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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-08-12 · Heft 33 (12.8.1892) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 33 (12.8.1892)
Date
1892-08-12
Page
Seite 2 (sequence 12)
Language
German
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2 spricht ein Mann, der nicht blos das zündende Wort kündet, sondern auch durch sein Leben und sein Wirken gezeigt hat, daß er dein Worte das Werk folgen läßt. Für den, der da weiß, wie er von Stadt zu Stadt eilt, um für die armen Kranken Hilfe zu schaffen, wird das Wort eines solchen Mannes über Menschenliebe von dauerndem Eindruck sein. Mit Psalmgesang und einer Seelengedächtnißfeier für die verewigten Wohlthäter der Anstalt schloß die stimmungsvolle Feier. — Wir tonnen den Bericht über das Stiftungsfest nicht schließen, ohne unfern Glaubensgenossen die Fürsorge für die heilthätige Anstalt warm ans Herz zu legen. LH Posen, 9. August. Der dreiundfünfzigste Bericht über den Stand und die Verwaltung der israelitischen Waisen - Knaben - Anstalt für die Jahre 1890 und 1891 bringt ein Bild weiteren Fortschritts und erfreulichen, Gedeihens. Nachdem 1890 der lange geplante Erweiterungsbau in Angriff genommen, wurde derselbe im Herbst 1891 vollendet und der Benutzung übergeben. Diese Erweiterung des Gebäudes besteht in dem Aufsehen eines zweiten Stockwerkes und der Anlegung einer Nothtreppe- Das neue Stockwerk enthält vier stattliche und zwei kleinere Zimmer welche zu Schlafräumen, einem Garderobenzimmer und einem Zimmer für den Hilfslehrer bestimmt worden sind. Außerdem sind in dem über dem zweiten Stock befindlichen Giebel zwei hübsche Mansardenstuben hinzugekommeu. Durch die neu geschaffenen Schlafsäle konnte der im Erdgeschoß liegende bisherige Schlafraum zu einem Arbeitssaal eingerichtet werden. Die Anstalt ist nun in der angenehmen Lage, einer größeren Zahl von Waisen Unterkunft bieten zu können, auch ist durch die Vermehrung der Räume den Kindern eine größere Bewegungsfreiheit innerhalb der Anstalt ermöglicht worden. Die Zahl der Waisenkinder beträgt zur Zeit 19. Die Leitung liegt in den Händen des Direktors Falkenheim. Bielefeld, 2. August. Der Ausschuß des Verbandes der S ynagogen-Ge meinden Westfalens versendet an die Vorstände und Lehrer seines Bezirkes den von dern Gemeindetag des Verbandes genehmigten „Normal lehr plan" für den jüdischen Religionsunterricht an Volks- und höhern Schulen bis zur Obertertia einschließlich. Derselbe giebt das Marimum des durchzunehmenden Unterrichtsstoffes an, welches nur bei besonders günstigen Schulverhältnissen vollständig bewältigt werden kann. Bei einfachen Schulverhältnissen, insbesondere in einklassigen Volksschulen, muß eine wesentliche Beschränkung des Stoffes eintreten Die pädagogische Einsicht des Lehrers wird hier leicht das richtige Maß zu treffen wissen. Die in Aussicht gestellten Speziallehrpläne für die verschiedenen Arten von Schulen sollen spätestens bis Ende dieses Jahres fertig gestellt werden. Von besonderem Interesse dürste die Mittheilung sein, daß der Normalplan bereits durch einen Kreisschulinspektor, einen evangelischen Geistlichen, nach eingehender Prüfung und unter gleichzeitiger Vorlage an die Regierung in den israelitischen Schulen seines Bezirkes zur Einführung gelangt ist. 3g; Frankfurt a. M., 6. August. Seinen ersten Rechenschaftsbericht veröffentlicht der „Verein zur Beförderung des Handwerks unter den Israeliten in Oberheffen und den benachbarten Gebieten" für die Jahre 1890 1891. Der Umfang der Thätigkeit ist, wie das erst zweijährige Bestehen des Vereins erwarten ließ, noch ein geringer; die Zahl der unterstützten Lehrlinge beläuft sich auf 0. Die Anzahl der beitragenden Mitglieder ist von 26 bei der Gründung auf nunmehr 190 angewachsen, eine für das große Thätigkeitsgebiet des Vereins allerdings noch sehr winzige Ziffer. Erfreulich dagegen sind die Anschauungen, welche aus dem 14 Seiten starken Berichte hinsichtlich der Verwaltungsprinzipien des Vereins hervortreten. Es sind dieselben, welche der Kasseler und der hiesige gleichartige Verein seit vielen Jahrzehnten vertreten und welche den Hauptwerth auf die sorgfältigste Ueberwachung der Lehrlingsausbildung legen. Auch lassen die aufgeführten Zahlen erkennen, daß der neue Verein — im Gegensatz zu manchen bestehenden — sich bemüht, mit geringen Mitteln viel zu leisten. Die durchschnittlichen Aufwendungen belaufen sich auf 50 — 150 M. pro Jahr und Lehrling, während andere Vereine mit einer gewissen Uebertreibung des Wohlthätigkeitsprinzips 300—500 M. für einen Lehrling jährlich zu verwenden pflegen. "Als einen nicht zu unterschätzenden Punkt der Vereinsthätigkeit betrachten wir auch die Propagation der dem Verein zu Grunde liegenden Idee. So hielt im Sommer 1890 Herr Kahenstein in Gießen einen Vortrag über die Bedeutung der Handarbeit für das heutige Judenthum, dem sich eine lebhafte und aufklärende Diskussion anschloß. Befremdend wirkt in dern Berichte der Umstand, daß die Vereinsleitung eine Centralisirung aller derartig Vereinsbestrebungen „womöglich für ganz Deutschland" erst anregeu müssen glaubt. Es scheint, als ob man in Gießen von der Exm eines deutsch-israelitischen Gemeindebundes und von den mehrfachen $ schlüssen der Gemeindetage nach der gedachten Richtung hin noch weiß Dies ist um so erstaunlicher, als die Prinzipien des Gieße, Vereins gerade denjenigen aufs Haar entsprechen, welche der Gemeüii bund seit Jahren zu verbreiten bestrebt ist. ntd. LZn Cassel, 7. August. Die 24. Jahresversammlung \ israelitischen Lehrerkonferenz Hessens fand am 4. Juli d. 4 Fulda statt. Die Versammlung, welche im „Ballhause" abgehalten nnir begann gegen 9 Uhr mit einem durch Herrn Gutkind-Cassel geleitet Choral, worauf sie der Vorsitzende Herr Dr. Stein-Cassel mit einer m\ empfundenen Ansprache eröffnete. Die Zahl der Theilnehmer betrug ,ic Ausweis der Präsenzliste etwa 70. Als Gäste hatten die Versamr.,!,, beehrt: die Herren Landrabbiner Dr. Prager-Cassel, Provinzialrabbi, Dr. Munk-Marburg, Provinzialrabbiner Dr. Cahn-Fulda, Kreisrabbj, Straus-Rotenburg. Justizrath Hirsch-Cassel, die christlichen Kolleg Fritz-Fulda und Fleischmann-Cassel, sowie Kreisvorsteher Stern , die Gemeindeältesten Wertheim und Stern aus Fulda. Einige am ( scheinen verhinderte Kollegen begrüßten die Versammlung telegrapliu Der hiernach durch den Vorsitzenden verlesene Jahresbericht des Ausschm konnte kurz gehalten sein, da im verflossenen Geschäftsjahre Fragen v besonderer Wichtigkeit nicht an den Ausschuß herangetreteu mar Dagegen widmete der Bericht Worte wehmüthiger Erinnerung der verflossenen Jahre verstorbenen Kollegen Blaubaum-Nesselröden, Ka mann-Ungedanken und Spier-Cassel. — Nachdem nun noch Herr Gull, den Kassenbericht vorgetragen hatte und ihm die Entlastung ertheill ,v trat die eigentliche Tagesordnung ein. Es erhielt Herr Kollege Löweum Fulda das Wort zu seinem Vortrage: „Wie kann die Kenntnis, jüdischen Geschichte unter der heranwach senden israelitiö Jugend mehr als bisher verbreitet werden?" Der mit uieit Verständniß ausgearbeitete Vortrag fesselte die Versammlung bis zum log Satze. Nach kurzer Pause folgte die Berathung der eingegangenen Amni, Der erste derselben, dahin gehend, die Borsteherämter zu ersuchen, daß bei ei tretenden Vakanzen israelit. Schulstellen der Religionsunterricht keine länne Unterbrechung erleide, fand seine Erledigung durch entgegenkomimn Erklärungen der Vertreter der Vorsteherämter. Ein weiterer Anir fordert für die Versetzung des Vorsängerdienstes eine besondere Pension fähige Vergütung. Der Antrag, der durch die Versammlung Anna!, fand, wird nun den Vorsteherämteru vorgelegt werden. Ferner mm beschlossen, die Vorsteherämter zu ersuchen, bei Streitigkeiten zwi Gemeindeältesten und Lehrern letztere mehr in Schutz zu nehmen als dich Lehrer Oppenheim verlas sodann das Verzeichniß der Lehrerstelleu welchen infolge des Schulentlastunggesetzes das Diensteinkommen tun Kompetenzerhöhung oder durch persönliche Zulagen erhöht worden Das Verzeichniß zählt 33 solcher Stellen auf. Danach theilte Hem 3 Stein mit, daß die nächstjährige Versammlung in Cassel abgeball werden wird und als die fünfundzwanzigste einen feierlichen Charakter halten solle. Als Referat für dieselbe wurde das Thema gewählt: „Wan, soll die israelitische Elementarschule in Hessen erhalten werdend" Herren Oppenheim-Barchfeld und Weingarten-Bebra übernahmen Referat, resp. das Korreferat. Beider hierauf vorgenommenenAusscbii wähl wurde der seitherige Ausschuß durch Zuruf wiedergewählt. M. Aus Bayern, 8. August. Als vor einigen Jahren protestantischen Pfarrer auf Grund ihrer Bittgesuche eine GehaU erhöhung erhielten, wurden auch die Rabbiner, ohne daß sie Petition, hatten, in gleicher Weise bedacht. Ebenso hat auch jetzt das Kullu Ministerium Erhebungen über die Bezüge der Rabbiner anstellen Uni' woraus hervorgeht, daß auch sie bei der demnächst zu erhoffenden Haltserhöhung der Geistlichen in gleicher Weise berücksichtigt wer,) dürften. Unter den Rabbinern Bayerns findet eben eine lebhafte Beweaui statt behufs Gründung eines bayerischen Rabbiner-Verbandes, l mancherlei Ziele würden von einem solchen in segenbringender Weise fördert werden können. Die Gehaltsfrage der Rabbiner, wie überhau! ihre Stellung bedürfen noch nach mancher Seite hin einer Klärung Besserung, bessere Ordnung des Religionsunterrichts an Mittel- Volksschulen, Schaffung irgend einer Art von Vertretung für Rabbinerstand gegenüber der Regierung zum Ersatz für eine Eenlru 4?, So: en Reli thig es nretung „dsten nmniß lsschub Rüstti nntniß ü'biner zulässig ibbiner vth am statthaft horo ldbiner ieu Ob, cid ung ütziner M. $ re g r etliche, Protej andere jübifd r irgen, vorzugi l'tor dü U'CV, w l) unter nwtamt nw an Prüf 'ihbinal not: . 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