Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 33 (12.8.1892)
- Date
- 1892-08-12
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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scheu Diel! K. E. Frauzo tarchisten, de werden, roa Jahrgang. «r. 33. GkMelNdkltUlk. WeiLcrge Zur „Allgemeinen Zeitung des IuöenLhums". het des Gmu x „Dritte t ire. Franko mein eigene reinem Beiiei fleich an iabbiner uuti ft 01 ui Paradie [ die Kunst De erstellte, .^iti tde selten udc cht wird. 3 m, in Jta!k d und Chan r ihrem Gmu ichen. In d s oder Apä n wissen, D er Apfelbäiui nuten, ist gewöhnliche rankreichs, d 'rtkommt, und must lgs wahr. Da )ie Hand gal? kostbar keine besonD rer zu den cDle die Feige oD mßerordeiMcc t Engeln au scheu Arm e 77 Leon, : In den höhere mmandanl uo ren. Noch vi c viel gröijei;e seit filmet wisionsgenciä uttb Abrab In der Sc! mge. rg schreibt nta sten Bismarc te Graf Ai ix Bekämpsurl a, Diest-Dade als Kronpri erbliche Gesa rger Zeitung die starke Sei smarck-Anbele it!" Wir ab, aisers Friedril nehmen, di st, welcher V war trotz Tre! ein Antise-m rt Berlin. It! Korrespondenzen und Nachrichten. Dentschlaud.!. Berlin, 7. August. Antisemitische Blätter reproduziren eine mheilung der „Preuß. Litt. Zeitung" von einer rein jüdischen olonie in der Nähe von Pillaken bei Lasdehnen, die wichtig nug erscheint, um auch in einem jüdischen Blatte notirt zu werden, e; der Ausloosung von Land hätten jüdische Familien jede 5 9lecker üanden, und es sei auf solche Weise eine jüdische Niederlassung geirrt worden, die in Preußen einzig dastehe. Die Niederlassung enthalte ' Häuser mit 50 bis 70 Familien. Weswegen aber die antifenntifd)e lasse die Meldung mit solcher Selbstbefriedigung abdruckt, da sich doch in Kapital für ihre Zwecke daraus schlagen läßt, ergiebt eine Zwischenmerkung, die, von solcher Seite hergenommen, noch nicht als so sicher Iien darf. Es heißt nämlich in der Korrespondenz, daß die Insassen iur Ansiedelung sich eigentlich mit Landarbeit am wenigstell beschäftigen, cse vielmehr gednllgenen Tagelöhnern überlassen, während sie selbst an Handel während der Woche sich über die Umgegend zerstreuen, um uh Sabbath pünktlich wieder in ihrem heimathlichen Dorfe einzutreffen, t: Mittheilung von einem speziell jüdischen Dorfe innerhalb des cusnschen Gebietes wird der Neuheit wegen eines gewissen Interesses i iu entbehren. Es ist einigermaßen verwunderlich, daß die Thalsache ' menig allgemein bekannt ist, wir sehen aber in derselben jene Behauptung du. der Unfähigkeit der Juden zum landwirthschaftlichen Betriebe abermals ierlegt. Daß die Leute durch irgend welchen Nebenerwerb ihr, wie dieser Mittheilung durchscheint, nicht gerade glänzendes Loos zu erichtern suchen, wird ihnen kein billig denkender Mensch verübeln, denn emt jene Blätter, das „Volk" u. s. w. schreiben, sie beschäftigen sich dem eigentlichen Ackerbau am wenigsten, so wird man das schon;t ein Zugeständniß von solcher Seite halten müssen. Es ist auch nicht ui denkbar, daß alle Erwachsenen des rein jüdischen Dorfes ihre Kinder, unser und Felder Miethlingen zurücklassen, um lediglich dem Handel mbzngehen. Mindestens während der ländlichen Arbeitszeit werden u doch nicht Alle gut von der Niederlassung entfernen können. Hilfstbeiter bei landwirthschaftlichen Zweigen hat aber selbst der ärmste inner, besonders während der Ernte, daraus kann man also auch den Owen keinen Vorwurf machen. Diese Mittheilung hat auch wenigstens - jene Provinz ein praktisches Interesse. Jir Preußen sind in den 'sten Jahrzehnten überall Vereine und Gesellschaften entstanden, um andwerk und Ackerbau in unsere Reihen zu verpflanzen, und wenn -in jetzt die Resultate dieser Bestrebungen überblickt, so muß man uehen, daß die Erfolge die Erwartungen, was das Handwerk betrifft, inoestens eingeholt haben. Es giebt kaum ein Handwerk, in dem noen nicht in ziemlicher Zahl thätig sind. Im Feldbau dagegen sind, nll die Verhältnisse da viel schwieriger liegen, nur geringe Fortschritte ' verzeichnen. Die Juden besitzen eben zu selten Land, um dem Ackerm eine größere Ausdehnung unter uns zu geben; die Vereine können aiürlich nur für Lehrmittel, nicht aber für Bodenanschaffung sorgen; im Landbau bedarf es eines Grundkapitals, während beim Handwerk der um und die Intelligenz das Kapital darstellen, weshalb beim letzteren >e Erfolge ganz andere sind. Auch die rituelle Beköstigung mag die 'ebre des Ackerbaues beeinträchtigen, darum scheint es von besonderer Dichtigkeit zu sein, Juden für den Fall, daß sie ihre Söhne einem solchen uiufe zuführen wollen, auf die Existenz eines jüdischen Bauerndorfes "ttuweisen. % Berlin, 10. August. Ein Hörer der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums, Herr carid. pliil. Wilhelm Neumann 'ms Trachenberg in Schlesien, hat bei der diesjährigen Bewerbung um eu königlichen Preis der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität nit einer Abhandlung über das Thema: „Die Bedeutung Home's für ie Aesthetik und sein Einfluß auf die deutschen Aesthetiker" den Preis gewonnen. ££•> Berlin, 9. August. Wie man uns mittheilt, wird auf allgemeinen Wunsch das Lesezimmer des „Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur" auch am Sonntag von 10—1 Uhr geöffnet sein, eine sehr dankenswerthe Neuerung, die die Benutzung des Lesezimmers wesentlich erleichtern wird. Bis jetzt sind im Ganzen 239 Karten für Besucher ausgegeben worden. Berlin, 8. August. Dieser Tage langte ein jüdisches Bürschchen im Alter von 12 Jahren hier an, das den weiten Weg von Wloclawek in Russisch-Polen nach Berlin zu Fuß zurückgelegt hat. Die Luftlinie beträgt, nebenbei gesagt, etwa 60 deutsche Meilen, mit den Kreuz- und Querzügen, die der kleine Wanderer gemacht, ist die Strecke über 100 Meilen lang, gewiß eine Leistung, bereit sich auch ein erwachsener Tourist nicht zu schämen braucht. Der arine Knabe, der keinen Vater mehr hat, wollte zu seiner nt London lebenden Mutter, die ihm eine Schiffstarte nach Hamburg zu schicken versprach. Ter Knabe schien an den bisher durchgemachten Strapazert und Abenteuern genug zu haben, denn er sehnte sich danach, Hamburg auf einein bequemeren Verkehrsmittel als auf seinen stark zerschlagenen Gehwerkzeugen zu erreichen. Aermere landsmännische Glaubensgenossen nahmett sich des kleinen Touristen an und halfen ihm, nach Hamburg, seinem nächsten Ziel, mit der Eisenbahn zu gelangen. Hoffentlich kommt der Junge nach so langen, zum Theil sehr gefahrvollen Irrfahrten glücklich nach der britischen Hauptstadt, der er zustrebt. (;) Berlin, 8. August. Der Vorsitzende des .Komitees für die Sammlung zu Gunsten der Familie Buschhoff, Stadtverordneten Vorsteher Dr. Stryck, hat auf den 15. d. M. eine Versammlung dieses Komitees einberufen, behufs Beschlußfassung über die Verwendung der eingegangetten Beiträge. Bis jetzt sind etwas über 30,000 M. gesammelt. * Königsberg, 9. August. Die in Eydtkuhnen, Memel, Tilsit, Insterburg, Prostken und Königsberg bestehenden Komitees für die ausgewiesenen russischen Juden haben wegen der Choleragefahr, vorläufig ihre Thätigkeit eingestellt. Seit Juni 1891 sind über 100,000 Personen mit Hilfe der deutschen Komitees nach überseeischen Ländertt befördert worden. Sv berichtet das D. B. H. Ob die Nachricht wahr ist, können wir bei der Kürze der Zeit nicht eruiren. W Eolberg, 4. August. Wie alljährlich, so wurde auch in diesem Jahre das übliche Stiftungsfest des jüdischen Kurhospitals am 24. Juli feierlich begangen. Mit innerer Genugthuung darf die Verwaltung des Kurhospitals und vor Allem Herr Rabbiner Dr. Goldschmidt welcher der treue Vater desselben genannt werden kann, auf das vergangene Jahr zurückblicken. Trotz der schweren wirthschaftlichen Verhältnisse unseres Vaterlandes, unter denen naturgemäß auchunsere Glaubensgenossen zu leiden hatten, trotz des großen russischen Hilfswerkes, durch welches die Wohlthätigkeit unserer Brüder in Anspruch genommen war, ist es durch guten Willen und opferfreudige Thatkraft doch möglich geworden. auch unter diesen mißlichen Verhältnissen die herrliche Anstalt auf ihrer gewohnten Höhe zu erhalten, lieber 130 Kranke finden im laufenden Verwaltungsjahre unentgeltliche Aufnahme; mit treuester Sorgfalt werden sie gepflegt und gehütet; viele verlassen geheilt, dankerfüllt gegen die Vorsehung und die guten Menschen, diese Stätte, die das jüdische Herz geschaffen hat. — Das Stiftungsfest legte Zeugniß ab von der Anerkennung, deren sich das Kurhospital in allen Kreisen Colbergs erfreut. Die Synagoge desselben war bis auf den letzten Platz gefüllt; der Bürgermeister, andere hohe Beamte, Gemeindemitglieder und eine große Anzahl von angesehenen Badegästen wohnten der religiösen Feier bei. Nach einem einleitenden Psalmgesang bestieg Herr Rabbiner Dr. Goldschmidt die Kanzel, und anknüpfend an III. Mos. Kap. 19, Vers 18 sprach er über die Bedeutung der Nächstenliebe im Lichte des Judenthums. Mit gewohnter Meisterschaft zeigte er, wie Judenthum und Menschenliebe mit einander eng verknüpft sind, und mit begeistertett Worten führte er aus, wie die Anstalt eine Frucht am Baume der jüdischen Lehre ist. Die Zuhörer waren umsomehr ergriffen von den herrlichen Festesworten, als sie wußten, da