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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1891-08-28 · Heft 35 (28.8.1891) · p. Seite 413

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
55 (1891)
Issue
Heft 35 (28.8.1891)
Date
1891-08-28
Page
Seite 413 (sequence 5)
Language
German
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Insel „Topakon" der Griechen); die von den Phöniziern von dort gebrachten Topase werden eben die Topase von Cusch genannt. Ezechiel (XXVIII, 13) erwähnt ihn unter den Edelsteinen, mit denen der König Don Tyrus geschmückt war. Nach Plinius stammt er von einer Insel des rothen Meeres, Namens Cylis, welche nach den Berichten des Königs Jaba „Topazon", nach Diodor „Ophiodes“ heißt. Er soll daselbst von Troglodyten, die in Höhlen und in unterirdischen Löchern Kräuter und Wurzeln ausgruben, um ihren Hunger zu stillen, gefunden worden sein. Seine Hauptfarbe ist weingelb, doch kommt er auch anders gefärbt vor. Eine schöne wasserhelle Varietät sind die Pingos d’agoa (Wassertropfen) aus Brasilien. Für den Mineralogen von größtem Interesse ist das Vorkommen von Topas bei Gottesberg im sächsischen Vogtlande und vom Mount Bischoff in Tasmanien, wo der Feldspath des Quarzporphyr in Topas pseudomorphosirt ist. Bemerkenswerth ist ferner, daß unter den mikroskopischen Einschlüssen desselben flüssige Kohlensäure vorkonimt. Nach Plinius wurde der Königin Arsinoe, der Gemahlin des Ptolemäus Philadelphus, eine vier Ellen hohe Statue ans diesem Edelstein errichtet, da derselbe aber niemals in solchen Individuen vorkommt, dürfte sich dies auf eine Jaspisart beziehen. Jenem folgt in der Aufzählung der Smaragd (Backet). Unter Smaragd versteht man die grüne Abart des Beryll, der den 8. Härtegrad hat. Nach Plinius gab es zwölf Arten von Smaragd, wahrscheinlich sind hier alle Edelsteine von grüner Farbe, als Chrysopras. Abarten von Chalcedon, Chrysoberyll u. a., namentlich auch grüner Feldspath, irrthümlich einbezogen worden. Nach ihm besaß ein in Stein gehauener Löwe Smaragdaugen, deren Farbenlicht so intensiv strahlte, daß sie die Fische verscheuchten, wenn sie sich im Wasser spiegelten. Der hebräische Name deutet ebenfalls auf sein schönes Farbenspiel hin, denn Barak bedeutet Blitzglanz. Auch Teifaschi, ein arabischer Schriftsteller und Juwelier des 13.Jahrhundcrts, spricht von mehreren Arten des Smaragd, nach ihm findet man diesen Edelstein an der Grenze zwischen Aegypten und Aethiopien, unweit Aswan oder Syene. Heute findet man die schönsteil rmd größten Krystalle (40 Ctm. lang lind 25 Ctm. dick) am Flusse Takowaja am Ural und bei Muzo in Collimbia. Der vierte Stein in jener Reihe ist der Granat (Nophech, von phuch, anflammen), den orientalischen, rotheil Granat nennt man auch Karfunkel. Jin Mittelalter wurde vonr Karfunkel als von einem feuerrothen, goldglänzenden, im Dunkeln leuchtenden Steine gefabelt, der seinen Träger unsichtbar mache. In der mystisch romantischen Schule zu Anfang unseres Jahrhunderts war der Karfunkel das Sinnbild des überschwenglich gefühlten, unbekannten Etwas. Der Granat hat dieselbe Härte, wie die Abarten des Quarzes, und ist darum als Edelstein nur in den wasserhellcn Varietäten geschätzt. Der Saphir (Sapir, gr. Zäpplieiros), der fünfte in der Ordnung, ist wegen der Uebereinstimmung des hebräischen, griechischen und deutschen Namens unzweideutig gekennzeichnet. Der Boden, auf lvclchem iin Himmel der Thron Gottes steht, wird (im 2. B. Bk. XXIV, 10, und Ezechiel I, 26) mit dein Saphir verglichen. Mineralogisch gehört er zum Korund (Diamantspath), womit man die grauen Stücke bezeichnet, während die blauen Saphir und die rothen Rubin genannt werden. Es sind dies diejenigen Edelsteine, die sowohl an Gerth, als auch an Härte (9. Härtegrad) dem Diamanten zunächst stehen. Der Saphir ist wegen seines Farbenspieles hoch geschätzt. Kopfförmig über der Basisfläche geschliffene Saphire zeigen, wenn sie von der Sonne beschienen werden, einen sechsstrahligen Stern, daher der Name „Sternsaphir". Diese merkwürdige Erscheinung liegtzum Theil in den den Spaltungsflächen entsprechenden Sprüngen oder bestimmt angeordneten linearen Einschlüssen. Noch nicht aufgeklärt ist die merkwürdige Erscheinung, daß der Saphir durch Einwirkung des elektrischen Funkens Phosphorescenz zeigt, d. h. im Dunkeln leuchtet, was er übrigens mit dem Dianianten gemein hat. An siebenter Stelle wird der Zirkon (Leschem, gr. Lygirion) genannt, und zwar soll damit die Hyaeinth genannte, sich eben vornehmlich im Orient vorfindende Abart desselben gemeint sein. Er ist so hart wie Topas (8. Härtegrad). Merkwürdig ist bei ihm, daß er in der Hitze seine meist gelbliche bis röthliche Farbe verliert, ohne jedoch zu schinelzen, übrigens ist er ziemlich selten. Der Chrysolith (Tharschisch, gr. Chrysolithes) ist der 10. Stein im Brustschilde. Der hebräische Name Tharschisch bedeutet Tartessus, das ist das südliche Spanien. Die Phönizier brachten den Stein zuerst aus Spanien nach Syrien, weshalb er Tharschisoh-Stein genannt wurde. Heute wird er nur wenig als Edelstein verwendet, weil seine Härte meist unter der des Quarzes liegt. Seine vorherrschende Farbe ist gelblichgrün (pistaziengriin). Der vorletzte unter diesen Edelsteinen ist der Beryll (Schoham, gr. Beryllion nnd Präsiuos, d. i. der lauchgrüne Stein). Die grüne Farbe einerseits, andererseits die Angabe, daß die beiden Achselsteine des Brustschildes, die ebenfalls Schoham hießen, lange Steine sein mußten, und der Beryll vornehmlich in langen (Oseitigen) Säulen vorkommt, lassen diese Deutung gerechtfertigt erscheinen. Er ist das erste Mineral, das in der Bibel vorkommt, er wird schon im ersten Buche Moses (II, 12) unter den Erzeugnissen des Landes Chavilah genannt, welches von dem Flusse Pischon, einem der Ströme, welche im Paradiese entsprangen, umflossen wurde. Unter den Mineralien, die David zur Erbauung des Tempels sammelte, befanden sich auch Schoharn-Steine (1. CHron. XXIX, 2). Hiob nennt den Schoham (XXVIII, 16) ebenso werthvoll wie Saphir und Gold aus dem Lande Ophir. Mit ihm haben sich die Bibelexegeten mehr beschäfligt, darum liegen auch bezüglich seiner mehrere Deutungen vor, so eine, die ihn als Onyx bezeichnet, was aber wegen seiner Verwendung zu den Seiten des Vrustschildes, wie schon angedeutet, nicht annehmbar ist. Epiphanias, der den Stein genau schildert, kennt bereits die schöne meergrüne Varietät desselben, die man „Aquamarin" nennt. Die schönsten Berylle liefert heute der Ural nnb Altai. Riesenkrystalle des gemeinen (trüben) Beryll, die ein bis zwei Meter lang und fußdick sind rmd bis 1500 Kilogramm wiegen, kommen aus Grawton in New-Hanipshire und aus Limoges in Frankreich. Außer dem Diamanten und dein Bergkrystall wird noch der Rubin (Kakdod, von Kidod, Funke, griechisch durch Verwechslung des “l mit 1 Chorchor, statt Chodchod) in den verschiedenen alttestamentarischen Schriften, jedoch nicht beim Brustschilde, erwähnt, so von Jesajas an derselben Stelle wie der Bergkrystall (LiV, 12), ans ihm werden die Zinnen der Mauern bestehen. Wie schon gesagt, ist es der rothe Korund, dem Diamanten mit Saphir zunächststehend, er wird darum auch häufig imitirt. Die Imitation echter Edelsteine ist ein sehr interessantes einschlügliches Kapitel, trotzdem muß ich mir versagen, hier auf dasselbe einzugehen, weil es mich zu weit von meinem Thema entfernen würde. Zu den Verbindungen mit Sauerstoff gehört auch die Hauptmasse unserer Erde, die darum kurzweg den Namen „Erde", in der Mineralogie Thonerde, führt, hebräisch heißt sie Adamah, Erez und Aphar, als Lehm heißt sie Chomer. Zum Quarz gehörig wäre auch der Sand, Chol, anzuführen. Auf all' diese Mineralien, ebenso wie auf das häufig erwähnte, zu den Haloidverbindungen gehörige Salz, Melach, und auf den Kalk, Gir, einzugehen, muß ich mir hier versagen. Dasselbe gilt vom Gyps, Sid (5. B. M. XXVII, 2, 3), weil diese Dinge ja ohnehin allgemein bekannt sind. Auch der

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