Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 55 (1891)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1891)
- Date
- 1891-07-31
- Page
- Seite 372 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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372 in hebräischer Sprache" im Magazin von Berliner und Hoffmann 1890,^ S. 217—224 zu betrachten. Die inhaltreiche und fleißige mitunterstützung der Zunzstiftung gedruckte Schrift hat für die jüdische Litteratur das besondere Interesse, daß sie auf die philosophische Thätigkeit Gabirols ' ein bisher unbekanntes Licht wirft. Gabirol ist Verfasser eines psychologischen Werkes, dessen Beziehungen zu dem psychologischen Werkedes Dominicius Gundisalvi in 8 5 (S. 35 ff.) und die lateinische Uebersetzung des Werkes Gabirols durch Johannes Toletanes in § 6 (S. 52) behandelt werden. Johannes Hispalensis war Mitglied des Ueberseher-Kollegiums zu Toledo (um 1130), und dessen Uebersetzung hat Domimcius Gundisalvi benutzt. Das ursprünglich wahrscheinlich arabisch geschriebene Buch Gabirols ist auch in das Hebräische übersetzt worden. Aus dieser Uebersetzung befinden sich Fragmente bei Gerson ben Salomo: Schaar ha-Schamajim p. 78 ed. Rödelheim, die hier nach Hdschr. verbessert und ergänzt in einem besonderen Anhänge beigegeben sind. Zur Frage der makkabüischen Psalmen von Dr. Johannes Mühlmann, Berlin 1891. (Im Programm des Kgl. Wilhelm- Gymnasiums in Berlin, Schuljahr 1890—91.) Abgesehen von christologischen und typologischen Auslegungen hat wohl keine Auffassung so abweichende Ansichten erzeugt, als die Frage über „makkabäische Psalmen" (vgl. Psalmen aus der Zeit der makkabüischen Kämpfe). Schon Calvin glaubte in den ’Aaidäioi 2, 42, 7, 13, 2, Makk. 14, 6) die Chasidin Ps. 79, 2 u. s. w. zu erkennen; Zunz (Gottesd. Vorträge S. 15) meint, man werde versucht, Psalmen, wie 74, 76, 79, 80, 83 in die Zeit der Syrerherrschaft zu verlegen. Gegen Gesenius und Ewald wollen Hitzig und Olshausen den größten Theil (8,'s) des Psalters in so späte Zeit versetzen. Epochemachend ist die gekrönte Preisschrift von Eh rt (Leipzig 1869), „Abfassungszeit und Abschluß des Psalters"). Jndeß hat sich trotzdem die Zahl der Gegner der makkabäischen Psalmen wesentlich gemindert. Der Verfasser der hiermit angezeigten Schrift hat sich begnügt, in einer mit vieler Gründlichkeit geführten Untersuchung zunächst für die drei Ps. 44, 74, 79 den hasmonäischen Ursprung nachzuweisen, gesteht aber selbst, daß kein Grund vorliege, besonders liturgische Psalmen, namentlich im letzten Buche, der nachmakkabäischen Zeit zuzuweisen. Eine in das Einzelne gehende Unersuchung gehört nicht hierher; man wird aber Herrn Dr. Mühlmann ebenso wie Delitzsch beistimmen, wenn sie sich den Worten Hupfelds anschließen, der es für unwürdig ernster Forschung erklärt, sich so „kindischem Hypothesenspiel" zu überlassen, wie es bei Hitzig neben der Feststellung des Sprachgebräuchlichen und syntaktisch Statthaften hervortritt. Revue liebraique. Eiudes litteraires, historiques et critiques sur le judaisme. Publiee sous la direction de Salomon Fuchs. Paris, 7 Rue Roller. Auch unter dem hebräischen Titel: -lpirfU Poris 1891. Druck von Fischer in Krakau. Die hebräisch geschriebene Revue soll die Stelle der litterarischen Beilage zu der Zeitschrift „Hamaggid" vertreten. Das erste (bis jetzt erschienene) Heft bringt zwei, vor 19 Jahren von S. Sachs geschriebene Aufsätze über Saadia, eine Notiz über Midrasch Harninu von Salomo Vuber, eine dergleichen von Joel Müller über Halachot Psukot, sowie Notizen von A. Epstein, I. Reifmann, Mandelkern, Wertheimer, über den Brief Mendelssohns an Jakob Emden und eine Besprechung des Mafteach li-Teschubot ha-Geonim von Joel Müller durch den kürzlich in Berlin gestorbenen Rabbiner Dr. Oppenheim in Thorn. Die sittlich-religio se und soziale Stellung d es Weibes im Judenthum von Hermann F. Kaufmann. Wien 1891. Selbstverlag. Die kleine, apologetischen Zwecken dienende Schrift ist dem Dr. A. Jellinek zu dessen siebzigstem Geburtstage gewidmet. — Ueber denselben Gegenstand („Ueber die Stellung des Weibes im Judenthum") hatte Dr. Hosea Jacobi, Berlin 1865, geschrieben. I ubelschrift zum siebzigsten Geburtstag des Dr.Israel Hildesheimer (rniftb 'W u. s. w.) Berlin. Engel 1890. Die Sitte, der Verehrung eines hervorragenden Mannes bei dessen Geburtstage einen Ausdruck zu geben (bei Zunz zum 90. (1884), bei Grätz zum 70.1889), ist auch für Freunde und Schüler des Herrn Dr. Hildesheimer, dessen 70. Geburtstag am 17. Mai 1890 gefeiert wurde, Veranlassung geworden, durch Zusammenstellung einer Reihe von Aufsätzen aus dem Gebiet der jüdischen Litteratur dem verehrten Meister eine „Jubelschrift" zu widmen. Auch diejenigen, die Herrn Dr. H. ferner stehen, dürfen angenehm berührt sein, wenn eine solche Feier der jüdischen Litteratur eine so werthvolle Bereicherung bietet. Von den 18 Aufsätzen sind 3 in hebräischer und deutscher Sprache gegeben, so daß die Zahl selbst sich auf 15 beläuft. Als die vorzüglichsten dürften bezeichnet werden: 1. Das passive Lai und seine Participien von Professor I. Barth; eine Abhandlung, die als eine dankenswerthe Bereicherung der hebräischen Grammatik zu rühmen ist. und 2. Die Zahlensymbolik des Abraham ibn Esra von Doktor M. Olitzki. Bei einem Studium dieser. Schrift, deren Fortsetzung an einem andern Orte erscheinen soll, kann man nur bedauern, daß die zur Herstellung von jüdisch-litterarischen Dokumenten bestimmten« Vereine, wie Mekize Nirdamim (älterer und neuerer Ordnung), zwar zum Theil ganz Unbrauchbares geliefert, aber noch nicht dazu gelangt sind, beispielsweise eine Gesammtausgabe der Schriften des Aben-Esra zu bringen. Ist doch der Divan des Juda ha-Levi nicht vollständig erschienen! Männern, die mit der jüdischen Litteratur genau bekannt sind, dürste es doch nicht entgangen sein, daß ein Buch darum, weil es hebräisch geschrieben ist, nicht nothwendiger Weife das Interesse der Gegenwart in Anspruch nehmen muß. — Nicht minder hervorzuheben sind die Arbeiten von 1. Dr. F. Rosenthal: Einiges über die Tekanot (Takkanot) des R. Gerschom b. Juda; 2. Dr. D. Hoffmann: Ueber eine Mechilta zu Deuteronomium (deutsch S. 83, hebräisch S. 1). 3. Berliner (deutsch): Aus schweren Zeiten S. 154, hebräisch S. 109. 4. Löwenstein: Jüdische und jüdisch-deutsche Lieder. 5. Dr. E. Baneth: Maimunis Kommentar zum Traktat Abot (Kapitel 1), arabisch und hebräisch, und ebenso 6. Dr. M. Friedländer: Maimunis Kommentar zu Rosch Ha-Schana, arabisch und hebräisch. Mit Bibelkunde beschäftigt sich nur der an erster Stelle (der deutschen Abtheilung) stehende Aufsatz: Die jüdischen Gegner der Heimkehr und des Tempelbaues unter Cyrus, von Dr. Wolff Feilchenfeld. Dem Werthe nach hätte diese Arbeit die letzte Stelle einnehmen müssen. Die hier in Betracht kommenden Quellen sind bekanntlich die beiden letzten Kapitel des Buches Jesaia, gehören also zu demjenigen Theile dieses Buches, den man als Deuterojesaia zu bezeichnen pflegt, wenn man überhaupt der Meinung ist, daß das genannte Buch mehr als einen Verfasser habe. Sonst freilich ist es nicht leicht, überzeugt zu sein, daß Alles, was Jesaia 40—60 zu lesen, von dem berühmten Jesaia Sohn Amoz, nicht blos vorhergesehen, sondern auch in einer von seinem eigenen Stile abweichenden Diktion ausgesprochen sei. Ich glaube nicht, daß man sich dabei beruhigen kann, wenn der Verfasser in der Anmerkung zu S. 9 sagt: „An dieser Stelle sei kurz daran erinnert, daß die vorliegende Auffassung und Darstellung von der Zeit des weissagenden Propheten vollständig (?) unabhängig ist. Denn die Menschen, auf welche sich die Weissagungen der Kapitel 40—66 beziehen, haben nothwendig im Exil, und diejenigen, auf welche sich die Kapitel 65—66 beziehen, haben gegen Ende des Exils gelebt. Die Denkweise dieser Menschen soll hier beschrieben und erklärt werden." Und es ist oft genug ausgesprochen worden, daß der prophetische und ethische Inhalt von Jes. 40—66 nicht alterirt wird, wenn man annimmt, daß diese Reden (zum großen Theil) an das Ende des babylonischen Exils gehören, und. unser Respekt vor Jesaia b. Amoz nicht verringert wird, wenn wir nicht meinen, daß er zweihundert Jahre vorher den Namen des persischen Königs genannt habe, der den Juden die Rückkehr nach Palästina erlaubt hat. Nicht anders verhält es sich mit dem Axiom, daß in wunderbarer Weise der Text der heiligen Schrift sich genau so erhalten habe, wie die betreffenden Autoren ihn niedergeschrieben haben. Dogmatische Engnisse sind von jeher Feinde einer rationellen Exegese gewesen. Wenn Herr Dr. F. sich mit seiner Uebersetzung DiTt^Ä ‘’SJKl 121 N82 DiTfiDlPrai befriedigt fühlt, so ist er dafür zu beneiden, wenn Neid überhaupt erlaubt wäre. Für Andere ist die Stelle unheilbar korrumpirt, also unübersetzbar?) 9 Jndeß ist dergleichen nicht gerade der Hildesheimer'schen Jubelschrift eigenthümlich. Die Erklärung von Jerem. 31, 2. 3 in Zunz Jubelschrift S. 50 (des deutschen Theiles) ist nicht minder unverständlich. Druck und Verlag von Rudolf Mofse in Berlin.. Verantwortlich für die Redaktion: Mar Bauchwitz in Berlin.