Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 22 (27.5.1892)
- Date
- 1892-05-27
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Gertin, 27. Mai 1892. g nur deren meines nn unsres epeles. n Jeru »oner Ge;n, bring! Prediger 5chick und , Station ) entdeckte Josephus;en bauen Art. Der i, der die fuß Dicke gehauen: Zünde mil und weiß für sicher, )ält zwei schön mil l verziert, sicht, daß war und Gemahlin ige große; sie nacl, lich war. enmuthes Soldaten pressen Weber gesetzliche rnt hatte, rmee und rie-Regi 20. Juni )wer ver n Weber n Seinen te er ihn ier kehrte er bereite bensovie! m Ihnen äl haben, m würde. )vllen, fo se unsere t) Neuda anen wn es. Die L ns r°hrg-»g. m. 22. Grmelnbebate. Weikcrge zur „Mlgerneinen Zeitung des Iuöenthuws". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. * Berlin, 23. Mai. Die Probepredigten für die neu ausgeschriebene Hilfsprediger stelle nehmen ihren Fortgang. Nachdem nor vierzehn Tagen Herr Landrabbiner Dr. Weisse aus Dessau zweimal Vormittags in der Oranienburger Synagoge und Nachmittags beim Augendgottesdienst in der Lindenstraßen-Synagoge gepredigt, sprach am letzten Sonnabend Herr Rabbiner Dr. Knoller aus Breslau ebenfalls zweimal in den genannten Synagogen. Wie es heißt, wird nun noch Herr Rabbiner Dr. Philipp Kroner am nächsten Sonnabend predigen imd dann die Wahl alsbald vorgenommen werden. In jedem Falle würden wir dies empfehlen, da sonst die Angelegenheit sich bis zum Herbst hinschleppen würde, was keineswegs im Interesse der Sache liegen kann. Im Uebrigen dürfte es vielleicht interessiren zu erfahren, vaß mehr als 60 Bewerbungen um diese Stellung eingelaufen sind. 2LL Berlin, 25 Mai. Der „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" hat seine Wintersaison abgeschlossen. Das Sommerprogramm ist hauptsächlich den Publikationen und den Vorbereitungen für die Centralisation der Vereinsthätigkeit über ganz Deutschland gewidmet. Es soll während des Sommers nur eine Sitzung, und zwar Anfang August, als Gedenkfeier an den Jahrestag der Vertreibung der Anden aus Spanien veranstaltet werden. Demselben Zweck soll auch eine der zuerst veröffentlichten Schriften dienen, während die andere die Dichtungen eines unserer größten neuhebräischen Poeten in deutscher ilebersetzung. vorführen soll. Durch die Muniffzenz des zweiten Vorsitzenden, des Herrn Julius Jsaac, ist der Verein auch in die Lage versetzt, schon am 1. Juli seine Lesezimmer eröffnen zu können, die täglich von 9—1 Uhr den Mitgliedern zur Verfügung stehen und wo dieselben alle jüdischen Zeitungen und Zeitschriften, neuerschienene Bücher und dgl. zur Lektüre erhalten werden. Die Idee eines Ceutralverbandes wird sich natürlich erst nach der Begründung mehrerer Vereine mit gleicher Tendenz realisiren lassen. Der Zweck wird dann sein, die Publikationen gerneinsam herauszugeben, das Vortragswesen zu organisiren unb den kleineren Vereinen geistiges Material zuzuführen. — Berlin, 22. Mai. Die Berliner Reform gemeinde geht, wie man uns versichert, nunmehr ernsthaft mit der Idee um, im Westen ein neues Gotteshaus zu errichten, da das alte, namentlich an den hohen Festen, keineswegs mehr ausreicht. Ein Grundstück am Schöneberger Ufer soll bereits in Aussicht genommen und die Bauplätze sollen ebenfalls bereits in Vorbereitung sein. — Berlin, 23. Mai. Es geht uns soeben der zweite Jahresbericht der Darlehnskasse des Vereins der Hörer der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums zu. Im abgelausenen Jahr wurden an 22 Hörer Darlehen im Betrage von 788 M. gewährt. Die Einnahmen betragen 1034 M. Das ist das Wichtigste aus diesem Bericht. Viel wichtiger aber erscheint uns die Mahnung an alle Diejenigen, welche sich für das Wohl und Wehe unserer jungen Rabbinatskandidaten interessiren, diesem Verein ihr Interesse und ihre!verkthätige Theilnahme zuzuwenden. Es giebt nicht viele Vereine, die der Unterstützung in so hohem Grade werth, aber auch bedürftig sind, wie dieser. Wir möchten nur noch hinzufügen, daß, wer der Darlehnskasse einen jährlichen Beitrag von mindestens 5 M. oder einen einmaligen von 100 M. zuwendet, „unterstützendes Mitglied", wer für dieselbe einen jährlichen Beitrag von mindestens 15 M. oder einen einmaligen von mindestens 300 M. zahlt, „Stifter" der Darlehnskasse wird. Möchte diese Mittheilung dem jungen Verein recht viel unterstützende Mitglieder und Stifter zuführen! 8 Berlin, 24. Mai. Von einem ungenannten Wohlthäter sind dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde Mittel zur Verfügung gestellt worden, um eine unbegrenzte Anzahl von Exemplaren der „Grundsätze der Jüdischen Sittenlehre" an die deutschen Juden zu versenden. Wie wir vernehmen, soll diese Versendung in umfassendem Maße noch vor den Schewuothfeiertagen. erfolgen. Die Vorstände sämmtlicher jüdischen Gemeinden — besonders der kleineren — sollen in die Lage gesetzt werden, an den Festtagen jedem Synagogenbesucher ein Exemplar einzuhändigen, desgleichen sollen alle schulpflichtigen Kinder die „Grundsätze" unentgeltlich erhalten. Zugleich ergeht an die Rabbiner, Prediger und Lehrer die Bitte, den Inhalt der Grundsätze bei Gelegenheit des Wochenfestes zum Thema religiöser Vorträge und Belehrung zu wählen, ein Verlangen, dem, so hoffen wir, allgemein entsprochen werden wird. Der „ungenannte Wohlthäter" aber hat sich durch seine echt jüdische Thal den Dank weiter Kreise erworben und hat zugleich auf die Pamphlete, die von antisemitischer Seite in jüngster Zeit schamloser als je in die Welt geschleudert werden, die denkbar würdigste Antwort gefunden. © Berlin, 24. Mai. Eine sehr seltsame Nachricht kommt uns aus Rußland zu. Obwohl wir schon an die seltsamen Ueberraschungen vom Zarenland gewohnt sind, ist diese doch eine der merkwürdigsten. Es heißt nämlich: Die russische Regierung beschloß, die jüdischen Privatschulen (Cheder) im ganzen Reiche aufzu heben. An deren Stelle treten staatliche Schulen mit von der Regierung angestellten Lehrern für hebräische Sprache und jüdischen Religionsunterricht. Ist diese Nachricht kein verspäteter Aprilscherz, kein schlechter Witz auf Kosten der russischen Regierung, deren Fürsorge für das geistige Leben ihrer jüdischen Mitbürger ja hinlänglich bekannt ist, so dürfte man sie immerhin mit Interesse, ja vielleicht sogar mit Genngthuung aufnehmen. Man darf aber nicht vergessen, daß in Rußland das Cheder bisher von der Regierung aus naheliegenden Gründen protegirt wurde, ebenso wie ihr die stockfronnnen, aber ungebildeten Juden innmr lieber waren als die gebildeten und freisinnigen. Berlin, 24. Mai. Im. 'Anschluß an unsere Mittheilung vom 10. d. M. wird uns noch geschrieben: Die konservative Fraktion des Abgeordnetenhauses hat gestern die Kommission gewählt, der die vorläufig endgiltige Redaktion der Beschlüsse zur „Jndenfrage" und zur „Landwirthschaftlichen Frage" überlassen werden soll. Die Berathuntzen der Fraktion haben danach vorläufig ihren Abschluß gefunden. Es verlautet, daß eine Hervorkehrung der Judenfrage in dem von den Antisemiten gebräuchlichen und gewünschten Sinne nicht beliebt worden rst, sondern daß nur diejenigen Uebelstände scharf bekämpft werden sotten, als deren Urheber und Begünstiger man das Judenthum bezeichnet, als: Börsenunwesen, Güterschlächterei, Wucher re. Ferner soll in dem konservativen Programm empfohlen werden, mehr als bisher von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, auf dem Verwaltungswege, ohne Erlaß besonderer Gesetze, ungeeignete Elemente von verschiedenen Kreisen des öffentlichen Lebens fernzuhalten. Kennzeichnend für ben Rückzug, den die konservative Partei in dieser Frage angetreten hat, ist der Umstand, daß sogar der „Reichsbote" es für zeitgemäß hält, gegen den Antisemitismus in seiner jetzigen Gestalt zu Felde zu ziehen. Das Blatt schreibt nämlich: „Die antisemitische „Neue deutsche Zeitung" in Leipzig beschimpft nicht nur fortgesetzt das Alte Testament, sondern sucht auch Jeden, der nicht ganz ihren radikalen antisemitischen Standpunkt theilt, persönlich herabzusetzen und zu verdächtigen" + Königsberg, N.-M., 22. Mai. Die Nachricht, welche unser Berichterstatter in Nr. 19 dieses Blattes gegeben hat, bestätig sich erfreulicher Weise nicht. Nach bei uns eingegangenen wahrheitsgetreuen Mittheilungen hat sich derselbe durch mißverstandene Angaben eines Schülers täuschen lassen. Der betreffende Obertertianer ist nicht nur zum Schreiben nicht gezwungen, sondern es ist ihm die gewünschte Dispensation bereitwilligst ertheilt, ja das Extemporale, das der Lehrer Sonnabend schreiben lassen wollte, ist ihm zu Liebe sofort auf den Donnerstag verlegt worden. Von den Verdächtigungen gegen den Talmud über Moral und Religion der Juden ist nicht ein einziges Wort gefallen. Es ist bedauerlich, daß