Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 47 (18.11.1892)
- Date
- 1892-11-18
- Page
- Seite 555 (sequence 3)
- Language
- German
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555 rstube, bio orikers mvnbeeinflufei cä) die ge t* unmittel cktivität if. ch Vorein mch Eger- \m solche: sonst war e Streben da gescha!! die bon; ommissior eiter unter?r er m\ einem un 'ruchtbarei ied, selbst öissenschafi r Gelegen Währungen )ier las e ) u. s. w.; über der hum seine: rbildung^ )t und di von ihn d pflanzi Me Herzen em Lehre: in Gründie seinen iudeß de' war seinen nehmende: machte oi errieth of nig über r die Vor teilte nidr üe in ihre t beschäm reit Haber gen jed , wenn c rhor seine >ens hati rauch der > nur in ortknappc ersönlichen Schweigen Herr Rarin In unserer Zeit der schwankenden und defekten Charaktere ist k', eine felserrfest ehrenhafte Gelehrtennatur eine doppelt erfreuliche i'cheinung. Geradsinnig und makellos vom Scheitel bis zur Sohle, tel)t Egers vor derrr Gedüchtniß seiner Freurrde und Schüler; keirr 11 kler, häßlicher Punkt verunziert derr blanken Schild seiner reinen ic’innimg, alle Linien seiner sittlichen Gestalt sirrd vorr seltener Ebenü ngkeit und Symmetrie. Seltene Proben einer wahrhaft philosolri'chen Starrdhaftigkeit lieferte er in der letzten Lebenszeit. Obwohl sein m mit der Urplötzlichkeit eines Blitzes aus heiterem Hinnnel den i is seiner Umgebung traf, so konnten tiefer blickende Menschen ii cn Zustand wohl schon vorher als einen besorgnißerregenden t imen. Sein Leiden war Zuletzt nicht ohne peinvolle Beschwerden,;i: mühsam hervorgestoßenen Worte konnten die Athemnoth, mit 'i er rang, wohl bekunden, allein man setzte dies, da kein Laut der lege sich seinen Lippen entrang, aus das Konto seiner gedehnten l -echweise. Mit einer Heiterkeit, einer Ruhe, einer Kaltblütigkeit, k beneidenswerth und das Erbtheil guter, weiser Menschen ist, ü Egers seinem Tode, den sonst Niemand ahnte, entgegen. Er iim noch in der Vollkraft der Jahre. In dem Herzen seiner Schüler und zahlreichen Freunde lebt er i! unerloschener Kraft als ein Vorbild eines idealen Mannes und c".igen Gelehrten fort; die Liebe zur Wahrheit, das unausgesetzte i eben nach Vollkommenheit, das ihn erfüllte, hat auch in zahli ,en Jüngern die Fackel der Selbstveredelung und sittlichen Läutei: g entzündet, und sein Schaffensdrang hat Nacheifer und Arbeitserweckt. Sein Andenken gereicht Allen, die ihn gekannt haben, Segen. Mn pädagogischer Versuch. Von Leopold Katz in Ratibor. Unter obigem Titel wurde den Lesern dieses geschätzten Blattes!i Bericht des Kollegen R. H. über „Die Pflege jüdischen Geistes n .rhalb der Schulzeit" gebracht. Es freut mich, konstatiren zu können, daß mein vor Jahresfrist ir verschiedenen Blättern aufgenommener, diesbezüglicher Vorschlag ii-} von anderer Seite praktisch erprobt worden ist. Inzwischen habe ich das Verfahren fortgesetzt, und da ich meine he, der ich mich gern unterzog, durch den schönen Erfolg belohnt k nehme ich nunmehr keinen Anstand, einen größeren Jnteressen- : zur Erwägung zu veranlassen, ob unser pädagogischer Versuch ' i doch der weiteren Versuche werth sei. Die knappe Zeit, die dem Religionsunterrrichte in der Schule ir messen ist, läßt namentlich in Volksschulen ein Vertiefen in das ' e, große Gebiet der jüdischen Litteratur nicht zu. Es muß nach ii m Norma-llehrplan, der selbstredend nur das Notwendigste c: 'cksichtigen kann, gearbeitet werden, so daß die Volksschüler gar ci iltig hinter denen höherer Schulen Zurückbleiben. Haben jene ' t aber das gleiche Recht, Kenntniß zu erlangen von den Schöpfungen - icher Geistesheroen? Um die Kinder, die dem Morgengottesdienste nicht anwohnen l" iten, mit dem bekannt zu machen, was er als besonders wichtig - ten, dürfte es sich empfehlen, den beim öffentlichen Gottesdienst < esenen Thoraabschnitt inhaltlich in möglichster Kürze und Präzision aerzugeben. Dabei können Midraschim, die dem Denkvermögen der Kinder epaßt sein müssen, desgleichen Talmudaussprüche Verwendung kk eu. Hin und wieder mögen kleine, mit dem Inhalte des besehenen Thoraabschnittes harmonirende Gedichte von den Schülern vorgetragen werden. Am Schlüsse jeder Unterhaltung lasse ich nun noch jedes Kind aus einer Auslese von Psalmsprüchen, deren je einer auf einem besonderen Blättchen: einerseits deutsch, andrerseits hebräisch steht, sich einen auswühlen und für den nächsten Sabbath memoriren. Um ein blos mechanisches Auswendiglernen zu verhindern, wird es gerathen sein, ab und zu an besonders das Schulleben charakterisirenden Sprüchen kurze, prägnante Betrachtungen anzustellen. Nach einer Reihe von Jahren haben sich dann die Kinder einen Schatz von Sprüchen angeeignet, der ihnen so leicht nicht wieder verloren geht; sie werden ihnen auch späterhin sein: des Fußes Leuchte und ein Licht auf dem Wege. (Ps. 119, 105.) Die Kinder lauschen den Worten des Lehrers wie den Märchen des Großvaters, der Großmutter. Und wie sie zu diesen gern eilen, sie um neue Geschichten zu bitten, so eilen sie auch freiwillig, freudig zum Lehrer, um sich an seinen Erzählungen zu erbauen. Und wie der Jüngling, der Mann, der Greis, das Mädchen, die Jungfrau, das Weib, wie sie sich alle bei freudigen oder traurigen Ereignissen der Großeltern Worte, Belehrungen, Ermahnungen gern erinnern, zur Erhöhung ihrer Freude, zur Stärkung ihres Lebensmuthes, also mögen die Schilderungen echt jüdischer Charaktere, das Erschließen echt jüdischen Geistes, in der Freude das Lebensglück versüßen, in der Gefahr aufrichten, in der Versuchung abschrecken und stets zum Guten führen. d Der jüdische Uorsängerdienst. Von Tr. A. Ackermann. Wenn auch die Geschichte aller alten und neuen Völker uns zeigt, daß der süße Trank der Töne ein integrirender Theil, ja oft das Ganze ihres Gottesdienstes blos Gesang und Opfer war, so müssen wir dennoch zugeben, daß so sichere Beweise von der Verwendung und Würdigung der Tonkunst zu Kultuszwecken nirgends in dem Grade vorhanden sind wie bei den Israeliten, daß die religiöse Musik vorzugsweise bei den Hebräern mit Liebe großgezogen, mit Eifer gepflegt und erhalten, durch sorgfältige, großartige Einrichtungen gehoben wurde und durch die religiöse Weihe, mit der sie auftritt, die verdiente Werthschätzung in überreichem Maße gefunden hat. Nicht über diese hebräische Tempelmusik haben wir aber zu sprechen, sondern vielmehr über einen anderen Theil „hebräischer" Musik, über die eigentliche Synagogenmusik bezw. den eigentlichen Synagogengesang. Aber es ist wenigstens eine, wenn auch kurze Besprechung dieses Gesanges, seines Charakters, seines Ursprungs, seiner Behandlung durchaus nöthig, wenn das eigentlich Charakteristische des jüdischen Vorsüugerdieustes genügend hervortreten soll. Als Jerusalem, der frühere Centralpunkt des religiös-bürgerlichen Lebens, zerstört war und Israel, einem verfolgten Wilde gleich, keinen Ruheort fand, seinen Fuß dahin zu setzen und in Folge der ausgcstandenen Verfolgungen in immerwährender Angst ein kummervolles Leben dahin zu schleppen hatte, da mußten naturgemäß die früheren musikalischen Institutionen zerfallen. Jedoch suchte man von den religiösen Einrichtungen Alles zu retten, was sich nur immer ans dem erlittenen Schiffbruch retten ließ. Man sann auf eine für die damaligen Verhältnisse sich eignende gottesdienstliche Ordnung, eine Liturgie. Vor Allem brachte man die Gebetsordnung zu Stande und gelangte nach mehreren Jahrhunderten zu der Sammlung unserer Gebete. Die nunmehrige Gebetordnung und ihr Vortrag