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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-02-03 · Heft 5 (3.2.1893) · p. Seite 56

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 5 (3.2.1893)
Date
1893-02-03
Page
Seite 56 (sequence 10)
Language
German
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England hatte seine „Soi-iely of ilebrew •Litlerature“, loeldje | de» Bein» Hungen detrefflichen F. D. Moeatta i» London ihr Entstehen verdankte und innerhalb fünf Jahren sechs Bünde historischen I und exegetischen Inhalts veröffentlichte. Ihr Werk war die englischjüdisch-histoeische Ausstellung im Jahre 1887 und damit in Verbindung die Beröffentlichung von drei stattlichen Bänden historischer i Urkunden und Abhandlungen. Die „Boeiete des ö tu des juives“, welche iin Jahre 1880 gcgriiudet wurde lind deren erster Präsident der Baron James von Rothschild war, läßt seit zivolf Jahre» eine „lievne1erscheinen, welche, die beste jüdisch-wissenschaftliche Zeitschrift der Gegenwart, viel werthvolle historische Arbeiten enthält Tie „Historische Kommission für die Geschichte der Jude» in Deutschland", die als eine Schöpfung des „Deutsch-Israelitischen Gcmeindebnndcs" 1887, ins Lebe» trat, hat durch ihre Pnblikatioucn, bestehend in Regesten und Qnelleusammlnugeu, sich wesentliche Berdieustc um die Geschichtsforschung schon jetzt erworben. Selbst in Bukarest bildete sich im Jahre 1887 eine historische Gesellschaft, ivclche sich »ach dem um die Kultur der rumänischen Jude» verdienten Arzte „Julius Barasch" nannte und einige Jahre ein der Geschichte der Inden in Rumänien gewidmetes Jahrbuch herausgab; ob dasselbe noch erscheint, ist uns unbekannt. Diesem Gesellschaften schließt sich die in der Ueberschrist genannte „Ameritanisch-siidisch-historische Gesellschaft", welche sich die Aufgabe gestellt hat, Mnterinlien zu einer Geschichte der Inden in Amerika zu sanuncln und zu veröffentlichen, als die jüngste an. Den ersten Impuls zur Gründung der Gesellschaft gaben vor vier Jahren ein geborener Deutscher, Rabbiner Dr. L. Felsenthal in Chicago, und Dr. ChrnS Adler, Professor an der John Hopkins Universität, welcher im vorigen Jahre die konstitnirciide Versannnlnng einberief. Zum Präsidenten der Gesellschaft wurde ein Mann gewühlt, der auch den Lesern dieses Blattes nicht fremd ist: Herr Oskar S. Straus, der frühere Gesnndtc der Bereinigten Staaten von Nord-Amerika in Konstantmopel, der für seine Religion und die Geschichte seines Stammes eine lebhafte Begeisterung hegt und Berfaffer eines Wertes über „die Ursachen der republikanischen Form der Regierung >u den Bereinigten Staaten Amerikas" ist, das drei Auflagen erlebte und das mit einer Borrcde des bekannten belgische» Nntionalökonomcn Emil de Lavcleye versehen, auch in französischer Uebersetznng erschien!') Die amerilanisch-jüdisch-histvrische Gesellschaft, welche in der kurzen Zeit ihres Bestehens schöne Erfolge erzielt hat, hielt am lö. Dezember v. I. in Philadelphia ihr erstes wissenschaftliches Meeting, in welchem; nach der in großen Zügen die Aufgabe der Gesellschaft darlegenden j Rede des Präsidenten mehrere Arbeiten, znm Thcil von hohem gei schichtlichen Interesse, verlesen wurden. Charles C. Jones, berichtete über die friiheste Geschichte der Inden in Georgia; der erste Weinberg nmrde dort von einem Inden gepflanzt. Jakob H. Holländer aus Baltimore handelte über Jakob oder John Lombroso, der, wohl ein Berwandtcr des Benctianer Rabbiners gleichen Namens, 1041 ans Lissabon nach Maryland kam. Max I. Köhler las über die erste Ansiedlnng der Inden in New-Pork lind N. Taylor Phillips ■ über einen Grabstein ans dem alten Friedhof in New Bowery New- Pork, der seiner Ansicht nach, der älteste jüdische Grabstein in Amerika ist. Tr. Cyrns Adler, der Sekretär der Gesellschaft, verlas einen Brief Benjamin None's, der mit Lafahette nach Amerika gekommen! war und seine Religion mit Freimnth vertheidigte; außerdem behandelte er die Americana in der englisch-jüdischen Ansstellnng. lieber ') M. s. diese Ztg. Jahrg. 1890 S. 49«;. die friiheste Ansiedlung von Juden in Philadelphia, welche vor 1782 stattfand, las Dr. Morais, von dem deinnächst ein Buch unter dem Titel „Die Juden in Philadelphia" erscheinen wird; Beitrüge zur Geschichte der Juden in Philadelphia lieferte ferner Dr. Morris Jastrow. Bon Lucian Moß, Simon Rosendale, Herbert Friedenwald u. A. wurden schätzbare Arbeiten cingesandt und verlesen; auch die jüdischen Schriftstellerinnen, Misses Miriam Gratz und Emma Mardoeai betheiligten sich durch ihre Beiträge, welche mit großem Beifall ausgenommen wurden. Der weiteren Entwickelung der amerikanisch-jüdisch-historischcn Gesellschaft, welche mit Ernst und Eifer ihre Aufgabe erfaßt, und deren wissenschaftlichen Resultaten sehen wir mit Freuden entgegen. d Ans dem Nachlasse A. Bernsteins. ii. Scha ndau bei Dresden, 27. 9hn>. 18551. Ich komme noch einmal, aber wie ich geradezu sagen must: wenn ich jetzt keine Antwort erhalte, auch zum letzteumat. Ich glaube wenigstens so viel zu verdienen, lieber Bernstein, das; Sie mir antworten. Wenn Ihnen eine Motivirung zu viel ist, wenigstens einfach: Ich kann Ihren Wunsch nicht erfüllen. Aber so ganz und gar schweigen! Ich begreife das nicht. Nur weil nur diese Unbegreiflichkeit zugleich tief schmerzlich ist, schreibe ich Ihnen noch einmal, bitte aber wiederholt, mir nicht im Briefkasten Ihrer Zeitung zu antworten. Bekomme ich bis Dienstag keinen Brief, so weiß ich mm sicher, daß Sie nicht antworten wollen Ihrem nichts desto minder mit voller Hochachtmig crg. Berthold Auerbach. Was ist besser, den erlösenden Gedanken aus dem innern Quell schöpfen, oder ihn im Gefäße des Wortes von einem Andern in sich saugen? Beides ist Glück ohne Gleichen. Sie hatten mit Recht, lieber Bernstein, sich der schlichten Lösung gefreut, gewiß aber nicht mehr als ich, der ich sie empfing. Das ist ein reiner Segen, den einfachen Treffer zu finden; möge Ihnen dieses noch lange und oft zu Theil werden, das ruft Ihnen als Morgengruß zu Ihr Berthold Auerbach. 9 Schandau, 8. Juni 1800. Ich erwarte Sie täglich, lieber Bernstein, Sie kommen nicht. Ich erwarte Ihren versprochenen (und bereits in: Cirkular genannten ) Beitrag täglich, er kommt auch nicht. Ihr persönliches Ausbleiben thut mir leid, Ihr schriftliches kann aber nicht länger mehr dauern. Also senden Sie spätestens Ende nächster Woche Ihren Beitrag. Ich verlasse mich darauf eben so sehr, wie ich mich freue. Sie hoffentlich bald hier zu haben. Ihr Berthold Auerbach. 9 Königin-Augusta-Straße 8, 4. Dez. 1869, Morgens S]/.2 Uhr. So gehts, wem: man nicht weiß, wo der Freund wohnt und stricte auf seinen Besuch wartet und nicht einmal auch kommt. So habe ich Ihren Brief, lieber Freund — sehen Sie sein Wanderbuch auf der Adresse — eben erst jetzt empfangen. Zur Waldeck-Feier gehe ich nicht, halte mich überhaupt jetzt inehr 5itr Künstlerschaft als zu den Politikern. Sie sollten also jemand Anders, jetzt da es noch Zeit ist, mit dem Vertrieb der Listen beauftragen. Ich will sehen, daß mein Sohn Eugen, der jetzt auch Student ist, Zuhörerkarten unter den Studenten absetzt, auch sonst thue ich, was ich kann, damit für Veuedep etwas Erkleckliches herauskomme. Mit herzlichein Gruß an Euch, meine lieben Freunde, Eiter Berth o ld Auer bach. d

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