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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-01-20 · Heft 3 (20.1.1893) · p. Seite 28

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 3 (20.1.1893)
Date
1893-01-20
Page
Seite 28 (sequence 6)
Language
German
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28 einzig und »Heil! in der staatsbürgerlichen Stellung der Juden zu suche», und den Vorwürfen über ein übermäßiges Hervvrtrcten des Rcichthums unter den Juden wird in den meisten Fällen alsbald ein Ende gemacht sein, sobald einmal die Gleichberechtigung der jüdischen mit den christlichen Deutschen nicht mehr ans dem Papier stehen, sondern zur Thatsache getvorden sein wird. Unsere christlichen Mitbürger, die durch industrielle oder landwirthschaftliche Thätigkeit und Tüchtigkeit ein großes Vermögen erworben haben, kennen kein größeres Verlangen, als das; ihre Söhne in gesellschastlich hervorragende Stellungen gelangen, Offiziere werden oder die höhere Verwaltungslausbahn einschlagen. Beide Berussarten verlangen nnabweislich auf eine lauge Reihe von Jahre» einen fortdauernden Zuschuß von Seiten der Eltern oder ein eigenes, nicht unbedeutendes Privatvermögen; denn den Sold, den der junge Offizier nach Abzug der verschiedenen Ausgaben für Musik, Liebesmahl :c. empfängt, selbst das Gehalt eines Regierungsraths in dem ersten Jahrzehnt seiner Thätigkeit reicht bei den gesellschaftlichen Ansprüchen, die an diese beiden Berufsklassen oft herantreten, nicht zur Erhaltung der eigenen Person, viel weniger gar zur Begründung und Führung eines Hauswesens! So wird allmählich das erworbene oder ererbte Vermögen von den Söhnen verbraucht, die einen Ersatz in ihrer hervorragenden sozialen Stellung suchen und auch finde». Selbst wenn der Sohn die geschäftliche oder landwirthschaftliche Thätigkeit seines Vaters fortsctzt, bemüht er sich, die Stellung des Osfiziers im Beurlaubteustande zu erringe», die bei dm fast alljährlich stattfindenden achtwöcheiitlichen Uebunge» gleichfalls eine große Ausgabe init sich bringt. Der deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens ist von beiden Berufsarten durch seinen Glaube» ausgeschlossen. Wen» ec der tüchtigste und — wie der zeitgemäße Ausdruck lautet — „schneidigste" Einjährig-Frcitvillige ist, bringt er es im günstigsten Falle bis zum Vicefeldwebcl und wird, falls er es dann wagen wollte, sich bei dein Osfizierkorps seines Wohnortes zur Wahl als Reserveoffizier zu stellen, ganz sicherlich mit großer Majorität abgelehnt, selbst wenn die „Herren Kameraden" seine Freunde und Kampfgenosien sind. Ja, Bruder, das ist etwas anderes! Völlig aussichtslos bleibt erst jeder Versuch, in das aktive Osfizierkorps oder in eiile höhere Verwaltungslausbahn zu gelangen — höchstens, daß die Eisenbahnverwaltung einen Juden von hervorragender Begabung und mit gewichtigen Etnpfehlungen hin und wieder aufniimnt. Welche Zurücksetzungen selbst die Richterlaufbahn, die sich nach lange»! Widerstreben unseren Glaubensgenossen geöffliet hat, den Richtern jüdischen Glaubens oft bringt, darüber ließe sich manches Wörtlein reden, ebenso wie über die der Verfassung gradezu hohnsprechende Abschließimg der Pädagogischen Karriere. Es bleiben von den sog. gelehrten Berufsklassen, die den Söhnen reicher jüdischer Familien offciistchen, nur der Stand des Arztes und des Rechtsanwalts übrig, die beide infolgedessen eine weit über das vorhandene Bedürfnis; gehende Ueberfüllung und einen oft kaufmännischen Betrieb anslveisen. Die größte Zahl unserer Glaubensgenossen filide» wir in der kaufmännischen Thätigkeit, die zumeist einen nicht minder hohen Grad von Intelligenz und Arbeitskraft wie die Beaintcnlaufbahn erfordert, aber in den meisten Füllen nicht das Prestige, das mit dem Osfizierkorps und Beamtenthum verknüpft ist, zeigt. Einen Ersatz findet der von diesen Berufsarten ausgeschlossene Glaubensgenosse in dem Zuwachs an materiellen Gütern als Lohn für seinen Scharfblick und seine nuansgcsctzte Thätigkeu. Diesen materiellen Gewinn verwende» die Meisten in richtiger Weise zu ihrem und ihrer Angehörigen Wohl; wir dürfen nicht vergessen, wenn wir die Theater, Konzerte, Bäder und Sommerfrische!, in überreicher Zahl mit unseren Glaubensgenossen besetzt sehe», dar der in den Wochentagen nnd in elf Monaten des Jahres so übe,' aus angestrengte Körper eine Ruhepause verlangt, und daß es dock wahrlich vernunftgemäßer ist, diese Ruhepause zur Auffrischung de Geistes aus der eintönige» Thätigkeit und zur Kräftigung de- Körpers zu verwenden, als diesen in wüstem Trunk und Tanz noel weiter anzustrengen und ihn für di.' kommende Thätigkeit oft vor vornherein untauglich zu mache». Daß bei dieser Ruhepause hie m» da ein geschmackloses Prahlen und Zurschautragen des erworbenen Reichthums stattfindct, soll nicht bestritten werden; cs muß danicht befriedigte Streben nach äußerer Anerkennung nach einer besseren sozialen Position ersetzen. Diese Art von „Protzenthum" wird mit einem Schlage — wi, anfangs erwähnt — schwinden, sobald wir nicht mehr Staats bürger zweiter Klasse sein werden, sobald wir unsere Kräst überall werden bethätigen können; und das Streben Aller, denen da- Wohl unserer Glaubensgenossen am Herzen liegt, muß deshalb u er st er Reihe darauf gerichtet sein, die thatsächliche Gleichstellmn der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens mit unseren christ liehen Mitbürgern erringen zu helfen. Haben wir diese erst erworben, dann ivird die Zahl der wahrer „Protzen" eine verschwindende sein; denn „die vernünftige, uüchteriii Lebensführung" ist zu allen Zeiten eine der großen, uachahmenswerthcn Tugenden der Juden gewesen, die selbst ein so scharfer Kri tiker, wie der Verfasser der Broschüre „Schutzjuden oder Staats bürger", rühmend hervorzuheben sich veranlaßt sieht. Amiens 9 Me Exegese int Dienste des Glaubens und der Philosophie. Von Rabbiner Dr. I. Stier in Berlin. Ilf. Dieselbe Gedankenrichtung, Geistesstärke und Schwäche, die sich im Gebrauch der Exegese bei den genannten Religionsphilosophen zeigt, tritt uns auch bei der Bearbeitung der eigentlichen philosophischen Themen entgegen. Wenn auch das Ziel: die Aussöhnung der überlieferten Glaubens mit philosophischem Denken Allen gemeinsam war, auch die Wege, die dahin führten, nothwendig die gleichen seil' mußten, so tritt die Verschiedenheit der Art und Weise, wie dies« beschritten wurden, doch zu auffällig hervor, als daß sie alle in» gleichem Maße gemessen werden könnten. Im Allgemeinen dürfte die Behauptung richtig sein, das; Jene die das Schriftwort klar und nüchtern aufzufassen suchten, sowohl in der Ausstellung und Bearbeitung philosophischer Sätze, wie in ihrer versuchten Verbindung mit den Lehren der Religion, klar und nüchtern vorgingen. Ebenso darf auch behauptet werden, daß sich bei ihren Ausstellungen logische Folgerichtigkeit und System zeigte Jene aber, denen das Schriftwort nur die äußere Hülle eines tiefer liegenden Gedankens war, die Exegese mehr ein Spiel der Phantasie als der Forschung wurde, haben auch die herrschenden philosophische» Anschauungen nicht vertieft und die Brücke zwischen Philosophie und Glauben auf schwachen Pfeilern erbaut. Dies wird sich am besten zeigen, wenn wir Einzelnes herausgreifen. Saadja schließt sich in seiner Lehre über Gott und die göttlichen Eigenschaften Aristoteles an. Er stellt da die zehn Kategorien auf, weist die Unlörperlichkeit, die rein geistige Wesenheit Gottes nach. Mit der Herübernahme der zehn Kategorien hat sich 3aadja lonnte. gehen, h, Ft staun Feit, As Ebenso "lufstellu .'chm ist!mn ihn ckrophete;» diese eie Scli lchandel Nick Mal bed rellt er! ie das > nerkann Ebe Achja i ervortri 'ohne», unzigkci üirknng 'erden beweise »fgefüh Amu et »Körper Ties absolute oerden. iur ein er er is >aß er t So trkläruu erne sc »schreibt och gell Wei m Dan i gleich> 't bei il nders edeutete uir alles aihwe lbrahan luslegu Gal ' cone" > Ae alle, uni die Uedauke Der Area s, ie der ' De, um Gol

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