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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1891-06-19 · Heft 25 (19.6.1891) · p. Seite 294

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
55 (1891)
Issue
Heft 25 (19.6.1891)
Date
1891-06-19
Page
Seite 294 (sequence 6)
Language
German
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lassen, daß die Anstalten, welche Jes. 5 der Besitzer des Weinbergs zu Gunsten desselben trifft, jede einzelne besonders, symbolisch sind. Jer. 13 ist der Gürtel, der um die Lenden gelegt wird, Symbol des festen Anschlusses an Gott. (Vergl. V. 11.) In derselben Parabel sind symbolisch: mpl la: vergl. N2p«1 2a, mp V. 4, auf Erwerbung Israels durch Gott hindeutend. Illl.lMVLI V. 4 wohl in dem Sinn, als Felsenspalten auch Stätten des Götzendienstes waren. Vergl. 16, 16 folg. Auch Jes. 2. 19 folg. - mp->n l^-TtT« Ez. 17, 3, das bunte Gefieder des Adlers bezeichnend, deutet auf das Königsgewand Nebukadnezars. In derselben Parabel erhält der zweite Adler V. 7a weniger an schmückenden Beiwörtern als der erste 3a. Damit ist ausgedrückt, daß der unter dem zweiten Adler zu verstehende Aegypterköuig zwar ebenfalls Macht besitzt, aber geringere, als der unter dem ersten Adler zu verstehende Babylonierkönig. 2. Ferner kommen hier in Betracht die sogenannten lnniiua orationis in ihrer Mannigfaltigkeit. Aposiopese Ej. 15, 5: Die Parabel wird dis zu dem Punkt geführt, wo unabwendbar völlige Vernichtung des Weinstocks bevorstcht. — Distribution Ez. 31, 8a. Antithetische Wendungen: 2. Sam. 12 Schluß von V. 1. B. 4: Ul ^ÖfTI — Ul Np'l. Jes. 5, 2b und 4b. 4a. — 7b doppelt. Ez. 13, 15b. — 16, 6b zweimal. — Rhetorische Fragen: Ez. 13, 12b. 15, 2. V. 3, 4b. — 16, 10 zweimal. — Exklamatio Ez. 16, 23. 30. 43t». —. Ez. 16 steht das Handlungssubjekt von Anfang bis Ende der Parabel in Apostrophe. — Wortspiele Jes. 5, 7b doppelt. Ez. 13.11a. — Repetitio Ez. 16, 23. Eine auffallende Repetitio Ez. 16, 6. Anaphora Ez. 13, 15b. 15, 4 und 5 Anfänge. 16, 35 und 37 Anfänge. 11k Die Verkörperung in der altbiblischen Parabel. Bereits in der Einleitung ist bemerkt worden, daß für das Bild der Parabel eine Handlung, welche dem menschlichen Leben entnommen ist, sich am meisten eignet, weil ein höherer, sittlich-religiöser Gcdatike in der Parabel zur Darstellung kommt. Mit andern Worten: es ist wünschenswert!), daß das Handlungssubjekt ein menschliches ist. Dieser Forderung wird aber nur von den ältesten und von zwei Parabeln Ezechiels (13, 10—16 und KP. 16) Rechnung getragen. Die orientalisch bilderreiche Phantasie des Hebräers findet kein Genüge darin, auf dem gradesten und schlichtesten Wege, vor Allem durch gute Veranschaulichung, eine zweckentsprechende Parabel herzustellen. Es wird danach gestrebt, auch auf Seiten der Verkörperung dem Parabelbild größere Mannigfaltigkeit zu verleihen. Derart ist in drei Parabeln ein Thier Handlungssubjekt: Ez. 19, 1—9. 29, 3—5 und 32, 2—4. In vier Parabeln sind Bäume oder überhaupt Pflanzenartiges Handlungssubjekt: Jes. 5, Ez. 15, Ez. 17, Ez. 31. Jer. 13 erscheint das Gottesvolk als Gürtel, Jer. 48 Moab als Wein, der auf seinen Hefen lagert. Selbstverständlich haben solche nicht menschliche Handlungssubjckte hier kaum andere als mctaphorischsymbolische Geltung. Die Parabel aber, die sich ihrer bedient, läuft Gefahr, dunkel zu werden. So begreifen wir, wie eine Parabel von dieser Art HTn Rüthsel (Ez. 17, 2) genannt werden kann. — Ez. 19, 1—9 erscheint ein Handlungsmittel entweder vermöge Einkörperung oder vermöge Umkörperung, was im Folgenden erörtert werden soll, als «'3^ V. 2. Wer ist diese? Nach Orelli die wirkliche Mutter der Königsbrüder Joahas und Zedekia. In der That hat diese Auslegung für sich, daß sie der Darstellung große Lebhaftigkeit verleiht. Aber richtig ist sie schwerlich. Einiges Entgegenstehende bei Smend. Hier noch Folgendes: a) Chamutal, die Tochter Jirmejahn's und das Weib des Königs Josia, war für die Gesammtheit nicht von so ungemeiner Bedeutung, daß V. 2, namentlich V. 11 in Anwendung auf sie nicht zu überschwänglich sich ausnehmen sollten. b) Bei jener Auffassung wird vorausgesetzt, daß Alles hier in Zedekia gipfelt. 1. Keinen Andern meint dann das Suffix von Tjök. 2. Keinen Andern haben die V. 5—9 dann iin Auge. Ob er aber nicht dann in den letztern unumgänglich apostrophirt werden müßte? — Auf stockender Verkörperungsfähigkeit beruht cs, wenn in einer Parabel eine Figur durch eine neue ersetzt wird. Ez. 17 erscheint Nebukadnezar in einen Adler umgekörpert (V. 3). Am Ausgang der Parabel verwandelt dieses Handlungsmittel sich plötzlich in den dörrenden Ostwind (V. 10). — Ez. 31 treten für die Libanonbäume unvorhergesehener Weise V. 8. 9 die Bäume des Edengartcns ein. Dieselben kehren V. 16 und 18 wieder. 16 erfahren sie Jneinssetzung mit den vorzüglichsten Libanoubäumen. Geschickt wird dieser Doppelgänger unter den Handlungsmitteln der betreffenden Parabel V. 8 cingeführt: Selbst die höchsten und schönsten Edcnbäume müssen hinter jener Riesenzeder zurückstehn. Trotzdem bleibt der Edengarten daselbst etwas äußerlich Aufgetragencs. Picht als ob auch hier Schwäche in der Verkörperungsfähigkeit zu Grunde läge. Der Grund, aus welchem diese eingeführt werden, liegt vielmehr in der Absicht, dem so großartigen und kraftvollen wie farbenprächtigen Stücke noch größere Mannigfaltigkeit zu geben, abgesehen von einem andern Grunde, der später erörtert werden soll. Mit Bezug auf die Einführung des Edcngartens aber, der bei Ezechiel noch mehrfach begegnet, glauben wir, daß sich grade bei unsrer Parabel eine, wenn auch äußerliche Einwirkung der jahoistischen Paradieserzählung Gen. 2, 4b. bis Kp. 3. Ende feststellen läßt. 1. In erster Reihe kommt ja das Paradies selber in Betracht V. 8. 9. 16. 18. 2. Die Libanonzeder nimmt einen vor den pr-’^r hervorragenden Rang ein. Sollte sich diese Vorstellung nicht an die von den in der Mitte des Paradieses befindlichen Bäumen anlehnen? Gen. 2, 9. 3. Es sind außerdem verschiedene Vorstelluugs- und Wortanklängc zu berücksichtigen: innöttn Dpn V. 4: nptrm p«n-p r6r n«i Gen. 2.6. — nrtofc nmiD pn rrmm-nx V. 4: nur« mnp pnn «in Gen. 2.14: 1T13 pK-^3 51« 331DH «IN Gen. 2. 11. — nnirnnrr b'D .. ♦, crötrn pr bs V. o. 13: D’ütrn pr-bo n«i nntrn rrn bs Gm. 2.19. In Anwendung auf einen Baum ist befremdlich iN'nir'll! V. 11: nn«n -n« sruni Gen. 3.24. — Das parabolische Wesen der Paradieseserzählung 1. Mos. 2, 4 bis Kp. 3. Ende. Nachdem wir die Besprechung der althebräischen Parabel erledigt haben, fügen wir anhangsweise die Besprechung eben jener Paradieseserzählung hinzu, aus Gründen, die alsbald hervortreten werden, und nur insoweit, als der Gegenstand für uns in Betracht kommt. Wir lassen zunächst das Schema der Erzählung folgen, in seinem wesentlichen Bestände, der eben für uns in Betracht kommt. I. Gott bildet den ersten Menschen aus Staub von der Erde, welchem er Lebeusodem eiuhaucht. Er seht den Menschen in den neugepflanzten üppigen Edengarten hinein, daß er pflege und warte des Gartens. Von allen Bäumen des Gartens erlaubt Gott dem Menschen die Früchte, den Baum der Erkenntniß des Guten und Bösen ausgenommen. Für den Fall der Uebertretung des Verbots wird Tod als Strafe angedroht.

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