die Listen der Armen - Anstalten eingezeichnet sind und von der Armenpflege keine Unterstützung empfangen, mit Winterröcken zu versehen. 10. „Verein zur Vertheilnng von Kleidungsstücken an arme hiesige Israeliten". Aus den Mitteln dieses Vereins erhalten arme Israeliten Kleidungsstücke zum Gebrauch in den verschiedenen Jahreszeiten. Die Mitglieder dieses, eine segensreiche Thätigkeit entfaltenden Vereins, der im Jahre 1863 begründet wurde, sind meist junge Leute, die ihrem Verein reiche Mittel zufließcn lassen. 11. „Verein zur Bekleidung armer Schüler der Talmud-Thora- Schnle." Um auch den ärmeren Juden Gelegenheit zu bieten, ihre Kinder diesem vortrefflichen Lehr-Jnstitute znzuführe» und sie gut gekleidet erscheinen zu lassen, gewährt dieser vor ca. 80 Jahren gegründete Verein diesen Eltern kostenfrei die vollständige Bekleidung ihrer Kinder. 12. Der „Israelitische Mädchen-Bekleidungs-Verein" ist im Jahre 1834 gestiftet worden und bezweckt die Bekleidung derjenigen Kinder weiblichen Geschlechts unbemittelter Eltern, welche die israelitische Töchterschule besuchen. Die vollständige, der Jahreszeit angemessene Einkleidung geschieht alljährlich zwei Mal; außerdem wird das Fußzeug alle 8 Tage getvechselt und ausgebessert. Die Aufsicht und Anschaffung geschieht durch sechs hierfür gewählte Damen. Zn den älteren Vereinen hiesiger Stadt gehört der im Jahre 1817 begründete und 1868 umgestaltete 13. „Verein der jungen israelitischen Armenfreundc zur Verthcilung von Brod und Suppe." An Hilfsbedürftige, in erster Linie an ansässige Israeliten, vertheilt dieser Verein zeitweilig oder auch permanent seine Unterstützungen. Um die Gaben auch in die richtigen Hände gelangen zulassen, nimmt an allen Berathungen der Vereinsvorsteher ein Mitglied der Armen-Kommission der „deutschisraelitischen Gemeinde Theil. Die Anforderungen, welche an diesen Verein gestellt werden, sind so groß, daß die ihn: zur Verfügung stehenden bedeutenden Mittel noch immer nicht genügen. Die Unterstützung armer Wittwen und betagter Jungfrauen bezweckt der: 14. „Israelitische Schillings-Verein." Einen gleichen Zweck verfolgt der im Jahre 1814 gestiftete: 15. „Frauen - Verein zur Unterstützung armer israelitischer Wittwen." Während anfangs nur 2 Wittwen eine regelmäßige Unterstützung erhalten konnten, empfangen jetzt 50 Wittwen lebenslänglich eine Unterstützung von 2 Mark wöchentlich, welche Zahl sich, bei dem regen Interesse, das diesem Verein von der jüdischen Damenwelt entgegen gebracht wird, bald noch erhöhe» wird. Zum

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.