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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-09-16 · Heft 38 (16.9.1892) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 38 (16.9.1892)
Date
1892-09-16
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Jahrgang. Nr. 38. iöerlin, 16. September 1892 Hebe? 3cm Die der Tod i strahlend , sie sich st>!! er sie wcr.'t »araus ein-r ngs empöre dem arm tt n. O nie r gewellte, Pen! Aba schüchterne ihre Hände, und es bebte .'imnißvolle« upt rasch m tt Menschen nderung en. ie wehrte c«: das blonde? Haar, b,ihal die $er lit Berückst!! :a und fotiiüU n vom Fast-!! . das Vertun ich fcftftünoe, Verdautmnn as ist abv ne 24stündu:e )t nicht büa raktische b l ein Katholt, ch Wahrheit und Gesundich mich aus ten, erinneni krankung, m, Dieses gewiv mtüther uni er s beruhigen, sen aber, duü it Körper st t den eigen». öglichkeit da te Anstecku n Mz gut vee r Lebensweise it am diesjau zu verbieten. : Ansicht über en darin bei. Versöhnung a zwei Mal Zu inuel Fin». terlin. Der Gemernbebote. 'Weircrge zur „Mlgemeinen Zeitung des DuöentHums Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. © Berlin, 13. September. In einer auf Anregung des hiesigen Nubbinates einberufenen gemeinschaftlichen Sitzung des Vorstands Kr jüdischen Gemeinde und des Rabbinats ist beschlossen wurden, angesichts der drohenden Choleragefahr an den hohen Feiernden folgende Maßnahmen zu treffen: Die Dauer des Gottesdienstes wad an den beiden Neujahrstagen Vormittags auf die beiden Stimden; ii ii 0V2 bis 11V2 Uhr beschränkt. Am Versöhnungstage beginnt der! st aMittagsgottesdienst um 9y2 Uhr unb dauert bis 12 Uhr. Dann I ii it zum Zwecke der Lüftung der Synagogen eine Pause ein, die bis! i Uhr Nachmittags dauert, worauf der Gottesdienst bis zur einbrechenj Kn Dunkelheit seinen Fortgang nimmt. An den Vorabenden des! K ichhaschanafestes, sowie am Kolnidre-Abend fällt die übliche Predigt! an*. Die in Folge dieses Beschlusses nothwendigen Kürzungen der! r'nrgie hat das Rabbinat entworfen und dem Vorstande zur Beschluß-! v.’iung unterbreitet. Es wäre ein großer Bortheil, wenn dieser Ent- ' wnrf rechtzeitig den Vorständen der Neben-Gemeinden, sowie den Unter-; ii tjmerit der privaten gottesdienstlichen Veranstaltungen zugäugig gemacht! i: vben könnte, damit dieselben davon Muster nehmen. Die von einigen l'stitischen Blättern gebrachte Nachricht, daß das Rabbinat auch in st zug auf das Fasten am Bersöhnungstage einen Beschluß gefaßt habe, entbehrt jeder Begründung. — In der Reformgemeinde wird u diesem Jahre der seit langen Jahren übliche Nachmittagsvortrag Unfällen. Die orthodoxe Gemeinde Adaß Jisroel gedenkt, wie uns t eichtet wird, an den Abendgottesdiensten die Frauen vom Besuch der Smagoge anszuschließen. Von auswärtigen Gemeinden haben Hamburg, stuona und Bromberg bereits Beschlüsse über Aenderung des Gottesst nstes gefaßt. Boraussichtlicl) werden auch die übrigen Gemeinden dem a ton Beispiele folgen und auf die Gesundheit ihrer Mitglieder wie ineer Mitbürger die weitgehendste Rücksicht nehmen. L Berlin, 13. Sept. In der Kunsthandlung von L Sachse A* Co. r zur Zeit ein eigenartiges Bild ausgestellt. Es ist des früh verstor- L■ non Malers Moritz Gottlieb Gemälde, welches den Titel führt st'stckende Juden". Die Darstellung führt uns in der: Krakauer Tempel e e Versöhnungstage, unter den Betenden befindet sich auch der Maler ü Linnenkittel und Gebetmantel. Das Gemälde war bald nach der st tlendung von dem bekannten Kunstsammler Geheimrath Zschille in ' esden für 3000 östr. Gulden erworben worden und ist in Folge des ststebens dieses Herrn der genannten Handlung mit 5000 Mk. zum st 'rkauf übergeben worden. Der Inhaber dieser Kunsthandlung beab- 'st'stckgt nun, eine Subskription zu eröffnen, an deren Spitze er sich selbst stt dem Betrage von 50 Mk. gestellt hat, und das Bild, wenn der trag gezeichnet ist, einer jüdischen Gemeinde oder Wohlthätigkeitsnftalt zn überweisen. Ein etwaiger Mehrbetrag soll zu wohlrhätigen Zwecken verwendet werden. Indem wir diesem Unternehmen besten Erullg wünschen, möchten wir darauf Hinweisen, daß, da die Ausschmückung Synagogen mit Bildern religionsgesetzlich nicht zulässig ist, uns als geeignetster Platz für ein solches Bild der Sitzungssaal des Deutschstjraelitischen Gemeindebundes erscheinen will. # Berlin, 15. 'August. Ein „Volksschullehrer der Haupt- und Residenzstadt Budapest", Herr Julius Gabel, hat sich veranlaßt geeine That zu thun. Besagter Herr scheint zu den Weltbeglückern sti gehören, die in souveräner Verachtung alles dessen, was Erfahrung und Einsicht für richtig erkannt haben, ihren ureigenen Weg wandeln, und deren Naivität meist nur von der selbstgefälligen Beleuchtung ihrer st baten übertroffen wird. Herr Julius Gabel hat auf eigene Faust ver- 'ucht, uns deutsche Juden ans bcu Klauen des Antisemitismus zu retten, indem er — offenbar der Berufenste hierzu — sich in einer Petition an Kn deutschen Kaiser gewandt und diesen um Tödtung der antisentitischen Hydra gebeten hat. Damit aber das in „homogialster Unterthänigkeit ersterbende" Gesuch vor der verdienten Vergessenheit in dem Papierkorbe des kaiserlichen Civilkabinets bewahrt werde, sieht sich der Autor veranlaßt, durch Veröffentlichung seines Schriftstücks in einer Wiener Zeitung urbi et orbi zu verrathen, wie weit manche Volksschullehrer der Haupt- und Residenzstadt Budapest noch davon entfernt sind, ztl wissen, was sich schickt Ueber Inhalt und Stil des Machwerkes wollen wir kein Wort verlieren; nach einem Berliner Worte blantirt sich eben Jeder, so gut er kann. Dagegen wollen wir dem Weltbeglücker verrathen, daß wir seinem edlen Beispiele folgend unfern „geschätzten Mitarbeiter", den Synagogendiener Peßachsohn in Schermeisel beauftragt haben, an Se. Apost. Maj. den König von Ungarn eine homogialste Petition zu richten, daß für die „Volksschullehrer der Haupt- und Residenzstadt Budapest" eine Extravorlesung über das talmudische Thema der „Grenzüberschreitungen" eingerichtet werde. % Berlin, 11. September. Ein neuestens bei den Antisentiteu sehr beliebtes Agitationsmittel ist der gegen die Juden geschleuderte Vorwurf, daß diese vorwiegend an dem schändlichen Mädchenhandel betheiligt seien. Daß dieser Vorwnrf eine der üblichen „Wahrheiten" unserer Gegner ist, braucht für die Leser einer jüdischen Zeitung nicht besonders erwähnt zu werden; es ist indes; interessant festzustellen, daß in Berlin von 110 Gesindevermiethungsbüreaus 14, von 45 Stellenvermittlungsbüreaus 3 in jüdischem Besitze sind. Jur übrigen Deutschland stellt sich der Prozentsatz noch geringer. Es ist auch nachweisbar, daß in den meisten Fällen die Gefahr für die jungen Mädchen im ''Ausland erst dann beginnt, wenn sie dort stellenlos werden und dann ohne Schutz im fremden Lande jeder Brutalität preisgegeben sind, wie dies erst kürzlich wieder der Fall der deutschen Erzieherin in Dadi in Griechenland beweist. (JD Berlin, 12. September. Zwei 'AntisemitenProzesse spielten sich gestern vor unseren Strafkammern ab. Im ersten Falle war Ahlwardt der Angeklagte. Er war beschuldigt, durch einen Bortrag in Essen den preußischen Beamtenstand und besonders die juristischen Beamten öffentlich beleidigt zu haben. Die iibliche Taktik der Antisemiten wurde auch bei dieser Verhandlung mit Erfolg angewandt, und es gelang dem Angeklagten, durch Vorschlag neuer Zeuget: eine Vertagung zu erzielen. — Im zweiten Falle war der Redakteur des „20. Jahrhunderts", Tr. Erwin Bauer, wegen Beleidigung des Reichskanzlers und des Finanzministers angeklagt. Ter Gerichtshof gewann trotz der Einwendungen des 'Angeklagten die Neberzeugung, daß Bauer durch einen 'Artikel in gröblichster Weise die Ehre der beiden genannten Minister verletzt habe. Der Gerichtshof nahm ferner die 'Absicht der Beleidigung als erwiesen an und verurtheilte den 'Angeklagten zu einem Monat Gefängnis;. — Berlin, 12. September. Der „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" eröffnet sein Wintersemester erst nach den Feiertagen. Vorher schon dürften den Mitgliedern die ersten Publikationen ztlgehen Das Lesezimmer des Vereins (Chausseestraße 114) erfreut sich zahlreichen Besuches. Dasselbe ist an Wochentagen von 9—1 Uhr, an Sonntagen von 10—1 Uhr geöffnet. Im Winter dürfte dasselbe auch wohl an den 'Abenden zur Benutzung stehen. 'Auch zu einer Bibliothek ist bereits ein nennenswerther 'Altfang gemacht Alle diejenigen, welche hebräische oder überhaupt die jüdische Litteratur betreffende Werke besitzen, ohne dieselben zu gebrauchen, würden sich ein großes Verdienst erwerben, wenn sie diese Schriften dem „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" zttwenden wollten. Auch die Mitgliederzahl wächst stetig. Neue Anmeldungen nimmt der Vorsitzende, Herr vr. G. Karpeles, IV. Winterfeldtstraße 33, stets entgegen. Der Beitrag ist auf 0 Mk. jährlich festgesetzt. In nächster Zeit wird sännntlichen Mitgliedern auch die lesenswerthe Schrift eines Pereins-Mitgliedes, Fabius Schach: „Eine auferstandene Sprache" gratis zugehen. Diese Schrift schildert in anziehettder Weise die Bedetttung der hebräischen

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