Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 52 (23.12.1892)
- Date
- 1892-12-23
- Page
- Seite 623 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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623 (eit gelesen. Makkabäer ammen, die Zangen war. irische Feldreligiösem eine Macht lchätzt hatte, erfochtenen lehrt, seine var weit in rr strömten der Defenbefand sich hineingelebt Er gehörte war, durch md bei den Führer der wden. Er >d tapfersten >em bescheiichte ihn in liochns ver- >us, zögerte und diese Er sah sich ) Mann zn higen Vor- 2hren von ier ganzen zünzlich zu znsammenseine Aufherz bange tand. Aber diejenigen kam sogar iltete. Die ften, thaten »rer voran Alles vor Augenblick, 'ier Reitern »er Schlacht r Wunden, die Zügel ier Gegner en theuren 'eichen der i stürmten l war auch lcher Juda Makkabi sich befand, und bald sah er eine größere Anzahl seiner Getreuen neben sich und die syrischen Reiter zogen sich zurück. Die Schlacht nahnr ihren weiteren Verlauf und endete mit einer gänzlichen Niederlage der Feinde. Unter der großen Anzahl von Schwerverwundeten, die man später vom Schlachtfelde auflas, befand sich auch Asriel. Man wußte, daß er zur Umgebung Judas gehört hatte, und brachte ihn zu diesem. Der Feldherr umarmte und küßte den tapferen und heldenmüthigen Jüngling und empfahl ihn der ganz besonderen Fürsorge. Der Sieg bei Bet-Zur hatte zur Folge, daß in kurzer Zeit das Land von den Syriern befreit war. Juda that nun Alles, was ein kluger, bedächtiger Feldherr zur Sicherung der gewonnenen Vortheile zu vollbringen hatte. Er befestigte Bet-Zur und versicherte sich der Burg Akra in Jerusalem. Dann ging er an die Reinigung des Tempels. Er ließ den Zeusaltar aus demselben hinwegschaffen und ihn wieder für seine heilige Bestimmung weihen. Der 25. Kislew des Jahres 165 war hierfür bestimmt. Alles, was in Jerusalem lebte, eilte nun, sich an dieser erhebenden Feier zu betheiligen. Nur in dem Hause Physkons blieben zwei Frauen zurück. Sie hatten die ernste und heilige Aufgabe, einen Schwerkranken zu beobachten und.zu pflegen; die drückende Sorge um denselben machte sie für den in Jerusalem waltenden Jubel unempfindlich. Was Helene für Asriel empfand, haben tvir bereits gesagt; daß er gegen ihren Willen hinausgezogen zum gemeinsamen Kampf der Makkabäer gegen die Syrer, dies hatte sie ihm bereits verziehen. War es ein Wunder, daß sie von einem tödtlichen Schreck erfaßt, von einer entsetzlichen Angst ergriffen wurde, als er in fast leblosem Zustande heimgebracht wurde! Das waren harte Tage, jammervolle, traurige Nächte, welche die Arme verbrachte. — Und noch immer wollte sich kein Hoffnungsschimmer zeigen, daß er ihr erhalten bleibe, er, an deffen Leben das ihrige so innig gekettet war. Er phantasirte in der Hitze des Wundfiebers, sprach von Kampf und Schlacht, von Sieg und Triumph, nannte die Namen seiner Eltern und auch den ihren. Wie wirr auch diese Reden waren, so ging aus ihnen doch die ganze volle Seeleninnigkeit hervor, mit welcher er die Seinen umfaßte, aber dem Namen Helene glaubte die Lauschende noch eine ganz besondere Gluth abgelauscht zu haben. Desto mehr mochte wohl Angst und Furcht in dem Herzen der Jungfrau ob des Verlustes der ihr drohte, gestiegen sein, denn wir sehen sie auf die Kuiee sinken und mit zum Himmel gerichteten Blicken die Worte beten: „O Vater dort oben! Laß es nicht geschehen, daß unsere verschwisterten Seelen von einander getrennt werden. Und sollte es dennoch sein, willst Du ihn zu Dir nehmen, so laffe auch mich nicht zurück zur traurigen Vereinsamung, laß mit ihm gemeinsam mich gehen diesen verhüngnißvollen Gang zur ewigen Vereinigung." Und Gott erhörte sie. Asriel genas langsam, aber er genas. Sein Gesicht, mit Narben bedeckt, erschien Helene um so schöner. Ei» Jahr später vereinigte sie Beide das Band der Ehe. Ueber die diesjährige Chanrckahbescheerung in Berlin. Von A. Levy. Geehrter Herr Redakteur! Sie wünschen von mir einen Bericht über die hiesige Ehanukahbescheerung. Wenn Sie darunter eine Beschreibung von damit verbundenen Festlichkeiten verstanden haben, so bin ich zu meinem größten Bedauern — doch nein, ich will nicht heucheln — zu meiner größten Befriedigung nicht im Stande, Ihrem Wunsche nachzukommen — aus dem einfachen Grunde, weil eine eigentliche Feier gar nicht stattgefunden hat. Wie Herr Dr. Bloch aus Posen in Nr. 51 dieser Zeitung so klar dargelegt, hat solche nur dann einen Sinn und eine Berechtigung, wenn sie als eine etwas erweiterte Familienfestlichkeit sich ausführen läßt. Das ist in Posen, ja selbst in Hamburg möglich, nicht aber in Berlin, bei einer Zahl von mehr als tausend bescheerten Schulkindern. Hier würden alle Nachtheile einer öffentlichen Bescheerung, auch wenn diese Oeffentlichkeit noch so beschränkt gedacht wird, in erhöhtem Maße sich geltend machen. Wer von Ihren Lesern schon einmal einer Bezirksweihnachtsbescheerung beigewohnt hat, wird mir Recht geben, wenn ich solch eine oder eine ähnliche Art des Uebergebens von mehr oder minder reichlichen Gaben als ungeeignet und für die Empfänger verletzend abweise; ganz abgesehen davon, daß nach Vorschrift unserer Religionscodices diese beschäniende Art des Gebens direkt verboten ist. Haben ja auch schon in letzten Jahren mehrere Bezirkskomitees für Weihnachtsbescheerung armer Kinder von solchen öffentlichen Bescheerungeu Abstand genommen. Kann ich also mit einer Beschreibung von stattgehabten Festlichkeiten nicht dienen, so gestatten Sie wohl, daß ich zum Ersatz dafür einiges über unsere Ehanukahbescherung Ihnen mittheile. Schon die Thatsache, daß über tausend arme Kinder hiesiger Gemeinde von Kopf bis Fuß (letzteres ist das Wichtigste) neu unv, was noch mehr sagen will, auch gediegen eingekleidet und mit allen nöthigen Lehrmitteln versehen worden sind, dürfte wohl jedem Leser die größte Freude bereiten. Schuhe, Stiefel und Kleidungsstücke sind sämmtlich von tüchtigen nnd zuverlässigen Handwerksmeistern nach Maß angefertigt. Bei der Auswahl der Stoffe zu Kleidern und Anzügen haben die sachverständigen Damen des Komitees von dem sonst bei derartigen Gelegenheiten beliebten Grundsätze „billig und schlecht" sich nicht leiten lassen. Es sind vielmehr nur dauerhafte und gute Stoffe angeschafft worden. Ebenso haben die Handwerksmeister, schon um sich für später die Kundschaft des Komitees zn erhalten, sich alle mögliche Mühe gegeben, nur das Beste zu liefern. Ich darf diesen Umstand deswegen nicht unerwähnt lassen, weil in anderen Füllen solche Bescheerungen eine nicht gerade rühmliche Sprichwörtlichkeit erhalten haben. Aber auch mancherlei festliche Schilderung kann ich bei dieser Gelegenheit Ihnen bieten. Denken Sie sich eine verschämt-arme Familie mit mehreren schulpflichtigen Kindern in einem Hinterhause drei oder vier Treppen hoch wohnend. Nach des Tages schwerer Arbeit sitzt in schlecht geheiztem Zimmer die Mutter; sie hat die Beinkleider ihres Jüngsten vor sich, wendet sie hin und her, versucht hier und dort einen Flicken aufzulegen. Mit Schrecken bemerkt sie, daß das morsche Zeug bald nicht mehr die Nadelstiche aushalten will. Sie hält ihre Kinder sonst zu regelmäßigem Schulbesuche an, aber so kann sie es nicht zur Schule schicken, Geld zu Neuanschaffung ist nicht vorhanden. Da kommt ein anderes ihrer Lieblinge mit der betrübenden Nachricht vom Nachbar Schuhmacher, daß die Schuhe nicht mehr reparaturfähig sind. Auch sonst mangelts an allen Ecken und Enden. Was soll das werde»? Der Winter ist hart und der Verdienst schlecht. Rathlos sehen die Eitern einander an. Der Gedanke, ihre Kinder ivegen mangelnder Bekleidung aus der Schule behalten zn müssen, ist ihnen schrecklich. Da — wo die Noth am größten, naht ihnen, wie vom Himmel gesandt, die Hilfe. Eine edle Dame tritt in die armselige Wohnung, redet ihnen freundlich zn, sieht genau nach Allem, was nöthig ist, befragt die Kinder nach ihren Schulzeugnissen, lobt, was zu loben ist, ermahnt auch wohl mit freund-