Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 53 (30.12.1892)
- Date
- 1892-12-30
- Page
- Seite 629 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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629 r ägyptischen ne Mitte des vir sie zuerst der idealste» zeitigt haben. ,0t als meiste I ern schmücken isehcn mochte. I haben; aber i Blute und rrkunft waren hu bezeichnet der blonden min zu den Da aber darf nd erwähnen, fiub'), unser hcs geblieben den größten n deren nur zu den kostich auch von möchte, ihre! Leichen und )aft und der erscheint mir am Lebenden md weil von ropa stammt, -Jndices sich n genommen ren, kann ich hcrvorhebeu im gemeinhin »eine eigenen »estätigt Ivird. diese extreme c zu erklären, zurückgreifcn, estellt habe.-) icht nachwcis- )er Arnauten, er, sowie der stleinasien geil), schließlich nd zu citiren; ich beschränke »eist übersehe» iiesem Gebiete, h: Majer und Krakau 1876, :f enthält die 4,6 % dolicho- 1 die Älngaben »den sind in, , Milyas lind j>i, dlrchiv für nur drei Elemcnle zurück, die sorgfältig und eingehend sindirl werden mußten: Griechen, Türken und Armener. Griechen und Türken nun erweisen sich als hochgradig gemischt; bei den Armenern aber ergiebt sich eine weitgehende Homogenität aller physischen Eigenschaften, vor Allen eine höchst ausfallende Kurzköpfigkeit (die Armener sind heute fast das am meisten brachycephale Volk der Erde), ferner fast durchiveg dunkle Angen, schlichtes dunkles Haar und genau dieselben großen gebogenen Nasen, die wir hier als jüdisch zu bezeichnen pflegen und für die wir in Zukunft besser die Bezeichnung armenisch wählen würden. Es ergiebt sich aber weiter, daß gerade diese selben Eigenschaften, durch welche sich die Armener auszeichncn, bald mehr bald weniger hervorragend auch bei den Griechen und Türken Kleinasiens vertreten sind, und daraus denn nun auch der völlig unanfechtbare Schluß, daß diese kleinnsiatischen Griechen und Türken zwar der Sprache und Religion nach recht homogen, sonst aber nur zum geringsten Theile mit den wirklichen Griechen und echten Türkenvölkern verwandt sind, daß sie vielmehr in ihrer großen Mehrheit gemeinsam mit den Armenern den Rest einer alten und einheitlichen vorgriechischen Urbevölkerung darstellen, die nur oberflächlich griechischen und türkischen Firniß erhalten hat. Diese Urbevölkerung, über die ich 1888 ausführlich berichtet habe, hätte ich vielleicht protokappadokisch nennen könne», doch habe ich damals, nm ja strenge innerhalb meines persönlichen Arbeitsgebietes, der vergleichenden Rassen-Anatomie, zu bleiben, den Ausdruck armenoid für dieselbe in Vorschlag gebracht. Nun hatte es aber ein schöner Zufall gefügt, daß zur selben Zeit »nd völlig unabhängig von einander und von mir Hommel und Pauli ans dem Wege linguistischer Studien zu der Annahme einer vorgrieehischcn und nicht arischen Sprachfamilie geführt wurden, welche von Hommel als die alarodische bezeichnet wird und auch das Baskische mit cinschlicßt, genau wie auch ich für meine armcnoive Urbevölkerung Klcinasiens auf die anscheinende Verwandtschast mit den kleinen brünetten Rundköpfen des westlichen Europas, mit dem Dissentis-Typus und mit den Savoyarden hingewiescn hatte. Es unterliegt jetzt wohl kaum einem Zweifel, daß Hommels Alarodier und meine Armenoiden sich völlig decken »nd das; sie ebenso auch mit den Pelasgeru zusnmmengebracht werden müssen, deren Sonderstellung H. Kiepert schon vor einem Menscheualter erkannt hat. Nun aber haben spätere Untersuchungen und Messungen in Syrien ergeben, wie auch dort, neben verschiedene» späteren und belanglosen Zuzügen, die ebenso leicht zu erkennen und zu eliminiren sind, wie in Kleinasicu, neben den Blonden, die wir bereits mit den arischen Amoritcrn idcntifizirt haben, und neben zahlreichen zweifellos semitischen Typen jene ungeheure Mehrheit von extrem kurz- und hochköpfigen brünetten Menschen existirt, die unter der Stadt- und Landbevölkerung, im Gebirge und in der Ebene, bei den Drusen und bei den Marouiten, bei Mohammedanern und bei den orthodoxen Syrern annähernd gleich verthcilt ist und zweifellos mit den klcinasiatischen Kurztöpfen, also mit Hommels Alarodiern und meinen Armenmdcn übcrcinstimmt; anatomisch wenigstens vermag man sie nicht von den Armenern zu trennen und auch historisch sind beide Gruppen verbunden durch das große Kulturvolk der Hethiter, das im zweiten vorchristlichen Jahrtausend in Syrien und Kleinasien geblüht hat, uns aus ägyptischen Quellen und assyrischen Annalen sowie aus der Bibel lange schon bekannt ist, auf das bisher schon eine große Reihe eigenartiger Skulpturen zurückgeführt wurde, die zwischen Smyrna und dem oberen Euphrat, im Tauros und im AmanuS-Gebirgc gesunden waren und das uns in den letzteren Jahren durch die vom Berliner Orient-Komitee unternommenen Ausgrabungen bei Seud- ' schirli nun endlich in Helles Licht gerückt zu werden beginni. Die! Ergebnisse dieser in großem Maßstab und mit reichen Mitteln bej gonnenen Ausgrabungen befinden sich bereits unter der Presse, so; daß ich von denselben hier wenigstens soviel mittheilen kann, daß es ' sich da im wesentlichen um zwei Dinge handelt, einerseits um höchst ' primitive alterthümliche Kunstwerke, welche der hethitischen (auch hamathenisch genannten) Bilderschrift entsprechen und durchaus nichts > mit den Semiten zu thun haben, und andererseits nm sehr sortgeschrittene, großartige Skulpturen, die dem achten vorchristlichen Jahrhundert angehören und mit altscmitische» Inschriften vergesellschaftet : sind. Ein einziger Blick aber ans die älteren Reliefs von Sendschirli j überzeugt uns, daß die dargestclltcn Menschen unserer armenoiden j Rasse an gehören, so daß wir hier den schönsten anatomischen Beweis! von der Scmitisirung eines vorseinitischen Volkes vor uns haben. Nur sprachlich ist die Kette »och nicht geschtossen; »och haben die . hethitischen Hieroglyphen ihren Ehampollion, Grotcfcnd oder Lassen nicht gefunden; noch wissen wir nichts Positives von der Sprache der j alten Hethiter; aber der nächste Spatenstich kann uns in Sendschirli l die laug ersehnte hethitisch-semitische Bilinguis an den Tag bringen und damit die Hethiter auch sprachlich in den alarodisch-armeuischen : Kreis cinfügen. Einstweilen wird aber schon durch die rein anatomische : Betrachtung der hethitischen Bildwerke die biblische Angabe von der 1 nicht semitischen Abstammung der Kanaanäcr (also der Ainoritcr und; der Hethiter) in der erfreulichsten Weise bestätigt, genau ebenso, wie; auch eine andere Angabe der Genesis erst jüngst wieder durch Rudolph Birchow zu vollen Ehren gelangt ist, die Angabe von der hamitischen Herkunft der Aegyptcr, welche allen noch so verbreiteten und hart-! uäckig festgehaltencn Irrlehren von einer afrikanischen Bölkereinheit zu I trotz von Virchow einfach wie das Ei des Kolumbus dadurch bestätigt! wurde, daß er zeigte, wie die alten und die neuen Aegyptcr schlichtes j Haar und schlechtweg südlichen Teint haben, also mit den kraushaarigen Negern absolut nicht verwandt sein können. So also sind wir jetzt darüber im Reinen, daß die hohen Kurztöpfe unter den heutigen Inden nur von den Hethitern abgeleitet werden können, und somit kann ich das Ergebnis; der bisherigen Untersuchung dahin zusamnicnfasscn, daß die modernen Juden zusammengesetzt sind: erstens aus den arischen Amoritern, zweitens aus wirklichen Semiten, drittens und haupts ü ch l i ch a n s d c n N a ch komm e n der alt c n H c t h i l e r. Neben diesen drei wichtigsten Elementen dcS Judenthums tviumen andere Beimengungen, wie sie im Laufe einer mehrtaus.mdjührigen Diaspora ja immerhin möglich waren und sicher auch vorgckommen sind, gar nicht in Betracht. Ein englischer Forscher hat allerdings das klnglück gehabt, sich durch den Zopf, der auf einzelnen hethitischen Reliefs erscheint, zu einem Vergleiche der Hethiter mit Mongolen verleiten zu lassen, und auch Alsberg, den ich mit großer Freude hier unter den Anwesende» begrüße, hat kürzlich in seiner sonst so verdienstlichen Schrift über die Rassenmischung im Judcnthume (Virchow-Wattenbach 116) eine ähnliche Ansicht vertreten, die mm natiirlich mit meinem Nachweise von der Zugehörigkeit der Hethiter zu den Armenern haltlos geworden ist. Ich würde das hier gar nicht erst erwähnt haben, gäbe cs nicht unter den Juden besonders bei Frauen und Kindern ab und zu einmal einen Typus, der durch kleinen zarten Wuchs, tadellosen südlichen Teint, durch tief schwarzes ganz schlichtes Haar, durch fast schivarze; schief geschlitzte Augen »nd eine ganz flache Nase unser Erstaunen l erregt und an die zierlichsten japanischen Schönheiten erinnert; aber l solche Typen sind so ungemein selten, daß sie uns nicht berechtigen, deshalb auf eine irgendwie bedeutsame Beimischung mongolischen 1 Blutes zu schließen, wenn auch eine solche lveder ganz in Abrede