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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-11-04 · Heft 45 (4.11.1892) · p. Seite 535

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 45 (4.11.1892)
Date
1892-11-04
Page
Seite 535 (sequence 7)
Language
German
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535 'zusetzen, iben wir n, Meh- Allgriffe unwill- §, es bet es, das m Werth Kindern, ceuz und im Gotte e heraufn Zeiten, ifen Stopf ^tammesus heilige gemeint, n wieviel leben und ht. Wir isammensich erf ein oder int wird, geriethen venn seit zu Schiff Jude sei. verkauft Glauben ige Land coße Ge- )ies ohnegen uns r Beginn rden) ge- ■ftnnnb ccitet hat Heimath e mögen nt, gegen r können gerathen und sein Unkundig ten Richl richtig; mit der Landessoweit worden, efühl für c, wollen stehenden zuhalten, es Exils) Ephraims tt in alle; in den- .mtragen, obgleich Gründen gar nicht Häusern ■’Spioi); ent zweifachen Grunde, zunächst wegen der Enge (st. pn*n 3l. pnH) der Wohnungen, dann, was wichtiger ist, weil wir uns um ihretwillen nicht in solche Gefahr begeben wollen. Der Gott Israels behüte Euch, uns und sein ganzes Volk vor jedem Schaden und Schmerz, vor allen Nöthen, die die Welt bedrohen; Eure Augen und die unsrigen mögen des Herrn Rückkehr nach Zion schauen, daß der Friede sich hienieden mehre und sich bewahrheite: Und sie werden all eure Brüder aus allen Völkern als Gabe dem Herrn bringen u. s. w. sJes. 00, 20); dann werden wir mit ganz Israel vereint hinaufziehen, um viele Tage vor dem Angesicht des Herrn unseres Gottes zu erscheinen an seiner auserwählten Stätte, nach Eurem Willen und nach dem der Sprecher, die sich, Brüder, vor Eurer Würde verneigen, bewährte Gemeindeleiter, geehrte Führer der Tausende 'Israels, bei denen Rath und That ist, Ihr hochgeschätzten und angesehenen Vorsteher der Gemeinde Saragossa." U Heines letzter Brief. Eine sehr bedeutsame n»d wichtige Publikation steht in nächster Zeit bevor. Die 92jährige Schwester Heines, Frau Charlotte Embden in Hainburg, hat sich entschlossen, sämmtliche in ihrem Besitz befindlichen Briefe des Dichters an sie und die Ihrigen zu veröffentlichen. Ich werde unmittelbar nach dem Erscheinen dieses Buches auf diese Publikation zurückkoinmen, aber schon heute bin ich durch die Güte der Herausgeber in der angenehmen Lage, eines der interessantesten Dokumente aus diesem Briefivechsel den Lesern dieses Blattes vorführen zu können. Es handelt sich wahrscheinlich »m Heines letzten Brief. In »reiner Ausgabe der Briefe datirt der letzte vom 6. November 185.5. Der nachfolgeirde ist vierzehn Tage später geschrieben. Es ist kaum anzunehmen, daß Heine nach dieser Zeit noch Briefe geschrieben hat. Der Adressat ist sein Onkel Henry Heine, der jüngste von den fünf Brüder» seines Vaters, geboren 1774 und verheirathet mit Henriette Embden. Er wußte sich durch Fleiß und Kraft eine behagliche Lebensstellung in der kaufniännischen Sphäre zu erringen und überlebte alle seine Brüder. Er starb hochbetagt 1855 in Hamburg. Heinrich Heine stand zu diesem Oheim wahrend seines ganzen Gebens in freundschaftlichen Beziehungen; Henry Heine liebte seinen Neffen, er nahm regen Antheil an seinen Schöpfungen (unmittelbar, nachdem er die „Harzreise" geschrieben, schickte sie der Dichter seinem Oheim Henry), er nahm auch seine Gattin freundlich ans und besuchte Beide oft in Paris. Während eines solchen Besuches im Sommer 1836 suchte Onkel Henry auch — auf Bitten Börnes — eine Aussöhnung zwischen diesen, und Heine herbeizuführen. Heine mies aber diesen Antrag zurück, da er bei Börnes argwöhnischer Natur nur neue Mißverständnisse fürchtete. Als der Onkel im November 1855 starb, schrieb nun Heinrich Heine den nachfolgenden Brief an seine» Vetter Hermann, den Sohn Henrys, in Hamburg: „Monsieur Hermann Heine n Hanibourg'. Paris, den 19. November 1855. Lieber Hermann! Ich habe erst durch Lottchen erfahren, welcher Verlust Dich jüngst getroffen, und obgleich ich sehr krank und fast blind bin, will ich Dir dennoch eigenhändig kondolircn. Tief hat mich die betrübte Nachucht natürlich erschüttert! — Mein lieber Onkel Henry war ein vortrefflicher, guter Mann, sanft und gütig bis zur Schwäche und deshalb noch liebenswürdiger. Er sagte nie eine Lüge, und wie die seine, so war auch die rohe beleidigende Bosheit seinem Herzen ganz fremd. Vorzüglich aber muß man an ihm loben: er war ein grundehrlicher Mann! Ein grundehrlicher Mann tvar er, mein armer seliger Onkel, und mit Freude, lieber Hermann, höre ich, daß Du ihm in dieser Beziehung gleichst. Solche guten Eigenschaften werden leider sehr rar, Falschheit und Untreue wird vorherrschend, und wo Böses gesäet wird, wird man Unglück und Untergang ernten. Die Thränen der Beleidigten schreien zu Gott (dessen Hand auch auf mir sehr schwer liegt. — Ob als Strafgericht oder als Heimsuchung? Ich weiß es nicht). Ich bin sehr leidend, trage aber mein Elend mit Ergebung in den unerforschbaren Willen Gottes. Ich sehe nicht mehr die Buchstaben, die ich schreibe, und eile, Dich brüderlich zu grüßen. Dein getreuer Vetter Heinrich Heine." Dieser Brief ist unzweifelhaft ein wichtiges Dokument zur Lebensgeschichte Heines. Er weist uns auf seine traurige Lage noch kurz vor dem Tode hin. Er ist aber auch ein untrügliches Zeugniß dafür, daß seine „Geständnisse" auf voller Wahrheit beruhen, und daß er in der That zu jenem Glauben wieder zurückgekehrt war, den er so oft während seines Lebens verspottet, und in dem er nun Heil und Trost gesucht und wohl auch gefunden hat. Als ich vor etwa 24 Jahren mein erstes Schriftchen über Heine in die Welt gehen ließ, da hatte ich kühn und frei, mit der Kühnheit der Jugend, die Behariptung aufgestellt, daß Heines „Geständnisse" int vollen Sinne des Wortes wahr und büchstäblich zu nehmen seien, daß er in Wirklichkeit am Abend seines Lebens zum Gottesglauben des Judenthums zurückgekehrt sei. Ungläubiges Lächeln, Hohn und Spott folgten dieser Auffassung. Inzwischen ist dieselbe durch zahlreiche Briefe rind Berichte von Freunden, vor Allem aber durch das richtige Testament des Dichters, das zuerst wieder veröffentlicht zu habeil ich mich stets rühmen werde, bestätigt und bekräftigt worden. Dieses Testament beginnt mit den Worten: „Ich sterbe, glaubend an eineil einzigen Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, deffen Bariilherzigkeit ich aurufe für meine unsterbliche Seele." Es ist etwa zu derselben Zeit geschrieben worden, wie der obige Brief, beide aber bei vollem Bewußtsein und in philosophischer Klarheit. Wer wird es nun noch wagen, den „Geständnissen" des unsterblichen Dichters die Wahrheit des Bekenntnisses und die Treue des Glaubens abznsprechen? <!. K. FEUILLETON Aas Goldstück der Mutter. Von Julius Rodenberg. (Schlup.) Mr. Ralph maß inich von Kopf bis zu Fuß mit einem verächtlichen Blick. „Was?" ries er, „zwanzig Pfund, dem Landstreicher? Wer sagt mir, daß der Schein nicht gefälscht ist?" „Sir!" erwiederte ich, „den Landstreicher verbitte ich mir ein für alle Mal; und was die Echtheit des Scheines anbelangt, so kömit Ihr Euren Vater darum fragen." „Wie viel wollt Ihr habeir?" fuhr er mich an. „Zehn Pfund, wemr es Euch beliebt," entgeguete ich. „Gebt dem Menschen da zehn Pfuird," redete er den Kassirer an. „Schreiben könnt Ihr wohl nicht?" wandte er sich dann lvieder an mich, mdein er mir eine Quittung zur Uirterschrift zliwarf.

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