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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-12-02 · Heft 49 (2.12.1892) · p. Seite 581

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 49 (2.12.1892)
Date
1892-12-02
Page
Seite 581 (sequence 5)
Language
German
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581 Anstund t möglich Leistungen >re. suche,, chts. Du )ie kleine,, r eben d„ > nun soll o wichtige geistlichen übersetzen mg stehen, m soll ich rlich, mein das gut. tüchtige evon uns Werth- > Doktor n nur die bbinischen. Jahre H anderen st es aber Di« lächelnd religiösen än Deist esellt sich sein kann, r nicht. — h uni uns Bestreben en, unser chmälern. lde Leute Regierung ' jüdischen vielleicht, eittkriimer t zu ver- »lde» ein ben noch > nhmbt, agend in nzunifen, daß ein >r. War lige Koni stritt der rfalle die r mittel- 'denheit? »wist die as Beste, wir den ein, mit i können, lkegelung unserer Verhältilisse durch die Regierung, wie sie in Baden und Württemberg besteht, anzustrcben wäre oder nicht, bedarf es nur eines lnrzen Einblickes in unfern Wunschzettel, um den himmelweiten Unterschied einzusehen, der unsere erwünschte Staatsaktion von den früheren trennt. Denn was wir begehren, ist die Möglichkeit des ehrbaren ikG^i^ouiselll Wir fordern nur, daß alle von dem Nachweise allgemeiner Bildung dispensirten zukünftigen Kollegen ihre theologische Bildung vor einer von uns zu wählenden Kommission Nachweisen, in welcher unsere Vertreter in humaner Weise entscheiden sollen, ob das Zeugniß des Betreffenden als giltig anerkannt werden oder derielbe sich einer Prüfung unterziehen soll. Die Zusammensetzung dieser Kommission wäre eine solche, daß nicht eine bestimmte religiöse Richtung, sondern ausschließlich Wissen in Anbetracht gezogen werden Mute. Du bist demnach, lieber Freund, in argem Jrrthum befangen, wenn Du mich verhöhnst, einen Mann zum Bischof über mich einietzen zu lassen, der nicht mehr wäre, als ich selbst. Wie Du aus dem Borhergesagte» ersehen wirst, ist dies gar nicht mein Wille; unsere Intention ist lediglich die Wahrung der Interessen des Judenthums. Daß bei diesem gemeinsamen Schritte der Oberrabbiner in Prag von ins an die Spitze gestellt worden ist, ist selbstverständlich, da es sich Rer nicht um Freisinn oder Reaktion, sondern einzig und allein nni Re Würde des Amtes in erster Reihe, sodann um die Hebung des celigiösen Gedankens an sich handelt. Denn es ist nicht zu bezweifeln, oaß die böhmische Judenheit um Jahrzehnte zurückgeworsen wird, wenn es uns nicht gelingen sollte, die Regierung von der Nothwendigkeit des gewünschten Einschreitens zu überzeugen. Da hieß es nun, jede neidische Abwägung größeren oder kleineren Verdienstes aieit von sich weisen und unter den Mann sich stellen, der von der rsten Gemeinde Böhmens unbedingt als ihr erster Rabbiner betrachtet wird. Nur so könnte Einigkeit uud gemeinsames Vorgehen erzielt werden, wenn, allen Eifersüchteleien aus dem Wege gehend, ms Haupt gegeben war, und der Erfolg, den wir vorläufig im engen Kreise errungen, hat uns Recht gegeben und unfern Schritt gut geheißen. Erreicht unsere Petition ihr Ziel, dann rufe uns, lieber rreund, wieder Dein amerikanisches Losungswort zu, dann wollen vir es auch beherzigen, dann wollen wir eingedenk sein der Worte tessings: „Es strebe von euch jeder um die Wette, Die Kraft des Steins in seinem Ring am Tag Zn legen ..." Katt helfe weiter! U Zacharias Frankels Berufung nach Berlin. Von Emil Lehmann in Dresden. Für eine künftige Lebensbeschreibung des hochverdienten Dr. Frankel utb zur Ergänzung meines vor zwei Jahren erschienenen Schriftchens .Ein Halbjahrhundert in der israelitischen Religionsgemeinde Dresden", das den jugendlichen Frankel in seiner edlen Reform- : hätigkeit und in seinem erfolgreichen Schaffenseifer darstellt, mögen sollende Briefe dienen, die ich kürzlich in hiesigen Gemeindeakten auffand: Am 28. August 1842 schrieb Dr. Frankel „an Ihre Wohlgeboren die Herren Vorsteher und Deputirten der Gemeinde" Dresden: „Sie haben, sehr geehrte Herren, mir bei der sich verbreitenden Nachricht, daß ich zum Oberrabbiner zu Berlin designirt sei, Ihren Wunsch und den meiner geliebten Gemeinde zu erkennen gegeben, daß ich in Ihrer Mitte bleibe; wobei Sie mir zugleich dringend ans Herz legten, daß inein Abgehen als ein fühlbarer Verlust betrachtet werden würde. Diese Zeichen der Ergebenheit lind Anhänglichkeit haben einen tiefen Eindruck auf mich gemacht; dieses ist der wahrhafte Lohn alles Mähens eines Rabbiners, und daß ich ihn bei meiner Gemeinde erreicht, erfüllt mich mit inniger Rührung. Es ist daher der Entschluß in mir gereift, bei meiner mir von Gott anvertranten Gemeinde zu Dresden zu verbleiben; und habe ich diesen Entschluß dem Berliner Vorstand schriftlich mit dem Bemerken mitgetheilt, meinen Namen bei der zunächst stattfindenden definitiven Wahl aus der Kandidatenliste zu streichen. Möge meine Gemeinde hierin den Ausdruck meiner Liebe für sie erblicken, sowie auch die werthen Herren hierin die Zeichen der innigen Achtung wahrnehmen mögen, die ich für deren geschätzte und würdige Vertreter hege. Daß Gott seinen Segen uns weiter schenke und meine Gemeinde und manches in ihr begonnene Gute zum Heile gedeihe und wir Alle noch lange vereint Zusammengehen. Ich schließe mit der Bitte, daß Sie gefälligst die Ihnen nöthig scheinenden weiteren Miltheilungen an die an dieser Angelegenheit Theilnehmenden machen, und zeichne rc." Der Vorstand und Ausschuß der israelitischen Gemeinde Dresden erwiederte dem Dr. Frankel am 18. September 1842 Folgendes: „Ihr sehr geehrtes Schreiben, worin Ew. Hochwürden uns Ihren hochherzigen Entschluß nlittheilen, Ihre treue Heerde auch ferner weiden zu wollen, sie nicht zu verlassen, um dem so glanz- und ehrenvollen Rufe zn folgen, der Oberhirt einer der größten Gemeinden Israels zu werden, hat uns sowie alle Gemeindeglieder mit einer Wonne, mit einer Freude erfüllt, welche uns bis jetzt noch nicht Worte finden ließen, unsere Gefühle auszusprechen. Nehmen Sie für diese innige Liebe, womit Sie uns auszeichnen und wahrhaft beglücken, im Namen der Gemeinde den wärmsten Dank hin; wenn wir heute nur im Stande sind. Ihnen schwache Worte zu spenden, so werden wir ferner eifrigst bemüht sein, zu beweisen, das; wir Ihrer väterlichen Liebe würdig sind. Waren wir bis jetzt schon stolz, Ew. Hochwürden den Unsrigen zu nennen, so werden wir es jetzt mit größerem Rechte sein, da Sie unserer wahren Liebe und treuen Anhänglichkeit einen solchen in unserer Zeit seltenen glänzenden Beweis von Hingebung als Gegenliebe entgegensetzen, durch diese großartige Handlung der kleinen Gemeinde treuer Hirt zu bleiben, setzen Sie sich einen unvergänglichen Denkstein in unserer und unserer Kinder dankbaren Herzen." Kurz darauf ging folgendes Schreiben der „Aeltesten und Vorsteher der Judenschaft" Berlin vom 25. September 1842 (gezeichnet Meyer. Muhr. Lehmann) bei dem Gemeindevorstand in Dresden ein, dao ebensowohl die damaligen Verhältnisse in Berlin, als die Werthschätzung Frankels beleuchtet: „Einem hochverehrten Vorstand der israelitischen Gemeinde in Dresden sagen wir für das kollegialische Schreiben vom 23. b. unseren verbindlichsten und ergebensten Dank. Es sind die Eröffnungen derselben Worte treuer und redlicher Glaubens- und Berufsgenossen, die eben so wie wir das Beste des Judenthums wollen und die darum gewiß auch den Schritten, die wir zun; Theil bereits durch unsere Deputirten itnb namentlich durch den ^Celteften Herrn Dr. Veit bei Ihnen gethan und die wir ferner durch das gegenwärtige Schreiben zu thun beabsichtigen, die wohlwollendste Auslegung werden angedeihen lassen. Es ist ja die Sache Israels, in der wir uns an Sie gewandt, und dies allein giebt uns auch den Mnth, ein so großes Opfer vor; Ihnen zu begehren, als Ihnen zugemuthet wird, indem wir bitten, Ihrem ehrwürdigen Oberrabbiner Herrn Dr. Frankel zu gestatten, dem Rufe, ben unsere Gemeinde an ihn ergehen ließ, zu folgen, um an einer Stelle, die vielleicht die einzige dieser Art in unserem Baterlande ist, für unsere Glaubensgenossen nicht blos in Berlin, sondern in ganz Preußen und mittelbar auch im übrigen Deutschland zu wirken. Wir verkennen nicht, wie sehr auch Sie, hochgeehrte Herren, die Mitwirkung eines solchen Mannes, wie Herr Oberrabbiner Dr. Frankel, zu würdigen wissen, und welche musterhafte Synagoge, welche treue ihm ergebene Gemeinde er verläßt, wenn er den Ruf nach Berlin annimmt. Wir verkennen namentlich nicht, wie wünschenswerth Ihnen auch seine fernere Mitwirkung während der Dauer des bevorstehenden sächsischen Landtages zur Wahrnehmung Ihrer von Ihnen seit vielen Jahren so nmthig und ehrenvoll wahrgenonnnenen politischen Gerechtsame sei. Aber wir glauben auch, daß das schöne Werk, das Sie mit seiner Hilfe in

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