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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-04-22 · Heft 17 (22.4.1892) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 17 (22.4.1892)
Date
1892-04-22
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 regt waren, sonst keine, aber geschrieen haben sie gewaltig, denn sie i haben ein xxxächtig großes Maul. (Bravo. Heiterkeit.)" — Wir! wollen die Tonart, in welcher Graf Ballestrexn mit seinen Parteigenossen 1 spricht, nicht tritisiren: der betreffende Herr muß eben am besten wissen, was da üblich ist. Jur Lache aber bemerken wir, daß „Reformjuden, die vom Glauben ihrer Väter abgefalleu sind", keine Reformjuden und eben überhaupt keine Juden mehr sind, daß also diese sich in sich selbst widersprechende Behauptung weiter nichts war, als eine dem Antisemitismus seiner Zuhörer konzedirte U n r i ch ti g k e it. Im Uebrigen möchten wir doch darauf Hinweiserl, daß die „alleinseligmachende Kirche" es sonst gar rächt so ungern sieht, wenn Juden „vom Glauben ihrer Väter abfallcn". Berlin, 17. April. Gegen den Antisemitismus der Kreuzzeituugspartei wendet sich mit früher nicht gekannter Schärfe die „ "N o r d d e u l scl; e A l l g e rn e i n e Zeit u n g". Ter Artikel des konservativen Blatter gipfelt in folgendeil Ausführungen: ,/Angesichts gewisser Erscheinungen während der Gründerperiode sei es begreiflich gewesen, wenn sich eine sittliche Reaktion bemerkbar gemacht hätte. Aber irr die aus so berechtigten Ursprüngen hervorgegangene Bewegung hätten sich alsbald Elemente eingemischt, welche „auf das Prädikat einer gerechten, humanen und voruriheilsfreien Gesinnung nur sehr bescheidenen Anspruch hatten." Hierdurch habe sich die sittliche Reaktion gegen vereinzelt hervortretende Untugenden in eine Hetze gegen die Staatsbürger mosaischen Glaubens od.r israelitischer Herkunft verkehrt." Die „Nordd. "Allg. Ztg." kommt zu dem Endergebnis;, daß „der Antisemitismus, wie er sich heutzutage gestaltet hat, in stärkerem Maße als irgend eine andere Parteiagitation, auch die sozialdemokratische llicht ausgenommen, die fundamentalsten Grundsätze einer konservativen Politik verletzt". Und zwar nach zwei Richtungen Hill. Einmal, weil der blinde und verblendende "Anlisemilismus sich auf keinerlei Ursacherl der sozialpolitischen oder wirthschaftlichell Erscheinungen einläßt, sondern sich einfach damit begnügt, zxx schreien „Juden heraus!" „Das "A und O seiner politischen Weisheit", so meint die „"Nordd. Allg. Ztg.", „ist hierin beschlossen." Sehr treffend heißt es 'Dann weiter, daß durch die Beseitigung aller „Eohns nuD "Devvs" und deren Ersatz durch ebenso viele „Müllers und Schultzes" nichts an ben mißlichen Verhältnissen geändert sein würde. Solch ein Herumkurirell an den Symptomen sei all lind für sich scholl ein gallz „unkonservatives" Beginnen; man zetere gegen „Ausschreitungen" der Börsewährelld es sich doch mehr „um Ausschreitilllgeu derjenigen halldte, lvelche all die Börse gehen, ohne durch ihre Berufsthütigkeit irgendwie dazu veranlaßt 5x1 sein". Das Wesen des Konservativismus erheischt Wahr heit, die T e ln a g 0 g i e des h e ll t i g e n Konservativismus tilgt. Man solle doch kxxrz und bündig den Antrag stellen, „jeden Juden dllrch die Polizeibehörde seines Wohnsitzes aufgreifen mtb spätestens binnen 11 Tagell über die Grellze bringen 31t lassen". Tie Antwort, rvelche die Herren Antragsteller erhalten würden, dürfte ihnen die Augen Liber das Wesen ihrer Agitation öffneli, voll welcher die „Nordd. "Allg. hUv" aus sagt, daß die Verwirklichung dcr Ziele, welche der heutige "Anlisemitismus allstrebt, „einen Umsturz bedingen würde, wolnöglich noch tiefgreifender als derjenige, welchen der Sozialismus treibt". > > GD Schrimrn, 13. April. Eine seltene Auszeichnung ist dem Hauptlehrer der hiesigen jüdischen Schule, Herrn Neufeld, zuPheil geworden. Derselbe war im "Nebenamt auch Lehrer ulld Leiter der Kapitnlautenschnlen der verschiedenen im Laufe der Jahre hier stationirt gewesenen Bataillone, zuletzt auch bei dein 2. Bataillon des Inf.-Reg. Nr. 47, j das zum Oktober d. I. unsere Stadt verläßt. "Als Anerkennung überreichte der Bataillonskommandexxr Herr Major v. Jablonowski Herrn Hauptlehrer "Neufeld in Gegenwart der Offiziere des Bataillons namens des Regiments am Molltag den 11. d. M. im hiesigen Ofsizierskasino das Bild Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm II. An dem unteren Querrahmen ist ein silbernes Täfelchen befestigt, auf welchem folgende Worte eingravirt sind: „Dem treuen Lehrer der Kapitulativnsschulen des 11. Bataillon Jnf.-Reg. Nr.-17, Neuseld." — Donnerstag den 21. d. M. findet hier die Wahl eines Rabbiners statt. Kandidaten sind die Herren Dr Balleth aus Lipto Szt. in Ungarn, Dr. Bamberger aus Schwersellz und Dr Funk aus M. Szölgpen in Ullgarn. Dresden5 1-1. April. Der Verwaltungsbericht unserer Religiollsgemeinde ist erschlellen mld zeigt ein Bild reger und erfreulicher Thätigkeit. Wir exxtnehxxxexx demselben folgende Einzelheiten: Die Gemeinde zählte Ende 1891 500 stimmberechtigte Mitglieder, aufgenommell wurden 45, ausgeschieden sind 22 Mitglieder. Die letzte Volkszählung ergab für Dresden 2595 Juden, für ganz Sachsen 9368. Der Vorstand besteht wie seit Jahren aus den Herren Josef Bondi, Emil Lehmann, Carl Man kiewiez. Für die hohen Feiertage wurde wiederum ein Nebengottesdienft eingerichtet. Gegen die bekannte Regierungsverfügung, welche das „Schach ten" verbietet, hat die Gemeinde im Verein mit den übrigen jüdischen Korporationen des Landes Einspruch erhoben; bisher noch ohne Erfolg. Die Noch unserer Glaubensbrüder in Rußland hat zur Einsetzung eines ständigen Lokalkomitees geführt, das den Betrag von 14,190 Mk. auf gebracht hat xmd seine Sammlungen Noch fortsetzt. — An der Religions schule wurden 274 Schüler von fünf Lehrkräften unterrichtet; 102 Kinder genossen Freiunterricht. — Die Zahl der Wohlthätigkeitsvereine beläuft sich auf 11 mit einem Vermögen von 238,674 Mk. Die Einnahmen der Gemeinde betrugen 84,653 Mk., darunter an direkten Stenern 21,243 Mk., die Ausgaben 87,619 Mk. Der Kassenbestaud ist 20,935 Mk. Außerdem besitzt die Gemeinde an Grundstücken: Sx)nagoge, ein Haus xmd zxvei Friedhöfe. Der voll der Kultusgenxeinde gestiftete Lehrerpensionsfond hcu ein Vermögen von 13,334 Mk. ih Fürth, 13. April. Die erhöhte Auftnerksamkeit, welche der jüngste deutsch-israelitische Gemeiudetag der Frage des Wanderbettele geschenkt hat, läßt der soeben erschienene Jahresbericht des „Verbandes boxerischer Vereine zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten" doppelt interessant erscheinen. Nach demselben gehören jetzt 17 Gemeillden zum Verbände; Centralkassen ftnb in Bamberg und Fürth; unsere Gemeinde bildet zugleich den Centralvorort Die Zab! der 1891 in Fürth ullterstützten Personell beträgt 1804; die Unterstühungs summen schwaxlken zwischen 1 Mk. und 30 Mk. Die "Ausgaben beliefen sich für Unterstützungen auf 12,568 Mk., für Kost auf 1092 Mk., — In Bamberg wurden an 1029 Anne 5722 Mk. vertheilt. 11. Aus Württemberg, 11. April. Um den Soldaten jüdischen Glaubens die Feier des Peßachsestes zu ermöglichen, ist von der Mi litärbehörde ungeordnet worden, daß denselben soweit angängig, Urlaub von heute bis zutn 20. d. M. bewilligt wird. — Das seit einigen Mn naten zur Bewerbung ausgeschriebene Nabbinat Heilbronn harrt noch der Besetzung. Außer dem derzeitigell Veuoeser desselben, Herrn Dr Einstein, haben sich dem Vernehmen nach lnehrere württembergiscbc Rabbiner um dasselbe beworben. — Der antisemitische Apostel Württem bergs, Herr Welker, sucht an verschiedenen Orten für seine Bestrebungen Propaganda zu machen, bis jetzt jedoch ohne großen Erfolg. * Frankfurt a. C., 8. April. In der hiesigen Sx)nagoge fane gestern Abend 6 Uhr die Einweihung der neuen Orgel statt, welche, aus der Sauerffchen Orgelbauanstalt Hierselbst stammend, dazu dienen soll, dem Gottesdienst in der hiesigen Spnagogengemeinde eine neue Form zu geben. Tie Feier vollzog sich in dem von Andächtigen gefüllten, festlich erleuchteten Gotteshause ixt würdigster Weise. Zunächst hielt der Vor steher der Geuteillde, Herr Levül eine Ansprache, in welcher er ausführte, daß die Orgel bestimmt sei, dem Gottesdienste eine besoxxdere Weihe zu geben und it>n dein allgemeinen Fortschritte der Kxxltur entsprechend zu gestalten. Besonders im Hinblick auf die Heranwachsende Jugend, xxm dieser den Gottesdienst liebensuxxd begehrenswert!) zxi machen, habe sich die Gc xneinde zu der Aenderxxng exttschlossen, und sie xverde dazu beitragen, der Gexneinde ihre Religion lieb und xverth zu erhalten. Herr Levin über gab'darauf das Werk rxebst diesbezüglicher Urkunde der Synagogen koxnmission. Hierauf xvurde vom Chor ein Predigtlied mit Orgelbegleitxmu gesungen, sodanxx hielt Herr Rabbiner Dr. Löwemneyer die Weihredc. Er hob in derselben besonders hervor, daß die neue Amderung im Gottesdienste nur formeller Natur sei, daß sie die Religionslehre ntciu berühre, und er hoffe deshalb, die Schörxheit des neuen Gottesdienst xverde mit der Zeit auch denjenigen Theil der Gexneindemitglieder, der. aus Pietät am Althergebrachten, jetzt betrübt abseits stehe, xnit der neuen Ordnung axxssöhxxen. Nunmehr xvurde der Freitag Abend-Gottes dienst von Herrn Kantor Abrahaxn zum ersten Male xnit Orgel und ge xnischtexn Chor nach dexn Muster der in der xxeuen Sl)nagoge zu Berlin stattsixxdexxden Gottesdienste abgehalten. Tie voxn Königl. Musikdirektor Herrn Lexvaxxdoxvski herrührexxden Gesäxxge uxxd Rezitationen wurdexx von Herrn Kantor Abrahaxxx, einexxx Schüler von Lexvaxxdoxvski, vorzüglxäi vorgetragexx. Die Abxvechseluxxg zwischen den xxxit selten reiner Intonation und klaxxgvollexxx Wohllaut zu Gehör gebrachten Einzelgesängexx des Kantors Andrucke lauschent sehr xxm Herrn H Spiel zu ersten Pr xn ihn 0 * K und di oerein in oer axxtij oaftestexx stelluxxgex Es sei, j älüterschl ixndsiebexx schlachtet Die Orts fällige T Wahrheit geführten x Geschäfts >xicht betl axxfgefühx Dletbenbe: oien. M Volk cxxxf -es Reck Ferner tl Antisemit seien spe, gekoxxxxnex hat xxun ''stgestelll Mögen t e-abei die lAexxsch 1 olchexx A Rsserxxdex und die $ Als der ^raxxersp lauen ax "A. zu x';u xverde ehrter Hc axxs xnar Aid mir urbar. , möglich, äch, xveil Nldische 5 loxnmcn. '-mr hinzx Jlxr erg, Verxvirkli Deutschla 'ein, sich, nir den ( bat xxnd iväre xvo' um au 17 Möchte d * W sexxxitisxxxx' welches si

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