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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-08-12 · Heft 33 (12.8.1892) · p. Seite 393

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 33 (12.8.1892)
Date
1892-08-12
Page
Seite 393 (sequence 9)
Language
German
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393 der Epik, . Währe»! i sich etnigi och die Set ,gegen spr» teüe, wo e, erschworeue, och heute :n gewütliel die Jude» ihn gab n. Mit -ci f spanische» Königspu.» lhambra ei, ier Monate, m Portng» erkwürdig r die Sum»» ,en Vortrae ,sche geneizi Kruzifix mi Christus Dufnten »er ') Es uer . , und jtunt unmelschlkl i den 91 »* in, und um führten |i lcken triiflci, tgenomme» luswandere: »lgten ihuei vandten nä! , gegen knie Diejenige» gemacht und enen Insel, Ke den Ae en. var de» ',> der Tochter Versprecke» Jahr 149, ,1 von 14'9‘u rhmen, lief: erstrebende» r wiederum sie als sei» robe seine wieder ciue gewünschl a in einem Den Unglücklichen eröffneten in erster Reihe die Türkei und olland eine Heimath; beide Länder waren bemüht, im Namen der ischlichkeit das zu sühnen, was Menschenkinder in ihrem Wahn!u> Fanatismus verbrochen. Aber auch das von den Juden verene Land kam nur zu bald zu der Erkenntniß. daß cs sich selber r nützlichsten Bürger beraubt habe. Die Vertriebenen ließen zwar oße Schätze zurück, aber sie nahmen mit sich die Intelligenz, das »,musische Talent und die Emsigkeit.') * FEUILLETON Surohmche Nachtigall. Eine Erzählung von M. A Goldsehmid t. (Fortsetzung.) „Ausgefallene Schtrof'!-) Ich muß mich schon im Mntterleibe ruindigt haben, daß ich nicht blos meschugge, sondern meschugge!»toerf») werden mußte. So etwas unter all' den Menschen hinausschreien! Wo war mein Seichet-')? Habe ich jemals welchen geil'!? Bin ich blind und taub und verrückt geboren? Schema vioel! Das ist mein Tod! Wie kann man leben, wenn man ein so '.»varzier Narr gewesen ist? Wie kann man das? Oi, oi, oi! ie haben es Alle gehört und sie haben noch mehr gehört! Morgen ißt es sogar in der Stadt, daß ich Kinder habe! Und wie soll , es beweisen, daß es Lüge und Schkoriin«) ist, daß ich mich st belog? Und selbst wenn man das Mädchen befragte, würde die Worte noch einmal wiederholen. So mechulle und so me- »!le»)! Nein, diese eine Mechulle ist noch ärger als das die ent!-Wenn sie nur gewollt hätte! Aber ich wollte, ich lumor7), ich Posche Israel! Und das soll ich erklären? Das rnt ich nicht! — Avrohmche, Avrohmche, Du bist in einer einzigen auute ein unglücklicher Mensch geworden! Weh, weh, weh!" Da traf bei dieser Gelegenheit etwas Besonderes ein; er konnte Unglück fühlen, vermochte es aber nicht völlig zu begreifen; > as in seinem Kopf war nahe daran zu zerspringen, jedesmal ' ,m er darnach strebte, die Doppelheit seines Schicksals zu ergründen, »: er sich vor dem Publikum und der Gemeinde eines Glückes egen kompromittirt hatte und daß das Glück sich zum Unglück und - Deinüthigung verwandelt hatte, während der Skandal nach wie » nicht nur blieb, sondern sich obendrein noch vergrößerte. Seine Sektion über die Doppelheit seines Geschicks suchte in lauten ernten einen Ausdruck. Durch die dünne Wand seiner Stube ver-!) „Depois das leis de 1496 e da horrorosa niatam-a de 19. d’abril 1606, os acontecimientos precipitandose destruiram ein pouco esta portante parte da sociedade, obrigando o niaior numero a emigrar ■a a Inglaterra, Hollanda e Allemanha, deixaudo entre ubs gründe uide suas riquezas, rnas levando inteiras o espiritu de negocio aidustria, o seu genio economico e a sua perseveranea no trabalho que muito contribuiu paro o deslocarnento, pars nös fatal, dos idros commerciaes.“ (Gabriel Pereira im 0 Manuelinho d'Evora r- 44 vom Jahre 1881.) 2) Ausgefallene Strafe, eine Strafe oder Unglück, welche vom Hiimnel »en, so plötzlich wie der Blitz an einem klaren Tage. 3> Verrückt, vollständig verrückt. Vernunft.-. l) Unwahrheit. e) Auf die eine oder die andere Weise ruinirt. ') Esel. mochte der Tischlergeselle zu hören, wie er im Zimmer auf und ab rannte, laut mit sich sprach, stöhnte und jammerte, und da er bereits auf der Treppe Nachtigalls leidendes Aussehen bemerkt hatte, trat er bei ihm ein. „Fehlt Ihnen etwas, Herr Pollack?" fragte er, indem er den Kopf durch die Thür steckte. Avrohmche faßte nach seinem Kopf und antwortete: „Zahnschmerzen, ja Zahnschmerzen! Schrecklich!" „Ist es ein Backenzahn?" fragte der Geselle, indem er näher trat. „Ein Backenzahn? Es ist schlimmer als ein Backenzahn! Es ist eine Schickse," antwortete Avrohmche gleichsam erleichtert dadurch, daß er sich zu einein andern Menschen aussprechen konnte, ohne sich zu verrathen. „So ist es lvohl ein Hunde- oder Eckzahn?" „Na, das will ich nicht gerade sagen, aber ich selbst bin wie ein Hund, der wie ein Hund gepeinigt wird. Oh, oh!" „Aber wo thut es denn weh?" fragte der Geselle weiter, indem er die Laterne gegen Avrohmches Gesicht emporhob. „Es ist Gicht. Man wird alt. Ich bin ein altes Pferd, ein großes Pferd, und ich müßte wie die anderen alten Pferde auf die Weide gebracht werden, und sie werden mich hinausziehen — das werden Sie sehen! „Na ja, Sie müssen ihn wohl ansziehen lassen, aber das können Sie vor morgen nicht thuu." „Morgen! Gott gebe, daß es niemals morgen werde!" antwortete Avrohmche mit Schaudern. „Nana, Herr Potlak! — Wollen Sie nicht etwas brauchen?" „Etwas brauchen? Ist dagegen etwas zu brauchen? Was verstehen Sie denn davon? Ein junger Mann und ein hübscher Mann wie Sie ist glücklich daran — ich meine," fügte er hinzu, indem er sich einigermaßen faßte, „ein junger Mann mit so gute», schönen Zähnen." „Da habe ich es doch auch schon probirt." „Haben Sie das? Was thaten Sie denn? Ich sage Ihnen, Sie haben es nicht probirt!" „Ja, ich habe Branntwein an den Zahn gehalten." „Branntwein an den Zahn?" sagte Avrohinche langsam. Erfühlte instinktmäßig ein Bedürfniß nach Wärme und Belebung, und der Rath schien ihm gut zu sein. „Wo kann man denn etwas Branntwein herbekommen? Haben Sie ein wenig?" Mit der stillen Befriedigung, welche Laien fühlen, wenn sie in Krankheitsfällen guten Rath ertheilen und denselben angenommen finden, ging der Geselle in seine Kammer und holte eine sogenannte blaue Lerche und ein dickes Schnapsglas herbei. Avrohmche wollte, indem er das Glas nahm, ein Gebet verrichten, aber es überkam ihn ein schreckenvolles Gefühl, daß eres nicht dürfe, da er in Gedanken und Willen seinen Gott und ein Volk verleugnet hatte, und verzweifelt leerte er das Glas ohne Einleitung. Als er sich von der ersten Wirkung des ungewohnten Getränkes erholt hatte und Wärme in allen Adern fühlte, sagte er: „Das thut doch wohl." „Es ist nicht viel an den Zahn gekommen," sagte der Geselle. Avrohmche antwortete mit seltsamem Lächeln: „Es ist nicht an den Zahn gekommen und doch an den Zahn!" „Ja, gut thut es jedenfalls," antwortete der Geselle, indem er sich selbst ein Glas einschänkte und leerte. „Wie sollte es an den richtigen Zahn kommen?" fuhr Avrohmche fort. „Wenn es an den richtigen Zahn kommen könnte, dann wäre ich nicht hier und Sie auch nicht, und dann bedürfte es nicht des Branntweins."

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