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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-08-19 · Heft 34 (19.8.1892) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 34 (19.8.1892)
Date
1892-08-19
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 Eiligeres Schlechtiglc n Volksvci Jahre sml, -erber ou Wunsch, d, net, auch z )cit zur ynagoge rbot er s>cl;beter thäu )t nun las da. llnf i )c Erschein^ r uns Alie ihrend dicd »ieseZeit eu rndt bis ui lenbäume Konfession, -ürftige oim rnkbarkeit verschönern n> Thoraroi!?! >on ungeft!, ter hatten 9 iHeren ©lau unter d u Angehörinci , der fcftüil it Empfav Thoraroi?! iherede fy w :n Arndt 11 der gcui'-.oi nsern We Zürgermeinu :ut Ende. rrb hiersel''i jetzt erfäbl! zkeit nerfilli elbe der Vc ftung zu tunvon armcn rbe, in einer Magistrat finD . an jübinbe er Bildung jin des Ben?s geschäiuen daß der Aen )udenthuv " zenheiten ees )en Gemeinde tnbebunbc: >92 fand int e Versäum! i Hannover ui, eröffn?^ enen geselrn" LlkklamaNdii liegen B a .iiterricht in der )rträges enl' rng schließ!:ä! : Volksschule ustellen, daß »irch unter steter Hinweisung auf das Walten der göttlichen Vorsehung uessurcht und Menschenliebe, insbesondere Vaterlandsliebe, Treue und rnebung zu dem angestammten Herrscherhause in den Herzen der Kinder siegt und befestigt werde." In der zweiten Sitzung, Montag den Juni, ergriff vor dem Eintritt in die Tagesordnung Seminardirektor Kroner das Wort und gedachte des großen Schulmannes Amos menius. Hierauf machte Landrabbiner Dr. Gronemann MittheiiKU von einigen Verfügungen der Königlichen Regierung, z. B. von Anerkennung des Ministers für die Mühenahme bei der Volkszählung ins der Lehrer, von dem Turnlehrerkursus in Berlin im Oktober Jahres. Es folgt alsdann der Vortrag des Herrn Dr. Jacoblnngen über Zwecke und Lehrziele des jüdischen Religionsunterrichts", rf, an diesen Vortrag schloß sich eine längere, zum Theil sehr lebhafte hatte, in der die philosophisch gehaltenen Ausführungen des Referenten lcu Widerspruch erfuhren. Nachdem Letzterer seinen Vortrag verjd-gt und manchen Mißverständnissen, die seine Ausführungen erfahren, §cgengetreteu, werden die von chm aufgestellten Thesen zur Berathung »rächt. Dr. David-Hannover erklärt sich mit den Thesen bezüglich der ncie des Religionsunterrichts im Allgemeinen einverstanden, von denen iici'be zwei nach einigen erfahrenen redaktionellen Aenderungen durch ein heit angenommen werden: I. Der Zweck des jüdischen Religionsmrichtes ist: Zu einer auf jüdischer Weltanschauung und Lebensaufsling beruhenden Lebensführung zu erziehen. II. Dieser Zweck wird eicht durch den Unterricht in der Geschichte des Judenthums mit mögimr Anlehnung an die hebräischen Ouellen und an das Gebetbuch. M der vorgerückten Zeit mußte die Weiterberathung der vom Refetm aufgestellten Thesen über die speziellen Lehrziele der nächsten Ver-' üinlung Vorbehalten werden. Auch das auf der Tagesordnung stehende rat des Herrn Bachenheimer-Uelzen konnte nicht mehr zum Vortrag neu. Bei dem gemeinschaftlichen Mittagsmahle herrschte eine überaus schliche und gehobene Stimmung, die in vielen ernsten und heiteren i'.ck'sprüchen ihren Ausdruck fand. Der erste Triukspruch galt Sr. ü!?stät den: Kaiser ttitb König Wilhelm. Die Versammlung stimmte as von dem Vorsitzenden ausgebrachte Hoch dreimal mit voller Berung ein. Nach Beendigung des Mittagsmahles wurde in den -en Besprechungen" ein Anschluß an den preußischen Landeslehrerin und die Vereinigung aller jüdischen Lehrervereine Deutschlands, Preußens zu einem allgemeinen Lehrerbunde angeregt. Der Vorstand n xv beauftragt, die einleitenden Schritte in dieser Beziehung zu verim. Die nächste Konferenz soll am 23. und 24. Mai 1893 in Hanc r stattfinden. Vorträge übernehmen die Herren Dr. David-Hannover o Selig-Emden. — An den Vortrag des Letzteren soll sich eine Lehre anschließen. * Leipzig, 10. August. In einer der jüngsten Nummern des „Leipziger blatts" finden wir einen Aufruf an die Antisemiten Sachsens, ie Ueberschrift „Die Inden in Handel, Handwerk, Ackerbau und Hand- Ih it" trägt, und welcher durch seinen ruhigen überzeugenden Tone auf sachenkende seinen Eindruck nicht verfehlt. Der Aufruf, welcher die Unternu trägt: „Eine Anzahl Leipziger Bürger jüdischen Glaubens", gipfelt ■ m Schlußsätze: „Wir Juden find freudig bereit, mit unseren milchen Mitbürgern an der Aufdeckung der Schäden und an ihrer itigung mitzuarbeiten. Predige und schließe man endlich Frieden, ivird in unserer Zeit wahrlich schon genug gehetzt zum Schaden der emeinheit. Der Judenhetze lasse man es genug sein. Verfolge man schlechten, den strafbaren Jude:: wie den schlechten und strafbaren isten, aber man verallgemeinere nicht. Hat der Jude Uebles gethan, age man nicht, die Juden haben Uebles gethan. Es ist das ein eincv Gebot christlicher, menschlicher Gerechtigkeit." * Köln, 14. August. Der Gründer und frühere Vorsitzende des '9semitischen Vereins, der Kaufmann Julius Grüner, hatte sich um Unterschlagung, Betrugs und Diebstahls zu verantworten. Im m-e 1890 war der Angeklagte in Magdeburg in Stellung; er unter-;,!4 seinem Prinzipal nach und nach eine Geldsumme von 460 Mark. Dezember 1890 entlieh Grüner von einem Wirthe 30 Mk. und von lUN Generalagenten 10 Mark; ein Bekannter hatte ihn als Assistenz- M vorgestellt, und der Angeklagte ließ die beiden obengenannten Perlt in dem Glauben, er sei Arzt. "'Don einem Mitgliede des antinitischen Vereins entlieh Grüner 70 Mk. Seine geschädigten Gesinnungsossen erklärten, daß sie durch die falschen Vorspiegelungen ihres Freundes nicht zur Hergabe des Geldes veranlaßt worden seien, sondern ihm auf jeden Fall die entnommenen Beträge gegeben haben würden, deshalb müßte die Betrugsanklage fallen gelassen werden. Dagegen wird dem Grüner der Diebstahl einer Simili-Vorstecknadel, die einen Werth von 80 Pf. batte - Antisemiten sind ja nicht gegen Jrrthum gefeit — nachgewiesen. Von dem Kassirer des Antisemitischen Vereins erhielt Grnner 90 Mk., zur Zahlung an den Abgeordneten Zimmermanil als Honorar für einen Vortrag; der Angeklagte übergab an Zinnnermann nur 50 Mk. den Rest verwendete er nach seiner Angabe zur Deckung ihm im Vereins-Interesse erwachsener Unkosten; da letzteres nicht wider" legt wurde, erfolgte in diesem Falle Freisprechung. Wegen fortgesetzter Unterschlagung und wegen Diebstahls erkannte das Gericht auf fünf Wochen und einen Tag G efängniß. Wegen Betruges ist Grüner früher mit einem Monat Gefängniß vorbestraft worden B. Stuttgart, 14. August. Am 3. d. Mts fand hier die jährliche Versammlung der israelitischen Lehrer Württembergs statt, die auch die Herren Rabbiner Kahn-Heilbronn und Dr. Stößel von hier mit ihrer Anwesenheit beehrten. Nach vorausgegangener Ausschnßsitzung, in der über die zu bewilligenden Unterstützungen an Lehrerwittwen und Lehrer Beschluß gefaßt wurde, erösfnete der Vereinsvorstand, Herr Oberlehrer Stern von Eßlingen, die heuer besser besuchte Versammlung mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr und gedachte besonders des Ablebens Sr. Maj. des Königs Karl, der dem Vereine stets sein Wohlwollen kundgab. Auch zum 'Andenken au das verstorbene Mitglied Kahn-Freudenthal erhob sich die Versammlung. Der Kassenbericht des Herrn Kassirers, Lehrer Metzger in Cannstatt, war recht befriedigend. Das Aktivvermögen erhöhte sich von 40,729 Mark auf 42,609 Mark, und es konnten in 14 Portionen 2040 Mark zur Vertheilung gebracht werden. Der Vereinsvorstand hielt nun einen längeren freien Vortrag über Jef. 21, 11—12 „über den Antisemitisnuls in unserer Mitte". In inhaltsreicher und formvollendeter Rede besprach derselbe die Beweise für sein Vorhandensein in den verschiedenen gesellschaftlichen Kreisen, die Gefahr für uns, die in dieser schmachvollen Bewegung liegt, ihre Entstehmtg uno ihr Wachsthum, die Fehler, die uns anhaften, die Heilung dieser Krankheit und die Pflichten des Lehrers in dieser Beziehung, lieber letztere zwei Punkte lauteten die Thema: Die Heilung verlangt: in nachdrücklichster Zusammenfassung und engstem Aneinanderschluß der Kräfte der Unseren, der sittlichere Kräfte zumal, mit Ernst und mit Klugheit thunlichst vielfache Fühlung mit Gleichgesinnten ztl suchen und zu unterhalten, aber auch muthig zu kämpfen, wo Ehre und Pflicht es gebieten. Uns Lehrern zunächst gilt die Forderung: höchsten sittlichen Ernst in Gesinnung tutb Handlung, Pflege des Brudersinns unter Juden, jüdischen und nichtjüdischen Amtsgenossen, planmäßige Abwehr der Angriffe auf dem Schul- und Glatlbensgebiete, Fühlung mit den übrigen Kämpfern im Streite. Reicher und ungetheilter Beifall lohnte den Redner für sein *"0*1, und die von ihm vorgelegten Thesen wurden ohne Debatte angenommen. Betreffs weiterer Anträge der Kollegen Preßburger-Eregliugen tutb Neckarftllmer-Buttenhausen auf bessere Belohnung für den Vorbeterdienst, Besetzung der Vorsängerstellen, Vakanzen in den israelitischen Schulen u. a. wurde beschlossen, daß eine Denkschrift ansgearbeitet werde, worin die Wünsche der israelitischen Lehrer der königlich israelitischen Oberkirchenbehörde vorgetragen werden sollen. Auch zur Ausarbeitung eines Lesebuchs für die Oberklassen der israelitischen Schulen wurden sechs Kollegen der königlichen Oberkirchenbehörde in Vorschlag gebracht. Ein weiterer Vortrag über „Jugendgottesdienst" mußte wegen vorgerückter Zeit von der Tagesordnung abgesetzt werden. Die Versammlung wurde um 2 Uhr geschlossen. ^In dieselbe schloß sich ein gemeinsames Mahl an, bei dem besonders eine warme Ansprache des Herrn Rabbiners Kahn über das Verhältniß der Rabbiner zu den Lehrern Beifall und Dank fand. M. Gießen, 16. August. Der Religionslehrer und Kantor Salomonsohn zu Hungen feierte am 4. d. Mts. das seltene Fest des 50jährigen Dienstjubiläums. Zu diesem Zwecke waren der Provinzialrabbiner Herr Dr. Levi nebst vielen Lehrern Oberhessens herbeigeeilt, um ihrem greisen Kollegen, der au diesem Tage auch seinen 80. Geburtstag feierte, durch ihre Theiluahme ihre Liebe und Hochachtung zu bekunden. Nachdem in der Wohnung des Jubilars die allgemeine Beglückwünschung stattgefunden hatte, geleitete man denselben m festlichem Zuge zu dem prächtig geschmückten Gotteshaus, wo sich mm i

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