Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 39 (23.9.1892)
- Date
- 1892-09-23
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3227931-3227971--49154-3269830- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
eichmäßigkeil, den Kindern ehr gut cut v llmaim. g'iir Wir zweifc!n rd. chte in drr 'chem er dic emie an den Fasten au fall, auf bv'n m Litteratm' er doch chtt'ii >fe Frage o,, ra und selbn Han Aruch .? Vorhände ixt ist, nebat ierzu bemerii cfte Autorität fastet inon tkrankheit, rinkt, fid) nft einz u underten vi"., n war, hol emachten Er daß cs doch mn sie auch -te am Brr n, wes heut' t und @k 'teil am Ver das Fasle-! cht blos de it sich sühn, mials in die Hersöhnunge aufmerksam: n Schweineu )eit der Eiier Menschen n. Aabbinei ttes, wonach ewissermaßen irdnet wurde, j-astendispeu' nur auf den iir den Ver uch sonst bei nnmr fohlen wurde Gottes Hilfe ooll Wresä)ner i unterlassen erlitt. - Jahrgang. Nr. 39. Ol23. September 1892. Weikage zur „Atkgemeinen Zeitung öes IuöentHums". KorrespondenM und Nachrichten. Deutschland. O Berlin, 19. September. Wir erhalten heute das nachstehende schreiben: „Die Noth und das Elend unter der jüdischen Bevölkerung in hiesiger Stadt ist augenblicklich eine große. Mehr als 130 Gesuche tu-gen im Augenblick unserem Verein vor, wovon fast die Hälfte von Fnnilien, die noch nie unterstützt wurden, und bei einem großen Theil hl die Exmission am 1. Oktober er., am Versöhnungstage, bevor. Unsere Mittel sind erschöpft. Der Magistrat und der Vorstand der; mischen Gemeinde haben uns Unterstützung zu Theil werden lassen. 7 ringend bitten wir um gütige Zuwendung an den Vorsitzenden unseres m. creins Herrn Sigismund Simmel, Heiligegeiststraße 15. Der Vorstand t -5 Israel. Miethe-Hilfs-Vereins." — Jedes Wort der Empfehlung, das o ir diesem Aufruf hinzufügen wollten, wäre überflüssig. Die Zahlen r.id Thatsacheu sprechen eine beredte, eindringliche Sprache — und wir : ncifeln keinen Augenblick daran, daß gerade in diesen Tagen der Wohl- Mtigkeitsfinn unserer Mitbürger sich bewähren wird. * Berlin, 17. September. Durch verschiedene deutsche Zeitungen machte jüngst ein Histörchen von einer Kundgebung Sr. Majestät des Kaisers gegen den Antisemitismus die Runde. Zu dieser Nachricht — mr wir in Folge ihrer Unwahrscheinlichkeit die Aufnahme in unser ■ Halt versagt hatten — wird nunmehr der gut unterrichteten „Berliner : örsenzeitung" geschrieben: „An dieser Aeußerung Seiner Majestät ist mich nicht ein wahres Wort. Seine Majestät kennen den Oberstlieutenant - an Moßner — damals Lieutenant Moßner im 7. Husaren-Regiment — Uls der Bonner Zeit, mögen ihn von daher gern und machten ihn zum Kommandeur des Gardehusaren-Regiments. In der Garde erwartete man die Ernennung zum Flügeladjutanten schon im vorigen Jahr, aus iuem besonderen Grunde unterblieb sie damals. Mit dem Antisemitismus al diese Ernennung absolut nichts zu thun." Berlin, im September. In verschiedenen öffentlichen Blättern . ar vor Kurzem die Rede von einem in der Bildung begriffenen erein zur Ausstattung israelitischer Bräute u. s. w., und es l iirden Herren, welche gewillt sind, einem solche humanen Zweck verfolgenden Verein beizutreten, gebeten, sich beim Buchdruckereibesitzer Arrn S. Kunz, G, Gontardstrafte 3 zu melden. Wir wissen nicht, welchen ifolg dieser Aufruf hatte, wollen auch nicht an dem Wohlthätigkeitsinne unserer Glaubensbrüder zweifeln. Jndeß hätte es doch an der Mittheilung nicht fehlen dürfen, daß ein solcher Verein Hachnassath- ^allah zur Ausstattung jüdischer Bräute in unserer Gemeinde U 172 Jahren (nämlich seit 1720) besteht, der ein von dem Gemeinde- Vorstände genehmigtes und von dem Königlichen Polizeipräsidium cstätigtes Statut besitzt und der außer dem Ertrage einiger Nebennstungen jährlich für seine Zwecke ungefähr 12,000 Mark verwendet. X Berlin, 18. September. Einen unfreiwillig komischen Eindruck affelt eine Bemerkung der in Cassel erscheinenden Zeitschrift „Das freie Äort" durch die Art und Weise, wie sie den bekannten in unserem Blatte erschienenen Jellinekffchen Leitartikel über die Blutbeschuldigung bespricht. Nachdem es nämlich seine gegentheilige Anschauung dargethan hat, fährt das Blatt wörtlich fort: „Daß es diesem Herrn (nämlich Jellinek) nicht zum Bewußtsein kommt, eine derartig gestellte Forderung sei eine Ungeheuerlichkeit, ist bedenklich, daß aber der Herausgeber und Redakteur der ..'Allgemeinen Zeitung für das Judenthum" Dr. Ludwig Philippson- V onn zu diesem Bewußtsein auch nicht sich aufzuschwingen vermag, stellt die Thatsache fest, daß auch in gebildeten jüdischen Kreisen eine unglaubliche Unklarheit des Denkens gelegentlich zu finden ist." Jedenfalls stellt dieser ^atz die nicht minder bedenkliche Thatsache fest, daß der Schreiber obiger feilen weder die in Frage stehende Nummer, noch überhaupt eine Nummer unseres Blattes aus den jüngsten Jahren zu Gesicht bekommen hat. Unter diesen Umständen wird dem^verstorbeneu Ludwig Philippson der Vorwurf der „Unklarheit des Denkens" wenig schaden. . Berlin, 20. September. Man schreibt der Wiener „N. fr. Presse^: In Berliner politischen Kreisen ist man zur Kenntniß des folgenden Schreibens gelangt, welches der durch seine von hervorragenden christlichen Forschern wie Franz Delitzsch und Nöldeke gekennzeichneten Talmudfälschungen genugsam bekannte Prager Theologie-Professor Dr. Rohling im Juli nach der Beendigung des Prozesses Buschhoff an einen gewissen Hummelsheim in Köln auf dessen Anfrage gerichtet hat. Die Sprache, die dieser Herr hier führt, der Ton, in welchem er über die gesammte Rechtspflege eines Staates wie Preußen zu sprechen wagt, gehört wohl zu dem Aeußersten, was die Verleumdungswuth der Partei, zu deren Autoritäten Rohling gehört, bisher geleistet hat. Man begreift das Befremden, mit welchem man hier die Thatsache betrachtet, daß dieser Mann immer noch in Oesterreich eine angesehene Stellung bekleiden darf. Das Schreiben lautet: Prag, 24. Juli 1892. Herrn C. Hummelsheim, Zeitungs-Korrespondent, Kreuzweg 10, Köln. Euer Hochwohlgeboren Anfrage um private Mittheilung meiner persönlichen Ueberzeugung über den Aantener Mord kann ich nur dahin beantworten, daß ich auf Grund der gerichtlichen Verhandlung unzweifelhaft gewiß bin, daß die Vuschhoffs für einen rituellen Zweck (das heißt um einem religiösen Bedürfnisse des jüdischen Aberglaubens zu dienen) den Knaben geschlachtet haben, daß der Clever Prozeß insbesondere eine Komödie war, mit Judengeld aufgeführt zur Verhöhnung der Gerechtigkeit, des ehrlichen christlichen Volkes und zur öffentlichen Dokumentirung der dem Judenthum bereits zum Gehorsam unbedingt unterworfenen Staatsgewalt. Die Geschworenen halte ich für mindestens superlative Esel. Von Nöldeke lese ich, er habe erheblich mehr für sein Gutachten erhalten, als die Gebührentaxe; wer zahlte dieses Mehr, wenn nicht die JudenV Ich hätte als Klostervorstand solch ein Geld nicht angenommen) sogar die Pharisäer wollten das Judengeld nicht. Hochachtungsvoll Canon. Professor Dr. August Rohling. Berlin, 10. September. Man schlägt sich, man verträgt sich. Die gestrige „Germania" geht dem Hofprediger a. D. Stöcker in einem scharf gewürzten Leitartikel gar bösartig zu Leibe und zeiht ihn „unwahrer und verleumderischer Behauptungen"; selbstverständlich wird das nicht im Mindesten hindern, daß „die um Stöcker" auch künftighin dem Centrum politische Vorspannsdienste leisten und die „Germania" die Bundesgenossenschaft der Stöckerianer ohne jegliche Gewissensskrupel annehmen und anrufen wird. Am Rhein und in Westfalen haben die Antisemiten bereits wiederholt für das Centrum gestimmt. Liebermann v. Sounenberg hat erst kürzlich für den Centrums-Kandidaten gegen Freiherrn v. Stumm agitirt, weil dieser Gegner des Antisemitismus ist. Das ist der Tank für die Behandlung des Buschhoffprozesses in den kleinen Centrumsblättern. * Berlin, 17. September. Von der Kanzel herab erfuhr am vorigen Sonntag der Antisemitismus eine scharfe Verurtheilung durch den; Prediger Hoßbach in der „Neuen Kirche." Der bekannte liberale! Kanzelredner sprach über die Erzählung vom barmherzigen Samariter.; Er führte dabei aus, man sollte eigentlich voraussetzen, daß auch der; einfältigste Mensch dieses klare Gleichniß sofort verstehen müsse. Dem i sei jedoch nicht so. Wie die antisemitische Bewegung zeige, besännen sich! manche Christen auf die Grundforderungen des Christenthums recht! wenig. Neulich habe ihm Jemand, der sich als „Besucher der Neuen : Kirche" Unterzeichnete, in einem Briefe einen Vorwurf daraus gemacht,! daß er, der Prediger Hoßbach, seine Namensunterschrift zu einem Aufruf! hergegeben habe, welcher bezweckte, einer jüdischen Familie, die durch j Unverstand der Christen ruinirt worden war, wieder anfznhelfen.! Hieraus könne man ersehen, daß es sogar noch heute christliche Kirchen- I besucher gebe, die dem Samariter von seinem Werke abrathen unter dem