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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-10-21 · Heft 43 (21.10.1892) · p. Seite 516

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 43 (21.10.1892)
Date
1892-10-21
Page
Seite 516 (sequence 12)
Language
German
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516 sich die jüdischen Schulvorstände veranlaßt sehen, dieselben dort zur Einführung zu bringen, wo es noch nicht geschehen, zumal die Genehmigung des preußischen Kultus-Ministeriums bereits erfolgt ist. ---Emil Breslaur: Fünf geistliche Gesänge für vierstimmigen gemischten Chor. Berlin 1892, Schlesinger. Der Inhalt dieser Gesänge ist folgender: 1. Psalm 24 Vers 9 und 10. 2. Es wird nicht untergehn deine Sonne. 3. Du meine Zuflucht, mein Panier. 4. Choral-Motette. 5. Zur Trauung. 6. Geistliche Arie: „Der du hörst das Rufen der Reuigen" für eine Singstimme (Alt oder Bariton) mit Klavier- oder Orgelbegleitung. Die geistlichen Gesänge von Emil Breslaur haben von den höchsten Autoritäten auf musikalischem Gebiete eine so glänzende Würdigung erfahren, daß wir zu ihrer weiteren Empfehlung nichts hinzuzufügen haben. In den uns vorliegenden Gutachten und Besprechungen rühmt man eben so die Innigkeit und Schlichtheit der Empfindung, welche aus ihnen spricht, als auch die kunstvolle und doch natürliche Struktur, welche sie zum Gebrauch für gottesdienstliche Zwecke besonders geeignet erscheinen lassen. U Sprechfaat. Verehrliche Redaktion! In „Nah und Fern" der vorletzten Nummer dieser Zeitung wird aus Gießen berichtet: „Der Vorstand der israelitischen Gemeinde Gießen hat für den Versöhnungstag die gleichen Beschränkungen in der Zeit des Gottesdienstes eintreten lassen, wie sie für Berlin beschlossen sind." Haben Sie die Gefälligkeit, diese Mittheilung dahin zu rektifiziren, daß durch den Widerstand, den diese Anordnung gefunden, der Vorstand sich darauf beschränkt hat, eine anderthalbstündige Pause (von 12—1 und von */L)4—4 Uhr) eintreten zu lassen. Wo nicht drängendste Nöthigung vorhanden, wie in Hamburg, Altona, Berlin und anderen, von der Cholera heimgesuchten, infizirten oder bedrohten Orten, scheint es mir aus vielen Gründen höchst bedenklich, den ganztägigen Gottesdienst am Versöhnungstag zu kürzen. Heißt es doch auch im 3. Buch Mose Kap. 23, V. 32: „Sabbath der Sabbathe sei euch der Versöhnungstag und ihr sollt euch kasteien, am neunten des Monats sollt ihr Abends anfangen, von Abend zu Abend sollt ihr den Sabbath eurer Sabbathe feiern." Gießen, 9. Oktober. Rabbiner Dr. Levi. O Geehrter Herr Redakteur! Wollen der Vorstand und die Repräsentanten unserer Gemeinde eine Ordnung in unseren synagogalen Einrichtungen schaffen, so haben sie ein großes Feld zur Bearbeitung frei; und eine fruchtbare Bearbeitung dieses Feldes ist, wie die letzten Feiertage gezeigt, möglich. Z. B. der Gottesdienst im Tempel der Reformgemeinde dauerte am ersten Tage Rosch-haschana 2 Stunden 8 Minuten, der in der Lindenstraße 2*/4 Stunde. Während dort die Gemeinde von Anfang bis zu Ende vollzählig versammelt war, wurden die Andächtigen in der Lindenstraße durch ununterbrochenes Kommen und Gehen Anderer gestört, vor, während und nach der Predigt. Selbst am Vorabend des Versöhnungstages war es aus demselben Grunde hier nicht möglich, die eine Stunde ohne Störung andächtig zu sein. Dies beweist, daß nicht die Dauer des Gottesdienstes die Ursache für die erwähnten Störungen ist, sondern der Mangel an Erziehung. War diese der Reformgemeinde möglich, so muß sie auch der Harptgemeinde gelingen; dies wird in den Synagogen mit Orgel natürlich leichter sein als in den anderen. Wir müssen aber überall es erreichen, daß nicht blos die Predigt ungestört bleibt, sondern der ganze Kern des Gottesdienstes d. h. vom Ausheben der Thora an, bis nach der Keduscha des Mußafgebetes; wo eine Orgel ist, wird sich die Ruhe und Andacht bis zu Ende erhalten lassen, wenn ein kleines Nachspiel nach der genannten Keduscha den Eiligen das Verschwinden innerhalb 1—2 Minuten ermöglicht. Ferner wird es Sache der Gemeinde-Behörde sein, neben der Zurechtweisung vorlauter Chormitglieder den Dienst der Synagogendiener zu regeln. Manche unter Letzteren scheinen ihren Dienst als Patrouillen-Dienst aufzufassen und gehen fortwährend hin und her; sie bedenken nicht, daß ihre Zurechtweisung eines stehend Betenden oft störender wirkt, als das Stehen dev Betreffenden, wenn sitzen vorgeschrieben ist. Wenn Vorstand und Repräsentanten auf solche Dinge ihr Augenmerk richten, so können sie ein.' Ordnung erwirken, deren Herstellung wohl in ihren Kräften liegt, tmo sie werden sich damit ein weithin anerkanntes Verdienst erwerben. Berlin, im Oktober. Si. d Geehrter Herr Redakteur! In dem 2. Theile meiner Briefe aus Amerika Nr. 38 dieses Blattes ist ein Druckfehler zu finden, der die ganze Stelle sinnlos macht und zwar dadurch, daß ein hebräisches Vokalzeichen weggefallen ist. Es soll nämlich dortcheißen, daß ein Rabbiner über den angeblichen Text wesebivavtew lebonecho gepredigt habe. Bei dieser Gelegenheit möchte ich doch darauf aufmerksam machen, daß Frau Ernestine Rose, die als erste jüdische Vorkämpferin für Frauenemanzipation gefeiert wird, eine erklärte Atheistin war und als solche in dem englichen Atheisten-Journal „Freethinker" gepriesen wurde, wo ihr das Judenthum nur insoweit nachgerühmt wird, daß sie trotz desselben, und trotzdem sie eines echt polnischen Rabbiner) Tochter war, so früh den „Priesterbetrug" (priestel-aty und die „Himmelelootsen" (sky pilots) verachten lernte. Ergebenst Cincinnati, 28. September 1892. G. Deuts cd. Sehr geehrter Herr Redakteur! Frau von Staül sagt in ihrem Buche „8ur 1' Allemagne" II. S. 349 : „Der, welcher zuerst Gott unfern Vater nannte, kannte das mensckliche Herz besser als die tiefsten Denker unseres Jahrhunderts." — £)u' geistreiche Französin dürfte hierbei wohl kaum an unser sondern eher an das demselben nachgebildete „Vaterunser" gedacht haben. Gestatten Sie mir indeß die Anfrage: „Wann ist das Gebet 1^28 entstanden?" und ferner: Wann wird Gott zeitlich zuerst in unserer Li turgie als „unser Vater" bezeichnet? Hochachtend M. F. Geehrter Herr D oktor! In Balzac „Splendeurs et miseres. I Comment aiment les filier'' finde ich folgende Stelle: „Die Juden, obwohl so oft durch ihre Berührung mit andern Völkern erniedrigt, zeigen unter ihren zahlreichen Stämmen noch Abzweigungen, in denen sich der sublime Typus asiatischer Schönheit erhalten bat." Was würde Herr Drumont zu dieser freilich durch den Zeitgeist „überholten" Ansicht über die von ihm Geächteten von 1892 sagen!? Mit hochachtungsvollen Grüßen Frankfurt a. M., 27. September. Dr. Alfred Friedmann. Miscellen. * Zur jüdischen Berufsthätigkeit entnehmen wir dem „Jewisli Chronicle" die folgenden Notizen: . . . Jüdische Berufsthätigkeit hat sich auch der arktischen Forschung gewidmet .. . Einer der Genossen Lieutenant Pearys im Winterquartier von Me. Cormick war Professor Angelo Hülprin. Derselbe befehlüte auch die Hilfsexpedition, die Peary und seine muthige Frau vor 14 Tagen in ihr Vaterland znrückbrachte . . . Bei dieser Gelegenheit mag daran erinnert werden, daß zwei Juden an der Lady Franklin Bay-Expedition unter Lieutenant Greely Theil nahmen, die am höchsten nach Norden vorgedrungen ist. Der eine wm Eduard Israel, der als Astronom die Expedition begleitete, der andere Josef Bender. Beide fanden ihr Grab in der eisigen Wildniß des ferrcn Nordens. Lieutenant Greely's Bericht über diese bemerkenswerthen Reisen erwähnt häufig Israels Leistungen und Heroismus. --- Heft 19 der Halbmonatsschrift: „Die Schmach des Jahrhunderts", herausgegeben von Karl Schneidt, hat folgenden Inhalt Aus der Zeit. — Die Emanzipationsbestrebungen innerhalb der chriil lichen Kirchen und das Judenthum. Von August Kruhl. — Schnitzel u'A Späne. — Sünder und Sünden. Von N. Samuely. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion. Max Bauchwitz in Berlin. 56. Il Aedakti -Regiert 76. Leb iervorr 'amkeit Aenntn liacht. üt der Arbeit ntterat thum u Dieser Äsolg. mstische ührlich .stlsbesi Mosel) 7ner Z eigiebt Druckte Be leberse Nesas, '..rann, 7er Sü ffentlb der di lleberse gehörte initift m den eätigke erung irager ehr a Dndenk 8 * Kaisers Kränze flocht -"-ie frl ' md in hrunc - Fri Arkum imragi eim V Dnerkei Mhöre nrde Die Tc mid „3 M^irkun langer ebung * 31 minist

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