Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 19 (6.5.1892)
- Date
- 1892-05-06
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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3 ührer, Herr c, und )gowo olgten iV. : vertniß- Rab- ' Ge-! verrrderer antor enheil lehrer ) erzen zkeits- > als vurde dhof randruine, feueriniger mmen rdern. beiter n der beiden nessen , das und et >e die wird demäume u der ereits ) abetnbe rnste Herr mehr gung daß ichen ' der eines Ztadt it es Ilnd diese e im sind, hrerowie nden noch ates, sion, ischausziger »laggeng,'brachte Liebe, die allein es ihm möglich mache, in dem ihm übertragenen Amte eine gedeihliche Wirksamkeit zu entfalten. Am Donnersleg fand in dem sgroßen Saale des „Freundehauses" aus Anlaß tu5 25jährigen Amtsjubiläums des Herrn Dr. F. Rosenthal ci-i von seinen Freunden und Verehrern veranstaltetes Festessen statt, irckches um 8 Uhr Abends seinen Anfang nahm. Die überaus große pchl, 270, der Festtheilnehmer legte Zeugmß ab von der hohen Achtung u d Verehrung, deren sich der Herr Jubilar bei seiner Gemeinde erfreut. L rr Justizrath Dr. Freund eröffnete die Reihe der Festreden mit einem vach auf Se. Majestät den Kaiser. Im Aufträge der Spnagogen-Geii 'inde sprach Herr Dr. Lion. Herr Sanitätsrath Dr. Richter toastete a f die Famile des Jubilars, mit der ihn 25 jährige Freundschaft verbilde. Alsdann ergriff Herr Dr. Rosenthal selbst das Wort, um für ii;'c Liebesbeweise, die ihm von nah und fern zugekommen, seinen Dank a, szusprechen. Darauf sprachen Herren Rabbiner Dr. Kopfstein- 1 nthen O-S. und Dr. Goldschmidt-Königshütte i. A. ihrer Gemeinden. ,?rr Rabb. Dr. Guttmann-Breslau i. A. des deutschen Rabbinerverb -ldes, Herr Oberlehrer Dr. Badt im Aufträge hiesiger Wohlthätigl. lsanstalten, Herr eand. phil. Samuel Freund im Aufträge der Hörer lu > Rabbinerseminars. Herr cancl. phil. E. Finkel hielt eine ^Ansprache n formvollendetem klassischen Hebräisch. Zum Schluß dankte Herr 1 . phil. Hausen in poetischer Form dem veranstaltenden Komitee für u ier Mühewaltung. Das hebräische Tischgebet reeitirte der als Sangesti «stler bekannte Herr Cerini. Hierauf wurde von den Hörern des 2 minars ein Festkommers improvisirt. — In heiterster Stimmung dl eben die zahlreichen Theilnehmer bis zum Morgenanbruch beisammen. S nnabend fand in der Loge Bne Brith eine fernere Feier zu Ehren Jubilars statt. >£ Vreslau, im April. Der Verband zur Erziehung hilfsb dürftiger i srael itischer Kinder hat soeben leinen zweiten Jahreslv icht veröffentlicht. Wir entnehmen demselben die erfreuliche Mit-! l! ilung, daß die Zahl der Mitglieder in dem abgelaufenen Geschäftsja >re erheblich gewachsen ist. Es befinden sich gegenwärtig 17 Zöglinge j in rer der Obhut des Verbandes, welche achtbaren, in kleinen Verhältn' en lebenden Leuten in Pflege gegeben sind. Für jeden Zögling ist j m Werdern ein Pfleger bestellt, der die körperliche, geistige und rnoralische > b . l wicklung seines Schützlings zu überwachen hat. Die Kinder besuchen r ige Volksschulen und Religionsschulen Mld berechtigen zu guten Eru rtungen für ihre Zukunft. Aus Rücksicht auf die beschränkten Mittel d Verbandes mußte leider eine Anzahl von Gesuchen um Aufnahme u. rer Zöglinge vorläufig noch unberücksichtigt bleiben. An Pflegegeldern si'ö von Juli 1890 bis Dezember 1891 4005.23 Mk. verwendet worden. der an: 22. März d. I. abgehalteuen Generalversammlung gab der >' esitzende des Verbandes, Oberlehrer Dr. Badt, in einem längeren Vorl' ge Ergänzungen und Erläuterungen zu dem Bericht, in welchen er e Schwierigkeiten schilderte, denen die Thätigkeit des jungen Verb ndes bisher begegnet sei. In der darauf folgenden Debatte ergab sich vollständiges Einvernehmen mit der bisherigen Leitung des Verldes, welcher die Versammlung ihren Dank anssprach. 3E Königsberg Nm., 1. Mai. Jur hiesigen königl. Gymnasium hatte! jüdischer Schüler bereits alle unteren Klassen durchgemacht und war stets! l -u Schreiben am Sabbath auf Wunsch seiner Eltern dispensirt. Jetzt > dieser Knabe nach Obertertia verseht worden und weigerte sich auch hier ersten Sonnabend nach seinem Eintritt in die neue Klasse, zu schreiben. - l hielt der Ordinarius, ein Herr Dr. B., eine erregte Ansprache an i Knaben vor versammelter Klasse, in welcher er heftige Ausfälle auf! i Juden machte. Es sei, so behauptete er/purer Trotz und Eigensinn,! r lm ein jüdischer Schüler sich auf sein Gesetz berufe, am Sonnabend! cht zu ^schreiben. Dieses Gesetz sei der „berüchtigte" (?) Talmud, j 1 den Juden nur einen Zaun um das Gesetz vorstelle, welcher ihnen l'-- wahre Moral und Religion verschließe. Im Gesetze selbst, d. h. in l r Bibel, sei das Schreiben am Sabbath nirgends verboten. Aber der i - almud verderbe die Begriffe der Inden von Gesetz und Moral, indem! u ihnen sogar erlaube, Christen zu ermorden! (Die Angehörigen des j -uaben würden doch gut thun, in diesem Falle den Beschwerdeweg zu! l 'treten. Red.). i * Leipzig, 1. Mai. Die hiesige „Reue Deutsche Ztg." läßt sich aus! ^'erlin über eine angebliche Korrespondenz des „Osservatore Romano" i schreiben: „Der amtliche vatikanische „Osservatore Romano" schreibt, die Ausführungen des „Osservatore Cattolico" über ben Ritualmord bestätigend, in Nr. 91 (vom 21. v. M.): „Aus Konstantinopel erhalten wir nachstehende Mittheilung: „Die griechisch-katholische Einwohnerschaft dieser großen Metropole ist sehr erregt über die versuchte Entführung eines griechisch-schismatischen Knaben, der aller Wahrscheinlichkeit nach zur Feier des hebräischen Osterfestes dem abscheulichen (eseeradile) Blutritus geopfert worden wäre. Es war am Oster-Sonnabend, alsein schmutziges und imfames (sozza ed infame) Mitglied dieses verfluchten gottesmörderischen Volkes (maladelto popolo deieida) sich im Ouartier Galata, das Juden und Schismatiker bewohnen, einem Haufen auf der Straße sich tummelnder griechischer Knaben näherte und dem kleinsten davon mehrere Geldstückchen zusteckte. Dann ergriff er ihn bei der Hand und lockte ihn mit dem Versprechen, ihm Näschereien zu schenken, mit. An der Ecke der Straße, wo er sich unbeobachtet glaubte, griff er das Kind bei den Haaren und steckte es, bevor es noch vor Schreck zu schreien vermochte, in einen Sack, den er auf seine Schultern warf und verschwand. Zum Glück aber war er von den anderen Knaben gesehen worden. Dieselben fingen an zu schreien. Die Eltern eilten herbei, verfolgten den Juden und befreiten den armen Kleinen aus dem Sack. Der Kinderräuber aber wurde so zugerichtet, daß er wie tobt da lag, und er wäre zerrissen worden, hätten sich die Zaptieh nicht eingemischt. Sie führten ihn ins Gefängniß, wo er verbunden und im Beisein des Redakteurs des „Saadet" (offiziöses türkisches Blatt) verhört wurde. Bevor ich Ihnen das schrieb, wollte ich mich über die Thatsächlichkeit des Vorgangs vergewissern. Dasselbe wird von mir absolut verbürgt (a8soIutamente vero) Auf Befehl der Zeitungs-Censur aber durste kein Lokalblatt dieses jüdischen Entführungsversuches Erwähnung thun. Die Polizei will Alles todtschweigen. Sie fürchtet, daß die Griechen sich rächen könnten. Mehrere Jahre früher wurde von den Juden der Sohn des Druckers des Blattes „Stamboul" entführt. Das Blatt berichtete darüberund wurde drei Monate dafür suspendirt." Vorläufig bringt nur die nicht sehr wahrheitsliebende „Neue Deutsche Ztg." diese angebliche Korrespondenz des vatikanischen Blattes. Sollie dieselbe jedoch authentisch sein, so würde das Niemand Wunder nehmen, der die Abhängigkeit vieler ultramontanen Redakteure von untergeordneten Dienern der katholischen Kirche kennt. An Glaubwürdigkeit gewinnen Lügen dadurch, daß sie in päpstlichen Blättern stehen, gewiß nicht. Vielleicht mag dies in Sachsen anders sein. * Karlsruhe, 25. April. Dem heute wieder zu seiner Arbeit zurückkehrenden Landtag des Großherzogthums liegt auch eine Petition betreffs der im Lande fortschreitenden Agitation der Antisemiten zur Besprechung vor und wird demnächst zur Verhandlung kommen. Berichterstatter der Kounnission wird dem Vernehmen nach der Abg. Strübe «Kreisschulrath in Heidelberg) sein. Vorläufig macht der 'Antisemitismus Fortschritte und ganz besonders in den Wahlkreisen, in welchen .Konservative in den Reichstag entsandt sind, sowie in ben Kreisen, welche durch ausgesprochen antisemitische Centrumsmänner vertreten werden. Besonders bemerkenswerth ist, daß mtd) Staatsbeamte jetzt öffentlich sich zur christlich-sozialen Partei bekennen. Da die Antisemiten bezüglich der Agitationsredner auf auswärts angewiesen sind, haben sie jetzt einen Oesterreicher, Herrn v. Schoenerer, verschrieben, und wird derselbe am 8. Mai in Heidelberg sprechen. Herr Menzer wird dabei Gelegenheit haben, sich auch zu den Aeufterungen des Oefterreichers zu bekeunen, wie er sich vor einiger Zeit zil denen seines Kollegen Liebermann v. Sonnenberg bekannte, als derselbe in Heidelberg sprach. (D Heilbronn, 24. April. Das Rabbinat Heilbronn ist durch Verfügung des Ministeriums des Kirchen- und Schulwesens vom 11. "April dem Rabbiner Kahn in Laupheim übertragen worden. Die durch schriftliche Petitionen und durch persönliche Vorstellung bei der Behörde vorgetragenen Bitten der Mehrheit der Heilbronner Gemeindegenossen und sämmtlicher Bezirksgemeinden, den bisherigen ^lmtsverweser Dr. Einsteill dem Rabbinatsbezirk zu erhalten, konnten im Hinblick auf die zur Geltung kollimenden Avancemeutsrücksichten nicht erfüllt werden. Nnßland. lz Petersburg, 29. April. Ein Herr I. Em. hatte vor einigen Tagen mit dem hiesigen englischen Generalkonsul Mr. John Mitchel eine Unterredung, die er in der heutigen Nmnmer der illowosti ver-