Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 33 (12.8.1892)
- Date
- 1892-08-12
- Page
- Seite 391 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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391 klären, «um anse rechnen )ie Zahl vo» llbgeordnetc,, en an Qua»: cen Männer litische Schi» , einnahmeu,!r. Serjea»! rdneten sei» mossen oiits in die Hand wissen, die er Gladstonc Position nüf daß er eine» lehren könm! ixtw. , 9. Augnii, Telegramm i 180 jüdisä» tmftcloinmi» dert ttmo'ii.“ große •t'ir! wendig, den ncht über die her zur %vm die Versreilich dien! cke jener Beten russischen früh, 1 örtliche 6iit=l iß der Thn-I rde, wahb 'nl lg in Argen-! je Ackerbnuerl >öhnt, und I n, das B>r-I e ohne erinici , welches der! i, milde nilien, haben! sen. Letzte e<! n mehr oderl hren. Denn! t Elementenl gelebt haben! gesetzt, daß! idenfalls eine! Vohlthat der! msgeschobe»^ eielche, der Unterstützung „Association" würdig, mit Ungeduld der Z.frciungsstnnde harren; diese kann erst einetreten, nachdem alle ieherigen Anfänge gründlich geordnet sein werden. Die russische Regierung hat mittelst kaiserlichen Erlasses das irekte Wirken der „Association" in Rußland autorisirt. Seither belästigt sie sich mit eingehenden Studien über die zur Kolonisation ttignetsteii Elemente; sie braucht nun nicht mehr an den Grenzen k ersten Besten, auf bloßen Zufall hiir oder auf guten Glauben hin »nehmen; sie sucht die Kolonisten in deren Heimstätten auf, im inern Rußlands selbst, wo man ihre Vergangenheit kennt. Verrauenswürdige, durch die Lokalkomitees zur Vornahme dieses Studiums »zeichnete Vertreter theilen der „Association" dorther mit, ob jene!c;tte geeignet sind. Eine bedeutende Anzahl von Familien wirklicher Ackerbauer sind »v Abreise bereit, und mehrere dieser Familien verfügen über einen [heil der erforderlichen Mittel zur ersten Einrichtung in Argentinien, liefe werden hoffentlich noch einige Zeit die Pioniere bilden beim;!erfe der Ackerbau-Kolonien. Unter den Fehlern, die in Buenos-Aires zuerst leider gemacht verben, war der schlimmste, daß man eine sehr kostspielige und verhielte Verwaltung einrichtete, ferner, daß man die Kolonisten länger il ein Jahr in vollständiger Unthätigkcit ließ Um diesem Zustande der Dinge ein Ende zu machen, wird die .Association" vielleicht binnen einer gewissen Zeit eine größere Anzahl >i» Kolonisten zurücksenden müssen. Den Neubau wird Herr Baron von Hirsch in der Weise einid lett, daß je eine Gruppe von 50 Familien durch ihren Vertreter h ü der „Association" Land erhalten und unter sich vertheilen soll. Sie ml!! das Land selbst bestellen. Verpachtung oder Handel ist ver- K teti. Den Preis zahlt sie in 13 Jahresraten ab. Sie erhält einen in! fünf Prozent jährlich verzinslichen Vorschuß zur Beschaffung des Inventars und zur Einrichtung. Sie haftet solidarisch für beides.?inc bis zur Abzahlung bleibt die „Association" Grundeigenthümerin; s! die Abzahlung erfolgt, so wird das Land auf die Familienhäupter u freiem Eigen übertragen, darf aber dreißig Jahre lang nicht vertust, Verpachtet oder verpfändet werden. Hoffentlich wird unter diesen Voraussetzungen das große Werk i» gedeihlicher Entwickelung gelangen. U Wanderung durch Werren. Von Dr. M. Levin. III. Die eigentliche Schreckenszeit begann 1391, ein Jahrhundert vor r allgemeinen Landesverweisung. Das furchtbare Wort des ropheten: „Deine Zerstörer und Verwüster werden aus deiner eigenen glitte hervorgehen," sollte sich wieder einmal erfüllen. Wie der Bruder- »ist im hasmonäischen Königshause zur Einmischung der Römer lhrte und damit zum Untergange des jüdischen Reiches, so bot ein uerer Zwist die willkomniene Gelegenheit zu einer allgemeinen Judenrfolgung. Der jüdische Hofmann Joseph Picho wurde von seinen jüdischen malen des Unterschleifs angeklagt, deffen er sich bei der Steuerhebung sollte schuldig gemacht haben. Darauf richtete Picho gegen me Neider die schwersten Anklagen. Vom jüdischen Gerichtshöfe ieserhalb zum Tode verurtheilt, erlangte man vom König Juan I. »e Bestätigung des Urtheils, ohne ihm den Namen des Verurtheilten mtgetheilt zu haben. Als nun der König erfuhr, daß es Picho war, welcher der Anklage zum Opfer fiel, ließ er einen der Richter enthaupten und dem Polizeiobersten eine Hand abhauen, die Gemeinden aber stellte er unter Ausnahmegesetze. Es war dies nur ein Vorspiel. Nach deni Tode Juans erhob sich in Sevilla, dem Wohnorte Pichos, das durch die Geistlichkeit aufgeregte Volk. Das furchtbare Blutbad, das dieses anrichtete — es fielen an einem Tage an 4000 — trieb die Juden der Kirche zu, an 30,000 nahmen die Taufe. Selbst diesen Täuflingen heftete man noch eine Schmach an, man nannte sie Marranen, d. h. Verfluchte. Das Gemetzel von Sevilla wiederholte sich bald an anderen Orten, und in mehr als 70 Städten traten die Juden zum Christenthunr über. Hatten die fanatischen Wauderpredigcr bei den Massen den gewünschten Erfolg — wir erwähnen Fernando Martinez, Vicente Ferrer, Johannes de Capistrano, Alfonso de Spina — so mußten die Streitschriften mehr die Gebildeten aufreizen. Und da waren es insbesondere die Schriften eines Apostaten, der sich mit Gift und Galle gegen seine früheren Glaubensgenossen wandte. In Burgos treffen wir in der Kathedrale eine Kapelle, in welcher Paulus de Santa Maria und neben ihm sein Sohn Alonso ruht. Früher Rabbiner von Burgos, als welcher er Salomon Levi hieß, wandte er sich plötzlich dem Christenthume zu. Seinem Beispiele folgten alle seine Angehörigen mit Ausnahme seiner Gattin Johanna. Paulus, wie später sein Sohn, stiegen immer höher bis zu der Würde des Erzbischofs. In kaum zu übertreffender Bosheit griff Paulus seine früheren Glaubensgenoffen an, in der Absicht, sie dem Christenthum zuzuführen. Wie unschuldig nimmt sich gegen Paulus das Verfahren des spanischen Nationalhelden Cid Campeador aus, an den uns in der sala capitulav ein Kasten erinnert. Um von den Juden eine größere Summe zu erlangen, hatte Cid diesen Kasten mit Eisen und Sand gefüllt und dann den Juden verpfändet, unter der Vorspiegelung, es befinde sich darin sein ganzes silbernes Tafelgeschirr. Weniger als die Hetzpredigten wirkten die Streitschriften, aber einen noch geringeren Erfolg als diese hatten die leidigen, meist mit Täuflingen geführten Disputationen, zu denen man die jüdischen Gelehrten zwang. Die bemerkenswertheste ist die Disputation von Tortosa, die 1413—1414 in 68 Sitzungen abgehalten wurde, und zwar in Gegenwart des Papstes, der oberen Geistlichkeit und Vertreter der höheren Stände; auf der einen Seite stand der Täufling Josua Lorqui, auf der anderen die angesehensten jüdischen MännerAragoniens, wie Benvenisti und Joseph Albo. Ich begab mich auf die Bibliothek die ein merkwürdiges Archiv besitzt, und bat dort den Bibliothekar, einen Geistlichen seiner Tracht nach, mir den Saal zu zeigen, wo die Verhandlungen sollten stattgefunden haben. Er kam nur freundlich entgegen; ehe er mir jedoch weiter zu Diensten stand, holte er aus einem Reliquienschrein einen Stab, den er mir zum Kusse darreichte. Auf meine Frage, was es mit diesem Stabe für eine Bewandtniß habe, erzählte er mit feierlichem Tone, daß diesen Stab Vicente Ferrer auf seinen Missionsreisen getragen habe. Nun, dann ist es kein Mosesstab, erwiederte ich, der zum Allvater emporwies, oder auf den Felsen wies, aus dem das Volk den Durst löschen sollte, es ist ein Kainsstab, der sich zum Brudermord erhob. Von einer weiteren Begleitung des Herrn mußte ich natürlich jetzt absehen, ich wagte nur noch, ihm den Propheten Jona in Erinnerung zu bringen, der sich der Legende gemäß nach Spanien') geflüchtet hatte, um selbst Sündern ') Die Bibel nennt Tarsis. Ob dieses das heutige Tortosa, bleibe dahingestellt. Der 9tame Tharsis wurde später auf ganz Spanien ausgedehnt; das Tbarsis, von dem der Prophet Ezechiel spricht, liegt im südwestlichen Theile Spaniens. „Mit dir, o Tyrus, die du wohnest an den Zugängen des Meeres, mit dir steht Tharsis in Verbindung; Silber, Eisen, Zinn und Blei bringt es auf deine Märkte." Römer-