Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 35 (26.8.1892)
- Date
- 1892-08-26
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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3 Miß und An Reinen itere Aus- Michaelis ren. Mit aaterietten it eiserner schon den 1855 procher Arzt. , erfreuen.;ast unter herte ihm sal ferner a. Seiner nne Wirkmhm und i heilweife n tonnen, e Thätigei'rbt, nach tichen Becbietc der tglied des - Stellung? Stimme Mgienische tm allein, er Städter sprach ng. Aon et, wollen s Vereins Zied der üserRath, l geschätzt, .politischen ion lange o,lich der bald eine National hgiebigkeit der Ver -eisinnigen den Polier Jahre cks lieber rg erfuhr >ne loyale ne gleich e dunklen tten. Die .eale Aus ihn nicht mmerzien dische Ge enoß dav Stadt rrnd die ihren unserem rach vielen Dar durch R-eisschnlim Hause bei Der rhren ale> logen von en Ehrenmannes, der in allen geschäftlichen Dingen äußerst vorsichtig und streng > korrekt vorging. Auch die jüdische Gemeinde hat durch diesen Tod einen! schweren Verlust erlitten. Am Sterbetage sind mehrere tausend Mark zur Vertheilung gekommen. * Leipzig, 21. August. Die Mittheilungen der sächsischen Genossen oes Herrn Ahlwardt, wonach bei einem Dresdener Landwehrbataillon nach wenigen Schießübungen bereits 150 schadhaft gewordene Gewehre batten zurückgeschickt werden müssen, wird von der „Nordd. Allg. Ztg." als von Anfang bis zu Ende erfunden bezeichnet, zugleich aber noch eine amtliche Aeußerung in Aussicht gestellt. Die neuen antisemitischen Behauplungen würden an der Hand authentischer Veröffentlichungen ihre gebührende Würdigung finden. X Wolfenbuttel, 17. August. Die Feier der Grundsteinlegung unserer neuen Synagoge fand gestern am 16 ec. um 11 Uhr statt, j derselben wohnten Herr Regierungsrath Harmes als Vertreter der! Herzogl. Kreisdirektion, Herr Stadtdirektor von Damm, die Stadträthe i Herrn Dr. Gerhardt und Nikolai, sowie eine Anzahl Stadtverordneter! und fast sämmtliche Gemeindemitglieder bei. Eingeleitet wurde die Feier j uurch Gesang der Zöglinge der Samsonschule, alsdann hielt Herr Land-; mbbtner Dr. Rülff aus Braunschweig die Festrede und verlas nach derj 'ckben das Dokument, welches die Geschichte der Gemeinde und des alten j Sempels enthielt und die Nothwendigkeit des Neubaues, welcher auf j -ufriges Betreiben des derzeitigen Vorstehers Bernhard Cohn zu Stande! kam, besonders hervorhob. Während der Verlöthung sang der Schüler-! hör wiederum einen Choral, worauf die Kapsel eingemauert wurde. Mit herzlichen Wünschen für das Fortschreiten des Baues und dessen Voll- -'ndung ohne Unfall that Herr Landrabbiner Dr. Rülff die üblichen drei Hammerschläge, ihm folgte der Vorsteher, der Vertreter der Herzog!, ^reisdirektion, der Stadtdirektor, die Stadträthe und der Vertreter der Herzog!. Baubehörde, Herr Kreisbauinspektor Müller, dem die Oberleitung ees Baues übertragen ist. Herr Kreismaurermeister Dauer, der ben Bau -msführt, leitete die Vermauerung. Abermaliger Gesang schloß die iiuiviuge Feier, nachdem vorher noch der Vorsteher den Behörden für ihr '^-scheinen gedankt hatte. Das Herzogl. Konsistorium sonne die evangelische Geistlichkeit sprachen schriftlich ihr Bedauern aus, der Feier nicht beiwohnen zu können, der katholische Geistliche fehlte auch, hatte sich auch 'acht entschuldigt. * Frankfurt a. M., 20. August. Am 18. d. M. starb hier sechzig Jahre alt die Schriftstellerin Elise Henle, welche durch ihr in Wien preisgekröntes Lustspiel „Durch die Intendanz" zuerst in weiteren Kreisen bekannt geworden ist. Vor dem Stücke „Durch die Intendanz", das 1878 herauskam, hatte Elise Henle schon zwei Lustspiele, „Ein Duell" und „Aus Goethes lustigen Tagen", erscheinen lassen. Später schrieb sie noch ein Lustspiel „Die Wiener in Stuttgart" und das Schauspiel „Entehrt". Letzteres hat neben dem Preislustspiele „Durch die Intendanz" von den Werken der Henle den größten Erfolg gehabt. Elise Henle wurde 1882 zu München geboren, wo ihr Vater als Sensal ler war auf dem Gebiete des Finanzwesens auch litterarisch thätig) lebte. Durch Heirath kam Elise Henle 1858 nach Eßlingen in Württemberg, sie kehrte aber 1881 wieder in ihre Heimathstadt München zurück. Nach Frankfurt, wo sie starb, war Elise Henle zum Besuche einer dort lebenden Schwester gekommen. Elise Henle war eine gesinnungstreue und für das Jndenthum warm empfindende Frau. Aus Nnterfranken, 14. 'August. In einer in dir. 84 dieser Zeitung aus Bayern dntirten Notiz wird erwähnt, daß, als vor einigen Jahren die Pfarrer beider Konfessionen auf Grund ihrer Bittgesuche Gehaltserhöhungen erhielten, solche auch den Rabbinen, ohne daß sie darum petitionirt Hütten, zugebilligt wordene wären Dies dürfte nicht ganz genau dem thatsächlichen Sachverhalt entsprechen, nachdem, wie uns bekannt geworden, seinerzeit in Wirklichkeit ein solches Gesuch von Seiten des Bezirksrabbiners D. in B. in Vorlage gebracht worden war. Dieser Rabbiner hat sich auch diesmal nicht auf das selbstthätige Wohlwollen von oben herab verlassen, vielmehr gelegentlich der 'Ausfüllung der die Verhältnisse der Rabbinen betreffenden Fragebogen, deren die Notiz in Nr. 88 gleichfalls Erwähnung thut, der Kgl. Staatsregierung ein ausführliches Memorandum über die 'Auskommensverhältnisse der gering dotirteu Rabbinen des Königreichs unterbreitet. Ob die gepflw genen Erhebungen überhaupt mit einer beabsichtigten Gehaltsaufbesserung zusammenhängen und nicht vielmehr blvs statistischen Zwecken dienen sollen, ist noch sehr zu bezweifeln. Für die letztere Kombination spricht der Umstand, daß derartige ins einzelnste Detail gehende Fragebogen auch 'Anstaltsvorständeu und Beamtenkntegorien, die mit einer Gehaltsaufbesserung gewiß nichts zu thun haben, zugesandt worden sind. Möchte man sich darum keinen allzu sanguinischen Hoffnungen hingeben. 35 Hannover, 21. August. Folgender neue Beweis antisemitischer Wahrheitsliebe macht hier viel von sich reden. In der .Hann. Post" l Nummer 180 d. I.) befindet sich folgende Notiz: „Bekanntüd) legt die „Allianee Jsraolite" auf den Besitz von Zeitungen den un- 'nnessensten Werth. Damit nicht zufrieden, legt sie jetzt ihre Hand auch Ulf die großen Telegraphen-Agenturen, welche die öffentliche Meinung beherrschen. Unlängst — d. h. vor dem damals noch wie ein Damoklesschwert über Israel in der Luft schwebenden Xantener Mordprozeß — gelang es dem reichen jüdischen Gründer Hallgarten in Bockenheim bei Frankfurt a. M., einem Busenfreunde des berüchtigten Millionengauners .Baron" Hirsch, das Depeschenbüreau „Herold" aufzukaufen. Professor Zffeph Kürschner in Stuttgart, der Christ zu sein behauptet, wurde zum Direktor und Redakteur Levy vom „Aktionär" in Frankfurt a. M. zum lwlitischen Leiter bestellt. Seither besteht die Aufgabe des „Herold" in oer Wahrnehmung jüdischer Nationalinteressen, so daß die deutschnationale Presse, die sich seiner bisher bediente, allmählich gezwungen werden wird, sich anderweitig zu behelfen, lieber den Clever Prozeß '-'rächte der „Herold", wie man sich erinnert, auffallend langathmige Telegramme, deren wahrer Zweck nach obiger Enthüllung erst recht erlennbar wird." — Hierzu schreibt Herr Hallgarten: „Mit Ausnahme -'essen, daß ich Jude bin, ist 'Alles, was das Blatt über mich und das N'peschen-Büreau Herold sagt, gelogen. Ich war nie Gründer, ich lvohne nicht in Bockenheim, ich kenne Baron von Hirsch nicht (habe nie un Wort noch eine Zeile mit ihm gewechselt) und ich habe das Depeschen- Biireau nicht aufgekauft. Dieses Depeschen-Biireau ist eine Aktiengesell- 'chaft, und es ist eine in Berlin und Frankfurt wohlbekannte Thatsache, oaß vor einigen Monaten die Aktien in den Besitz eines Frankfurter Herrn übergingen und der Sitz der Gesellschaft von Berlin nach Frankfurt verlegt wurde. Mit der Erwerbung dieser Aktien hatte ich weder direkt noch indirekt etwas zu thun; rch besitze keine einzige Aktie, habe nie eine besessen, und beabsichtige nie, Aktien dieser Gesellschaft zu erwerben. Charles L. Hallgarten." Oesterreich Ungarn. 3S Wien, 25. Angust. In der am 80. v. M. stattgehabten Sitzung des Präsidiums der Baron Hirsch-Stiftung wurde die Ernennung der Leiter und Lehrer für zehn in Galizien neu zu eröffnende Schulen vollzogen. Demnach werden im September dieses Jahres einklassige Schulen eröffnet werden: in Rawaruska, wo von 458 jüdischen schul pflichtigen Knaben blos 18 die Schule besuchen, in Sassow von 228 blos 4, in Gwozdziec von 220 keiner, in Horodenka von 274 blos 45, in Mouasterzyska von 240 blos 2, in Zworow von 886 blos .1, in Mielee von 204 blos 80, in Rozwadow von 158 blos 7, in Brzesko von 205 blos 52, in Wisniez von 281 blos 12. Außerdem werden Abendschulen für Handwerkslehrlinge und Analphabeten mit Beginn des neuen Schuljahres eröffnet werden in Zloezow, Kolomea, Boryslaw, Buczacz, Sambor, Rzeszow und Tarnobrzeg. — In Mielee wurde am 1. Juli d. I. eine Korbflechtereischule eröffnet. Die Vorarbeiten zur Einführung von Schulen für Kammfabrikation in Sassow, für Schlosserei in Rzeszow und für Weberei in Kolomea dürften im September beendet sein. Nlijjliind. Petersburg, 21. 'August. Wie es hier lautet, beabsichtigt der Baron Hirsch, binnen Kurzem zur Bildung eines Central Komitees für die Auswanderung der russischen Juden zu treteil. Das Eentral-Komitee soll aus elf Personeu bestehen, unter welchen die Herren Barone Ginsburg, Poljako w, Sa k, Kraftnoszel ski, Wawelberg und einige hervorragende Rechtsanwälte gezählt werden. Sobald das Komitee gegründet sein wird, wird die Emigration in großelu Maße begillnen. Augenblicklich hält sich der Bevollmächtigte des Barvll Hirsch, Herr Feinberg, im Süden Rußlands auf, wo bekanntlich mehrere jüdische Kolonien seit Jahren schon begründet sind und die Juden in großer Zahl Ackerbau treiben. Mit diesen jüdischen Ackerbauern soll die.Kolonisation in Argentinien begonnen werden, denn die letzten Vorgänge in den Hirsch-