Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 45 (4.11.1892)
- Date
- 1892-11-04
- Page
- Seite 539 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3227931-3227977--49254-3269936- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
539 lrichtung! Borstand, jüngeren les mußte r that es »ünschend. mnal die tagd noch 'chlossenen kann nicht Synagoge und des e ist noch die ganze nner, der ie Frauen chmittags Hannner Vorstand kademische ^chammes nd klopft hne mich siihr verbehauptet Neuerung i menleben (ütze ihres gegangen, Ende der Hammer lebt auch inge das iederhallt. Raliei jes Lexikoil n Alfred auf zehn „in ihrei! erbärmlich nd wahr wie da< annt wird ammes in llen Ge )ene Buäi 'inlichkeite:: nd Talend (, Arbeits i erreichen omit einerein solche v Glaubens- 1, zu dem sein will, en Kultur arbeiten genommen, Kenntniß zu verschaffen und so den ungerechten Vorwurf der Judenfeinde, daß der Jude nur den „Gelderwerb" als Lebensaufgabe kenne, zu entkräften. Die soeben erschienene 1. Lieferung ioeift 3 Tafeln Bilder auf. Die erste Tafel zeigt in der Mitte das Bildniß Montefiore's, um das die Bilder der Hmnanisten: Pereira, Cremieux, d. önigswarter, Sal. Heine, Wertheimer, Zunz, Mannheimer und Jellinek gestellt sind. Die 2. Tafel zeigt Schriftsteller und Philosophen. Hier gruppiren sich um Moses Mendelssohn: Spinoza, Börne, Kuranda, r^ompert, Berth. Auerbach, L. A. Frankl, Moritz Hartmann und Fanny; rewald. Die 3. Tafel wird ausschließlich von den Bildnissen der; Familie Rothschild ausgefüllt. Um den Begründer dieses Welthauses,! i nt Vtayer Anselm Rothschild, schaaren sich die Vertreter der Wiener, j pariser. Londoner und Frankfurter Häuser. In dieser 1. Lieferung, ne mit Isaak Abarbanel anfängt und mit dem Preßburger Hofjuwelier Niedermann schließt, sind längere oder kürzere Biographien von i ' I „Männern aus Israel" enthalten. Auf Vollständigkeit kann! meses Lexikon natürlich keinen Anspruch machen und will der > erfasset' einschlägige Winke und Mittheilungen gern entgegennehmen,! e. e in einem Nachtrage Beachtung finden sollen. Aber auch ein Ver'-; vichniß solcher Persönlichkeiten, welche entweder schon im Kindesalter eoer später aus verschiedenen Motiven aus der jüdischen Gemeinschaft I abgeschieden, soll dem Werke als Anhang beigegeben werden. Weil nach Ansicht des Verfassers die Taufe Abstammung, Anlage, Wesen und Charakter unverändert läßt, so bleiben auch solche Personen hervorragende Zeugen jüdischen Wesens und jüdischen Geistes. „Wasser thut's freilich nacht", lehrt ja schon der Katechismus Luthers. Die in dieser Lieferung a boteneu Lebensbeschreibungen sind bis auf wenige Ausnahmen — ^erth. Auerbach und Beaconsfield — sehr knapp gehalten. Unter den! alphabetisch aufgeführten Namen vermissen wir den des bekannten Ge-! 1 Orten Benjakob (gestorben in Wilna 1865). Es fehlt auch der hier in Hamburg viele Jahre als Rabbiner im Amte befindlich gewesene n hacham Bernays. Einen Platz in einem Lexikon berühmter jüdischer Männer beanspruchen Namen, wie Jesaia Berlin (Jeschajah Piek i; storben 1799), dessen kritische Noten zum Talmud, Bearbeitung des .'auch, der Targumim :c. noch heute eine hervorragende Beachtung t itien, eine talmudische Autorität aus dem 18. Jahrhundert, Abraham ' Hoba (gestorben 1717), als Rabbiner von Nikolsburg, Prag, Metz uud Mankfurt a. M. bekannt, Jair Chaj. Bacharach (Chavot Jair), gestorben 1-92 als Rabbiner in Worms, Gerson Aschkenasi, gestorben in Metz. Mas unserer Zeit fehlen auch tüchtige Männer. Der Verleger hat das Michlein schön ausgestattet, der Druck ist gut, der Preis ist mäßig -!■' Lieferungen ü 1 Mk. — und so wiro das Werk hoffentlich Anklang ' iden, und was noch wünschenswerrher ist, gelesen werden. S. Plocki. Sprochsaal. Geehrter Herr Redakteur! Gestatten Sie auch mir noch ein Wort zu dem Thema „Akedah". Ms, ich glaube zu Ende der sechziger Jahre, der verewigte A. Bern- M.u in einenr Schriftcheu über „die Erzväter" dieselben als mythische l" statten charakterisirte, deren Lebenslauf nur vom Volksmuude so, l' e er in der Bibel sich vorfindet, poetisch ausgeschmückt worden n ne, soll Dr. Geiger, doch gewiß weder ein Altnoch Neu-Orthodoxer, u uisch geäußert haben: Wenn Bernstein auch mit Engelszungen redete, le.irden sich die Israeliten ihren Abraham, Isaak und Jakob, wie sie '' selben aus dem Schriftwort kennen, nicht nehmen lassen. Dem analog sef ein Geringerer sich wohl auch das Urtheil erlauben: Wenn Dr. R. auch, wie er es auf der Kanzel wohl versteht, mit Engelszungen spräche, n'den die Söhne Israels, auch die nicht Strenggläubigen, sich die Mlualität der „Akedath Jizchak" doch nicht durch eine wenn auch noch a geistreiche Symbolisirung unter der Hand weg eskamotiren lassen, -ne wenig die Berufung des geehrten Autors hierfür auf den Adler sol hl unter den Propheten als auch Rabbinen (Jesaiah und Maimonides), l uso wie die höchst gewagte sinnbildliche Deutung vor der Lupe der antik Stich hält, ist von Herrn E. M. in vielleicht nur zu großer Stürze 'n.eits dargelegt worden, und habe ich in letztgenannter Beziehung zur Mgänzung nur Folgendes hinzuzufügen: Solche Reflexionen, wie sie der Herr Verfasser dem Abraham in den Sinn legt, können wir bei ihm durchaus nicht prüsumircn; er hatte, seitdem ihm das Licht der wahren Gotteserkenntniß aufgegangen, für sich und sein Geschlecht deren Festhaltung und Weiterverbreituug („damit alle Völker der Erde durch ihn und seine Nachlommen gesegnet werden." Genes. 12, 3; 28, 14) zur Lebensaufgabe gemacht, und jedes durch die Sorge für seine und der Seinigen Sicherheit und Wohlfahrt aufsteigende Bedenken mußte dagegen unbedingt verstummen. Das liegt implicite in dem ganzen Charakter des Patriarchen, wie ihn die Schrift von Anfang bis Ende zeichnet, und um das ad oculos zu demonstriren, bedurfte es wahrlich des gewaltigen "Apparates nicht, wie er in der Erzählung von der Akedah vorgeführt wird. Mit der letzteren soll nach meiner Ueberzeugung vielmehr dem bis dahin gezeichneten Lebensbilde Abrahams die Krone aufgesetzt werden, indem sie tatsächlich erweist, daß, wo es dem Willen Gottes zu bienen gilt, er selbst das, was ihm theurer ist als sein eigenes, schon dem Ende zueilendes Leben: das seines „einzigen geliebten Sohnes", auf dem alle seine umterielle wie ideale Hoffnung basirt war, ohne mit der Wimper zu zucken, ohne Sträuben und Widerrede flugs zum Opfer zu bringen bereit ist. Diese Idee liegt meines Erachtens so sonnenklar in dem ganzen Tenor des Berichtes vom Gebote Gottes bis zürn zweiten Zuruf des Engels, daß ich mir deren Nachweis im Einzelnen sehr rvohl ersparen darf. Kein bloßes Spiegelbild (!) des bisherigen Lebens Abrahams, sondern dessen unerläßlicher Abschluß, sein Eckstein sowohl als auch Gipfelpunkt liegt uns in der „Akedah" vor, in ihr wird das Ideal eines Gottesverehrers, als welcher Abrahanr dargestellt werden soll, erst zur höchsten Potenz gesteigert, indem er, wie es die Rabbinen ausdrücken, „selbst seine Vaterliebe zum Schweigen bringt, um Gottes Willen mit ganzem Herzen zu vollbringen". Daß noch mehr als der Opferkultus, überhaupt uns fremd, schon der Gedanke des Menschenopfers uns zum Abscheu geworden und uns mit Schauder erfüllt, kann doch durchaus nicht gegen Abrahams beabsichtigte That geltend gemacht werden; wissen wir doch, daß nicht nur bei den asiatischen und afrikanischen Nationen, sondern auch bei den Chorführern der europäischen Kultur, den Hellenen, welche jene als Barbaren verpönten, noch in weit späteren Zelter: (man denke nur an Jphigenia in Aulis) Menschenopfer als den Göttern woblgefällig angesehen wurden. Daß es aber des Ewigen nicht würdig sei, ein solches zu verlangen, wird ja durch die Bezeichnung des Befehls von vornherein als bloße Versuchung, Prüfung Abrahams, durch deren Bestehen er sich vor aller Welt als im höchsten Maße gottesfürchtig manisestiren sollte, und durch die Jnhibirung der wirklichen That im letzten Moment, nachdem jener allein ins Auge gefaßte Zweck vollständig erreicht war, zürn leeren Einwand degradirt. Vielmehr wird durch dies schließliche Verbot das wirklich dargebrachte Menschenopfer, wie es die mosaische Gesetzgebung später mit höchstem Nachdruck thut, als „dem Ewigen ein Gräuel" (Deuter. 12, 31) gekennzeichnet. Mit vollem Recht wird die Akedah darum unter den Verdiensten der Patriarcherr für das höchste gehalten und in , der: synagogalen Gebeten am meisten gefeiert; ohne Zweifel hat sie nrrch! den Tausenden von Märtyrern in Israel, „die ihr Leben für die Heiligung des göttlichen Namerrs preisgegeben", und die auch ihrer Kinder Leben zu gleichem Zweck mit eigener Hand geendet, den Muth zu solch' heroischem Thun entflammt. Möchte sie in uns und unseren Kindern die gleiche Aufopferungsfähigkeit für immer wach und rege erhalten. Berlin, 25. Oktober. Dr M. Stern. Sehr geehrter Herr Redakteur! Der chronologischen Ordnung wegen beantworte ich zuerst die zweite Frage von Herrn M. in Nr. 43 Ihrer geschätzten Zeitung. Der Erste, der im Gebete Gott „unfern Vater" nannte, war David, der König Israels. (Chron. 1, 29, ]()). Daß das hier eine Eigenschaft von und ein Kollektiv ist, wie es Jeiteles am Ende seiner Erklärung ausführt, und nicht wie er Anfangs aunehmen wollte, dafür spricht Psalm 89, 27.) Dann folgt der Prophet Jesaias in seiner inbrünstigen Andacht vor Gott: MH (Jes. 63, 15—16), Davids Gebet ‘"pfl ist in das israelitische alltägliche Gebet sämmtlicher Riten ausgenommen. (S. Ritualkodex Maimonides II. B, am Ende). Das Gebet Jesaias hingegen ist in die — — Einleitungen der — rttiT^D Bußegebete übergegnngen. Jenes ist eben ein Gebet vor der Erbauung des heiligen Tempels, ein Gebet der freudigen Hoffnung, während dieses ein Anrufen der väterlichen Barmherzigkeit Gottes nach der Zerstörung des Tempels ist.