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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-05-06 · Heft 19 (6.5.1892) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 19 (6.5.1892)
Date
1892-05-06
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 gegen den Angeklagten anhängig gemacht sei. Der Gerichtshof beschloß, vorläufig in die Verhandlung einzutreten Der Angeklagte erklärte, daß er den Vorwurf der Lauheit und Halbheit gegen die mit dem Falle Buschoff betrauten Behörden aufrecht erhalten müsse. Durch den Ausdruck „mit Hilfe klingender Gründe" soll keineswegs gegen die Behörden der Vorwurf der Bestechlichkeit erhoben werden, sondern es solle dadurch nur darauf hingewiesen werden, daß der Spnogogen-Vorstand zu Xanten Geld an die Berliner Behörde geschickt habe, um dafür einen Beamten mit den Ermittelungen in der Buschofffschen Angelegenheit zu beauftragen. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Brausewetter, hielt dem Angeklagten entgegen, daß dies doch durchaus nichts Ausfälliges sei, wenn der Synagogen-Vorstand Opfer bringe, um die Wahrheit in einem Verbrechen zu ermitteln, wodurch ein dortiger Jude belastet werde, so könne doch daraus ein Vorwurf nicht erhoben werden. Es komme doch vor, daß Landgemeinden Prämien aussetzten, um beim Verdacht böswilliger Brandstiftungen den Thäter zu ermitteln rrnd hierzu die Hilfe eines bewahrten Kriminalbeamten aus Berlin erbäten. Der Vertheidiger erklärte nunmehr, den Beweis der Wahrheit antreten und hierzu einen Theil der Belastungszeugen, welche im Falle Buschoff aufgetreten seien, hier in Berlin zu vernehmen. .Es würde sich dann Herausstellen, daß außerordentlich schweres Belastungsmaterial gegen Buschoff zusammengetragen, aber nicht genügend gewürdigt worden sei. Der Präsident erwiederte, daß man doch unmöglich dem Gerichtshöfe zumuthen könne, hier gewissermaßen den Fall Buschoff aufzuklären. Als der Vertheidiger noch weitere Anträge stellte und auch hervorhob, daß die Anklage gegen Buschoff im Juni wiederum zur Verhandlung gelangen würde, beschloß der Gerichtshof, die Sache zu vertagen, das Ergebniß der Verhandlung gegen Buschoff abzuwarten und sich eventuell die Akten senden zu lassen. wurden: 1. Herr Leipziger-Thorn als erster Vorsteher und Kassenführer, 2. Herr Lehrer I. Krakauer-Thorn als dessen Stellvertreter, 3. Herr- Nathan-Königsberg, Nm., als zweiter Vorsteher und Schriftführer, und für den erkrankten Kollegen Gelbart-Meseritz 4. Herr Auerbach-Rogowo als Vorsitzender des Aufsichtsraths. Alle Beschlüsse und Wahlen erfolgten einstimmig. N. G) Posen, 24. April. Der Verein „Esrah-Bazarah", welcher als Unterstützungsverein israelitischer Kultusbeamten Deutschlands seit dem Jahre 1337 bestanden und ea. 240 Mitglieder in allen Gegenden Deutschlands hat, hielt heute hier eine außerordentliche General-Versammlung ab, um über die Eventualität des Fortbestehens oder Eingehens zu berathen. Zu derselben waren 18 Mitglieder erschienen, von denen Herr Leipziger-Thorn den Vorsitz übernahm. Vorsitzender eröffnete die Sitzung mit Verlesung eines in warmen und herzlichen Worten abgefaßten Begrüßungsschreibens des bisherigen Leiters, Herrn Abraham-Berlin, welcher durch dringende geschäftliche Abhaltung sein Fernbleiben entschuldigte. Zugleich theilte er mit, daß er das ihm vom Verein übertragene Ehrenamt niederlege, da er der Ansicht sei, daß der Verein kein ausreichendes Grundkapital habe, um fortbestehen zu können. Die Versammlung beauftragte den Vorsitzenden, Herrn Abraham für die dem Vereine bisher geleisteten guten Dienste den Dank der Versammlung zu übermitteln, die ihn mit Freuden als erstes Ehrenmitglied behalten wolle. Zur Tagesordnung übergehend, tritt die Versammlung in die Generaldebatte ein, welche sehr lebhaft wurde. Das Resultat war, daß die Versammlung durch einstimmigen Resolutionsbeschlus; erklärte, daß kein Grund zur Auslösung des Vereins, sondern vielmehr die Nothwendigkeit und Dringlichkeit seines Fortbestehens, nicht minder auch die Möglichkeit desselben vorhanden sei. In der darauf folgenden Spezialdedatte theilte der Vorsitzende aus den; Kassenberichte mit, daß der Verein z. Z. einen Baarbestand von ca. 300 M. besitze und wurden verschiedene Abänderungen des Statuts beschlossen, so z. B.: daß die Aufnahme neuer Mitglieder bis zürn 55. Altersjahre stattfinden könne; daß Gemeinden oder Private schon bei einem Beitrage von 3 M. an als Ehrenmitglieder ausgenommen werden sollen; daß für jeden Todesfall künftig bei Vermehrung der Mitgliederzahl auf 560 nur 2 M., und event. auf 1000 nur 1 M. von jedem Beitragenden erhoben werden solle, so daß die Beitragslast, trotz Vermehrung der Todesfälle, für den Einzelnen nicht größer werde als bisher. Die Kaffe soll die Unterstützungssumme auf 1000 M. zu erhöhen in den Stand gesetzt werden. Es wurde ferner beschlossen, für die zuletzt verstorbenen zwei Mitglieder die rückständigen Beiträge nachträglich und zwar in zwei Raten einzufordern und die fälligen Unterstützungen an die betr. Wittwen auszuzahlen. Auch soll durch Cirkularaufruf für den Verein Propaganda gemacht und Gemeinden, Vereine oder Private zum Beitritt, bezw. Anschluß an den Unterstützungsverein der Esrah-Bazarah eingeladen werden. Die Mitgliederliste soll alsdann veröffentlicht und in Separatabdruck mit Beifügung der heute beschlossenen Statutänderungen als Anhang zu beni bisherigen Statut ausgegeben werden. Gewählt Thorn, 1. Mai. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde veranstaltete am 24. April auf dem Friedhofe eine erhebende Gedächtnißfeier, um das Andenken an seinen vor Jahresfrist verstorbenen Rabbiner Herrn Dr. Oppenheim, durch Enthüllung des ihm von der Gemeinde gesetzten Denksteines, zu ehren. Um 10 Uhr Vormittags versammelten sich die Gemeindemitglieder, wie auch viele Herren anderer Konfessionen daselbst. Die Feier wurde eingeleitet durch ein vom Kantor- Leipziger vorgetragenes Reeitativ, dem sich ein Gebet für das Seelenheil des Verstorbenen anschloß. Hierauf hielt der Gymnasial-Oberlehrer Herr Dr. Horowitz die Gedächtnißrede, in welcher er in zu Herzen gehenden Worten die Pflichttreue, wie die Wahrheits- und Gerechtigkeitsliebs des Verstorbenen hervorhob und ihn der anwesenden Jugend als Muster und Vorbild rühmte. * Nogolvo, 2. Mai. 'Am ersten Abend des Peßach-Festes wurde die hiesige Gemeinde durch die Nachricht, der jüdische Friedhof brenne, in Aufregung versetzt. Die Israeliten eilten sofort zur Brandstätte hinaus und fanden die schönsten, den Friedhof zierenden Bäume, von ruchlosen Händen angezündet, in Flammen. Trotzdem keine Feuerspritze zur Hand war, gelang es doch dem energischen Eingreifen einiger Personen, durch Bewerfen der brennenden Bäume mit Sand die Flammen zu ersticken rrnd weiteres Umgreifen des Feuers dadurch zu verhindern. Als Brandstifter wurden ein hiesiger Windmüller und ein Arbeiter ermittelt. Ersterer erregte dadurch Verdacht, daß man ihn von der Brandstätte hinweg über die Saaten der Stadt zueilen sah. Die beiden Verdächtigen wurden verhaftet und dem königl. Amtsgericht zu Tremeffen überliefert. Während der Arbeiter R., der bereits eingestanden hat, das Feuer durch Stroh im Aufträge des anderen Beschuldigten angezündet zu haben, in Haft behalten wurde, erfolgte Tags nach dem Brande die Freilassung des Müllers. Ueber die Motive zu dieser That wird Folgendes vermuthet: Die Windmühle des einen Angeklagten, die demselben zum Theil gehört, steht dicht hinter dem Friedhofe, dessen Bäume dem Müller bereits lange ein Dorn im Auge waren, da dieselben der Mühle den Wind verstellten Vor Jahren bot der Müller daher bereits der Gemeinde 30 Mk. für die beiden größten Bäume, erhielt jedoch abschlägigen Bescheid. * No gasen, 29. April. Der Korporationsvorstand hiesiger Gemeinde hatte einem Herrn Becher verboten, in seinem Hause Gottesdienste zum Seelenheil seiner verstorbenen Mutter abzuhalten, worauf sich Herr- Becher beschwerdeführend an die königliche Regierung wandte. Nunmehr ist vom Regierungspräsidenten von Posen dem Vorstande die Verfügung zugegangen, das besagte Verbot zurückzunehmen mit dem Hinweis, daß es zur Abhaltung von Gottesdiensten im Hause nur einer polizeilichen Anmeldung (?) bedarf. * Breslau, 26. April. 'Am 20. d. Mts. beging der Rabbiner der hiesigen Spnagogen-Gemeinde, Dr. F. Rosenthal, die Feier seines 25 jährigen Aintsjubiläums. Der Jubilar, welcher in unserer Stadt noch nicht volle fünf Jahre seine segensreiche Thätigkeit ausübt, hat es in dieser Zeit verstanden, sich in den weitesten Kreisen Verehrung und Liebe zu erwerben, und die Feier legte davon Zeugnis; ab, wie tief diese Empfindungen in den Herzen aller derer Wurzeln gefaßt haben, die im amtlichen oder privaten Verkehr mit ihm in Berührung gekommen ftnb. Die Mitglieder des Lehrer-Kollegiums der Religionsschule, das Lehrer- Kollegium des jüdisch - theologischen Seminars erschienen, sowie Deputationen der Gemeindebehörden unter Führung der Vorsitzenden Bankier Pringsheim rrnd Justizrath Freund; ferner gratulirten noch Deputationen der erüen und zweiten Brüdergesellschaft, des Rabbinates, des Synagogenvorstandes der Alten Synagoge, der Kultuskommission, der Lessing-Loge, des israelitischen Mädchenheims, der Hörer des jüdischtheologischen Seminars, eines aus der Mitte der Gemeinde herausgebildeten Komitees, sowie einer Anzahl wohlthätiger und gemeinnütziger Vereine. Jeder einzelnen Deputation antwortete der Jubilar schlagfertig und beredt mit herzlichen Dankesworten für die ihm entgegen- I gebrachte ' Ilmgenen 3 Iwg fand |tu'ö 25 jä von I welches Ul (echt, 270 e d Vereh; I.v it Just I.fioch auf lirinbe fpi la-if die Fl Ibnbe. Al la; c Liebes I szuspreö nähen £ 1,6 rr Rab M -ides, H lsanstall Rabbi formvc pliil. 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