Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 16 (15.4.1892)
- Date
- 1892-04-15
- Page
- Seite 192 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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192 * In der Sitzung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der; Kaiserlichen ^Akademie der Wissenschaften in Wien vorn io. März 1892 überreichte Herr Dr. Eduard Mahler eine Abhandlung unter dem Titel: „Der Kalender der Babylonier." Nachdem es dem Verfasser gelungen war, den bisher unbekannten Schalteyklus im Kalender der Babylonier zu entdecken, war er bestrebt, seine diesbezüglichen Untern ftlchungen durch streng astronomische Rechnung zu begründen. Die dadurch erlangten Resultate sind das wichtigste Material, das wir auf diesen Zweige der chronologischen Wissenschaft besitzen. Denn nun wissen wir, daß die Babylonier zweifellos einen 19jährigen Cyklus halten, in welchem jedes III.. VI.. VIII., XI., XIV., XVI. und XIX. Jahr ein Schaltjahr war, und wir kennen auch die Dauer der einzelnen Jahre dieses Cyklus. Es war das 1. Jahr ein Gemeinjahr mit 355 Tagen 11. „ „ Gemeinjahr „ 354 „ 111. „ „ Schaltjahr „ 384 „ IV. „ „ Gemeinjahr „ 354 „ V. „ „ Gemeinjahr „ 355 „ VI. „ „ Schaltjahr „ 384 „ VII. „ „ Gemeinjahr „ 354 „ VIII. „ „ Schaltjahr „ 984 „ IX. „ „ Gemeinjahr „ 954 X. „ „ Gemeinjahr „ 355 „ XI. „ „ Schaltjahr „ 983 „ XIl. „ „ Gemeinjahr „ 955 „ XIII. „ „ Gemeinjahr „ 954 „ XIV. „ „ Schaltjahr „ 984 „ XV. „ „ Gemeinjahr „ 954 „ XVI. „ „ Schaltjahr „ 984 XVII. „ „ Gemeinjahr „ 955 „ XVIII. „ „ Gemeinjahr „ 354 „ XIX. „ „ Schaltjahr „ 384 „ Bon besonderen! Interesse ist diese Untersuchung für den Kalender der Juden Dieser hat bekanntlich gleichfalls einen 19jährigen Cyklus, und allgeniein wird angenommen, daß derselbe dem Metonffcheu Cyklus entlehnt worden sei. Wenn auch der Verfasser kein Verehrer jener Anschauungen ist, die da mit Vorliebe gewisse Eigentümlichkeiten eines Volkes von ähnlichen Einrichtungen anderer Völker abzuleiten bestrebt sind, am allerwenigsten dort, wo es sich um astronomische Grundlagen handelt, die in einer allen Völkern gemeinverständlichen Sprache am Hinnnel geschrieben stehen, so gesteht er doch zu, daß wie vieles im jüdischen Kult, so auch der Kalender der Juden, und insbesondere ihr lüjähriger Schalteyklus einem anderen Knlturvolke entlehnt worden ist. Doch!varen es nicht die Griechen, sondern die Babylonier, deren Schaltcyklus dem jiidischen Festkalender einverleibt wurde. Schon längst gilt es als feststehende Thatsache, daß die jetzt üblichen Monatsnamen des jüdischen Kalenders babylonisch sind, und nun, da wir den Schalteyklus der Babylonier kennen, dürfen wir wohl behaupten, daß auch der 19jährige Schalteyklus der Juden babylonisch und nicht griechisch sei. * Folgendes „Eingesandt" enthalten die „Mittheilungen des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus": Zu d e n j üd i s eh e n Ritual m o rd e n. Große Aufregung herrscht, wie die Leser wohl schon aus den Tageszeitungen wissen, in England über die schauerliche Entdeckung, daß der in Australien als Gattenmörder verhaftete Deeming auch seine erste Frau und deren vier Kinder in grauenhafter Weise ermordet hat. Nach einer Londoner Mittheilung der „Bossischen Zeitung" vom 99. v. Mts. beschreibt im „Daily Graphic" einer der ärztlichen Sachverständigen bei der Leichenschau, Dr. Creigton, die Art und Weise, wie der Mörder augenscheinlich zu Werke gegangen ist. 'Am Schlüsse heißt es da: „Ein bedeutsarner Umstand ist der, daß sich an allen fünf Leichen, obgleich vieren der Hals abgeschnilten wurde, kein Tropfen Blut fand. Selbst die .Kleider zeigten keine Blutflecken." Wenn der Verfasser hieraus folgert, daß Deeming seine Opfer mit außerordentlicher Vorsicht hinfchlachtete, so hat er das Richtige vielleicht nicht herausgefunden. Wir empfehlen den Fall der besonderen Aufmerksamkeit des Herrn Abgeordneten Freiherrn von Wackerbartl). Der erwähnte ärztliche Befund legt den Gedanken an das „Schächten" so nahe, daß dieser eifrige und gelehrte Forscher auf dem Gebiete jüdischer Ritualmordlust gewiß nachzuweisen im Stande sein wird, daß Deeming ein Jude ist, seine Frau und seine vier Kinder aber Christen waren, und die Mordthat vor dem jüdischen Osterfeste — und mehr als 12 Monate vor dem Feste kann c ja nicht gewesen sein — vollführt wurde. Gelingt ihm dieser Nachweis woran bei dem Forschungseifer und der Gründlichkeit des Herrn voi Wackerbarth nicht zu zweifeln ist, so wird der verehrte Abgeorduel seiner reichen Sammlung jüdischer Ritualmorde den 81. bis 84. Fa! einverleiben können, um sie zu gelegener Zeit zu Angriffen auf die pren ßische Rechtspflege hervorzuholen. Des Beifalls der „Kreuzzeitung wird er dann sicher sein können. Tie Rr. 15 der „Mittheilungen aus dem Verein zur Ab wehr des Antisemitismus" (Expedition: Magdeburgerstr. 13, Pon zeitungsliste Nr. 4179) enthält folgende Artikel: Die Rede des Abg v. Wackerbarth. I. — Konservative und Antisemiten. — Katholizisnm und Antisemitismus. — Eine neue jüdische Unthat. — Korrespondenz aus Triest, Wien, Czernowitz, Krems, Bonn, Oberhessen. — Notizen. Eingesandt. ßri der Redaktion eingegangene Kücher. lEin näheres Eingehen auf einzelne Werke bleibt Vorbehalten.) S. Fuchs: Schreiben an Lavater von Moses Mendelssohn. Ans dem Deutschen ins Hebräische iibertragen und mit einen! Kommentar ver sehen von N. H. Wessely. Berlin 1892. H. Jtzkowski. 9t. Sandler: Das Problem der Prophetie in der jüdischen Religion^ Philosophie von Saadia bis Maimnni in seiner geschichtlichen Eni Wicklung. Breslau 1891. Th. Schatzky. M. Horovitz: Zur Abwehr. Ein Sendschreiben über zwei falsch gedeutete Tatmudstellen. Frankfurt a. M. 1892. I. Kauffnrann. G. Wolf: Kleine historische Schriften. Wien 1892. A. Holder. H. Lucko: Ein Jahr im Centrum der deutsch-sozialen Partei. Leipzig ls‘9 Selbstverlag. B. v. Suttner: Die Waffen nieder! Monatsschrift zur Förderung de Friedens-Idee. Nr. 1. Berlin 1892. A. H. Fried. L. M. I. Garnett: Tli6 women of Turkey and IIwir Folk-Lore. TL •Jewish and Moslem women. London 1892. D. Nutt. * Briefkasten der Redaktion. Wir richten an unsere Mitarbeiter nochmals die dringende Bitte wichtige, für einen bestimmten Tag berechnete Artikel rechtzeitig ein zuschicken. Die Forderung, irgend einen Aufsatz „in nächster Nummer" bestimmt abzudrucken, tritt mindestens vier- bis siinfmal wöchentlich ai uns heran. Wir bemerken nochmals ausdrücklich, daß wir derselbe schon aus prinzipiellen Gründen nicht Folge leisten können. Geschäftliche Notizen. * Etwas ganz Außerordentliches auf dern schwierigen Gebiete de Mode, sowohl in geschmackvoller, eigenartiger Ausstattung, als in uotfi nie dagewesener Fülle von tonangebenden Toilette-, Wäsche-, Putz- und Handarbeiten-Originalen bietet die durch die Herausgabe der weitver breiteten Blätter „Mode und Haus", „Jllustrirte Wäsche-Zeitung" vorteilhaft bekannte Deutsche Verlagsanstalt Dr. Russack u. Co., Berlin in ihrem neuesten Unternehmen, in der den bezeichnenden Titel führenden „Großen Modenwelt". Diese vom 1. April in vierzehntägigen Liese rungen mit großen Schnittmusterbogen und, als angenehme Zugabe, um Unterhaltungsblatt, farbigen Stahlstich-Modellbildern, in größtem Format erscheinende zehnseitige illustrirte Zeitschrift bildet eine geradezu er staunliche Leistung, wenn man berücksichtigt, daß dieses tatsächlich groß artigste und billigste Modenblatt der Welt nur eine Mark das ganze Viertel jahr hindurch kostet. Um sich über das Abonnement schlüssig zu machen, iß rathsam, Inhalt und Preis der „Großen Modenwelt", dieses neuen, Aufsehen erregenden Unternehmens, mit Inhalt und Preis der vorhandenen Modeblätter großen Styls zu vergleichen. Die April - Nummer der „Großen Modenwelt" ist jetzt schon bei allen Buchhandlungen einzusehen. Man verlange ausdrücklich die „Große Modenwelt" zu einer Mar! vierteljährlich. * Deutsche Militärdienst-Versicherungs-Anstalt in Han notier. — Im Monat März waren zu erledigen 2070 Anträge'über Mk. 2,357,000.—. Das Vermögen erhöhte sich von Mk. 38,730,000. auf Mk. 39,258,000.—. Druck und Verlag von Rudolf Mofse in Berün. Verantwortlich für d!e Redaktion- Mar Bauckwitz in Berlin ii. Lahrg Korr * Ber ui betrete emen früh;ul ommen »nservatiru einer verbl leide wohl uigenehm s Aschen eieit die i uigeborene! Iren und Eigenschaft das eine t Greife der Krisen läg italter g des Handn nnnmnete ‘ > sei die raft, dur< u Absatz, erfahren h gekommen, richtig.) ‘ Aa!) M iit dem nahezu uw iXT Ansich uebertreib! iommlung die antisen \\\ vertrei einen Ber Verwehre Zahl als in ganz b Unheil an dings zu und kirchl Punkte de Lien eine beim Bö: iiervorrag dieselben 1 geschickt i gern; der mit ihm, niemals. Gewinne Gesellscha •Kaum la mir so \ schlimmste bessere Z und er hl spreche, nicht, da