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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-05-06 · Heft 19 (6.5.1892) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 19 (6.5.1892)
Date
1892-05-06
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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z erhielt, ethalben, ier schon ette von ienn Sie erinnerte h Ihnen werden, soll. Kauschen er Vogel selbigen auf und izen Tag wrthester anfange en denke, e an sich s Häns^ l ich am n Festere ich anä) Essen, itt dafür lht fori mng ge it einem en beym r Menge ich mich menstag meiner entliehen l. t es aus;eht und nicht 51t K. nicht 3 junger feit kann Stabt zu lgen mit ls bleibt machen, ortfahre annover wiewoh! n Lauin efährteu ten An 1, mein. Sie nadi ckgkeiteild somit an n. ^6. Jahrgang. Nr. 19. Berlin, «!. Mai 1892 Weikcrge zur „Allgemeinen Zeitung des Zuöenthums". Korrespondenzen und Nachrichten.! Deutschland. -J- Berlin, -1. April. Eine Nachricht, die nicht verfehlen wird, in! jüdischen Kreisen großes Aufsehen zu erregen, bringen heute die politischen > Blätter. Es heißt daselbst: Auf Veranlassung des Kultusministeriums j müssen die Direktoren der hiesigen höheren Schulen in diesen Tagen bel nchten 1. über die Zahl ihrer jüdischen Schüler und Schülerinnen,! 2. über die Zahl der vom jüdischen Religionsunterricht dispensirten! Schüler, 8 über die Zahl der am christlichen Religionsunterricht theil-! nehmenden jüdischen Schüler Da von einer konfessionellen Schulstatistik j teilte Rede sein kann, so liegt es sehr nahe anzunehmen, daß es sich! wohl hier um die brennende Frage des obligatorischen Religionsunterj dchts handeln dürfte Wir kommen auf die Angelegenheit in nächster A ummer zurück. Berlin, 2. Mai. Dem zehnten Bericht über die „Lehranstalt! dir die Wissenschaft des Judenthums in Berlin" geht eine j wissenschaftliche Arbeit aus der Feder Maybaums „Abraham Jagels! 'Katechismus Lekach tob, ein Beitrag zur Geschichte des jüdischen Relij ionsunterrichtes" voraus. )lus dem Berichte selbst ist zunächst die! Vermehrung hervorzuheben, welche die Bibliothek der Anstalt durch Zu-; oendung eines Theiles der Tr. Ritterffchen Büchersammlung erfahren j utt. Die Zahl der Hörer betrug im Sommer 1891 30, darunter 20! Inländer, im Winter 1891/2 41, darunter 20 Inländer. Von den! Hörern sind die Herren Dr. Oppenheim nach Möslitz (Mähren) und! Ir. Hofmann nach Reichenberg (Böhmen) berufen worden. Die jüdische! Gemeinde Berlin hat der Anstalt eine Subvention von jährlich 3000 Mark bewilligt und ihr zugleich Räumlichkeiten im Synagogengebäude ii der Lindenstraße gegen eine Miethe von 1500 Mark zur Disposition estellt, ein Anerbieten, welches das Kuratorium dankend angenommen hat. * Berlin, 2. Mai. Der Bericht über das R eichen he imsche /Waisenhaus der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Weinbergsweg Ile,; ui' das Jahr 1891 ist soeben erschienen. Wir entnehmen daraus, daß; it diesem Jahre in der Anstalt 74 Zöglinge, und zwar 44 Knaben und;o Mädchen, erzogen wurden. Die gesammten Ausgaben, in diesem Jahre 1 aft genau ebenso viel wie im vorigen, betrugen 52,000 Mark, welche; utrch die Zinsen eigener Fonds und einem Gemeindezuschuß iu Höhe i -8,500 Mark aufgebracht wurden. Die Ausgaben für Beköstigung be-! rügen für Kopf und Tag 52H„> Pf. gegen 50(5/10 Pf. im Vorjahre.! Alle Zöglinge besuchen öffentliche Schulen, doch wird nebenher in der j Anstatt den Zöglingen von städtischen Lehrern Unterricht im Gesang; mb im Turnen ertheilt. Außerdem besteht ein Handfertigkeitsunterricht j ■üv Holzarbeiten. Das Waisenhaus steht unter der Verwaltung eines! Kuratoriums, dessen Vorsitzender Geheimrath Wilhelm Herz ist, und unter! er Leitung des bewährten Direktors Dr. Jutrosinski. CS) Berlin, 29. April. Der Vorstand der hiesigen jüdischen Gej rneinde hatte beim hiesigen königlichen Amtsgericht I die Umschreibung! >iner größeren Anzahl von Hypotheken für die Gemeinde beantragt, j die Eintragung ist Mangels Beglaubigung der Unterschriften der j Vorstandsmitglieder beanstandet worden. Auf erhobene weitere Be-; 'chwerde hat das königliche 5dammergericht entschieden, daß eine Bedanbigung nicht erforderlich, weil dem Vorstände der jüdischen Gemeinde de Eigenschaft einer öffentlichen Behörde zuzuerkennen sei. § Berlin, 2. Mai. Die von Ahlwardt veröffentlichte Broschüre Anden-Flinten" veranlaßt die Firma Ludwig Löwe & Co. zu sollender Erklärung: „Wir beehren uns. Ihnen mitzutheilen, daß in Sachen der gegen uns gerichteten AhlwardUschen Broschüre-seitens des königlichen Kommandantur-Gerichts wegen der Verdächtigung der dem königlichen Kriegsministerium unterstellten Beamten die Untersuchung eingeleitet worden ist. Demgegenüber halten wir es für unsere Pflicht, diese Maßnahme der Behörde nicht zu durchkreuzen und die von uns zu ergreifenden Maßregeln einstweilen zurückzustellen, umsomehr als wir auf dem eingeschlageuen Wege auch unsere vollste Rechtfertigung mit Sicherheit erwarten dürfen. Indem wir ergebenst anheimstellen. Obiges tn Ihrem geschätzten Blatte zu veröffentlichen, zeichnen wir hochachtungsvoll Ludwig Löwe £ Co. Berlin, 2. Mai. Professor Adolf Wagner hat in einer Vere sammlung der Christlichsozialen von Neuem die Gelegenheit benutzt, sein- Stellung zum Antisemitismus darzulegen. Wie er erwähnte, sei er in Folge seiner Rede mit pöbelhaften anonymen Zuschriften überschüttet worden. Er führte dann weiter Folgendes aus: „Glauben Sie nicht daß ich irgendwie meine Ansicht in der Judenfrag'e oder in der sozialen Frage geändert habe, am allerwenigsten aus einem äußeren Grunde, aber hinzulernen muß man immer, und der Politiker, der sagt, ich habe seit ca. 30 Jahren dieselbe Meinung, ist ein Narr. Denen aber, die mich augreifen, sage ich „Ihr übertreibt, indem Ihr den Juden mehr Fehler nachsagt, als sie verdienen; Ihr verallgemeinert, indem Ihr alle Juden über einen Kamm scheert, denn es giebt auch anständige Juden, wie es auch unanständige Nichtjuden giebt, und Ihr iverft den Juden vor, was im Grunde Eure eigene Schuld ist. Wenn die Juden häufig weiter kommen, so müssen wir dabei anerkennen, daß sie sehr viel Intelligenz, sehr viel Fleiß, sehr viel Nachdenken und sehr viel Emsigkeit entwickeln, es ist einfach nicht wahr, daß, wenn die Juden hochkommen, es wesentlich schlechte Mittel sind, die ihnen dazu verhelfen. Tie Judeufrage ist nicht der Schwerpunkt der sozialen Frage, und wäre sie es, so würden wir wahrscheinlich iu unserem wirthschaftlichen Leben bald in ein ganz falsches Fahrwasser kommen. Mau wird mit den Juden rechnen müssen als mit einem Faktor unseres Volkslebens, den man nicht einfach ausscheiden kann, und wenn sich Mißstände zeigen, wird man sie mit allgemeinen Gesetzen bekämpfen müssen. Es wäre mir lieb gewesen, wenn Hofprediger Stöcker anwesend gewesen wäre. 'Alle, die mich kennen, wissen, daß ich von "Anfang an keineswegs iu allen Punkten, namentlich nicht in der Jndenfrage, mit Stöcker auf demselben Standpunkt stehe, was uns zusammengehalten, ist die sozialistische und allgemeinpolitische Auffassung. Und nun mag man mich ruhig angreifen, verdrängen lasse ich mich nicht, ich bleibe der christlichsozialen Partei treu, ich werde gelegentlich auch in die Versammlungen kommen und Ihnen manches sagen, was Ihnen vielleicht nicht lieb ist. Sie brauchen nicht beizustimmen, aber eins kann ich verlangen, das Zugeständniß, daß es eine Verleumdung ist, wenn man mich der Wetterwendigkeit beschuldigt." * Berlin, 3. Mai. Der „Fall Busch off" lag einer "Anklage wegen Beleidigung durch die Presse zu Grunde, die gestern vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts 1 gegen den Redakteur der Stöckerffchen Zeitung „Das Volk", Otto Balla, zur Verhandlung gelangte. Beanstandet war eine der in Leipzig erscheinenden „Neuen Detttschen Ztg." entnommene Notiz aus kanten, welche in Nr. 30 des „Volk" vom 12 Februar d. I. zum Abdruck gelangt war. Es wird darin die Art der Unter suchung, wie sie gegen den Schlächter Bn sch offiw egen des ihm zur Last gelegten Knabenmordes eingeleitet worden war, in so abfälliger Weise beleuchtet, daß obige Anklage daraus entstanden ist. Es wird behauptet, daß die "Amtsorgane nur in widerwärtiger Weise gegen Buschvfs vorgingen, daß die Untersuchung mit strafwürdiger Halbheit geführt werde und daß überhaupt ein skandalöser Verdunklungsakt vorliege. Sollte es gelingen, den Schlächter Buschoff durch hinter den Kulissen stehende Herrschaften und mit Hilfe klingender Gründe freizumachen, so würden Enthüllungen erfolgen, welche Aufsehen erregen würden. Wegen dieser Aeußeruugen hat der Erste Staatsanwalt Baumgart zu Cleve Strafantrag gestellt. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Schwindt, stellte vor Eintritt in die Verhandlung den Antrag, die Sache mit einer anderen zu verbinden, die wegen desselben Artikels von dem früheren Untersuchungsrichter Riceins dft

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