Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-07-01 · Heft 27 (1.7.1892) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 27 (1.7.1892)
Date
1892-07-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3227931-3227959--48952-3269616
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

lzeit. Jehl t gefälliger cmnn sollte en Gottes dem Buche I rt handelu, I zogen üov'I ‘tbeii. Jcl gen würde: wenn \m\\ [iberbrüffia, rache ewi^ •,hot“ wea len Synooe \x Familien rer heiligen hum mein streben. Zemeiude. um nur Cigarren nicht mein 11, um s> lten Weril, solchen ani Exemplar >i lei uns Me | ch sie, oli ik der groß ii s uns ani der meisten er auch dus weise einer m uns, t, nad)bem | : Cigarren, lt? Mögen sein in der Hetzblättern stse aber weiter über | . indenr n uacht wird;ine wie die | Feueruva zrnnal tu - nner sie in | einen Ber tzt werden, als komm lbonnenlen i erreichen, I ndern au-.ii | ) Qacai' lin. Jahaanj. «r. 27. Gemelndebule. L-ru».r°u Weriage zur „Akkgsrneinen Zeitung des Zuöenthuws". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland.! Berlin, 28. Juni. In der am letzten Sonntag den 26. dss.! liattgehabten Sitzung der Repräsentantenversammlung wurde der i Rechnungsabschluß der Hauptkassen pro 1891 92 vorgelegt. Aus den j Darlegungen des Referenten, Herrn Landsberger, ergab sich, daß trotz; erhöhter Einnahmen das letzte Rechnungsjahr mit einer Kapitals- | Verminderung von 28,455 M. abschloß. Unter den Mehreinnahmen 'igurirt u. A. ein Plus von 16,000 M. an Beiträgen der Gemeinde-! Mitglieder, deren Zahl, um 650 angewachsen, nunmehr 13,501 beträgt, j Der Bau der Synagoge in der Lindenstraße, der nach dein jetzt endgiltig! i langten Ueberblick sich auf IV4 Millionen Mark stellt, sowie die Ein-! - iehtuug des Hauses Oranienburgerstraße Nr. 29 für Büreauzwecke haben j liefe Verminderung des Gemeindekapitals zur Folge gehabt. Es folgte! oas Referat des Herrn Sachs, Vorsitzenden der Ausstattungskommission j mr das Grundstück Nr. 29. Er beantragte die Bewilligung von i i 3,519 M. für die Möblirung und Beleuchtung der daselbst befindlichen i Derwaltungsräume. Es war dies die auf dem Wege der Submission! niedrigst erhaltene Summe und dieselbe wird demnach bewilligt. Bemerkt toi, daß es christliche Firmen sind, bei denen der Zuschlag erfolgen wird. Herr Maurermeister Frankel berichtet sodann über das "Angebot des Magistrats, vom Terrain des alten jüdischen Friedhofes 13 Qu.-Meter ur erwerben, deren er behufs Regulirung der Schönhauser-Allee bedarf. Die Versanunlung geht auf das Angebot ein, nachdem Referent versichert, naß man die Gräber nicht berühren, andererseits aber die Friedhofsmauer auf Kosten der Behörde versetzt bezw. neu aufgefnhrt wird. Ebenso erklärt sich die Versanunlung mit dem offerirten Preise von 150 M. für oeu Qu.-Meter einverstanden. Derselbe Herr Referent unterbreitet eine Forderung von 8000 M. zur Herstellung elektrischer Beleuchtung für das Mittelschiff der Neuen Synagoge. Dem Anträge, für den Herr Frankel vornehmlich im Hinblick auf die letzter! Erfahrungen mit dem Sounenbrenner eintritt, wird zugestiunnt mit der auch vom Referenten vorausgeschickten Bedingung, daß eine Kommission von Sachverständigen über das anzuwerrdende Systern ihre Entscheidung treffe. Nachdem noch laut Antrag der Religionsgesellschaft B'ne Brith 1500 Ai. als Jahresunterjtuhung bewilligt worden sind, ist die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung erschöpft und es schließt sich daran eine Geheimsitzung. -gjk- Berlin, 25. Juni. "2lm 18. d. M. feierte Zn Brüssel einer der deutschen Gelehrten, die wegen ihres Glaubens die Heimath verlassen mußten und im Auslände Stellung und Anerkennung suchten und fanden, leinen 80. Geburtstag. Es ist Gottlieb Gluge, geboren am 18. Juni l 812 zu Brakel in Westfalen. Er studirte im Wesentlichen in Berlin, uw ihn die Vorlesungen von Rudolfi, von Johannes Müller und von Ehrenberg besonders anregten. Charakteristisch für die damalige Zeit war, daß die Vorlesungen Ehrenbergs über Mikroskopie nur von Bischofs l gest. als Prof, der Anatomie in München), von Jakob Heule (damals noch Jude, gestorben vor wenigen Jahren als Prof, der Anatomie in Göttingen) und von Gottlieb Gluge besucht waren. 1835 promovirte Gluge mit seiner Dissertation über die Primitivgewebe bei der Entzündung. In dieser Arbeit finden sich schon die Andeutungen seiner später durchgesührten Entzündungslehre, die zum Theil seinen Ruhm mitbegründete. Schon im Jahre vorher hatte die Berliner Fakultät seiner Arbeit über die Influenza, die damals wie in den letzten Jahren das Publikum und nicht weniger die Aerzte auf das Höchste beschäftigte, einen Preis zuerkannt. Nach vollendetem Studium trieb er kurze Zeit allgemeine Praxis in Minden. Da ihn dieselbe nicht befriedigte und die damaligen Gesetze einem Juden nicht gestatteten, sich als Dozent zu habilitiren, beschloß er, wie manche Andere — wir erinnern an Valentin, der in Bern einen neuen Wirkungskreis fand — ins Ausland zu gehen. Marine Empfehlungen Alexander von Humboldts, dem er näher getreten war und der ihm, so lange er lebte, warme Freundschaft bewahrte, ebneten ihn: den Weg nach Paris, wo er namentlich die Institute und Kliniken von Magendie, Breschel und Cruveilhier besuchte. Schon 1838 erhielt er einen Ruf als außerordentlicher Professor der Physiologie und pathologischen Anatomie an die neugegründete Universität in Brüssel, dem bald darauf seine Ernennung zmn ordentlichen Professor folgte. Durch äußere Verhältnisse war er gezwungen, neben dem Unterricht und einer fruchtbaren litterarischen Thätigkeit in Brüssel allgemeine Praxis zu treiben, wie das im Auslande auch heute noch vielfach von den Inhabern theoretischer Lehrstühle geschieht. Im Jahre 1843 wählte ihn die königliche Akademie Belgiens zum korrespondirenden, 1849 zum ordentlichen Mitgliede, 1857 und 1873 war er „Birecteur de ln dasse de* Sciences". Seine litterarische Thätigkeit war eine sehr umfangreiche. Die meisten seiner Arbeiten sind in französischer Sprache in den Veröffentlichungen der belgischen "Akademie und in anderen Zeitschriften erschienen. "Am bekanntesten sind seine „Anatomisch-mikroskopischen Untersuchungen" (Minden 1859 und Jena 1842) geworden und sein „Atlas der pathologischen "Anatomie" 1843 bis 1850, welcher ins Französische und Englische übersetzt worden ist. Es ist das das erste derartige Werk in deutscher Sprache, ja, nach dem sehr umfangreichen und durch seinen hohen Preis fast unzugänglichen "Atlas von Cruveilhier das erste derartige Werk überhaupt. Die drei letzten Bücher dieses Werkes, die „Pathologische Histologie" zeichnete die Pariser "Akademie der Wissenschaften mit dem Montyonpreise des Jahres 1852 aus. Das öffentliche Interesse erregte in späteren Jahren besonders seine Arbeit „guelgues mots sur le cas de Louise Laieau, 1t stigmalisee de Bois-d'Haine" in den Bulletins de l’ucademie royale de medeeine 141. Ser. t. IX Nr. 5 1875. Obwohl er 1873 durch Gesundheitsverhältnisse gezwungen seine Entlassung nahm, hat er bis zu den letzten Jahren nicht nur die Fortschritte der Wissenschaft aufs Regste verfolgt, sondern auch häufig durch Publikationen, durch Mittheiluugen aus dem reichen Schatze seiner Erfahrungen eingegriffen. Seine letzte Arbeit „sur los microbes de la supjmration", welche er in der belgischen "Akademie der Wissenschaften verlas, trägt das Datum des September 1891. Möge es dem greisen Gelehrten noch lange vergönnt sein, zur Ehre der Wissenschaft zu leben und zu wirken! 0 Berlin, 26. Juni. Zur Belehrung für Biele, die in gleicher Lage sind, veröffentlichen wir ün Nachfolgenden ein Schreiben, welches ein Berliner jüdischer Lilterat von einem Freund aus einem sächsischen Städtchen empfangen hat, sowie seine beherzigenswerthe "Antwort: „3c., den 20. Juni 1892. Die "Agitation der "Antiselniten wird hier seit dem "Anftauchen der "Ahlwardt'schen Judenflinten-Broschnre und seit dem "Auftreten des Freiherrn v. Friesen in Meißen derart schwunghaft betrieben, daß darüber die sächsische Gemächlichkeit gänzlich geschwunden ist und die Dinge höchst unheimlich zu werden beginnen. Wir sind hier im Ganzen zehn bis zwölf jüdische Familien, die sich alle bisher anständig ernährten. Nunmehr aber sehen wir unsere Existenz bedroht. Vor etwa vierzehn Tagen hielt hier der berüchtigte "Agitator Zimmermann eine seiner Brandreden zum Zwecke der Gründung eines „Reform Vereins", welcher sich auch in der Thal am vorigen Sonnabend konstituirte. Das hier erscheinende "Amtsblatt, das früher den antisemitischen Blättern nur nachdrnckte, enthält jetzt eigene Leistungen auf diesem Gebiete. Es bringt seit einiger Zeit in diesem Sinne gehaltene "Artikel mit der Unterschrift G. K. Mau verluuthet darunter einen Dresdener oder Leipziger Massenfabrikauten; derselbe plaidirt n. A. für die Einschränkung des jüdischen Elements im Handel. Ein anderes Blättchen sucht schon seit Jahren mit dem von ihm betriebenen "Antisemitismus feine Existenzberechtigung zu erweisen. Ein wendisches Wochenblatt, das hier erscheint, macht die Mode nunmehr ebenfalls mit, und auch die famosen „Dresdener Nachrichten" thuu das Ihrige, die Gemächer zu verhetzen. Dazu kommen neuerdings jene elenden Flugblätter, um in der Verhetzung das Menschenmögliche zu leisten. Wir haben darüber nachgedacht, in welcher Weise sich dem Treiben eutgeugetreten ließe. Unlängst wurde in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.