Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 36 (2.9.1892)
- Date
- 1892-09-02
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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m. Hansjakobs besten Verse dabei noch — Fräulein ix ab: . In bcnt Schrift erschein wird ensprößling her Abkunft , daß Bisen lediglich Tod Zkaiser die Schuhe ein Sohn lerungsrath ^raut. Als \ Haller es and Haller " (S. 99.) ortier. In llung dieses : zusammen rein zur rstraße 13, -mus mib egende. — Die Juden um Prozeß es Jahr- )tr. 5739a) fehler. — . — Mein nitzer. m. 6. Jant«. ttr. 36. (f)f )lt f {|| ft f (t 01C. ««ta, 2. »^tcmütr 18!.. WerLcrge zur „Attgemernen Zeitung öes ZuöenLHums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. II. Trb. Berlin, 25. August. Der Beginn des Wintersemesters steht "or der Thür, für die Entwickelung des religiösen Sinnes — im Gegen- , che zur Natur — die wahre Pflanzzeit. Besonders wird im Winter den Interessen des Religionsunterrichts mehr Sorgfalt und Förderung zugewendet. Der Sommer bedeutet für die Religionsschule > ntvölkerung und Verwüstung, die im Winter gestillten Klassen sind halb- > er und an thermometerhohen Tagen wie ausgestorben. Die Anmeldungen;...iv kalten Jahreszeit laufen dagegen in stärkerer Zahl ein. Es bleibt a>er Jioch genug zu thun, und eine tüchtige Aufrüttelung und Durch- ' hüttelung der in religiöser Dumpfheit und Stumpfheit befangenen ')Haffen kann nur heilsam sein. Es bedarf geradezu einer lateixten, religiösen, Kräfte weckenden und belebenden 'Agitation, nur die jungen älämmlein in größter Dichtigkeit dem Boden der Religionsschule einpflanzen. Von selbst geschieht das lange nicht in einem uns zufrieden- '.rllenden Maße. Der felsige Boden der Lauheit muß gehörig bearbeitet;!ub gelockert werden. Gerade die hohen Festtage sind die geeignetste Zt hierzu, und abgesehen von meinem im vorigen Jahre an dieser äielle entwickelten Vorschläge in dem Aufsatze „Der moralische Unteruchtszwang", dessen Ausführung ich hier noch eimnal empfehle, muß |(;c»c Festtagspredigt immer und immer in die Mahnung zur religiösen > i(biutg der Kinder ausklingen. Rabbiner und Vorstände, eure Kamz ’ igne beginnt jetzt, heran an die saatbereitende 'Arbeit, der Erfolg, der l.'iner ernsten Mühe fehlt, wird auch euren Eifer krönen. 0 Berlin, 29. 'August. Einen schmerzlichen Verlust haben die 0 ohlthätigkeitsbestrebungen unserer Stadt, und besonders diejenigen nserer jüdischen Gemeinde zu beklagen. 'Am 25. d. M. ist in Wannsee hau Philippine Liebermann, geborene Haller, im 'Alter von! Jahren gestorben. Unermüdlich im Wohlthun, war sie als Mitglied! ht Vorsteherin bei fast allen hervorragenden humanitären Unter- ' hmungen, soweit dieselben die Theilnahme edler Frauen beanspruchten, 'ü Eifer thätig. In erster Linie sind hier die Baruch-Auerbach'schen Kaisen-Erziehungsanstalten zu nennen, in denen die Verstorbene ein ^euschenalter hindurch hingebend ihres 'Amtes als Ehrenmutter waltete, .um Zwecke der Erziehung armer jüdischer Mädchen veranstaltete Wlippine Liebermann alljährlich einen Bazar und verstand es hierbei, ' ele Kreise in ihre wohlthätigen Bestrebungen einzuschließen. Die Heimgangene ist die Gattin des Repräsentanten Louis Liebermann und die A’iuttev des jetzigen Stadtverordneten L. (der seinem Vater im Mandat igle), sowie des Malers Max L. und des Dr. phil. L. Aus dem Leben v Verstorbenen wollen wir noch hervorheben, daß sie eine der Jungmuen war, welche 1840 (Philippine Haller zählte damals 18 Jahre) in . ' ihrer Anmuth als Ehrenjungfrau bei der festlichen Huldigung Honig Friedrich Wilhelms IV. ausgewählt wurden. — Nach einer im älerbehause am Pariser Platz veranstalteten Trauerfeier fand die Bentung, der mit den Repräsentanten der jüdischen Gemeinde zahlreiche 'eidtragende beiwohnten, gestern Vormittag 11 Uhr auf dem alten Fried- 'o'e in der Schönhauser Allee statt. Der Vorstand des Auerbach'schen 'Waisenhauses und andere Wohlthätigkeitsanstalten, denen die Verstorbene 'hre Kräfte stets und gern gewidmet, hatten Abordnungen entsandt. Aabbiner Dr. Maybaum hielt die Gedächtnißrede. --- Berlin, 28. August. Die Vorbereitungsarbeiten zur Allgemeinen Encyklopädie des Judenthums sind nunmehr bereits weit gediehen, daß der erste Band Anfangs 1893 wird erscheinen uauien. Die übrigen Bände werden in regelmäßigen, kurzen Zwischen- 'äumen aufeinanderfolgen. Die Direktion der Encyklopädie ersucht auf Lesern Wege diejenigen Gelehrten, welche den s. Z. an sie gesandten Fragebogen noch nicht zurückgeschickt haben, denselben rechtzeitig und ausgefüllt an die Adresse der Encyklopädie gelangen zu lassen. 4- Berlin, 29. August. Wir richten heute an unseren Leserkreis die folgende Anfrage, durch deren Beantwortung in mancher größeren Stadt, vornehmlich in Süddeutschland, vielleicht der Anfang zu einem guten und allgemein nützlichen Unternehmen gemacht werden xönnte: „In welcher Stadt Deutschlands könnte eine sehr tüchtige, geprüfte Lehrerin, die lange Jahre in verschiedenen Kreisen des In- und 'Auslandes mit bestem Erfolge unterrichtet hat und vorzüglich empfohlen wird, sich dauernd niederlassen, um schulpflichtige Kinder zu unterrichten und junge Mädchen, welche die Schule bereits verlassen, fortzubilden, eventuell ein Erziehungsinstitut errichten?" Die betreffende Dame hat die besten Referenzen und eine langjährige pädagogische Thätigkeit aufzuweisen. Etwaige 'Antworten wolle man gefälligst direkt an unfern Herrn Chefredakteur richten. 0 Berlin, 15. August. Seit Jahr und Tag sind wir an jene Gruppen von Ausgewiesenen gewöhnt, deren Anblick uns das Blut stocken macht, die zerlumpten Gestalten, deren Leiber uns die Leiden, die sie drüben auszustehen haben, auch ohne Worte verkünden. Gestern fiel mein Blick in einer der Straßen des lebhaften Centrums auf solch eine Gruppe, zwei Weiber und ein Mädchen, in wahrhaft erbarmungswürdigem Zustande. Sie standen, einen Zettel in Händen, und sprachen auf einen dem Arbeiterstande angehörenden Mann ein. Obwohl ich Eile hatte, konnte ich es, in der Befürchtung, die Aermsten könnten des Zieles verfehlen, nicht übers Herz gewinnen, ruhig meinen Gang weiter fortzusetzen. Ich trat zu den Auswanderern, deren Gesichter von Entbehrungen, von Qual und Hunger sprachen. Der Begleiter, ein christlicher Arbeiter, erzählte mir im Berliner Dialekt, er selbst könne den Leuten nichts geben, er wäre aber zum Auswanderungskomitee mit ihnen gegangen, und dann, au das Büreau der jüdischen Gemeinde gewiesen, habe er sie dorthin geführt, wo seinen Schützlingen auch nicht geholfen worden sei. Allerdings waren die Frauen in einem Zustande, das; sie niederzusinken drohten vor Erschöpfung. Ich that, was ich konnte, und ließ die vom Hunger Gequälten nach der jüdischen Volksküche führen, was gleichfalls ein Christ aus den unteren Ständen bereitwilligst übernahm. Wie diese Blätter vor einiger Zeit berichteten, soll doch die jüdische Gemeinde durch Vertrag die Speisemarken für 10 Pfennige bekommen und es übernommen haben, für die Beköstigung aller Auswanderer zu sorgen. Nicht zum ersten Male sahen wir Auswanderer, vom Gemeindebüreau abgewiesen, vor Hunger zusammenbrechend, um eine Gabe flehen, und nicht selten sammeln solche Unglücklichen sich am Sabbath im Hof der alten Synagoge, ohne das; ihre Hungerqualen gestillt werden. Wir hoffen, daß es nur dieser Zeilen bedarf, um hier Remedur eintreten zu lassen. (Wir sind der Meinung, daß der oben geschilderte Fall sich doch nicht ganz in der gedachten 'Art zugetragen haben kann, wie er unserem Gewährsmann von dem betreffenden Arbeiter berichtet worden ist. Schon der Umstand, das; die „Auswanderer" auf den Straßen Berlins umherirrten, ist auffällig, da bekanntlich die Beförderung der Unglücklichen von der Grenze bis direkt zu den Hafenstationen stattfindet. Red.) T. Berlin, 15, August. Wiederum ist 400 Zuwanderern die Landung in Palästina verweigert worden. Es hat der türkischen Regierung früher schon nicht an Cinwäuden zu kolonisationsfeindlichen Maßregeln gegen die Juden gefehlt, um so weniger läßt sie sich die jetzt in verschiedenen Ländern herrschenden Epidemien entgehen, um aus ihnen das Verbot der Inden-Ansiedelungen in Palästina zu rechtfertigen. Die Juden wurden, wie die Tagesblütter berichteten, nach Kleinasien gebracht, wo sie an verschiedenen Stetten Unterkunft finden sollen. Man sieht allen von der türkischen Negierung erlassenen Maßnahmen, die Palästina-Kolonisation betreffend, die prinzipielle Nichtduldung dieser Bestrebungen an. Die Palästina-Fanatiker, die die türkische Negierung sammt dem Sultan ci'.:> Kolouisationsförderer ausschreieu, müssen entweder mit unheilbarer Blindheit geschlagen sein, oder sie sehen nicht, weil sie — nicht sehen wollen, um nicht die Werbetrommel