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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-07-08 · Heft 28 (8.7.1892) · p. Seite 329

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 28 (8.7.1892)
Date
1892-07-08
Page
Seite 329 (sequence 5)
Language
German
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329 t jüdischer MPtrolü. idar Free ion ttilbcii d^mnächit bewohnen, s ist (lernt nden, Bis. w. sind hule für d, verlegt ädchen in eingeweih! ind künst llschaft für , hat auch -Anstalten asyl, dananstaltcn : prattischc >en. Da-- wllstündua Jahre», bildet den treffliche. Zöglingt : schlafen. tuißmäßi> Hause. un Nortb r an einer i Aussicht, ns mal in , Parade nrde boe vertreten. i>; voraus folgenden , General mng für arschiren. t Lehrern tsse. Sic -r 25,00" relitischen rtät zeigt Das Ge- Habt untre Kraul hi. Da-- r Mose-- ndlichkeil el. Darralt und - Frauen rächtigen hlen für die Rekonvaleszenten dienen dazu, den Kranken die Zeit schneller und angenehmer verstreichen zu lassen. Jedetn Patienren ist ein besonderes Zimmer angewiesen. In der schönen Synagoge wird der Gottesdienst von einem Rabbiner geleitet. Doch wer den Beistand eines protestantischen oder katholischen Geistlichen wünscht, darf einen solchen rufen lassen. Die Patienten erhalten sechsmal täglich Mahlzeiten. .Ji dem hydrotherapeutischen Zimmer haben die Schwitzbäder bei Schwindsüchtigen, an Rheumatismus oder an Herzübel Leidenden schon wahre Wunder gewirkt und Solchen, die für verloren galten, das Leben wiedergegeben. Aber nicht eher werden die Genesenden entlassen, als bis sie wieder vollkommen fähig sind, ihrem Gewerbe uachzugehen und sich ihren Unterhalt selbst zu verdienen. An Hospitälern, wie Mount Sinai und das „Neue jüdische .Krankenhaus" (ehemals Ursulinerinnenkloster), ist New-?)ork überaus reich. Es giebt auch zahlreiche Institute, in tvelchen die Unbemittelten ärztlichen Rath und Medizin umsonst erhalten. Etlva 80 Proz. der Mount Sinai-Patienten sind Juden, aber die Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften werden unbedenklich, ungefragt zugelasscn, darum hat denn auch eine Katholikin, Miß Sarah A. Burr, der Anstalt ein Legat von 60,000 Dollars vermacht. Zn dem Mount Sinai-Krankenhaus gehört auch die Fortbildungsschule für Pflegerinnen, von denen jährlich etwa 25 ihre Prüfung bestehen, darunter nur vier oder fünf Jüdinnen. Litteratur- und Acligionsunterricht halten hier gleichen Schritt mit dem Unterricht ui der Krankenpflege. Aber auch weltliche Vergnügungen sind nicht oerpönt, wenn sie im Dienste der Hunianität stehen. So brachte ein Kostümball im Febrtiar 1889 der Anstalt 15,158 Dollars ein. An großen geselligen jüdischen Vereinigungen existiren in Vew-?)ork die „Harmonie", „Metropolitan", „Freundschaft" rmd ..Progreß" (Fortschritt). Das Haus des letztgenannten Vereins ist ein prächtiges Bauwerk, innen aufs Kostbarste ausgestattet. Das Empfangszimmer der Damen ist geradezu bezaubernd. Das sogcnannte Damen-„Parlor" ist gaitz in Seide und mexikanischem Onyx gehalten und mit reizenden Rokokkomöbeln versehen. Die Wände uhmücken werthvolle Gemälde, und eine weiße Marmorstatuette „das erste Licbesgeflüster", gespeirdet von den Damen, weist auf die heiter weltlichen Gesinnungen des Vereins hin. Am Dienstag Abend empfangen die Damen hier ihre Freundinnen und unterhalten sich mit Kegeln und ähnlichen Vergnügungen. Schach und Billard bleibt den Herren; in die Rubrik „Schach" gehörcir aber zuweilen auch Kartenspiele, wie Bakkarat. Der Ballsaal soll der schönste rmd größte der ganzen Welt sein. Mythologische Bilder, auf Leinwand gemalt, ichmücken die Wände, während einhnndertundfünf elektrische Lampen, iibf auf dem Haupte einer Figur, den Raum wundersam beleuchten. Küchen, ein Speisesaal für sechshundert Personen und Säle für lleinere Gesellschaften, elektrische Ventilation uitb künstlerische Ausschmückung des ganzen Hauses machen es erklärlich, daß das Haus - i< h i,000 Dollars gekostet haben soll. Bewandert in der Kunst, auch in den materiellen Dingen den <üeist herauszufinden, welcher sie erhebt aber nicht berauscht, führen die Juden in New-Uork fast ausnahmslos ein zufriedenes, häusliches Leben, das sie sich mit harmlosen Freuden würzen. Verschiedene Vereinigungen veranstalten für ihre Mitglieder und deren Angehörige ilnterhaltungsabende, bei welchen sich überall das Bestreben kund ü>ebt, die Idee des Judenthrims zu fördern durch bildende Vorlesungen, Vorträge und Gesänge. Theater und Konzert werden von den Jtrden besonders bevorzugt. Das „Oriental-Theater" in der Bowery kündigt Stücke an, tvic „Der Wucherer", „Uriel Acosta", „Der einzige Sohn", im jüdischdeutschen Dialekt, Entree 15 Cents. Der Preis enspricht dem Programm sowohl hier als auch im National- oder Thalia-Theater, welche beide in der Bowery liegen. Das letztgenannte, auch unter dem Namen Runränisches Theater bekannt, ist Abend für Abend gefüllt von Männern in feinen Tnchkleidern, von Frauen, die in Sammet und Seide und Jriwelcn strahlen. Die Lcrite tragen ihren ganzen Reichthum in ihrer Kleidung, das nracht ihnen mehr Freude, als tvenn sie ihr Geld in irgend einem Bankhaus oder zuhause im Geldspind aufspeichern. Das Publikum schützt die Leistungen, die ihm hier geboten werden, anscheinend sehr hoch und ist überaus freudig gestimmt; der Beifall ist, wenn er sich auch nicht besonders stürmisch äußert, doch aufrichtig und unerniüdlich. Die Schauspieler, anscheinend alle Inden, spielen mit großem Eifer und sehr charakteristisch. Die detttsche uitb italienische Oper findet unter den reichen gebildeten Inden ei» großes Publikum. Auch in der Litteratur spielen die Juden in New-Aork eine keineswegs unbedeutende Rolle. Emma Lazarus war ein bedeutender Stern, dessen Glanz nur allzufrüh der Tod erlosch. Der Journalismus ist dem semitischen Temperament besonders verwandt. Die ..Jewisli FiizeUe“ uitb der „.Tewisli Harald" erscheinen in hebräischen Lettern; der „Jewish Messender“, „I lelnew Journal" und andere in englischer Sprache; ebenso die monatlich erscheinende Schrift ..Menoralr, herausgegeben von der Benai-Berith-Gemeinde. Daß das „Ceutury-Magazine“ die Zustände ohne alle Schönfärberei malt, und was dem Auge dessen, der auf den Höhen moderner Kultur steht, noch unvollkommen oder gar häßlich erscheint, auch als unvollkommen und häßlich schildert, erhöht den Werth des Wohlwollcns, in dem die ganze Studie gehalten, die bewundernde Anerkennung, von der sie erfüllt ist. U Ma;or Burg. Ein biographisches Lebensbild von Dr. M. Silberstein in Wiesbaden. (Schluß.! Wir stellen nun aber dieser bitteren Erfahrung auch eine, für Burg wvhlthuende zur Seite. Bald nach diesem unerquicklichen Vorgänge empfing Burg den Besuch eines Seeondelieutenants der achten Artilleriebrigade, der — er war Jude — ihm seinen Dank aussprach, weil er durch ihn den Offiziergrad erhalten habe. Als Burg diesen Dank entschieden zurückwies, weil er auch nicht das Geringste für seine Beförderung gethan, erwiedert ihm der junge Offizier, daß er von seiner Brigade aus nicht zum Offizier angegeben, sondern ohne weitere Motivirung übergangen worden fei. Infolge dessen habe Prinz August bei dem Brigade-Kommando nach dem Grunde der llebergehung sich erkundigt und die Auskunft erhalten, daß. wenn auch gegen den Portepee-Fähnrich nicht das Geringste einzuwendeu sei, das Kommando sich doch nicht für ermächtigt gehalten habe, ihn, als Juden, zur Beförderung vorznschlagen. Nun befahl der hochherzige, gerechte Prinz, daß, wenn gegen den Fähnrich sonst nichts vorliege, er sofort „eingegeben" werde. Denn es sei dessen Religion kein Hindernis; für dessen Beförderung, so wenig, wie solches beim Lieutenant Burg, der auch Jude sei, der Fall; es habe sich gerade dieser-Offizier so bewahrt, daß er keinem seiner christlichen Kameraden nach stehe. Am 10. Oktober 1823 wurde das neue Schulgebäude unter den Linden, das an der Stelle der alten Pontonhäuser anfgeführt worden, der Direktion der Artillerie- und Brigadeschule übergeben' und Burg zum zweiten Aufseher ernannt, ein Amt, dessen große Schwierigkeilen Burg keineswegs unterschützte. Lag doch dem Aufseher die Ileberi

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