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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-03-18 · Heft 12 (18.3.1892) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 12 (18.3.1892)
Date
1892-03-18
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 werden. )ou Jahr e, wurde Februar uer ohne e Berech rricht erin einem it Theiles ng, durch fnrfen in tstes und oölkerung . Es sei icit bietet, c Präpagangenen reu Rabfand am x4 statt, hör eine . — Am l der er cach und Mitglieder Berte der auf den clitische . Januar eg er Be m Hanse ng eines je wllrde 11, sowie r, ivetehe csitzenden ni ersten auf Se. »ern, den nfhebung nnüthlich würde- « Jahren fgabe in rn durch ^dar, ein and, daß seit 3f it eigens £ letzten Publikum Raume o an die -wendigf solgle Herren -eit Herr aer Erie schöne nde uoch der aber genährt Zander üdi scheu sarmen. o Herrn Hauptlehrer Cohn über die zwölf Monate des jüdischen Kalenderjahres, .velcher von sechs Knaben und sechs Mädchen vorgetragen wurde. Sooann wurde von circa 50 Kindern in prächtigen Kostümen der bekannte Purimschwauk von Jacob Korew «Freundaufgeführt. Herr Hauptlehrer Eohn hatte dieses Stück für Kinder auf sorgfältigste Weise umgearbeitet md den in demselben vorhandenen Texten bekannte Synagogenmelodien angepaßt. Die Wahl der .Kostüme, sowie die szenischen Arrangements waren vorzüglich getroffen. Das Fest lieferte einen ansehnlichen Ertrag, welcher den 'Armen unserer Gemeinde in dem fröhlichen Monat Adar doppelt zu Gute kommen wird. X. Meeschen, 4. März. Herr Kantor Czechanowicz von der hiesigen Gemeinde beging vergangenen Sonnabend den 27. v. Mts. sein Nffähriges Amtsjubiläum. Dasselbe gestaltete sich für die ganze Genie inde zu einem wahren Festtage und legte Zeugnis; dafür ab, welcher allgemeinen Liebe und Verehrung sich der Jubilar erfreute. Seitens ncr hiesigen Gemeinde wurde dem Kantor ein Ehrengeschenk nebst einem 'Glückwunschschreiben überreicht. Im Tempel fand ein Festgottesdienst statt. ** Molfenbüttel, im März. 'Am 5. und 4. März fand in der hiesigen a m s o nschu l e die mündliche R e i fep rü fu n g unter Vorsitz des zum Legierungs-Kommissar ernannten Herrn Gymnasial-Direktors Professor Zauber statt. Sie ergab das erfreuliche Resultat, daß allen Schülern cer Klasse 1 das Reifezeugniß zugesprochen werden konnte. Es waren >as 10 Zöglinge, von denen keiner länger als ein Jahr der ersten Klaffe aigehört hatte. t Homburg v. d. H., 12. KNärz. Die beiden unter dem Vorsitz cs Herrn Louis Lehmann stehenden Vereine, der israelitische Armen- Holz-Berein «gegründet Isis> und Verein zur Ausstattung israelitischer Vtädchen bezw. Ausbildung für einen Lebensberuf, Begründung eines Geschäftes oder einer Häuslichkeit «gegründet 1880), veröffentlichen gemeinsam ihren Rechenschaftsbericht für das Jahr 181)1. Derselbe zeugt im erfreulichen Fortschritten hinsichtlich der Einnahmen und der Wirkamkeit. Dem Bericht ist als poetische Beigabe ein Gedicht des Vorazenden, das derselbe bei Gelegenheit seines 25jährigen Jubiläums als Vorsteher des erstgenannten Vereins verfaßt hat, angefügt. GD Frankfurt a. Main, 15. März. Dem 27. Rechenschaftsbericht er „Achawa" über das Jahr 1891 entnehmen wir folgende Daten: Die Verwaltung war im verflossenen Jahre in der erfreulichen Lage, sämmtul)cn an sie gerichteten Gesuchengerecht werden zu können, obgleich die Kahl der llnterstützungsbedürftigen sich bedeutend gesteigert hat. Die Unterützungsantheile sind zwar von 59 auf 88gestiegen, nichts deftoweniger ües gelungen, jeden Theil wieder mit Mk. 140 zu bedenken, sodaß sich die 5umme der Jahresunterstützungen auf 12,990 belief. Rechnen wier hierzu ie während des Jahres 1891 aus dem Refervefond verabreichten Mk. 1598 c ergiebt sich eine Gesammtsumme von Mk. 13,988. In diesen Betrag '-eilten sich 24 durch Krankheit oder Altersschwäche oder Gebrechen dienst- -ifähig gewordene Lehrer, theits mit, theils ohne Familie, 25 alleinstehende Viltwen, 18 Wittwen mit mehreren unmündigen Kindern, sowie eine 9lernlose Waise. Außerdem wurden in 20 Fällen zur Linderung augen- ' dicklicher Noth, bei plötzlicher Erkrankung oder zur Bestreitung der .Kosten i'tv Badekuren, namhafte Gaben aus dem Reservefond bewilligt. Das Oesammtvermögen des Vereins beträgt am Anfänge dieses Jahres, nach Obzug der zu Jahresunterstützungen (Pensionen) verwendeten Mk. 12,390, ach dem Nennwerthe 9Rk. 181,609.30. Die Zahl der aktiven Mitglieder läuft sich auf 332. Den Vorstand bilden die Herren Adolf Teblde, Konsul 4dolfBaer, Dr. Alfred Löhren, Alfred Roseuthal, Philipp B. Bonn, Philipp Asti ff, A. Blumenfeld, Lehrer in Diespeck (Baiern), E. Gntkind, Lehrer > Kassel, und K. Marx, Lehrer in Alsheim. Wir schließen uns dem Wunsche u, daß auch fernerhin zur Förderung und Kräftigung der guten Sache as Wohlwollen der bisherigen Freunde erhalten bleiben und daß ihr «e kräftige Mithilfe neuer Gönner zutheil werden möge! 52 Cannstatt a. N., 4. Vtärz. Unser um die Gemeinde sehr rdientes Mitglied, Herr Fabrikant Louis Elsas, wurde am Geurtstagsfeste unseres Königs, am 25. Febr., mit dem Titel „Kommerzieniaih" ausgezeichnet. Herr Elsas ist seit 20 Jahren ununterbrochen im Vorstände der Gemeinde, ständiges Mitglied der Handelskammer und ' it lange Mitglied der städtischen Kollegien. Möge sich der verehrte \vvv recht lange der verdienten Auszeichnung erfreuen! Darmstadt, 14. März. Unser Groß Herzog Ludwig IV. von Hessen ist in der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag von seinen Leiden befreit worden. Noch nicht fünfnndsünfzig Jahre alt, ist der wegen seiner persönlichen Liebenswürdigkeit und seines aufgeklärten, duldsamen Geistes sowohl in seinem engeren Vaterlande wie über dessen Grenzen hinaus beliebte Fürst einem Herzleiden zum Opfer gefallen, das sich seit Jahr und Tag bei ihm ausgebildet hatte. Der verstorbene Großherzog war ein wegen seiner Gerechtigkeit und Güte allgemein beliebter Regent. Er war ein Fürst, der von dem englischen Parlamentarismus viel gelernt! hatte und von der Philosophie nicht unberührt geblieben war. Ein j Gegner kleinlicher Polizeimittel gegen die Kirche, war er nicht minder 1 ein abgesagter Feind von Zugeständnissen des Staates an die Orthodoxie.! Da er sich bemühte, die Menschen nicht nach zufälligen Merkmalen der j Geburt und des ererbten Glaubens zu betrachten, sondern sie nach ihrem j innern Wert he zu schätzen, so bekämpfte er persönlich mit großer Ent-! schiedenheit den Antisemitismus seit dem Auftreten dieser Bewegung, j Sein 'Andenken wird stets ein gesegnetes bleiben. * München, 10. März. 'Nun hat auch die baierische Kammer! ihre Antisemiteudebatte gehabt. Es war dem Vertreter des Wahl- | kreises Weißenburg, Herrn Friedrich Beckh, Lieutenant a. D. und Gutsbesitzer, Vorbehalten, die bis dahin im baierischen Landtage unbekannt I gebliebene konfessionelle Hetze inaugurirt zu haben. 'Anlaß hierzu bot bei l Berathung des Schuletats der Umstand, daß an der Nürnberger Simultanl schule einzelne jüdische Lehrer auch christliche Kinder unterrichten sollen, was in den Augen des Lieutenant a. D. die Simultanschule bereits auf die schiefe Ebene gebracht habe, auf der nicht mehr Halt zu machen sei. Wenn er nun weiter sagte, daß die Juden nicht unter den Christen, sondern auf ihnen leben, daß sie ferner nicht zur dienenden Klasse, sondern zur herrschenden gehören, so waren das die bekannten antisemitischen Gemeinplätze, die keine weitere Beachtung verdienen. 'Aber neu und jedenfalls auch für weitere Kreise belustigend dürften die literarisch-kritischen > Verlesungen sein, die sich der Herr Lieutenant a. D. über Lessing und! seinen „Nathan" gestattet hat: Lessing war bei seiner Parabel von den; drei Ringen in einem großen Jrrthum befangen, denn auch von seinem! Standpunkt aus mußte er wissen, daß nur der christliche Ring der echte ist: er mußte wissen, daß nur die christliche Kultur als Sauerteig die : Welt durchdringt. Der ganze Typus des 'Nathan ist unwahr und veri zeichnet. Mit dem Dichter Lessing könnten wir Deutsche uns überi Haupt nicht sehen lassen und keinen Staat mit ihm machen. — Der! Humor davon war noch überdies, daß der Redner dieses 'Alles unter! Bezug auf seine gut evangelische 'Abstammung zum Besten gab, was! seinen leiblichen Bruder, den kgl. 'Advokaten Herrmanu Beckh, Vertreter j der Stadt Nürnberg, veranlagte, die gleiche 'Abstammung für sich zu! reklamiren, worauf er von seinem freisinnigen Standpunkte ans den! Lessingverächter gründlich heimleuchtete. X. Aus Clsast - Lothringen, to. März. Soeben erschien der Bericht des Israelitischen Krankenhauses der Stadt Mülhausen für das Rechnungsjahr 1891. 'Als Vorsitzender des Verwaltungs- : rathes fuugirt Herr Fabrikant Lazarus Lantz, einer der geachtetsten unserer Mitbürger. Zur Zeit beherbergt die 'Anstalt 2«; Insassen, nämlich 9 Männer und 17 Frauen, deren Durchschnittsalter 72 Jahre ist, so daß man mit Recht dem Institute den Beinamen „Greisenasnl" geben kann. Im Laufe des Jahres gingen mit Tod ab 3 Frauen und 1 Mann. Die Gesammtzahl der Verpstegungstage für Kranke, Gei brechliche und Bedienungspersonal der Anstalt beträgt 12,102. Die Ausj gaben beliefen sich auf Mk. 20,934.32, pro Tag also 1,08 Mk. Die gewöhnlichen Einnahmen des Jahres betragen 20,030.75 Mk., worunter : Beitrag der Stadt looo Mk. «für nächstes Jahr sind 20oo Mk. bewilligt-. — Tie außerordentlichen Einnahmen beliefen sich auf 0152 Mk. — Der evangelische Verein zur Fürsorge für entlassene Sträf- : ling e aus Elsaß-Lothringen unterstützte in diesem Jahre auch einen; Israeliten mit dem Bemerken, daß bei Gewährung von Unterstützungen! sich der Verein nie durch konfessionelle Rücksichten leiten läßt. Ein j schönes Zeichen von Toleranz in heutiger Zeit. — Von den 3 aus- > tretenden weltlichen Mitgliedern des o berelsäss is chen K o ns i st o ri ums! ivurden 2 wiedergewählt, nämlich die Herren Karl Levp und Benjamin! Bloch aus Colmar. 'An Stelle des 3. Mitgliedes, des Herrn Jesaias - Bloch aus Mülhausen, wurde gewählt Herr Heinrich W allach-MülhauseU

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