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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-10-21 · Heft 43 (21.10.1892) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 43 (21.10.1892)
Date
1892-10-21
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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(Ziehen dev tb und Re^ ren sie ein.' liegt, tmo eben. Si. :ses Blattes t und zwar! soll näm Zellinanter, >och daran i e jüdische :te Atheistin freethinker" ühmt wird, Rabbiner) „Himmelo- . DeutscK II. S. 349: >as menscl- - $)u' sondern aben. Ge unserer Li lend M. I. 168 fille-'' nit andern lnmen noch c Schönheit en Zeitge il sagen!? riedmann. mr „Jewisli l Forschung nrerquartier e befehlislc )r 14 Tag-'» zwei Juden Zreely Theil er eine nur der andrn' i des fernen rthen Reisen >es Jahn t>en Inhalt! b der chriilschnitze! nnü rlin. 56. Jahrgang, ttr. 43. Weilage Der Grmeludrbole. zur „Allgemeinen Zeitung des Juöenthums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. — Berlin, 17. Oktober. Wir erhalten kurz vor Schluß der Redaktion die betrübende Kunde aus Prag vom 16. d. M.: „Eben ist Regierungsrath Professor Dr. S. I. Kämpf nach kurzem Leiden im 76. Lebensjahre an Marasmus gestorben." Mit Kämpf ist einer der hervorragendsten Vertreter der jüdischen Wissenschaft und Kanzelberedtamkeit dahingegangen. Prof. Saul Jsaae Kämpf hat sich um die rnenntniß semitischer Sprachen und semitischen Schriftthums verdient gemacht. Was ihn auszeichnete, das war vornehmlich die Vertrautheit mit den verschiedenen Zweigen desjenigen Gebietes, welchem er seine Arbeit widmete, in den: Sinne, daß er in der biblischen und nachbiblischen ntteratur, mit den Alterthümern der Israeliten und mit Sprache, Schrifttum und den Antiquitäten der Phönizier gleich gut bewandert war. Dieser Vielseitigkeit des Wissens gerade verdankt Kämpf manchen schönen Drfolg. Von Kämpfs Schriften ist an erster Stelle seine „Nichtandarnstische Poesie andalusischer Dichter" zu nennen. Sie giebt eine ausührliche Schilderung der Leistungen der jüdischen Poeten Spaniens- Insbesondere beschäftigt sich Kämpf darin eingehend mit Charisi, Gabirol, MosebenEsra, Jehuda Halewi. Von jedem der hervorragenden Dichter rnner Zeit bringt Kämpf Proben, denen er geschickte Uebertragurlgen eigiebt. Weiterhin ist des Verdienstes zu gedenken, das Kämpf um die Drucklegung und die Erklärung semitischer Inschriften sich erworben hat. Dl Betracht kommen hier vornehmlich seine mit Erläuterungen und lebersetzungen versehenen Ausgaben der Inschrift auf dem Denksteine Riesas, Königs von Moab (1870, er ergänzte hier Arbeiten von Schlottmetmt, Nöldeke und Wright) und der Grabschrift Eschmunazars, Königs 7er Sidonier („Phönizische Epigraphik")!874). Von den übrigen Verffentlichungen voll Kämpf sind noch seine akademische Antrittsrede der die Bedeutung des Studiums der semitischen Sprachen, und seine Übersetzung und Erläuterung des hohen Liedes zu erwähnen. Kämpf .'hörte seit 1850 dem Lehrkörper der Prager Hochschule als Dozent für mitische Sprachen an, zuerst als Privatdozent, später als Professor, ml den letzten Jahren übte er seines vorgerückten Alters wegen die Lehrtätigkeit nicht mehr aus, nach deren Abschluß er vom Kaiser zum Reerungsrath ernannt wurde. Ueber seine Bedeutung als Prediger am mager israelitischen Tempel, wo er als Nachfolger von Zunz und Sachs ehr als 40 Jahre gedeihlich wirkte, wird noch zu sprechen sein. Sein Andenken wird ein gesegnetes bleiben! g Berlin, 19. Oktober. Der 18. Oktober, der Geburtstag des edlen Kaisers Friedrich, war wieder ein Tag, an dem Wehmuth und Liebe m ränge der Verehrung dem Gedächtnisse des frühvollendeten Heldenfürsten -..'flochten haben. Zahlreiche Veranstaltungen künstlerischer Art bewiesen, ne frisch die Heldengestalt Friedrichs bei seinem Volke geblieben ist. So und im Konzerthause eine von künstlerischer Weihe getragene Aufhrung statt, die für uns von um so größerem Interesse ist, als Herr 7. Friedmann, der Kantor der hiesigen Gemeinde, derselben seine Mitwirkung geliehen hatte. Der volle Ton, der metallische Klang seinerden mragogenbesuchern ja hinreichend bekannten Stimme hat ihm auch hier mim Vortrag seiner eigenen, von der Kaiserin Friedrich mit dankbarer Anerkennung aufgenommenen Kompositionen den sympathischen Beifall der rnhörer in vollem Maße eingetragen. Herrn Friedmanns schönes Organ rnirde von seinem seelenvollen Vortrage wirkungsvoll unterstützt. Die Todtenklage, die in den beiden Liedern: „Herr, was ist der Mensch" mib „Des Volkes Klage" zum Ausdruck kam, war von ergreifender ''Wirkung, so daß die Aeußerungen des Beifalls sich erst nach minutenlanger Pause hervorwagten, dann aber zu einer herzlichen Kundebung gestalteten. * Berlin, 19. Oktober. Die auffallende Thatsache, daß der Justizminister in den Fällen Paasch und Ahlwardt seine Strafanträge zurückgezogen hat, wird in der „Nordd. Allg. Ztg." durch folgende offiziöse Erklärung vertheidigt: Für die unparteiische Wirksamkeit eines Ministers, welcher die Aufsicht über die Staatsanwaltschaft und in einem gewissen Sinne auch über die Gerichte zu führen hat, ist es unerwünscht, wenn er bei diesen Behörden als Kläger auftreten und ihren Schutz für seine Person in Anspruch nehmen soll, und dies gilt in erhöhtem Maße, wenn der Minister durch diese Prozeßführung in eine persönliche Gegnerschaft zu gewissen Richtungen im Staatsleben tritt. Dennoch ist der Justizminister, so weit in jenen Druckschriften Aeußerungen thatsächlicher Natur enthalten waren, zu Strafanträgen geschritten, aber einzig zu dem Zweck, eine Richtigstellung des Sachverhalts herbeizuzuführen. Von diesem Standpunkte aus konnte er die Sache als erledigt betrachten, nachdem in anderen Untersuchungen eine eingehende, die eidliche Vernehmung des Ministers in sich schließende Beweisaufnahme stattgefunden und sich, wie in einer Sache auch durch richterliches Urtheil festgestellt wurde. Die völlige Haltlosigkeit jener Ausstreuungen ergeben hatte. Ob eine etwaige Wiederaufnahme dieser Ausstreuungen einer gleichen Schonung begegnen würde, erscheint uns zweifelhaft. * Berlin, 19. Oktober. Am 18. d. M. Vormittags 11 Uhr fand die Eröffnung des Wintersemesters der „Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums" in dessen neuen Räumen,Lindenstraße 48-50' statt. Hierzu hatte das Lehrerkollegium das Kuratorium eingeladen. Auf eine Ansprache des Vorsitzenden des Lehrerkollegiums, Dr. D. Cassel, antwortete im Namen des Kuratoriums Herr Sanitätsrath Dr. Neumann Auch die anderen Dozenten, die Herren Dr. Müller, Dr. Maybaum und und Professor Dr. Steinthal hielten Ansprachen an die Zuhörer; die Vorlesungen selbst beginnen am 19. Oktober. (D Berlin, 16. Oktober. Der berühmte jüngst verstorbene Rechtslehrer Rudolf v. Jhering hat vor einigen Jahren an Herrn Professor Dr. M. Lazarus das folgende, bisher nicht veröffentlichte Schreiben gerichtet, das sich auf den Vortrag „Was heißt national" bezieht: Hochgeehrter Herr Kollege! Ich kann nicht unterlassen, Ihnen für die Uebersendung Ihrer neuestell kleinen Schrift meinen verbindlichsten Dank auszusprechen, wäre es auch nur, um Ihnen mitzutheilen, daß ich in der praktischen Frage, den Ihre Untersuchung über den Begriff der Nationalität giebt, ganz auf Ihrer Seite stehe. Es ist zu begreifen, daß der Pöbel sich leicht gegen die Juden aufhetzen läßt; daß aber auch Leute, die den gebildeteren Kreisen angehören, an dieser Gemeinheit sich betheiligen, ist schwer zu begreifen und gereicht unserer Nation nicht zur Ehre. Ich werde Gelegenheit haben, in einer neuen Schrift eine Lanze für das Judenthum zu brechen, und ich hoffe, Ihre Glaubensgenossen werden mit mir zufrieden sein, — ich betrachte dies als einen Akt historischer Gerechtigkeit. Das Buch, das ich hier im Auge habe (der zweite Band von meinem „Zweck im Recht") hat mir den Anlaß geboten, mich viel mit Ihnen zu beschäftigen, insbesondere mit Ihren Ansichten über Sitte und Ehre, in Bezug auf die ich freilich zu andern Resultaten gelangt bin. Ich freue mich, Gelegenheit zu haben. Sie der besonderen Hochachtung zu versichern, mit der ich die Ehre habe zu sein Ihr ergebenster Göttingen, 19. Januar 1880. Rud. v. Jhering. 3S: Berlin, 17. Oktober. Am 30. November v. I. wurde die israelitische Volksküche, Klosterstaße 99 eröffnet. Wie sehr diese Wohlthätigkeits-Anstalt einem Bedürfniß entspricht, zeigt die Inanspruchnahme derselben von der armen Bevölkerung. Es wurden entnommen während der ersten 10 Monate des Bestehens: Mittagbrod zu 10 und 15 Pf. und Abendbrod zu 6 und 10 Pf. ca. 400 Tausend Portionen. Ferner wurden an nothleidende Familien und einzelne Personen umsonst 30 Tausend Portionen gegeben. Die Zahl der Armen, die hungernd anklopfen, um Speisung zu erhalten, wächst mit jedem Tage und dürfte sich im Winter noch bedeutend vermehren. Welche Wohlthat den Armen dadurch ge

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