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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-10-21 · Heft 43 (21.10.1892) · p. Seite 508

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 43 (21.10.1892)
Date
1892-10-21
Page
Seite 508 (sequence 4)
Language
German
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508 1: Soll ich entrollen neuer Zeiten Bild? Soll von mir sein Vergangenes enthüllt? Soll alte Heldenmäre sein erzählt. Wie Abrarn kämpfte die Fünf-Königsschlacht? Soll preisen ich der Wunderthäter Macht, Und Lilith, die der Hölle sich vermählt? Soll schildern ich des Paradieses Licht? Soll ich von Schatten schreiben, wie sie dicht. Dem Nebel gleich, das Ghetto schwarz erfüllen? Soll schildern gar ich jene andre Nacht, Darin die Ahnen trübe Zeit verbracht, Und die noch, ach, die Enkel wird umhüllen? Ob ich der Jugend Kühnheit preisen soll. Die Himmel an stürmt, kühnen Muthes voll. Die Knaben, die in Blindheit vorwärts gehen? Die Babelthürmer, die in eitlem Wahn Dem Himmel glauben ballend fid) zu nahm. Und sinnverwirrt einander nicht verstehen? Soll singen ick) vom goldnen Morgenroth? Soll klagen ich ob Theuerung und Noth, Wie unerschwingliä) auf dem Markt die Preise? Soll ich eud) führen in der Liebe Reich? Soll von dem Rabbi ich erzählen euch, Der uns erbaut mit Reden, fromm und weise? Wie, oder soll zum Himmel ich hinan Den Tropfen sprengen, daß als Regen dann. Als Thränenregen er herniederfließe Ob all des Jammers, der mein Herze trifft? Soll ich ihn wandeln in ein flüssig Gift, Das ich ben Heuchlern in das Antlitz gieße? Soll iä) — ich sinn und komme nicht zum Ziel — Da siehe — trocken ist der Federkiel! Nein, mein guter Gordon, dein Federkiel ist nie trocken geworden, und du hattest ach so viel zu singen und zu sagen ob all des Jammers, der dein Herze traf! Und Tausende lauschten deinem Sang und Tausende lebten mit dir in der Welt deiner Lieder, die ihnen nun verrauscht wie ein schöner Blüthentraum, und Tausende werden auch ferner an deiner Lieder Pracht, an der Musik deines Sanges, an dem Wohlklang deiner Worte, an der Kraft deiner Gefühle sich erheben und beleben! Und werden dein Grab mit der Seele suchen und werden, wie wir heute, deiner stets gedenken, deines tiefen Gefühles, deiner edlen Gesinnungen, deiner unerschütterlichen Wahrhaftigkeit, deiner festen Treue, deiner reinen Liebe, deines hohen Geistes, und was über Allem ist: deiner echten Dichtergabe! 0. X. Jüdische Studenten-Dereinigungen. Von Dr. Max Oppenheimer. In einigen Tagen öffnen die Universitäten ihre Pforten und Tausende von Jünglingen werden das elterliche Haus verlassen, um sich für ihren zukünftigen Beruf wissenschaftlich auf der Hochschnle vorzubereiten. Aber nicht mir in wissenschaftlicher Beziehung findet der Student Anregung und Förderung, nicht nur im Hörsaal lernt er, sondern gerade außerhalb der Auditorien nimmt er die bedeutsamsten Lehren in sich mif; Lehren, die sich nicht auf die Medizin oder Jurisprudenz und Philosophie, sondern auf das Leben selbst beziehen. Denn die Anschauungen, die er in seinen Kreisen findet, wirken auf sein junges, für alle Eindrücke noch empfängliches Gemüth ein, auch wenn sie seinen eigenen Ideen ursprünglich entgegengesetzt waren. Bei diesem Gedanken müssen Alle, die es mit dem Judenthum gut meinen, von Unruhe und Besorgniß erfüllt werden. Sind doch die Einflüsse, denen der junge jüdische Akademiker ansgesetzt ist. leider sehr oft judenfeindliche und verderbliche. Wo er hinblickt, findet er heute Angriffe und Verfolgungen auf der einen Seite, Kleinmüthigkeit und Abfall auf der anderen. Mit seinen Gefühlen und Prinzipien steht er allein da, und was das bei jungen Leuten heißen will, haben uns trübe Erfahrungen übergenug gelehrt. Wir Juden haben ja den Schwierigkeiten an und für sich zu begegnen, die eine Majorität einer schwächeren Minorität aufbürdet. Innerhalb der jüdischen Minorität aber bilden diejenigen, die es nicht mit Ehre und Gewiffen vereinbaren können, über ihr persönliches Interesse der jüdischen Allgemeinheit zu vergessen, wiederum eine verschwindende Minorität und haben also einen doppelt schweren Standpunkt. Das Schlimmste war bisher, daß den besser Gesinnten jeder Zusammenhang gefehlt hat, während sie wohlorganisirten Feinden gegenüber standen. Die Antisemiten hatten den Nutzen einer guten Organisation von Anfang an erkannt, überall ihre Vereine gebildet und dadurch die deutschen Universitäten zu wahren Brutstätten des Antisemitismus gemacht. Nirgends wurde ihnen ein ernsthafter Widerstand entgegengesetzt, denn diejenigen Christen, welche früher die Juden vertheidigt hatten, hörten bald auf, sich für eine Sache zu erwärmen, welche die zunächst Betheiligten so sehr kühl ließ. Sehr viele Wohlmeinende aber, die zuerst jener Bewegung mehr ablehnend als zustimmend gegenüberstandeii, wnrden durch die eifrige, systematische Agitation zum Antisemitismus hinübergezogen. Die Antisemiten eroberten das Terrain und glichen einer feindlichen Armee, die in ein völlig unvertheidigtes Land einmarschirt. Es war eine falsche, verhängnißvolle Taktik der Juden, die Abwehr unsrer Feinde unbetheiligteu Leuten zu überlassen, die sich bei der Judenfrage doch nur vorübergehend aufhalten konnten. Der Jude aber hat die heilige Verpflichtung, mit Leib und Seele für die Ehre seines Stammes einzutreten, wenn auch ein großer Theil dieser Pflicht nicht entspricht, sondern durch sein Verkriechen sehr oft schon einen höchst traurigen Eindruck hervorruft. Um die so schwer bedrohte Ehre zu schützen, hat sich vor zwei Jahren eine Zahl jüdischer Studenten in Heidelberg znsammengethan. Alle Einwände, die man gegen eine solche Vereinigung erheben kann, sind ihnen damals gemacht worden, aber der Erfolg hat der Verbindung, „Badenia“ mit Namen, glänzend Recht gegeben. Sie ha! den christlichen Kommilitonen gezeigt, daß es noch jüdische Studenten giebt, die ihre religiösen Ideale nicht verrathen, sondern rückhaltlos für dieselben eintreten. Die jüdischen Kommilitonen, die dort voll ständig in den Sumpf gegenseitiger Verleugnung zu versinken drohten habe» wir wieder aufgerichtet und zum Theil für unsre Sache gewonnen. Störend wirkte nur, daß die Verbreitung unsrer Ideen nicht am die anderen Universitäten ausgedehnt werden konnte, da wir all, Kräfte für Heidelberg brauchten. Jetzt aber halten wir den Zeitpunkt für gekommen, die fruchtbare Saat auch anderweitig auszustreuen. Und so bitten wir Alle, die unsre gesellschaftliche Position Heber und die Stellungnahme der Studenten zu einer würdigeren gestalten wollen, sich mit uns zu verbinden; denn nur Schulter an Schulter können wir etwas erreichen. Die Kraft des Einzelnen wird bald ermüden, wenn er nicht Genossen hat, die neben ihm und für ihr kämpfen, und an denen er sich wieder aufrichten kann, wenn sein Muth sinkt und seine Kraft zu erlahmen droht. Nur durch gemein same Arbeit können wir etwas erreichen, jeder aber hat die Pflicht sich an ihr zu betheiligen.') si Der Verfasser dieses Aufsatzes (Berlin, Unter den Linden S9) ist gern bereit, über die weiteren Schritte zur Ausführung dieser Idee nähere Auskunft zu ertheilen. welch, verehi Freuv die ju Diesei glucks los, Wie i sein : schein, hofft? dieser der n vertär des K ( gebild äußer Ziel; zu ih heißt Groß Reicht Kunst verstä Notht zu w, iiöthi, C Mädc wichti Schm c jedes geradl mußt! uehm r Mode Elteri v der u sein, fertig, Kostü händ Herges die P lverde löffel, sehr t neben stund.

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