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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-07-15 · Heft 29 (15.7.1892) · p. Seite 346

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 29 (15.7.1892)
Date
1892-07-15
Page
Seite 346 (sequence 10)
Language
German
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346 »icht, aber man faßt nur so — er sagte: „Ich höre ihre Bitten und ihr Ansinnen jeden Tag, aber besonders des Abends." „Sind sie vernünftig?" fragte Elias. Der liebe Gott antwortete — Sie verstehen mich: „Wenn sie sie aus einem Buche herauslesen, dann sind sie vernünftig, aber viel zu lang." „Sind sie sonst nicht vernünftig?" fragte Elias. „Selten," cntgegnete der liebe Gott. „Wenn Deine Majestät mir gestatten würde, wischegierig zu sei»," jagte Elias, „dann möchte ich frage», ob Du cs nicht versucht hast, die Bitte eines Menschen zu erfüllen, wenn er recht inständig um etwas bittet, was nicht in einem Buche stand?" Ter liebe Gott antwortete: „Ja." „Und dann?" fuhr Elias fort, „wird Deine Majestät nur zu fragen gestatten, ob das dann gut abgclanfen ist?" „Niemals," antwortete der liebe Gott, „außer einer Bedingung." Elias sagte: „Erlaube Deinem nnterthänige» Diener, noch einmal zu fragen: Welche Bedingung?" Der liebe Gott antwortete — aber ich sage noch einmal, das soll nicht in Verletzung der Ehrfurcht gegen den Herrn gesagt sein, wenn ich sage, das der liebe Gott antwortete: „Das; das Ziel des Menschen mit ihm selbst sich in Uebereinstiimmmg befindet. Bei der Erschaffung sind ihm die Mittel dazu verliehen worden. Airdere Mittel bringen nur Unübereinstimmung hervor." Elias fuhr eifrig fort: „Sollte denn in dieser Stadt nicht ein einziger Mensch sein, der etwas Verständiges erbitten könnte — nicht Reichthum, denn dieser führt zr> Uebermuth und Thorheit — nicht ein Weib, denn dieses vermag die Seele von Dir, Herr, abzulenken, und sie sott sterben — nicht ein langes Leben, denn davon wird man vereinsamt und freudelos -- aber etwas Besseres und Verständigeres, etwas, das mit ihm selbst übeceinstimmt?" Der Herr antwortete: „Es ist ein Mann hier in dieser Stadt, der nichts von altem dem wünschen dürfte." Da rief Elias: „Darf ich denn nicht den Versuch mit ihm machen?" Der liebe Gott erlaubte es und bczeichnete das Haus dieses Mannes. Es war eins der ansehnlichsten der Stadt, und indem man sich demselben näherte, war die Familie drinnen bis zu der Stelle in der Hagada gekommen, wo eine Pause eiutritt, während Einer sich erhebt und das Fenster öffnet »nd dann Elia Nabi ruft. In demselben Augenblick, wie inan ihn rief, stieg EliaS in all seinem Glanz und seiner Herrlichkeit durch das Fenster ein und sagte: „llimicni, Elia llnnabi!"!) Die ganze Familie erhob sich mit einem Aufschrei und stürzte, mit Ausnahme des Hausherrn, vor Schrecke» aus dem Zimmer hinaus. Dieser jedoch warf sich auf sein Angesicht und sagte: „Gesegnet sei der, welcher im Namen des Herrn kommt! Jetzt sind die Tage der Heimathlosigkeit vorüber!" „Nein," sagte der Prophet, „ich komme nicht, um Israel heimzusühre», sondern, mit Erlaubnis; des Herrn, nur allein zu Dir. ES ist Dir eine Grinst zugestanden worden; ein Wunsch soll Dir erfüllt werden. Wähle nun mit Becstand." Rach langem Nachdenken sagte der Mann: „Dann bitte ich, daß ich Wohlgefallen bei Allen finde, die aus dem Brunnen der Stadt trinken." Elias sagte: „Das scheint mir verständig zu sein. Das muß mit Dir selbst in Uebereinstimmung sein, denn rnn Wohlwollen zu toünschen, muß man selbst Wohlwollen fühlen. Dein Wunsch sei erfüllt." Indessen verbreitete sich mit Blitzes Schnelle die Nachricht, daß Elio Novi gekommen sei, wodurch Alle in Bestürzung gesetzt wurden; denn man wußte ja nicht genau, ob die Wiederkehr des Propheten zri bedeuten habe, daß man aufbrechen und den langen Weg nach Canaan zurückwandere, oder ob man sogar mit den Borvätern im Himmel versammelt werden sollte. Sobald man aber merkte, daß nichts Ungewöhnliches auf der Straße stattfand, daß keine Engel die Posaunen bliesen, und daß es auch nichi donnerte, um der Erde zu verkünden, daß der Messias gekommen sei, beruhigte man sich, ja, man ivurde sogar betrübt darüber, daß da? Große nicht geschehen sei und daß man eigentlich getäuscht worden lvar. Aber dann glaubte man auch nicht, daß das, was die Leut: aus jenem Hause erzählt hatten, wahr sei und man begann zu spotten; allein das währte nur so lange, bis man aus dem Stadt brunnc» getrunken hatte. Wenn man auch »icht vollkommen davon überzeugt war, daß Elio Novi dort gewesen sei, so glaubte man doch Großes von dem Man», blickte zu ihm empor und liebte ihn. Der Mann konnte sich freilich selbst sagen, daß nicht ihm sondern dem Wasser des Brunnens das Verdienst zukam. Aber theils trank er selbst von dem Wasser, theils schien es ihm immer einleuchtender, daß, seit Elio Novi sich ihm offenbart und ihm eine:: Wunsch gestattet hatte, etwas Ungewöhnliches und Hervorragendean ihm sei. Er wurde daher außerordentlich stolz; doch das schadetihm nichts, weil er gleichzeitig wohlwollend war und weil ihm von allen Seiten Wohlwollen erzeugt wurde. Wo immer er unter seinen Mitbürgern erschien, strahlten aste Augen von Hingebung und Betvnuderung für ihn und infolge beffen strahlten auch sei»? Augen von Befriedigung und gutem Willen wieder. Er fühlt sich überzeugt, daß sein Heimathsort die beste Stadt der Welt sei ja, die ganze übrige Welt schien ihm in Nebel und Dunst eingehütu zu sein, und er sagte dies zu seinen Mitbürgern, was sie sehr erfreute und wenn möglich ihre Achtung vor ihm noch vermehrt!, so das; sie ihn als den ersten Mann der Welt betrachteten. Freund!, tvelche in die Stadt kamen, wunderten sich wohl darüber, wenn stden einen Mann so außerordentlich beivundern hörten; aber sobaw sic von dem Wasser des Brunnens getrunken hatten, wurden ihr Gefühle für ihn ganz dieselben wie die der Bewohner der Stadt Diejenigen jedoch, die sich nicht lange genug in der Stadt aufhielte» um aus dem Brunnen zu trinken, zogen heim und verbreiteten ihr Verwunderung und spotteten darüber; denn so ist die Welt n» einmal, leider! Sie ist zum Spott über das Gute geneigt, das st nicht begreift. Ebenso wenig konnten die Bürger der Stadt, at - sie in Erfahrung brachten, daß ein solcher Spott sich verbreitet!? begreifen, wie das möglich sei, und sie versammelten sich auf dem Markte und überlegten, was dagegen zu thuu sei. Ob man nick» eine Linie rund um die Stadt ziehen sollte, die kein Spötter über schreiten dürfte; allein da man es sehr schwierig fand, theils di? Linic zu bewache», theils so ohne weiteres die Spötter zu erkenne:? gab man diesen Gedanken auf und beschloß nur, selbst so wenig wie möglich die Stadt zu verlassen. Man hatte den allgemein geliebten Mann zu dieser Berathung nicht hinzngezogen, um il»: nicht durch die Mittheilung zu verletzen, das; Jemand es gewagi hatte, ohne Ehrfurcht von ihm zu sprechen; aber er erfuhr edennoch und sagte mit einem milden Lächeln: „Laßt die Leine nur hierher kommen und unsere Gäste sein rmd mit uns als Bruder essen und trinken." Auf diese Weise bestätigte er durch seine Weis heit den Beschluß, den seine Mitglieder gefaßt hatten, weil sie nicM anders konnten, und dies brachte die gegenseitige Liebe nur zu»! höheren Gedeihen. (Schluß folgt,) * T mir de Liedes aus d der Ki der R Ende. Geschä Arbeit drei e uns 5 Schabt vergess durch H als £ haben, liebe <s A konnte: der st die an trübsel I Heime Vögele Dchlaj E Lchrisi Vers > die es andere Rabbii seinem T Religii und se sei her Zenoh vebrü Mi »ha dem \ einer eifrige; wahr,;u sta; Gott mit d dem i Rädel treuen .gleich ob ih; -chille ') Siehe, ich bin es, der Prophet Elias!

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