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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-11-04 · Heft 45 (4.11.1892) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 45 (4.11.1892)
Date
1892-11-04
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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r>6. Jahrgang. Ar. 45. Gerlm, 4. November 1892. ng am 2:-). dsten Mil Grabe ge Millau) raden. Cr e:r, bieXmit »reffe stehen behaupten erleugneteu rischen Er Frische der ter, Mose- Journal'. nt 17 Jab Der Haupt iter in dir nlois", an ren bracht; leun688t . poetischeigkeit au ö che Tages iser Presse, m letzteren gelmäßigen und gei|t ourbe und ^es bildete, thiger Pa pa., Made sehe veni< l eifall, Rio : Mitarbeit der Judir ser Anzüo Millaud^ Zeiten aas eilten im lieber und hten Mit l Jahren r Pariser ms Jahren sschmerzen, so erzähl i des zei- »0 Franken Gearbeitet, udung hat >r besaß, in laud ist im iner letzten ntag sollte luf feinem Beerdigung Ritter d-r llaud war nacht. Cr ein offner, irfe. Dem einer hatte Angelegen ine lustiae ^gewinnen. Leiter der Der Gemekn^ebote. Beilage zur „Allgemeinen Zeitung öes Iuöenthums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. ß Berlin, 1. November. In der Urkunde über den Weiheakt der l üfformationskirche zu Wittenberg, die von Sr. Majestät dem deutschen Kaiser verlesen und von sämmtlichen deutschen Fürsten : ütunterzeichnet worden, ist zum Schluffe die Erwartung ausgesprochen, miß alle Diener der evangelischen Kirche allezeit beflissen sein werden, -as Volk zu Gottesfurcht und Unterthanentreue, zu herzlicher Liebe i nd Erbarmnng gegen alle Mitmenschen, auch gegen die dtndersgläubigen, anzuleiten!" Und in der Rede beim Festmahl s.'.gte der Kaiser: „Wir Evangelischen befehden Niemand um > ines Glaubens willen!" Mögen diese erhabenen Worte aus l üserlichem Munde überall gehört und beherzigt werden! * Berlin, 3. November. Am 30. v. M. starb zu Charlottenburg 7r. Leopold Loewenherz, der Direktor der technischen Abtheilung der physikalisch-technischen Reichsanstalt, der sich um die Förderung der i hystkalisch-technischen Wissenschaft ein ganz hervorragendes Verdienst ermorden hat. Zunächst streng wissenschaftlich durchgebildet, wählte es ' h Loewenherz aus eignem Willen zu seiner besonderen Aufgabe, gestützt uitf theoretische Kenntnisse in der Mathematik und Physik, die physikalische Technik in Deutschland auf eine bessere und tiefere Grundlage zu stellen. ,;it diesem Ziele wandte er seine Arbeit selbst auf physikalisch-technische? ragen, sodann aber war er bestrebt, den Stand der Präzisions-Mechaniker u heben, indem er für eine bessere theoretische Ausbildung derselben yentlich eintrat. Mit Theorie und Technik allmählich gleich vertraut, cxb Loewenherz weiterhin allgemein die Mittelsperson zwischen den Ver- > etern der Wissenschaft einerseits und den physikalischen Technikern midererseits ab, wobei er oft beide Parteien auf das Eindringlichste berieth. Allein er beschränkte seine Hilfsleistung nicht auf die Physik, sondern ' uid auch verwandte!: Fächern gern zu Gebote, insbesondere hat er 'Mediziner vielfach durch seine technische Kenntniß unterstützt. Allmählich ) itrbe Loewenherz die Seele aller Bestrebungen auf dem Gebiete der i räzisionsmechanik. Er hat viel für die Einrichtung von Fachschulen! t Mechaniker gethan und erfolgreich für die Einführung einheitlicher misteine in der Feinmechanik gewirkt. Eine der letzten Unternehmungen km?ser Art, an welcher Loewenherz mitarbeitete, war die Herstellung eines nheitlichen Systems für Schraubengewinde. Ganz besonders bedeutsam ' :d Loewenherzs Leistungen auf dem Gebiete der praktischen Thermometrie. 7 opold Loewenherz, 1847 zu Czarnikau in der Provinz Posen, aus nstbarer, aber unbemittelter Familie stammend, geboren, erhielt seine Schulbildung in der Realschule zu Posen, deren Direktor Wilhelm menneke (gest. 1872) in ihm eine ganz besondere Vorliebe für mathematische Stndien erweckte. Nachdem Loewenherz 1865 den Realschülers beendet und hier die Reifeprüfung bestanden hatte, ging er auf das raria-Magdalena-Gymnasium iiber, um sich das für Universitätsstudien e-uals noch unerläßliche Gymnasial-Reife Zeugniß zu erwerben. 1866 l ni er schließlich zur Universität Berlin, an welcher er 8 Semester lang -'Mathematik, Physik und Astronomie studirte. Von seinen Lehrern schloß n sich besonders Wilhelm Foerster, Kronecker, Kummer und Weierstraß n . Den beiden Letzteren trat Loewenherz als Mitglied des von ihnen b mündeten und geleiteten mathematischen Seminars (er gehörte vier 7 übjahre lang demselben an) näher. Nachdem er sodann im Sommer mit der Abhandlung „1)6 curvis tangentialibus curvarum algebrai- ■' -um ordinis N“ hier zum Doktor promovirt hatte, übernahm er die ^elle eines Hilfsarbeiters für Mathematik und Physik bei der 1870 ins - ben gerufenen von Wilhelm Foerster geleiteten Normal-Aichungs-Kom- - Mion. Bei diesem wissenschaftlichen Amt verblieb Loewenherz allmählich mssteigend bis zum Jahre 1888, mn sodann an die durch Werner Siemens' Freigebigkeit möglich gewordene physikalisch-technische Reichsstatt als Direktor der technischen Abtheilung (Loewenherz hatte seit Jahren der Begründung einer solchen Anstalt eifrig das Wort geredet) überzutreten. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeiten von Loewenherz finden sich zmneist in den Berichten der Normal Aichungs-Kommission, der Chemischen Gesellschaft und der Zeitschrift für Jnstrumentenkunde. Zu nennen sind davon: „lieber Veränderlichkeit der Platingewichtsstücke (1876), Anwendung der Torsion von Drähten zur Ermittelung von Gewichtsgrößen" (1880), „Ueber thermometrische Fundamental-Versuche" (1877), „Bericht über die wissenschaftlichen Instrumente auf der Berliner Gewerbeausstellung" (1880), „Das Gewichts-Alkoholometer" (1880 mit Homann), „Die Jndices bei Maximum- und Minimum-Thermometern", „Zur Geschichte der Entwickelung der mechanischen Kunst" (1882). Besonders hervorzuheben ist, mit welchem Eifer Loewenherz die Geschichte der Mechanik gepflegt hat, ein Gebiet, daß sonst nicht nicht viele Liebhaber findet. Loewenherz war ein guter Jude. Nach in letzter Zeit bestand die Absicht, ihn in das Repräsentanteukollegium der jüdischen Gemeinde zu wühlen, und er hatte sich gern bereit erklärt, der heiligen Sache zu Liebe eine solche Wahl anzunehmen. Aber auch in allgemein menschlicher Hinsicht, in der Förderung aufstrebender Talente, in der Unterstützung von Armen, suchte Löwenherz die Stellung, die er sich zu erwerben verstanden, nutzbar zu machen. So bedeutet sein Tod einen schweren Schlag für seinen Beruf und seine Wissenschaft, einen unersetzlichen Verlust für seine Familie, seine Freunde und den großen Kreis derjenigen, denen sein menschenfreundliches Herz so warm geschlagen hat. Das Leichenbegängniß fand am Mittwoch Vormittag unter sehr großer Betheiligung statt. * Berlin, 81. Oktober. Mau erinnert sich der Meldungen im Februar d. I. über den Zug, den Herr Paul Fried mann aus Berlin nach Arabien unternommen hatte, um dort eine jüdische Kolonie zu gründen. Das Unternehmen scheiterte, noch ehe Herr Friedmann an Ort und Stelle angelangt war. Herr Friedmann hatte sich nun durch einzelne Artikel, welche durch die Presse gegangen waren, beleidigt gefühlt und hier in Berlin gegen die „Voss. Ztg." und den „Börs.-Cour." Klage angestrengt. In dieser Woche stand in der Sache vor dem hiesigen Schöffengericht Termin an. Der Vertheidiger des verantwortlichen Redakteurs der „Voss. Ztg.", Herr Rechtsanwalt Tr. Paul Krause, führte aus, daß es schwer sei, im vorliegenden Streitfall die Wahrheit zu finden. Weder werde sich von hier aus beweisen lassen, daß die Artikel, durch die sich Herr Friedmann beleidigt fühle, unwahr seien, noch daß alles das, was Herr Friedmann dagegen sage, als baare Münze zu nehmen sei. Unter allen Umständen habe sein Klient in gutem Glauben gehandelt. Der Artikel der Voss. Ztg sei dem „Israelit" in Mainz, einem Organ des orthodoxen Judenthums, entnommen. Der Vertheidiger des Klägers machte dagegen geltend, daß gerade von orthodoxen Juden all die Verdächtigungen und Verleumdungen gegen Herrn Friedniann ausgegangen seien. Man habe erfahren, daß Herr Friedmann Christ sei, und habe nun geglaubt, daß die von Herrn Friedmann angeworbenen Juden in ihrem Glauben und in der Ausübung ihres Ritus vergewaltigt würden. Herr Friedmann sei bei seinem Unternehmen aber nur von seinen idealistischen Neigungen und seinem Barmherzigkeitsgefühl für die in Rußland verfolgten Juden geleitet gewesen. Da ein Beweis der Wahrheit von keiner Seite angetreten war, so lag es den: Gerichtshof nur ob, die Beleidigungen abzuwägen, die in den inkriminirten Artikeln enthalten waren, und es wurde der verantwortliche Redakteur des Börs.-Cour. in Anbetracht der schwereren Beleidigungen zu 150 M. und der verantwortliche Redakteur der Voss. Ztg. zu 100 M. verurtheilt. Zugleich wurde den: Kläger die Befugniß zur Veröffentlichung des Urtheils in beiden Blättern zuerkannt. * Berlin, 80. Oktober. Die Antisemiten versenden^ gegenwärtig folgendes Cirkular: „Berlin, 23. Oktober 1892. Liebe Gesinnungsfreunde! Die Unterzeichnete Geschäftsstelle übersendet anliegend die angekündigten 3 Flugblätter, das „Rüstzeug des Deutschen im Kampf gegen Juda", mit der dringenden Bitte, umgehend die Bestellungen darauf zu machen, ehe Im.

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