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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-11-11 · Heft 46 (11.11.1892) · p. Seite 551

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 46 (11.11.1892)
Date
1892-11-11
Page
Seite 551 (sequence 11)
Language
German
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551 mutcr und lehnte uit ce er selber :e, daß e-?, daß sein hauen, daß s wollte er ehuda galt; Frage, di. die Tafel teil Jünger genommen. ß, das hier zu wollen. , wo Abw suchte, oft en, viel zu i)och außer kam teil; t Umstande )en Wunsel! - Liebe m; wer könnt hung folgt itmorde uu - des „Offer der evange! nchen t89-.? i, das sicher tus glauben., werden hiev Hauptzeug? g iu Prag, e große Uu leuger und es: „Oes Professor id grober klage vor Interesse m ertretern brr >eschichte für ik schrump? Jahre 152'.* veil sie ein )ch im Juli ig hin. Abn i ergiebt sic! -!iger Grafen :er iu Wien ie auch sonn erpreßt wo? detund fir.^ ar zur Ben , im preusn n die Btu! christlichen hr beiitürli ors X. vo'.n ) nicht ven schränkt steil aber nicht blos auf die Widerlegung der in Rede stehenden Beschuldigung. Der erste Theil des Buches (S. 1—75) handelt vielmehr von der Bedeutung des Blutaberglaubens für die ganze Menschheit. Der Verfasser betont im Vorwort und auch sonst ausdrücklich seinen positiv christlichen Standpunkt. Er ist keineswegs voreingenommen für das Judenthum. Mit großer Entschiedenheit, aber auch mit vollem Rechte widerspricht er nur der Behauptung, daß alle Fälle von Blutaberglauben irgendwie den Charakter eines Ritus haben und daß dieser Aberglaube etwas spezifisch Jüdisches sei. Die Neubearbeitung hat den dreifachen Umfang des 1891 unter dem Titel „Der Blutaberglaube bei Christen und Juden" erschienenen Buches, kann also schon ans diesem Grunde als ein völlig neues Werk bezeichnet werden. Herr Prof. Strack verdient den aufrichtigen Dank aller Freunde der Wahrheit, daß er diesem Werke soviel "Arbeit und Studium zugewendet hat. Wir hoffen, auf dasselbe noch ausführlicher zurückkommen zu können und begnügen uns für heute nur mit dieser Anzeige, um die Aufmerksamkeit der Leser so rasch und so eindringlich wie möglich auf diese ebenso wichtige wie bedeutsame Publikation zu lenken. * Drei gottesdienstliche B orträge für Neujahrsfest und Versöhuungstag von M. Friedmann, Lektor am Beth-Ha- Midrasch in Wien.. Wien 1892. Einen eigenartigen Genuß gewährt es, mit Friedmann ein Gespräch über wissenschaftliche Fragen zu führen. Er ist eine lebendige Encyklopädie des talmudischeu Schristthuius und einer der geistvollsten Menschen, welche ich je kennen lernte. Ein Gespräch mit ihm gleicht an Werth dem Lesen eines anregenden Buches, und wer nicht Gelegenheit hat, mit Friedmann zu verkehren, findet Ersatz beim! Lesen des angezeigten Büchleins. Predigten im eigentlichen Sinn des Wortes sind nicht darin enthalten, trotzdem daß diese Vorträge beim Gottesdienst an den hohen Festtagen gehalten wurden. Man wird wichtige Elemente der Predigt: Pathos und dichterische Phantasie vermissen, aber Gedankenfülle und Gelehrsamkeit enthält jede Seite des Büchleins, die Vorrede inbegriffen. Mögen einige Stellen als Beispiele dienen. „Der Satz, der Jehovah der Israeliten ist ein Nationalgott, ist ein wissenschaftlicher Unsinn. Der Wahrheit entsprechender müßte man sagen, der Gott des "Alls, der Schöpfer der Welt wurde bei den Israeliten als "Nationalgott verehrt, weil er der Weltengott ist." (Vorrede Seite 4). Diese Ansicht Friedmauns dürfte die Zustimmung aller ehrlichen, auch der nichtjüdischen Bibelkenner finden. „Auf dem Gebiete der Ethik steht der Talmud höher als die Bibel, was auch ganz natürlich ist. Die biblischen Schriftsteller hatten dem alten afrikanischen und asiatischen Heidenthum eutgegenzutreten, die Rabbiner jedoch hatten es schon mit Griechen und Römern zu thun. Der (Gegensatz zu diesen verlangte schon höhere Gesichtspunkte." — „Ich will nicht leugnen, daß Vieles im Talmud uns heute etwas sonderbar verkommt; die eine oder die andere der hier ausgesprochenen Meinungen mag vielleicht selbst bei Zeitgenossen keinen Beifall gesunden haben. Sprechen die Rabbinen doch selber in „Sprüche der Väter" und „Aboth d. R. Nalhan" von den frevelhaften Hörern des Lehrhauses, die der Seihe gleichen, welche den Wein dnrchläßt und nur die Hefe zurückbehält. Sie gestehen damit ein, daß ihre geistigen Produlle nicht frei von Hefe sind." (Vorrede Seite 19 und 11). Eine Bemerkung möchte hier der Referent nicht unterdrücken, sticht jeder einzelne Satz der Bibel erreicht die Höhe des Talmuds, aber der Talmud steht sicherlich nicht höher als die Bibel. Die Bibel enthält ja auch die Reden der beiden Jesaias, die Reden der Propheten, reiner kann sich der religiöse Genius eines Volkes nicht offenbaren, als in diesen Reden, ein gewaltigeres Eintreten für alle Ideale — was doch eigentlich Ethik bedeutet — ist wohl nicht denkbar. Bleiben wir nur dabei, daß die Rabbinen in der Ethik den Standpunkt der Propheten einnehmen und noch heute einnehmen, allerdings nicht immer die Höhe eines Jesaias erreichen, aber doch immer zu erreichen streben. In der Neujahrspredigt erklärt Friedmann mittelst Nehemias 8,2 n.3, warum der Gottesdienst am Neujahr einen halben Tag dauere, und ivarum es in vielen Gemeinden Sitte ist, das sogenannte Thaschlich in der Nähe eines Stromes zu beten. (Seite 12 und 13). Schließlich finde noch die Uebersetzung eines Wortspieles Erwähnung: nrvn xPx rrnn *opn .rnrnSn bs nnn »Truck und Presse befreien von Presse und Druck", wie auch das Lateinische dasselbe Wortspiel hat: liber^Buch, liher - frei (Seite 15). Dr. Simon Stern- | — Das erste Quartalsheft der „ K e v u e d e s E t u d e s J u i v e s“! (Band XX) hat folgenden Inhalt: Zadoc Cahn: Isidore Loeb. — I. Levy: Bibliographie des travuux d’lsid. Loeb. — Loeb Isidore: La litterature des Pauvres dans la Bilde 111. — A. Vernes: Le cantique de! Debora. — A. Kohut: Les fetes persanes et babyloniennes mentionnees j dans les Talmuds de Babylone et de Jerusalem. — C. Bloch: Im I episode de l’Histoire comrnerciale des Juifs en Languedoc. — Notes et Melanges. — Bibliographie. — Actes et Conferences. — Heft 2 der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums" hat folgenden Inhalt: I. Rosenthal: Das Sikarikongeseh. — I. Perles: Beiträge zur rabbinischen Sprach- und Alterthumsknnde. — PH. Bloch: Die Mystiker der Gaonenzeit und ihr Einfluß auf die Liturgie. — A. Epstein: Pseudo-Saadja's und Elasar Rokeuachs Kommentare zum Jezira-Buche. — M. Steinschneider: Miscellen. — A. Kisch: Das Testament Mordechai Meysels. — M. Frendenthal: Die ersten Emanzipationsbestrebungen der Juden in Breslau. — Besprechungen und Anzeigen. * Hedwig Dohms neueste, durch feine Psychologie und geistvolle Züge fesselnde Novelle: „Wie Frauen werden", deren Anfang das Oktoberheft von „Nord und Süd" brachte, wird im Novemberheft der Zeitschrift zu Ende geführt. Der bekannte Litterarhistoriker Erich Schmidt, dessen Portrait dem Hefte beigegeben ist, schließt sich mit einem meisterhaften Essay: „Tannhnnser in Sage und Dichtung" an, der uns Gelegenheit giebt, die Gestalt des namentlich durch Wagners Toudrama populär gewordenen Sängers des 13. Jahrhunderts auf der wechselvollen Wanderung durch die Dichtkunst von sechs Jahrhunderten zu verfolgen. Gustav Diercks sucht in dem lehrreichen Aufsatze: „Marokko und die Marokkofrage" auf Grund einer eingehenden Schilderung der historischen Entwicklung des Scherifenreiches und des Volkscharakters das Verständniß für die vielfach unterschätzte Widerstandskraft jenes noch immer sehr ungenügend bekannten Staates zu wecken und die Entstehung und den gegenwärtigen Stand der Marokkofrage darzulegen. Mit einem bei uns so gut wie unbekannten, bedeutenden Dichter des Nordens, dem Isländer Bjarni Thorarensen, von dessen Dichtung uns charakteristische Proben in guter Verdeutschung vorgeführt werden, macht uns der als Kenner der nordischen Litteraturen und als Uebersetzer geschätzte I. C. Poestion bekannt. Fesselnde Reiseschilderungen von Theodor Puschmann: „Zu Ostern in Spanien" schließen das "November-Heft von „"Nord und Süd" ivürdig ab. d» Sprrchsaal. Sehr geehrter Herr Redakteur! In 9t v. 83 des Mainzer „Israelit", der mir von Freundeshand zugeführt wurde, ist u. A. auch meiner in tadelndem Sinn gedacht. Der Bericht ist aber durchaus nicht ganz wahrheitsgemäß abgefaßt, wie auch das dem Bericht als Quelle dienende "Augsburger Protokoll die Verhandlungen nicht ganz korrekt wiedergiebt. Das kann ich als Augen- und Ohrenzeuge betheneru. Da aber bei einer anderen Veranlassung vor einigen Jahren das erwähnte Blatt eine von mir zugesandte Berichtigung nicht! aufnahm, so werden Sie meine Bitte um "Ausnahme des Folgenden ge-! währen. Ich rezitirte nämlich in der fraglichen Augsburger Synode, was! mir die Schwäger einer kinderlos gebliebenen Wittwe vor ihrer Wieder^ j erheirathuug zu Protokoll gaben, wie das in der Wiener „Neuzeit" 1879, > Nr. 13 wörtlich und buchstäblich darin abgedruckt istund also lautet: j „Wir Endesunterschriebenen, Brüder des seligen, mit Hinterlassung! einer Wittwe, der Frau N., kinderlos verstorbenen Herrn N., erklären * hiermit förmlich und feierlich, daß wir unserer verwittweten Schwägerin der Frau 9t. ganz nach ihrem freien Willen es überlassen, sich wieder , zu verheirathen, ohne daß wir den mindesten Widerspruch von welcher Art auch immer dagegen erheben. Den Akt der „Ehaliza" aber, Ceremonie „des Schuhausziehens", das, erklären wir ebenso feierlich und förmlich, werden wir nicht vollziehen. Tenn 1. die Worte 5. M. 25, 7 und 8: „Er will die Schwagerehe an mir nicht vollziehen" und: „ich will sie nicht ehelichen", welche die verwittwete Frau und der Schwager bei diesem Akte sprechen sollen, sind, nachdem die Rabbiner für unsere Zeit die Schwagerehe ausdrücklich verboten haben, zu einer vollen Unwahrheit geworden, die einer leeren, zum wahren Zerrbilde herabgesunkenen Förmlichkeit zu Liebe auszusprecheu, unserem sittlichen Gefühle widerstrebt.

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