Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 46 (11.11.1892)
- Date
- 1892-11-11
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Menschheit ku-5inabe, Asch; das onnte, in warmern den Ausw. nicht L. 0. chnorrern geehrter erhoben en ist im rüber er- Rabbiner über eine Rabbiner Raphai'-l;ach dein :t mir zu re andere ck. sind keine Deutsche, lllen wir chaft und land und mnrr ein uit mieu. das; wir i wollen, r sie ein nnte Llben haben, das; jede Polizei in nsberger. llabbiner. Oktober ibiner in )tige Aurgenthal), ruug der hte aber, befassen rd gehen Art am te Gegen- Oktober zuseuden cklslr. 84. Bl lsiehe sen Heer >) Gelde.;, Gebetdurchaus rmögenssehr nrn t. 56. Jahrgang. Nr. 46. Weikcrge DkV Berlin, 11. November 1892. gur „Aktgemeinen Zeitung öes IuöentHurns". Korrespondenzen und Nachrichten.! Zentschlaud. X Berlin, 7. November. Unter dem Vorsitze des Herrn Justiz-; raths Mako wer fand gestern eine Sitzung der Repräsentanten statt. Nach Entgegennahme einiger geschäftlicher Mittheilungen, unter denen besonders mehrere von Herrn Geheimrath Lachmann anläßlich seines 70. Geburtstages gemachte Schenkungen Interesse erregten, wurde; eine Kommission für die Verlegung der Gememde-Mädchenschule gewählt. Derselben gehören die Herren Mosse, Manheimer und Fränkel an. Auch die Vorbereitung der Wahl eines Hilfspredigers, sowie eines Chorleiters wurde besonderen Kommissionen übertragen. Die weiteren Beschlüsse der Versammlung in dieser Sitzung sind für weitere Kreise nicht von Interesse. £££ Berlin, 8. November. Die Repräsentantenwahlen stehen vor der Thür. Die Mitglieder der Berliner jüdischen Gemeinde werden - in wenigen Wochen an die Urne zu treten haben, um ihre für die Forti entwickeluug der Gemeindeverhältnisse bedeutsamen Stimmen abzugeben. Die bevorstehenden Wahlen gewinnen dadurch eine erhöhte Bedeutung, daß diesmal gerade die Wortführer der liberalen Richtung unter den gesetzlich Ausscheidenden sich befinden, und daß der rührige Eifer der Konservativen alte Mittel in Bewegung setzen wird, um die Wiederwahl dieser Männer zu hindern. Da gilt es denn für Diejenigen, welchen der Fortschritt im Judenthum, wie der gedeihliche Ausbau unserer Gemeindeinstitutionen am Herzen liegt, gleichfalls alle Rührigkeit au- ( zuwenden, die Gleichgiltigkeit abzuschütteln und mit voller .Kraft in die! Agitation einzutreten. Mit Freude vernehmen wir, das; — im Gegen! sah zu der Lethargie früherer Jahre — die Reformpartei in Berlin sich! rüstet, um mit einem Programm vorzutreten. Das wird hoffentlich j Klarheit in die Verhältnisse unserer Gemeinde bringen. Auch der I „Centralverein für die Vorbereitung der Repräsentantenwahlen", der,! jedenfalls sehr gegen den Willen seiner Begründer, bei der vorigen Wahlkampagne die Geschäfte der Orthodoxie besorgte, wird nicht umhin können, z offen seine Fahne rechts oder links aufzupflanzen Klarheit muß in die i Verhältnisse kommen, das ist das erste Erfordernis;. Wer dann den , Sieg erringt, darüber brauchen wir in der Metropole der Intelligenz nicht zweifelhaft zu sein. # Berlin, 8. November. Die „Kreuzzeitung" hatte jüngst den bekannten Dichter und Gelehrten Prof. Dr. Felix Dahn zum Zeugen in! ihrem Kampfe gegen das Judenthurn aufgerufen. In ihrem Leitartikel am Freitag sagte sie, Felix Dahn habe in seinen; hier gehaltenen Vorträge behauptet, es müsse endlich der Weg gefunden werden, der deutsches und jüdisches Wesen scheide. Wir haben uns darauf an Herrn Professor Dahn direkt mit der Bitte um Auskunft gewendet und heute das nachfolgende Schreiben erhalten: Hochgeehrter Herr! Ganz von Herzensgrund danke ich Jhneu für Ihre überaus freund-! liehen Worte; sie trafen mich gerade, als ich an die Schriftleituug der j „Kreuzzeitung" mit Berufung auf $ 11 des Preßgesehes vom 7. Mai 1874 , eine Berichtigung schrieb, die besagt: „e s ist voll st ändi g uu w ah r, i daß ich bei jenem Anlaß — der Bortrag wird nach der stenographischen! Aufzeichnung unverändert gedruckt — oder irgendwann sonst dies oder! den: Sinne nach Aehnliches gesagt habe." In jenen; Vortrag war von - den Juden mit keiner Silbe die Rede! Ich kann nur annehmen, Herr! v. Diest-Daber hat mich mit irgend einem andern Redner verwechselt.! Mich hat diese Andichtung in lebhafteste Entrüstung versetzt: unter meinen! nächsten Freunden sind Juden, die ich zu den trefflichsten Menschen zähle,! die ich kenne. Wie sollte ich die Lebensgemeinschaft mit ihnen aufgeben" j Ich habe sofort n;eine nachdrücklichste Verwahrung au mehrere! Zeitungen geschickt und werde Ihnen sehr dankbar sein, wollen Sie diesen! nieinen Zeilen weiteste Verbreitung geben.! Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst! Berlin, 7. November 1802, Fe lir Dahn. LUz Berlin, 2. November. Tie Beerdigung des so jäh aus dem Leben fortgerafften Direktors der physikalisch-technischen Reichsanstalt Dr. Leopold Löwenherz hat heute Vormittag um 101 o Uhr auf dem israelitischen Friedhofe in Weißensee unter außerordentlicher Betheiligung der Notabilitäten Berlins und unter Anwesenheit von Vertretern der Regierung — Staatsminister Tr. v. Bötticher war persönlich anwesend —, der Universitätsbehördeu u. s. w. stattgefunden. Die Predigt hielt in der feierlich dekorirten Leichenhalle Rabbiner Dr. May bäum, an den; Sarge sprachen ferner noch an Stelle des durch Krankheit behinderten Professors Dr. Helmholtz Geheimrath Professor Dr. Förster, sowie die Herren Dr. Leman und Dr. Kruse. Gesang des Synagogenchors beschloß die Feier. OO Berlin, o. November. Bekanntlich benutzt der Vater des Antisemitisnnls, Fürst Bismarck, seit seiner Amtsniederlegung die Feder zahlreicher Journalisten, uu; seinen Ansichten Verbreitung zu verschaffen. Zu seinen; jüngsten Interviewer, dem Leipziger Schriftsteller Hans Blum, äußert? er sich folgendermaßen: „Das russische Volk in seiner ganz überwältigenden Mehrheit will den Krieg auch nicht. Es sind nur drei Elemente, welche in Rußland zun; Kriege hetzen: die Presse, die Polen und die Juden. Die Presse nur insoweit, als sie vom Auslände, von Polen und Juden beeinflußt ist, oder von Polen und Juden bedient wird. Die Juden, welche in der russischen Presse und sonst mit in das Kriegsgeschrei einstiunnen, thun dies aus demselben Grunde wie die Polen: ihnen geht es in Rußland schlecht, und sie hoffen, daß, wenn es Rußland im Kriege schlechter geht, es dann den russischen Juden besser gehen werde. Sie hoffen auf Deutschlands Sieg, um ihre Lage zu verbessern. Beiläufig bemerkt, sollte unser Antisemitismus daraus lernen, daß er keineswegs im Besitze des richtigen Wanzenmittels ist, wenn er darauf ausgeht, unsere Juden so schlecht als möglich von; Staate und der Gesetzgebung behandeln zu lassen." Sehr geschn;ackvoll! 0 Berlin, 7. November. Die Nummer 41 der „Deutschen Wespen von Julius Stettenheim schreibt über den Regiernngsbamneister Körb er, der in der „Urania" populäre Vortrüge hält, folgendermaßen: „Wir möchten Herrn Regierungsbaumeister Körber bitten, in seinen Witzen nicht den Schein einer ganz ungeeigneten Parteinahme zu wecken. Wenn Herr .Körber au; Schluß seiner Beschreibung des Kolosses von Rhodus erzählt, daß die Reste des Trümmerhaufens von einem Inden auf Kameelen fortgeschafft worden seien, so bleibt er erstens nicht ganz den geschichtlichen Ueberlieferungen treu; denn diese berichten, daß Sarazenen die Metallstücke des Kolosses entführt hätten; zweitens giebt er dadurch dem in unserer hetzfreundlichen Zeit überall vorhandenen Zündstoff neue Nahrung, durch welches keinesfalls das theils jugendliche, theils naive Publikum, das den „Scherz" mit der übliche;; Heiterkeit aufnahm, an Bildung gewinnt." Liegmtr, 5. November. Au den Vorstand der hiesigen Synago gen-Gemei nde ist unterm 8. d. M. folgende Verfügung des Herrn Regierungs-Präsidentei; ergangen: „Den Vorstand ersuche ich ergebenst, schleunigst je ein Exemplar der in der dortigen jüdischen Religionsschule gebrauchten Religionsbücher an mich einzureichen und sich gleichzeitig darüber zu äußern, in welcher Weise der Vorstand den jüdischei; Religions-Unterricht dortselbst beaufsichtigt. Falls in den Filialgemeinden eine Religionsschnle besteht, so hat bezüglich dieser das Gleiche zu geschehen." (In unserer Religionsschule ist eiugeführt: „Sondheimers geschichtlicher Religionsunterricht.") Es wäre interessant zu erfahren, ob auch in anderen Regierungs-Bezirken ähnliche Verfügungen erlassen sind und welche Motive denselben zu Grunde liegen mögen. Berrthen (Oberfchl.), 4. November. Eine interessante Erbschastsangelegenheit beschäftigt gegenwärtig eine hiesige jüdische Familie, wie auch die Sy;;agogengemeinde. Die Famile Beuthner war glückliche Besitzerin einer Anzahl sehr einträglicher Kure deö in der stütze unserer Stadt belegenen Blei- und Zinkbergwerks von Samuelsglückgrube und mochte diese durchaus nicht veräußern. Ein Mitglied dieser Familie,