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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-04-15 · Heft 16 (15.4.1892) · p. Seite 191

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 16 (15.4.1892)
Date
1892-04-15
Page
Seite 191 (sequence 11)
Language
German
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Wir haben nur nöthig, die Konkordantia des Buxdorff nachzuseben, um zu finden,, daß das Psalmenbuch 25 mal das Wort „Aschre" enthält. — Und doch widerspricht dein, wie es scheint, jener Midrasch nun ersten Worte der Psalmen, welcher etwa so lautet: „Nach der s.vhre des R. Josua b. Korcha hat das Psatmeubnch 20 mal das Wort „Aschre" (Heil!), — entsprechend dem 20 fachen „Hoj" (Wehe!) im Buche dcsJeschaja; während „Rabbi", über diese Lehre erstaunt, behauptet, daß dieses Wort 22 nral — entsprechend der Zahl der hebe. Buchstaben, — daselbst zu lesen sei". — Diesen Widerspruch betont auch der scharfsinnige und gelehrte Herausgeber des Werkes „Zur Geschichte der jüdischen Tradition" (IV, 241), I. H. Weiß, und er erklärt den R. Josua b. Korcha mit Recht — zumal wenn wir den Vergleich mit „Hoj" (Wehe!) im Buche Jeschaja berücksichtigen — dahin, daß er nur diejenigen „Aschre" im Sinne hatte, welche zu Anfang eines Satzes stehen, die wirklich 2n an der Zahl sind. — Dagegen bleibt ihm die Zählung des „Rabbi" ein Räthsel. Und dieses Räthsels Lösung scheint jedoch nicht allzu schwierig, sobald wir annehmen dürfen, daß Rabbi bei seiner Zählung nur diejenigen besonders gezählt hat, welche einen besonderen Inhalt aufweisen, nicht aber diejenigen, welche inhaltlich ein und dasselbe besagen and wiederholen. Denn solchergestalt findet sich 4 mal das Wort , Asclire", das aber nur 1 mal gezählt wurde, und zwar: Ps. 2, 12 Beil Allen, die bei ihm Schutz suchen; Ps. 34, 9 Heil den: Manne, der bei Ihm Schutz sucht; Ps. 40, 5 Heil den: Manne, der sein Vertrauen aus den Ewigen setzt; Ps. 84, 13 Heil dem Menschen, der auf Dich oertraut. Und nur so erhalten wir (nach Rabbi) ganz richtig die Zahl -2 statt 25, D r. Friebm an n -Lublinitz. * Die Nachricht von einem litterarischen Ereigniß oou Bedeutung, oem demnächstigen Beginn des Erscheinens einer 14. Auflage von Brockhaus' Konversations-Lexikon, wird auch unsere Kreise interessiren. Ein ganzes Jahrhundert erfüllt sich im Laufe der Ausgabe oer 14. Auflage seit Erscheinen des ersten Bandes der 1. Auflage des Unternehmens, dessen Ruf durch die ganze Welt verbreitet ist. Die Verlagshandlung F. A. Brockhaus in Leipzig hat sich bestrebt, die Jubiläumsausgabe des großartigen Werks in jeder Beziehung auf der Höhe der Zeit zu erhalten. Wie aus dem Prospekt zu ersehen ist, wird die 14. Auflage in ihrer Art einzig dasteheu und hat die Verlagslrandlung keine Kosten gescheut, nur textlich wie illustrativ das Vorzüglichste zu bieten. 100,000 Artikel sollen die 16 Bünde des Werks enthalten, sodaß nichts dauernd Wissens wertstes auf dem Erdenrund dem Besitzer von Brockhans' Konversations-Lexikon unbefamtt bleiben mag. 9000 Abbildungen werden diese Artikel auf 900 Tafeln und im Text illustriren; darunter befinden sich 120 Chromotafeln in außergewöhnlich schöner Ausführung, wenn wir nach uns vorliegenden Proben urtheilen können, sowie 300 Karten und Pläne, von welchen uns ebenfalls vorzügliche Beispiele zugänglich gemacht worden sind. 'Auf die Ausgabe der 14. Auflage des Lexikons, dessen erster Band bereits erschienen, wollen wir hierdurch alle unsere Leser aufmerksam machen. Wir hoffen, noch öfter in der Lage zu sein, auf Brockhaus' Konversations - Lexikon eingehend hinzuweisen, umsomehr als die Artikel über Juden und Judenthum in diesern Werke von objektivem Geiste erfüllt sind. Es ist bekannt, daß dieselben in der älteren Ausgaben von Leopold Zuuz, in den neuern von David Cassel verfaßt sind — und das genügt, um die Objektivität und Gediegenheit derselben zu bekräftigen. von Sauerma-Jeltsch, geborenen D reis ns. Die Mutter der Braut entstammt der bekannten schwäbischen, sich noch zum Judenthum bekennenden Familie Dreifns. Sie ist eine Tochter des 1804 geborenen und am 2. März 1853 zu Stuttgart verstorbenen Dr. Sarunel Dreifus und der 1809 geborenen und am 18. Januar 1882 zu Stuttgart verstorbenen Henriette, geborenen Benedict, einer Schwester des am 27. November 1807 zu Stuttgart geborenen und den 5. Juni 1885 zu London verstorbenen berühmten Komponisten und Kapellmeisters Julius von Benedict, welcher im Jahre 1804 als Ritter des Ordens der württembergischen Krone den persönlichen württeutbergischen Adel und im Jahre 1871 die erbliche englische Ritterwürde erhalten hatte. Geschwister der Gräfin von Sauerma sind Theodor Freiherr von Dreifus, Gutsbesitzer in Kreuth in Oberbaieru, vormals kaiserlich königlich österreichisch-ungarischer und großherzoglich sächsischer Konsul zu Stuttgart, welcher im Jahre 1872 vom Herzog zu Sachsen-Kobnrg und Gotha in den Freiherrnstand erhoben worden ist; ferner Freifrau Emilie von Einsiedel, Frau Bankier Bertha Hantz, Präfekt Pauliui Latour und Frau Franziska Dannenberg. Freiin Klarissa von Dreifus, eine Nichte der Gräfin, ist seit 1883 die Gemahlin des Malers Ritter Eugen von Blaas, und eine Cousine derselben war Adeline von Benedict, die Gattin des königlich württembergischen Obersten Heinrich Freiherrn von Hügel. Nrgeu und Sonnenschein. Bon Louis Schwartz. >mb es Thräueu, die der Himmel weinet, Wenn der Regen auf die Erde strömt? Nein; nur wen der Kummer drückt, dein scheinet. Als ob sich der Horizont auch grämt. Während wetterscheuend wir beklagen. Daß man nicht im Freien weiten kann, Wachsen Früchte uns zum Wohlbehagen; Niederschläge regen Pflanzen an. Kommt auch oft der Regen ungelegen, Regnet's wochenlang, und noch so viel. Bringt er schließlich ungeahnten Segen: Die Natur verbirgt ihr gutes Ziel. Böses tilgten einst die Wasserfluthen, Vater Noah aber blieb geschützt; Seine Kiudeskinder heut vernmthen Keine Sündfluth mehr, denn Regen nützt. Schauen wir hinauf zum Regenbogen, Der seit damals freundlich sich stellt ein. Bleibt das Bundeszeichen uns gewogen, Und — nach Regen folgt ja Sonnenschein! Liebe Sonne, komme und bescheine Was noch dunkel auf dem Erdenkreis; Willst du etwa, daß die Seele weinet Wäre Drang- und Trübsal dein Geheißt Nicht doch: — Uns zu heiße Souneuftrahlen Saugt der Rebenstock im Stillen ein. Wohloerwahrend, um von Sorg' und Oualen Zu befreien, Herzen zu erfreu'n! Froh nach sanfter Nachtruh aufzustehen. Lacht die Morgensonne, ladet ein. Daß mit Lust wir an die Arbeit gehen. Frisch und klar erscheinen, — so mag's sein! Mrs teilen. * „Blau-Blut". Aus Stuttgart meldet mau die Verlobung des Freiherrn Joachim v. Türckheim - Geislern, kaiserl. königl. Kämmerers und Majors bei Graf Nostiz-Bienick-Ulanen Nr. 13 und Kammervorstehers sdes Erzherzogs Otto von Oesterreich, mit Gräfin Maria 'Anna v. Sauerma-Jeltsch, ältesten Tochter des Grafen Gotthard von Sauerma-Jeltsch, Majoratsherrn auf Guichwitz im Kreise Breslau, königlich württembergischen Kammerherrn, und der Gräfin Maria. Rosa Daß die Wolken fliehen vor der Klarheit, Die sich hell durch grauen Nebel bricht, Und Verleumdung, mittelst Sonnenwahrheit, Bald gelange an das Tageslicht! Komme, liebe Sonne, und bescheine. Leucht' dein Geist, und segne Hündefleiß, Helfe allen Menschen, und vereine Freudig sie zu Lobgesang und Preis!

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