Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 42 (14.10.1892)
- Date
- 1892-10-14
- Page
- Seite 503 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3224737-3227931-3227974--49203-3269882- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
508 utfnöt, mn i taubem. i in ihren iinflen Me lengungen nor nichts m ty M luiUe »ich en wollen: irv lUen^e chuete um oerrichtete jen Geister .»on denen ijchen '^eii ilirchteruu;ahlige »s Schlvi: es Erben vorderuug Rabbmat bortrageu res mng- :Kabbinat, au ey « :: uneieubeu Schulhof '»• Prozeß er Schiilauges m 'Wabbtnot chlvarzem und auf »raunten; unt war. tags am eglcituug auf dem wechseln, uzahugei n iDÜten. esaht Dei erormeie Ihm das Hof. und Erde erem Ende seine Be- Slnume, ichtbaren von der stimme : n feinem ), die ein wir alm dritter zu 't feine* rmögens und wir mußten feit jener Zeit wie Katzen und Hunde Tag und | flacht obdachlos unter freiem föimmel umherschleichen. Wir glauben j daher, mit vollem Recht aus einen Theil des Nachlasses unseres Vaters i Anspruch erheben zu dürfen." Das Radbiuat fand ihre Forderung gerecht und billig und sprach 1 ihnen nach lurzer Berathuug die Kellerräume des Schlosses als ihr 1 cwiges Eigenthum zu. Um aber ferneren Reibereien zwischen den »Gespenster»» und den Betvohnern des Schlosses vorzubeugen, »vurde! die Bereinbaru»»g getroffen, daß von nun an die Thüren und Lücken ' der Kellerräume mit Steinen verdenkt fein und daß die Bewohner i des Schlosses nie diese Gespenstergrube auch nur mit der Hand beuhren sollten. So »v»»rde das Schloß auf imn»er von den Gespenstern befreit. | und »»och heute »vagt es Niemand voi» den Bewoh»»ern der Lubliuer Pideugaffe, den Gespensterkeller in Veit» Ehasers Schloß, toie er; iebt allgemein Qfimnnt wird zu berühren. O Litt er arische Mitlheitungen.! Bon Karl Emil Franzos ist soeben eine neueunb fefjr inteveffmite! ^nabUina* ..Ter Gott des alte»» Doktors" «Berlin 1892, F. Fon- 1 laue» erschienen, die zwar nicht spezifisch jüdischen Inhalts, auf die wir aber doch a»»ch a»» dieser Stelle die Aufmerksamkeit unserer Leser teufen 1 möchten. Franzos ist einer der besten deutschen Erzähler; da, wo er das | oeben parft, da ist es »rirklich interessant und »»»erkwürdig, und so folj 4cu wir Unu gen» überall hi»», »vo er uns führt. Auch die vorliegende > n-zäblung »st geistvoll kmupcmiri. spannend gehalten und zum Nachdenken! o»»rege»»d. Tie eiexenthiinilid)e Auffassung des Gottesbegriffs, die der alte > Doktor ai» fetrem eigenen Leben durchführt, hat ein spinozistifches Ge- > eräge, die aanze Erzädung aber, »nie Altes, was Franzos schreibt, eine j nef ethische Richtung s.! Vo»» dem bereits in 9tr. ö dieser Blätter eingehend besprochene»» I und empfohlenen Werke! „Die jüdische Litteratur seit Abschluß i < es Kanons," herausgegeben non Rabbi»» r Tr. W»»»ter und Prof. > rr Aug. Wünsche, erschie»» soeben das achte Heft. Dasselbe bringt! cn Schl»»ß der int sechsten Hefte begonnenen hochinteressanten Beiträge <!»n Pro». Tr Wilb. Bacher ii» Budapest über hebräische Sprachen nenschast und Bibeleregese in» Mittelalter Das Werk verdient in ollen» Maße das Interesse, das ihrn sorvohl vor» Laien als von Ge-! Mten e»»lgegengebracht »vird. und sollte in feiner Hans- und Schuli »bliotbek fehle»». — T»e „Mo»»atsschri»t für (beschichte und Wissenschaft ' es Judenthums" »velche Zacharias Fra»»kel bego»»»»en. H. Grätz ' 'ongesetzl »ind die '»7 Jahre laua die vornehmste Vertreterin jüdischer > Wliie»»schaft »var, »vird »»»»»»»»»ehr vor» SAU. Braun und T Kaufmann! nneder heransgegeben. Soebe»» ist das erste Heft »m Berlage der „Schienj '■hei» B»»chdr»»ckerei, Kunst- und BerlagsanstaU" erschienen. Es enthält 1 'ehr wertlwolle Arbeiten mm F. R o»e»rthal, I. Perles, T. Kauf a »»ii, P l». B l o d), A K isch, Bd I-re ud e n th a l und Ri. B r a »»»» l os verschiedenen Gebiete»» der (beschichte und Philologie. Wir freue»» l »»s herzlich, das; die jüdnche Wissenschaft in Deutschland nunmehr »nieder > uen Sam»nclpu»»kt gcs»u»de»» hat. ES isl Ehrensache der deutschen Jude»»! u». diese ,ca»d)iifi zu halte»» und zu stützen. Tie Herausgeber »verde»» ncherlich verstehe»», sie auf der Höhe der modernen Wissenschaft z»» 'halte»». Wir wünschen ihnen hierzu den beite»» Erfolg K. ' Tie ausgezeichnete»» Erzählungen vo»» A Bern st ei»»: „Vögele der > niagaid" luio „ Alle»» de l Gibbor" find nnt, »lachdem ne 1ä»»a»t vergriffe»» > "re»» enuMii Bande untoi' de»»» Titel: ,,»llo veile»»" (Berli»»!^9L. ' freund »»»»d Jäckel' »»en erschienen. Einer be»v»»deren Empfehlung de-! ur»e»» diele Meislerwcrte »»»»lerer belletristischen Litteratur nicht: aber rcher »verde»» Viele gern die (Gelegenheit ergreifen, sich nunmehr diese | Azähluugei» a»»zusel»anen, in denen »o viel Geist und Gemüth, so viel Witz »l»»d Scharfsinn, so viel Poesie und Pietät mit einer wahrhaft he-; "tiitfantcu ErzählungSkitnst zu schönen» Bunde vereinigt sind. Spvechfaal. Sehr geehrter Herr Redakteur! Auf Ihren Wunsch ergreife ich an dieser Stelle in der Angelegenheit der „Hiltsprediger frage" das Schlußivort und will versuche»», »»merhalb des mir zu Gebote stehenden Rauntes, sorvohl Herrn Dr. Caspar» in Brüssorv (vergl. Nr. 87ch als auch Herrn Fridericus «vergl. Nr. 40» gerecht zu »verden. Ich »vill das Wesentlichste meiner Entgegnung in folgenden kurzen Sätzen zusammenfassen: 1. Beide Herren belieben ihre Erwiederungen auf das persönliche Gebiet zu verlegen, während ich »veder einen Namen, noch einen Drt genannt habe, an »velchem ich meine Erfahrungen gemacht, obwohl ich dieselben viele Jahre hindurch gesammelt und nicht, wie Herr Dr. C. meint, erst auf die Darbietung eines Hilfspredigers geivartet, dann mein Gangliensystem geprüft und zuletzt nachgedacht habe, wie das Hilfspredigersystem gründlich verbessert werden könne. 2 Beide Herren haben übersehen, daß ich von Lehrern oder Kantoren gesprochen habe, »velche die Funktionen eines Hilkspredigers übernehmen könnten: die Herren sprachen immer nur von Kantoren, scheinen also nicht zu »vissen, daß es in unserem engeren preußischen und »veiteren deutschen Vaterlande viele hundert seminaristisch gebildete und staatlich geprüfte Lehrer giebt, »velche zu»n Theil schon jetzt oder früher die Funktion eines Hilfspredigers versehen haben In den Letzteren gehöre auch ich, bin alfo nicht ein Laie, »vie Herr Fridericus glaubt, und habe »vohl einiges Verständniß in dieser Frage. 3. Beide Herren bestreiten, daß aus dem alljährlichen Wechsel der Hilssprediger verschiedener Richtung der Gemeinde eii» moralischer Schade»» erwächst. Auch ich bestreite das, denn ich habe eine solche Behauptung in »»»eine»»» ersten Artikel gar nicht ausgesprochen. Ich habe nur den Schaden, »velchen die Zuhörer dogmatischer Gläubigkeit erleiden, »venn man so sagen darf, besprochen. Die Mitglieder unserer kleineren Gerneinde»», »velche in traditioneller Weise erzogen sind, müssen allruähtich der Kultur gewonnen und über den Kern und Inhalt unserer Lebre aufgeklärt »verde»». Sie können und sollen aber nicht »»» ihrem Innern aufgewühlt und schwankend gemacht »verde»», »vie das so u»»- ucrmittelt in diesem Jahre durch einen orthodoren, im nächste,» d»»rch eine»» liberalen Hilssprediger geschiebt, der n»»r in» Geiste sei »»er Schule z»» predigen hat, oh»»e Rücksicht auf die Z»»hörer 4. Beide Herren greisen mich an, »veil ich vor 'Allen» das stolze elbstbewnßtsein der jungen Hilfsprediaer verurtheilt habe. Herr Tr. C. hält diese j»»»»ge»» Leute, vermöge ihrer philosophischen ur»d theologischen St»»dien für berechtigt, Sta»»dreden z»» halten und erfahrer»e durch das Leben gereifte Männer »vie Schulknaben abzuka»»zeln. Herr Fridericus aber »neint, »veil diese j»»ngen Vcute in einer große»» Stadt leben, dem Mittelpunkt des geistigen Lebens, dar»»m stnd sie am eheste»» i»» der Lage, de»» Geist der Zeit kennen z»» lerr»en. Herr Dr. E. vergißt aber, daß es eine ^Anzahl recht guter Predlgtsa»n»nlu»»geu giebt. aus »velchen die j»»ngen Hiltsprediger mit Nutzen schöpfe»» können unb auch gern schöpfe»», wenn sie nach kleinen Gemeinden berufen »verden und daß die meiiten dieser Herren für die z»ve» oder dre» Predigten, die sie »nährend der hohen Festtage hatte»», nicht erst ihr ga»»zes philosophisches und theologisches Rüstzeug hervorsuchen »verden, so»»den» lieber zu diesen gute»» Sa»nn»l»rnge»» greifen und daru»n manchmal einen laux pas begehen. Wer diese Samnrtungen aber kennt »»nd hört, »vie gut dieselben von den Herren Hilssprediger»» benutzt »verde»», ist der nicht berechtigt, vor» einem ..stolzen Selbstbewußtsein" zu sprechen'^ Ist der »»icht befugt, von den» geringen Nutze»» solcher akademischen Vorlesungei» zu reden" Und ist ba der Vorschlag, den Lehrer oder5ta»»lor zürn Prediger, allerdings nur »vährend der hohe»» Festtage, zu machen, so völlig z»» verwerfenL m Herr Fridericus hat »»»einen Satz „Der Prediger »»ruß deshalb Leben unb Lehre in Beziehung zu setze»» suchen" völlig mißverstanden. Er sagt: „Aber Leben kan»» man doch wohl »»» der Großstadt an» ehesten ken»»«n» lernen. Ich sprach vo»» dem Berufsleben innerhalb der Gemeinde. auf welches der stä»»d»ge Rabbiner oder der ständige Sprecher, im Lichte der Lehre des Jude»»thu»ns verede!»»d und sittlich «rhebe»»d »virken kö»»ue, was bei einen» fre»udeu Hilfsprediger, der die Gemeinde nicht kennt, gar »»icht möglich ist. Herr Friderims aber spricht voi» dem Lebe»» in der Großstadt, d.!». doch »vohl von dem sittliche»» Lebens»va»»del im Allgemeinen Ich befrachte also die Aufgabe eines ständigen Sprechers »oesenllich als eine sozialpäda-