Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 13 (25.3.1892)
- Date
- 1892-03-25
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
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2 92 Lehrlinge vertheileil sich über 34 verschiedelie Gewerbe, unter denen wir mit Freude auch die sogenannten schweren Handwerke zahlreich vertreten sehen. Cluster ben schon genannten wurden noch 9 Lehrlinge vorübergehend unterstützt. Bon den Aufgaben heben wir die folgenden Posten hervor: Unterhalt und Bekleidung der Zöglinge 6719.40 Mt., Unterricht 1026 Mk., Lehrlingsheim 1807.55 Mk. Der Effektetlbestand beläuft sich einschließlich des Vernlögens der Stiftungen auf 118,525 Mk. — Die Gesellschaft „Magine-Reim", welche am 27. d. Mts. ihre Generalversammlung abhält, hat im Jahre 1891 die Summe von 9040 Mk. an Unterstützungen verausgabt; ihr Vermögen beträgt 150,405 Mk. Außerdem hat die Hilfsanstatt für Wittwen und Waisen dieser Gesellschaft 7104 Mk. zu Unterstühungszweeken verausgabt. Das Vermögen dieser Hilfsanstalt beläuft sich auf 73,510 Ml. — Größere Zahlen noch weift der Brüderverein Z. G. 11. in seinem Berichte für 1891 auf. Derselbe hat, zusammen mit seiner Wittwen mld Waisen-Unterstützungsanstalt llicht weniger als 33,888,75 Mk. an Unterstützungen ausgezahlt. Das Vermögen des Vereins, sowie der zu ihm gehörigen Stiftungen betrügt au Grundbesitz, Fonds und Kasse 762,371.03 Mk., wobei das Grundstück Unter den Lilldeu 4a zum Kostenpreise zu berechnen ist. j GD Hamburg, 4. März. Aufklärung und Duldsamkeit im j Lichte des Iudenthums. lieber dieses äußerst zeitgemäße Thema sprach gestern Abend Rabbiner Dr. Werner-Danzig hier in der Henry-Jones- Loge II. (). H. B. im Eyclus der von dem Komitee dieser Vereinigung angesetzten wissenschaftlichen Vorträge. Nachdem der geschätzte Redner eine allgemein verständliche Definition der Begriffe: „Aufklärung" und „Tuldsamkeit" gegeben, suchte er durch zahlreiche Belagstellen aus der „schriftlichen nub mündlichen Lehre" den Nachweis zu führen, daß das Judenthum nicht nur „Aufklärung" und „Duldsamkeit" suche und übe, sondern geradezu fordere. Der Glaube an ben „einen" Gott, der die „eine" Welt erschaffen, in der Menschen, die von „einern" Glternpaare stammen, leben, führe zu diesen Tugenden, die nicht durch den Verstand, sondern nur durch das Herz erlangt werden können. Weder die Römer noch die Griechen waren tolerant, denn sie erkannten nur den „Römer" und den „Griechen" als gleichberechtigt an, jeder andere Mensch galt ihnen als „lioshV* oder „Barbar". Ter Jude aber räumt allen Menschen gleiche Rechte ein, wie dies durch Bibel tmd Talnutd beiniefen werde. „Alle Menschen haben Theil am ewigen Leben." Etwas Aehnliches lehrt nur noch der Bnddheismus, der durch seinen mit „Nirwana" bezeichneten Selenzustand alle Menschen aus dem Strome des Lebens zur einigen Seeligkeit führen wollte Ten bestell Beweis von Duldsamkeit liefert das Gebot, daß der Jude keine Proselytenmacherei treiben solle. Jede lleberzeugnng, jeder Glaube muß geachtet, must als berechtigt anerkannt werden, mtb das ist „Aufklärung" itub „Duldsamkeit". Ter von Zuhörern überfüllte Saal ertönte nach dem Schlüsse des Vortrages von dein Beifall, der dem Redner gezollt wllrde. 87, Branufchweig, im März. Dem langjährigen, hochbetagten erstell Vorsteher der hiesigerl jüdischell Gemeinde, Herrn Kommerzienratch "Albert Oppenheimer, war es vor Kurzem vergönnt, den Tag begehen zu können, an welchem er vor 50 Jahren zuerst in das Repräsentanten- Kollegiuul eingetreteil ist. Wenn die Gemeinde auch ln Rücksicht ans das hohe Alter und auf ben immerhin der Schonung bedürftigen Gesundheitszustand des Jubilars voll einer öfselltlichen Feier dieses Jubeltages absehell zu sollen geglallbt hat, so ehrten doch die Mitvorsteher lind Repräsentanten den ehrenwerthen Herrn durch lieber re ichung einer kunstvoll ausgestatteterl Adresse: auch erwähllte der Herr Lalldrabbiner Dr. Rülf des setteileu Ereignisses beim Gottesdienste in der Synagoge in einem längeren Gebete. Ter Jubilar, der sich auch seitens der nichtjüdischen Mitbürger hoher Achtung und Werthschätzung erfreut und der durch seine Wohlthätigkeit ohne Unterschied der Religion schon lnallcheil veralllaßt hat, mar ob der erwiesenen Anfmerksamkeil sehr erfreut. Seilleill sehr einfachen bescheidenell Charakter that grade die einfache Form der Jubiläumsfeier wohl. Die Spende einer namhaften | Geldsumule all die Gemeindekasse zu Kllltilszweckell, sowie einer zweiten j Summe zur Bertheilung all die Arnlell, war der thatsächliche ^lusdnick! seines Dankes. * Brarmschweig, 21. Aiärz. Ter Oberkantor der hiesigell israelitischen Gemeinde, H. Goldberg, feiert am 5. April die 56jährige Wiederkehr jenes Tages, au welchem er seine Stellung in gemmnter Gemeinde angetretert hat. Im Lande Braunschweig waltet er seines Berufes schon über 60 Jahre und im Jahre 1894 könnte dieser Nestor der Kantoren Delltschlatlds sogar die 70jährige Jubelfeier seiner gesaunnten Amtsthü tigkeit begehen. H. Goldberg ist in Wollstein (Posen) geboren, und zwac aut 12. Juli 1807, ist also jetzt bald 85 Jahre alt. K. Hannover, im März. Der älteste Verein unserer Gemeinde der Wohlthätigkeits-Vereilt, hat mit dem 31. Dezember 1891 da 130. Jahr seines Bestehens abgeschlossen und kamt nicht allein in Folg? seines ehrwürdigell Alters, sondern auch im Hinblick auf seine Wirk fantfeit als der Mittelpunkt des Gemeindelebens angesehene wrden. E? zählt 362 Mitglieder und 29 beitragende Frauen; die Einnahmett aus Beiträgen der Mitglieder, Eintrittsgeldern, Spenden beim Gottesdienste, Zinsen, größeren Geschenken u. s. w. beziffern sich auf 14,610.54 M., und er verfügt über ein festes Vermögen von 102,100 Mark, außer einen, ferneren Besitze von 13,900 AI Es sind im Ganzen 12,744.22 M. ver ausgabt, wovon 3881 M. auf Verpflegung tmd Unterstützttng hiesige, und 3495.97 M. auf Aerzke, Bäder, Apotheke fallen. Regelmäßige Unter stützung erhielten 13hiesige Kranke und 46 je nach Bedürfniß. DerStiftungs tag (Ereb Rosc'h-Jiacliodescli Scliwat ) wurde neben der üblichen religiösen Feier durch ein gemeillsames Festessen begattgen, bei dem die gehobenste Stimmung unter den zahlreich Erschienenert herrschte und das hat dazu bei. getragen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit unb des Zusammen wirkens im Geiste der jüdischen Liebe und Wohlthätigkeit zu wecken tmd zu beleben. — Das Komitee für Ferienkolonien armer kränkliche Schulkinder aus Hannover und Linden versendet seinen Bericht auf das Jahr 1891, dem wir wiederum mit Genugthuung entnehmen, doch auch jüdische Kinder volle Beriieksichtiguttg gefunden K. Lüneburg, 20. März. Die hiesige Synagogengemeinde, welche schotl vor längerer Zeit den Beschluß gefaßt hat, eine neue Synag o ge zu bauen, hat jetzt einen geeigneten Platz am Schisserwall erworben, und die voll dem Stadtbaumeister Kampf etttworfenen Bauzeichnungei? und Kostenanschläge sollen ltunmehr der betreffenden Baukolnmission vor gelegt werden. Man hofft, mit benx Bau zu beginnen, sobald die Wittermtg eine unausgesetzte Bauthätigkeit im Freien gestattet, und den selben lnöglichst rasch zu fördern. Es wird dann endlich ein lang ge hegter Wutlsch in Erfüllung gehen, ein eigenes Gotteshaus zu besitzen, da mau sich bis jetzt mit eineut gemietheten Lokale begnügen mtlßte. A .Köln, 11. März. Der Verein für jüdische Geschichte und Litteratur, von dessen Gründung ich kürzlich berichtete, hal während der rurzell Zeit seines Bestehens schon eine Überalls rege Thü tigkeit entfaltet. Es machen sich auch Anzeichen bemerklich, daß derselbe mit der Zeit ein mächtiger Bildungsfaktor der hiesigen Gemeinde werden wird. Die drei öffentlichen Vorträge der Herren Dr. Frank über: „Eine Wanderullg durch die jüdische Geschichte und Litteratur"; Dr. Karpeles über: „Humor tmd Liebe in der hebräischen Poesie"; Dr. Heinemann über: „Ton Joseph, Herzog von Naxos", fanden vor einem nach nieten Hunderten zählenden Publikum im großen Saale des Kölnet Männergesallgvereills statt und erregtet! allgemeines Interesse. An den sechs Tiskussionsabenden des Vereins wurden bis jetzt folgende Vor träge voll Vereinsmitgliedern gehalten: 1. lieber die Vorgeschichte der Makkabäer. 2. lieber die Befreiungskämpfe unter Juda Makkabi. 3. lieber Juda Halevi. 4. lieber ben Kusari. 5. lieber das Chazaren reich. 'Alt diese halbstündigen Vorträge schloß sich regelmäßig eine sehr lebhafte Debatte, bei welcher sich Mitglieder des Vereins aus allen Le bemslllld Berufskreiselt betheiligten. BemerkenSwerth ist hierbei, daß im Laufe der Debatte llicht nur eine Reihe von Gegenständetl allgemein wissellschaftlicher Natur berührt wtlrde, sottdern sich auch Gelegenheil fand, auf die Bezeichnungen unserer Vergangenheit mit ben wichtigsten Fragen der Gegenwart hillzuweisell. Die Zahl der VereirtSlnitglieder (325) ist bis jetzt ständig gewachsen utld erfreut sich auch das Lese zilllmer, in welchem jüdische Zeitungen tmd Fachschriften jeder Richtung aufliegell, fleißiger Benutzung sogar seitens der Damen. Das Beispiel in der hiesigen Stadt zeigt übrigens, daß es nur ettergischer Anregung bedarf, um die Gründung jüdischer Litteraturvereine zu bewirken. Deshalb wäre and) die Bildung eines Verbcntdes behufs Entfaltung einer regelt Propaganda in dieser Richtung allster st lvünschellslverth. Möge der nellerstatldene Berlilter Verein bald entscheidettde Schritte hiefür unternehmen. Es dürfte auch von Interesse sein, daß die Statuten de§ hiesigen Reihe i idben t unb we r. turnen ( Tr. Sc Golds Selvet telaben Rosen!) mit Rü zrammc 'and in gesetz wurden Mall l Agitati brachte Großgr Abände des Sti lüdische gebildet herrscht * * offiziell 3 offene: vflichtic bezüglic unb es der We gemelde rviederg Presse können, anfgefü delllerkt ttzanzen ntacht 5,30 p( die mäi nicht v mehr iv dev ulke in den und) in gnden, U'oft c K'Uldbt ultterla oflichtic lüdische oer jüd oernor, oveifel! linttich -Uld NN uewant ligurirc 'ninistet