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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-09-16 · Heft 38 (16.9.1892) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 38 (16.9.1892)
Date
1892-09-16
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 : Gerneind n nsunterri^P n Lehrer ut cxt 24 t Lehrer für ch die 3J2itie( tzko einzelne ht erhalt n el dazu na r. Wari-m; gewordene eilich kann leinden I)i;u oenheit fern lfsbedürflig Herr Tages, üii nnde ana> n Zeit ai > rcher Wo!,! )ie sehr er . durch rin ur die 2\c\' mg weiter r erkennende geworden, für seinen zu ersinnen seiner fr. der Jubel Es ist une rführlich nn >nn, welcbnr! die reelne ' Gemeind . Herr Tr. Kein in g de der c: rengemeil'de n Diaspeia sodann d-v Haltung dee iffeu, deii.n 'eit er an - estv ersamn Zevölkeruv i der Jubili-'. die sie iln’: igen Jubel tet, und tv lveitere E r eröffne ^)as rtttelv^ d angeleen d ein Fe>> sucht wa.. ren Ehren ult der E> 'tabend da für seiu viele ernst, lch schöne tiche Wohl in an den die Vor o Adressen NagistraE. »r Schulenl deutschen Rabbiner-Verbande, von der Alliance Jsraelite, von den hessischen Kollegen (die zugleich einen Becher spendeten), sowie zahllose Depeschen und Glückwunschschreiben von Kollegen und Schülern des Jubilars eiu- - rasen. Möge ein gütiges Geschick den wackeren Jubilar noch lange unserer Gemeinde und seiner Familie erhalten! Möge er, wie bisher, md) weiter wirken in seinem Berufe, zum Segen seiner Gemeinde, zu einer eigenen Befriedigung, zur Ehre Gottes! ££2 Frankfurt a. M., 9. September. Von einem harten Verluste irr die Frankfurter Judenheit betroffen worden. Ein plötzlicher Tod hat unfern Freund Ferdinand M. Gamburg heute dahingerafft. Die vorzüglichen Eigenschaften, deren der Verstorbene sich erfreute, nicht minder oer wohlthätige Sinn, der sich in seiner eifrigen Teilnahme an Vereinsuestrebungen jeder Art zeigte, haben Gamburgs Namen weit über die! i Grenzen unserer Stadt getragen und erweitern den Kreis der Trällernden. - Aach welcher Richtung sein humanitäres Streben sich am liebsten be-! chätigte, das zeigen die Namen derjenigen Vereine, denen er nicht nur j Anen Beitrag leistete, sondern in deren Verwaltung er, und dann i 'As an erster Stelle, arbeitend und leitend stand. Es sind dieses namentlich - u-er „Verein zur Beförderung des Handwerks unter den jüdisd)en Glaubens-; ,m offen", der „Israelitische Armenverein" und die „Kinderheilstätte" in j v>cib Nauheim. Hervorragend wax seine Thätigkeit innerhalb des Ordens j Ene b'rith, in dem er eine führende Stelle einnahni. In seinen An- I -Hauungen freisinnig, hat Gamburg es doch verstanden, mit den An- | ungern auch der gegnerischen Riä)tung stets in bestem Einvernehmen zu! leiben und sich mit ihnen auf dem Boden gemeinsamer Liebeswerkthltigkeit! m vereinen. Möge er sanft ruhen! Oesterreich Ungarn. * Wien, 9. Sept. Der Kaiser hat, wie die „Wiener Allg. Ztg." nieldet, dem in der vorigen Session des niederösterreichischen Landtages eschlossenen Armengesetz die Sanktion nicht ertheilt. Auf Antrag des ntisemitischen Abgeordneten Gregorig wurde uämlick) in dieses Gesetz Ae Bestimmung ausgenommen, wonach den katholischen Geistlichen eine Pirilstimme in den zu besck)affenden Bezirksarmenräthen eingeräumt wird, | während alle von liberaler Seite gestellten Anträge, das gleiche Reck)t! ald) den anderen Konfessionen, namentlid) den Juden, zu ertheilen, die '.forderliche Unterstützung nicht fanden. Die Regierurlg hat nun diese Bestimmung beanstandet, weil dieselbe die Gleichberechtigung aller Konfessionen verletzt und mit dem Hinweise hierauf die Sanktion nicht in Vorsd)lag gebracht. * Salzburg, 12. Septbr. Der Linzer Katholikentag, dem bekauntnch Fürst Lichtenstein präsidirte, sowie die von dieser Versammlung ^faßten antisemitischen Besehlüsse finden in der hiesigen katholischen Presse fortgesetzte Verurtheilung. So schreiben die „Neuen Tiroler- Stimmen", eines der angesehensten katholisck)en Blätter: „Den Autiicmitismus als Religions- oder Rassenfeindschast lehnen wir gleichwie eie deutschen Katholiken entschieden ab. Wir wissen, daß diese Parteinewegung im protestantischen Preußen ilnd im schismatischen Rußland atstanden ist, und daß sie bei uns nur im ungläubigen Wien ernstlich Wurzeln gefaßt hat. Christlid) ist sie nid)t, katholijch nod) weniger, die Kirche hat sie nie gebilligt noch ermuntert. Im Gegentheil lehrt die beschichte der Kirche, daß diese Lehrerin der Völker immer und überall den Ausschreitungen der Bevölkerung gegen die Juden entgegengetreten ist. Als Programnr ist der Antisemitismus der Sammelpunkt der divergirendsten Meinungen, von der Sozialdemokratie bis zur Betschwesterei, wie es eben nur eine bloße Negation sein kann." L Krakau, 8. September. Die in der letzten Zeit entstandenen?üdisck)en Litteratur-Vereine verfolgen als Zweck die Verbreitung oer Kenntniß der hebräischen Sprad)e, Litteratur, Geschichte, sowie Förderung von Forsd)ungen auf diesen Gebieten. Nun ist diese geistige Strömung aud) bei uns angelangt, und hat bereits weite Kreise mit fortgerissen. Nod) wissen zwar unsere Orthodoxen den Werth obiger Disziplinen nicht zu schätzen, die hebräisck)e Sprache ist ihnen allein die heilige Sprache, hebräische Grammatik und Lektüre ist bei ihnen verpönt. Allmälig finden sich jedoch and) unter ihnen Elemente, die "n allgemeinen Wissen bewandert, gegen Freisinnigere toleranter, sieh mit diesen zusammensd)ließen, um die jüdisd)e Wissensd)aft zu fördern. Vor einer gut besuchten Versammlung hielt vorige Woche Herr Fuchs, Redakteur des „Hamagid", aus Berlin einen sehr interessanten hebräischen Vortrag, in dem er auf die Bedeutung der hebräischen Sprache hinwies und unter Hinblick auf die Thätigkeit der jüdisck)en Litteratur-Vereine in Deutschland, hauptsächlich in Berlin, zur Gründung eines derartigen Vereins aufforderte. Die hierauf entstehende Diskussion wurde zumeist in hebräisd)er Sprache geführt, und es war interessant zuzuhören, wie fließend Manche diese Sprache beherrschten. Es wurde hierauf ein Komitee gewählt, das die Statuten zu entwerfen und sonstige Vorbereitungen zu treffen hat. — Auch nack) anderer Richtung hin entwickelt sich seit Kurzem hier ein reges Vereinsleben. Bereits diese Woä)e wurden an die Lemberger Statthalterei die Statuten des Paläst ina- Kolonisations-Vereins „Chovevei Zion", dessen Präsidium der hiesige Rabbiner Horowitz übernahm, gesandt. Kolonisations-Vereine bestehen bisher hier zu Lande nur in Tarnow und in Stryj. — Auch die Kattowitzer „Bnei Brith“ Loge hat vergangenen Sonntag vier Delegirte, Herrn Freuthal an der Spitze, hierhergesandt, nur die Bildung eines solchen „Vereins" — Logen sind in Oesterreich verboten — anzubahnen. Wiewohl ein derartiger Verein hier zu Lande viel Gutes wirken könnte und eine Gründung daher sehr wünschenswerth wäre, so glauben wir doch, daß derselbe wegen seiner für die galizisehen Verhältnisse zu hoch gegriffenen materiellen Ansprüche sd)wer zu Stande kommen wird, und außerdem wird die Regierung die Einführung eines Ordens, der nach unseren gesetzlichen Begriffen als ein geheimer gilt, nick)t zugeben. Großbritannien * London, 10. September. In hiesiger Stadt werden strenge Vorsid)ts maß regeln getroffen, um die Verbreitung der Cholera durd) die russisck)en Juden zu verhindern. Die jüdischen Wohlthätigkeits-Vereine gehen Hand in Hand mit den Krankenvereiuen. Der „Temporary Shelter" sollte in seinen edlen Bestrebungen mehr unterstützt werden, da dieselben nur dem Wohle der gesannnten Bevölkerung gelten. Um eine Verbreitung der Cholera unter derselben zu verhindern, werden die Kleider der ankommenden russischen Inden vernid)tet, woraus eine neue bedeutende Ausgabe erwächst. Mit Red)t appellirt also das Komitee an die Großmuth der Gemeinde. Der „Jewish Board of Guardians" wendet seine "Aufmerksamkeit und Hilfe den einzelnen Hilfsbedürftigen zu, und das „London-Russo-Jewish-Komitee" erfüllt wie immer so auch jetzt seine Pflicht. Der Auswanderung der russischen Juden wird nun ein wenig Einhalt gethau werden, wenn sie nicht fürkurze Zeit ganz aufhört, da man sich vielerorts ablehnend gegen dieselbe verhält. In jedem Fall wird die Zahl der russischen "Auswanderer nur so groß sein, daß sie leid)t transportirt werden können, wenn eine vernünftige Uebereinstinnnung zwischen den einzelnen Behörden herrscht. Nnßland. £§ Petersburg, 4. Septbr. In der Hauptstadt sowie in den großen russischen Centren werden seitens des Baron Hirsch gegenwärtig alle Vorbereitungen getroffen, um die künftige Emigration der russischen Juden systematisch fortzuführen. Das Centralkomitee, welches in Petersburg seinen Sitz haben wird, ist bereits gebildet, und zwar sind in dasselbe, mit Ausnahme des Bankdirektors Sack, alle die Personen gekommen, welche in einer meiner früheren Korrespondenzen genannt wurden. Au Stelle des Herrn Sack hat der bekannte hebräisd)e und russische Sd)riftsteller Militärarzt Katzenelensohn eine Aufforderung zur Mitgliedschaft seitens des Baron Hirsch erhalten. Es sind bekanntlich Stimmen laut geworden, welche verlangten, daß das Komitee in seiner Thätigkeit sick) nicht allein nack) den Bestimmungen des Barons richten, sondern and) ans die Wünsche des jüdisck)en Publikums in Rußland Rücksicht nehmen solle. Zu diesem Zwecke ist vorgesd)lagen worden, ein Sekretariat in Odessa 51t gründen, welches dem Komitee als eine berathende Körpersd)aft zur Seite gestellt werden soll. Nunmehr ist, wie verlautet, die Entscheidung des Baron Hirsch in dieser Beziehung eingetroffen und die Gründung eines Sekretariats bewilligt worden. Hiermit tritt die ganze Emigrationsbewegung in eine neue Phase. Das Hirsch'sche Unternehrnen hört auf, der Ausfluß der Wohlthätigkeit einer einzigen Person zu sein und gestaltet sid) zu einer Volkssache, in welcher die Wünsche und Bestrebungen der Betheiligten in Betracht kommen. Mittlerweile entwickelt der Bevollmächtigte des Baron Hirsch, Herr

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