Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 23 (3.6.1892)
- Date
- 1892-06-03
- Page
- Seite 266 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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266 Die allgemeine Gneyclopädie fürdieGeschichtenndMilsLnschaftdesIudenthums Das Unternehmen, von welchem wir bereits wiederholt Mittheilung gemacht, schreitet rüstig vorwärts. Soeben versendet Herr I. S i n g e r, der rührige Herausgeber, das folgende Programm des Werkes, das in 12—15 Bänden im Umfange und der Ausstattung der 14. Auflage des Broähans'schen Konversationslexikons in Leipzig, und zwar jährlich in 3—4 Bänden, erscheinen soll. I. Geschichte des Judenthums. 1. Zusammenfassende Darstellung der Schicksale der Juden in den einzelnen Ländern. 2. Geschichte der hervorragendsten Kultusgemeinden des gesanuuten Erdenrunds, in Vergangenheit und Gegenwart. Charakterisirung derjenigen Fürsten, Papste, Bischöfe und sonstiger hervorragender nicht-jüdischer Persönlichkeiten, welche auf die Geschichte der Juden mächtig eingewirkt haben- 4. Veröffentlichung der für die Geschichte des Judenthums ganz besonders wichtigen Urkunden, wie ka serlicher und fürstlicher Verordnungen, päpstlicher Butten und Konzilbeschlüsse, auf Juden bezüglicher Kundgebungen gesetzgebender Körperschaften re. 5. Geschichte des jüdischen Erziehungswesens im Lause der Jahrhunderte, sowie des häuslichen, religiösen und öffentlichen Lebens der Judeit überhaupt. 6. Schilderung der Antheilnahme der Juden an der allgemeinen Kulturentwicklung der Menschheit, und zwar vorzüglich durch Darstellung des Lebens unb Wirkens derjenigen Gelehrten, .Künstler, Schriftsteller, «Kanzelredner, Schulmänner, Aerzte, Politiker re. jüdischer "Abstammung, welche innerhalb oder außerhalb des Judeuthums sich eine hervorragende Stellung in der Gesellschaft zu erkätnpfen wußten. H Wissenschaft des Judenthums. 1. Geographie und Topographie Palästinas und der angrenzenden Gebiete. 2 Biblische Archäologie. Exegese des Alten Testaments und der "Apokriphen. 8. Hellenistische Litteratur, Targumim und sonstige Uebersetzungen der Bibel. 4. Mischna, Talmud und Midraschim. 5. Rabbinistische Litteratur und Litteratur der Karäer. 0. Neuhebräische Litteratur 7. Spnagogale Poesie, Liturgik und religiöse Musik. 8. Homiletik, polemische Litteratur und jüdische Publizistik, ll. Darstellung der wechselseitigen Beziehungen der unter 1-8 aufgesührten Zweige der jüdischen Litteratur und Weltlitteratur 10. Poetik, Grammatik und Lexikographie des gesummten hebräischen Sprachgebietes. 11. Hebräische Bibliographie, Paläographie, Epigrnphik Münzkunde, Ehronologie und Statistik. 12 Das Studium der jüdischen Litteratur bei Nichtjuden 1IL Das Lehrgebäude des Judenthums. 1. Die jüdische Dogmatik in ihrer geschichtlichen Entwicklung 2 Die jüdische Ethik in ihrer geschichtlichen Entwicklung 8. Religionsphilosophie und Kabbala. Kultusgemeinde, Wien Dr. Gustav Josephthal, Justizrath, Vorstand der Religionsgemeinde, Mitglied des C. C der Alliance Jsr. Univ. Nürn berg. Zadoc Kahn, Grand-Rabbin de France. Ehrenpräsident der Alliance Jsraelite Univ, Offizier der Ehrenlegion, Paris. Dr. Gust. Karpeles, Chefredakteur der ''Allgemeinen Zeitung des Judenthums, Berlin. I. Kauffmann, Buchhändler, Frankfurt a. M., Dr. Alex KohuL Rabbiner, New-Aork. Dr. Kopfstein, Rabbiner, Beuthen. Dr. Kroner, Seminardirektor, Hannover. Dr. M. Lazarus, Professor an der Uni versität, Berlin. Dr. Leimdörfer, Prediger, Hamburg. Israel Levtz Rabbin-adjoint «au Grand-Rabbin de Paris, S ekretär der 8ociete de> Etudes Juives, Paris. Dr. M. Levin, Prediger der jüdischen Reform gemeinde, Berlin. Dr. I. Loevy, Landesrabbiner des Fürstenthums Birkenfeld, Birkenfeld. Dr. Immanuel Löw, Oberrabbiner, Szegedin. Eugene Manuel, Generalunterrichtsinspektor für Mittelschulen, Mitglied des Consistoire Central des Israelites de Fiance und des C. C. der All. Jsr Univ, Paris. Dr. Georg Marcus, Landesgerichtsrath, Berlin. Dr S. Maybaum, Rabbiner, Professor an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums, Berlin. Dr. Georg Minden, Berlin. Marco Mortara, Rabbino maggiore, Mantua. Dr. Joel Müller, Pro fessor an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums, Berlin Jules Oppert, Mitglied des Institut de France, Professor am Colleg« de France, Mitglied des C E der All. Jsr Univ., Paris. Dr. M. Perles' Rabbiner, Mitglied des E. C der All. Jsr. Univ., München. Dr. N. Porges, Prediger, Leipzig. Leone Ravenna, Advokat, Mitglied des C.C. der Alliance Jsr. Univ., Ferrara. Albert Reville, Professor der protestantischer' Theologie und der vergleichenden Religionsgeschichte am College de France. Paris Theodor Neinach, Docteurses-lettres und es-clroit,2. Vizepräsident der Societe des Etudes Juives, Paris. Dr. E Schwarzfeld, Chefredakteur der rumänischen Zeitschrift Egalitäten, Paris. Dr. I. M. Seberinv, Militärsuperintendent, Professor der protestantischen Theologie an der Universität, Wien. Flaminio Servi, Rabbino maggiore, «Herausgeber des Vessillo Israelitico, Casale-Monferrata. Dr. M. Silberstein, Kreis rabbiner, Wiesbaden. Gustav Simon, Vicepräsident der Wiener Jsr. Kultusgemeinde, Mitglied des Wiener Gemeinderathes, Wien. D. Simonsen, Rabbiner, Koppenhagen. Dr. H. Steinthal,' Professor an der Universität, Berlin. Dr. Jos Stier, Rabbiner der Berliner Jsr. Kultus gemeinde, Berlin. Prof. Armin Vamberp, Budapest. Dr. «H Vogel stein, Rabbiner, Stettin. I. Weit, Oberrabiner, Straßburg. L Wogue, Grand-Rabbin, Chefredakteur des Univers Israelit,e, Paris. Jules Worms, Professor, Mitglied der A<ademie de medecine und des Centralkou sistoriums, Paris. Dr. B. Ziemlich, Rabbiner, Nürnberg. Wir empfehlen bei diesem Anlasse nochmals das ganze Unter nehmen dem Wohlwollen und der Theilnahme aller Derer, die für das Wohl und die Zukunft der jüdischen Wissenschaft ein wcirrms Herz bewahrt haben, auf das Wärmste! Mitglieder des Vereinigten Tirektions- und Propagandakomitees j sind die folgenden Herren: Tr. «Hermann Adler, Ghiet-Rubbi nt' tlie | Empire, London. Tr. A. Berliner, Professor am «Hildesheimer'schen Rabbinersemiuar, Berlin. Tr. R. Vierer, Sofia. A. Bloch, Grandi Rabbin de Belgique, Brüssel. Jakob Brandeis, Buchhändler und «Heraus-! geber der Israelitischen Gemeindezeitung, Prag. Dr. Ad. Brüll, «Heraus-! geber der Populär - Wissenschaftlichen Monatsblätter, Frankfurt a. M. Dr. Dav. Cassel, Professor an der Lehranstalt für die Wissenschast des Judeuthums, Berlin. Dr Cohn, Geheimer Medizinalrath, Berlin. Joseph Derenbourg, RUtglied des Institut de Fram-e, Vicepräsident der Alliance Israel. Univ., Paris. «Hartwig Derenbourg, Diredeur-adjoint der Ecole speciaie des langucs orientales. Mitglied des Centralkonntees der "Alliance Jsr. Univ., 1. Vicepräsident der Societe des Kindes juives, Paris. Tr M. Tessauer, Landesrabbiner, Meiningen. I. H. Dreyfuß, Grand-Rabbin de Paris, Paris. Dr. N. Ehrenfeld, Oberrabbiner voll Prag. Adolphe Frank, Mitglied des Institut de France, ehem. Professor am College de France, Paris. Dr. Frank, Rabbiner, Mitglied des C. E der "Alliance Jsr. Univ., Köln. Ludwig August Frankl, Wien. Dr. M. «H. Friedländer, Kreisrabbiner, Pisek. Dr. Ludwig Geiger, Professor an der Universität, Berlin. Dr. S Gronemann, Landesrabbiner, «Hannover. Dr M. Güdemann, Oberrabiner der Wiener Kultusgemeinde, Wien. Tr. I. «Hamburger, Landesrabbiner, Strelitz. Prof. Dr Jastrow, Rabbiner, Philadelphia Dr. Adolf Jellinek, Oberrabbiner der Wiener 9 Die Juden in den Balkanlnndern. Von Dr. Rüben Biercr in Sofia. Wer die Juden in den Balkanlündrrn von Angesicht zu An gesicht geschaut, dem mus; gewiß die Frage auf deu Lippen geschwela habe», weshalb denn die hiesigen Jude» sich nicht der Laudwirthschas! widmen. Sind ja dieselben dank ihrer Anspruchslosigkeit in Nahrung und Kleidung wie geschaffen für jene zu Entbehrungen aller?Ui hinneigende Beschäftigung. Die Lösung dieser Frage kann uns keine besonderen Schwierigkeiten bereiten. Empfanden doch die Juden unter der Herrschaft der Türken nicht das mindeste Bedürfnis; nach einer so schweißtriefenden Arbeit — da die Türken ihren Felderertrag fast stets a» Juden verkauften — die Feldarbeit überdies, durch Bulgare». Tartare», Türken und Tscherkessen versehen, nicht besonders lukrativ zu sein pflegte. Zudem bestrebten sie sich niemals, Ackerboden zu erwerbe», da sie das Leben in Einzelfamilien als unsicher und auch keine genügende Garantie für das rituelle Leben gewährend ansahe»